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Pressemitteilung vom 08.08.2008

Kooperation statt Kollision: Fahrzeuge lernen zu kommunizieren

Kooperation statt Kollision: Fahrzeuge lernen zu kommunizieren
Forscher der Professur Nachrichtentechnik der TU Chemnitz beteiligen sich an der Entwicklung kooperativer Verkehrssysteme für mehr Sicherheit auf den Straßen

Hinter einer unübersichtlichen Autobahnkurve ist es plötzlich da - das Stauende. Dieser Albtraum jedes Autofahrers könnte bald der Vergangenheit angehören. Dafür arbeitet auch die Professur Nachrichtentechnik der TU Chemnitz, die sich am Europäischen Forschungsprojekt SAFESPOT beteiligt. Ziel dieses Projektes ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit durch intelligente Fahrzeuge und Infrastrukturen. Die Autos sollen miteinander kooperieren und kommunizieren. So kann etwa ein im Stau stehendes Fahrzeug andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig vor der gefährlichen Situation warnen und so Unfällen vorbeugen. Auch andere sicherheitskritische Anwendungen wie das automatische Bremsen, der sichere Spurwechsel oder ein automatisches Reißverschlussverfahren werden durch kooperative Systeme ermöglicht.

An dem Projekt, welches noch bis Januar 2010 fortgeführt wird, beteiligen sich über 50 europäische Partner aus den Bereichen Automobilindustrie, Verkehrsdienstleistung und -forschung sowie Infrastrukturbetrieb. Hauptaufgabe der Chemnitzer Forscher ist es, durch die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen über ein Funknetz (WLAN) eine genaue Lokalisierung zu ermöglichen. Um die Systeme einem ersten Praxistest zu unterziehen, nahmen die Mitarbeiter der Professur an einer gemeinsamen Mess- und Erprobungsfahrt mit dem Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin teil. "Ziel war der Test einer WLAN-Kommunikation unter realen Bedingungen", so Robin Schubert, Mitarbeiter der Professur. Diese sei erfolgreich verlaufen. Sein Kollege Norman Mattern ergänzt: "Eine Messfahrt mit zwei so gut ausgestatteten Forschungsfahrzeugen ist eine fast einmalige Gelegenheit". Denn die Möglichkeit, dass Fahrzeuge zweier Forschungseinrichtungen mit solch hohem technischen Ausstattungsgrad gekoppelt erforscht würden, gebe es nur selten. "Die Daten der Sensoren des Konzeptfahrzeugs carai der Professur Nachrichtentechnik und des Fahrzeugs des DLR konnten problemlos miteinander kombiniert werden", so Mattern.

Neben der Kommunikation testeten die Forscher auch ein neuartiges Verfahren zur Lokalisierung des eigenen Fahrzeugs. "Viele heutige Fahrzeuge verfügen über GPS", so Dr. Marius Schlingelhof, Forscher am DLR. "Speziell in Städten reicht dessen Genauigkeit für sicherheitskritische Anwendungen jedoch überhaupt nicht aus." Das Forscherteam des DLR und der TU Chemnitz untersuchte daher, wie durch den Austausch der GPS- Satellitendaten die Lokalisierungsgenauigkeit deutlich erhöht werden kann.

Stichwort: Konzeptfahrzeug "carai"

Das Konzeptfahrzeug "carai" der Professur Nachrichtentechnik ist mit verschiedenen Sensoren für die Fahrzeugumfelderkennung ausgestattet. In dem VW Touran arbeiten Bildverarbeitung, Laser- und Radartechnik gemeinsam an der Erfassung und Erkennung der Fahrzeugumgebung. Gemessen wird mit Hilfe von Radar, Laser, Infrarotkameras, Stereo- und 3D- Kameras. Für eine umfassende Signalauswertung werden in carai mehrere Sensorsysteme kombiniert.

Weitere Informationen erteilt Robin Schubert, E-Mail robin.schubert@etit.tu- chemnitz.de; Telefon 0371 531-36475.

Die Professur Nachrichtentechnik im Internet: http://www.carai.de

Das Institut für Verkehrssystemtechnik des DLR im Internet: http://www.dlr.de/ts

Das Forschungsprojekt SAFESPOT im Internet: http://www.safespot-eu.org


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