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Pressemitteilung vom 19.12.2006

Fluchtpunkte der Emigranten

Fluchtpunkte der Emigranten
Politikwissenschaftler Prof. Dr. Alfons Söllner stößt mit seinem neuen Buch das Fenster zur politischen Theorie weiter auf

Zurückblicken und Resümieren steht bei Jubiläen und runden Geburtstagen allerorts hoch im Kurs. Beim Chemnitzer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Alfons Söllner, der 2007 - im "Jahr der Geisteswissenschaften" - sein 60. Lebensjahr vollendet, ist der Fall allerdings anders gelagert. Seit 1994 ist Prof. Söllner Professor für Politische Theorie Ideengeschichte an der TU Chemnitz und fasst in seinem neuesten Werk "Fluchtpunkte" (erschienen im Nomos-Verlag, ISBN: 3-8329-2260-1) die Beiträge aus seinem Chemnitzer Wirkungsfeld zusammen.

In 16 Aufsätzen werden exemplarische Biographien verschiedener Emigranten und Remigranten herangezogen und analysiert. Der Einfluss "vergessener Klassiker" wie Sigmund Neumann oder Arnold Brecht, aber auch Remigranten wie Ernst Fränkel oder Arnold Bergstraesser auf das Politikverständnis der jungen Bundesrepublik steht im Mittelpunkt des Sammelbandes.

"Das vorliegende Buch soll in der Emigrationsforschung ein Fenster zur politischen Theorie öffnen. Es ist daher auch vielmehr eine organische Zusammenführung und kein Sammelband mit der Funktion, alte Aufsätze zu konservieren", erklärt Prof. Söllner. Schließlich sei die Rolle, die die Remigranten bei der "Verwestlichung", der Verankerung der Adenauer-Republik im westlichen Gefüge, spielten beträchtlich. Das wird im vierten Kapitel besonders deutlich, wo anhand von Theodor W. Adorno und Peter Weiss aufgezeigt wird, wie in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg mit Kultur Politik gemacht wurde.

Im fünften und letzten Kapitel zeigt Prof. Söllner die Gegenwartsfragen der politischen Kultur in der Bundesrepublik auf und fragt im letzten Aufsatz gezielt nach dem Reformpotential in den ostdeutschen Universitäten. Auch gerade deshalb bezeichnet Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Professor für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der TU Chemnitz und Prodekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Söllner in seinem Grußwort zurecht als "politischen Professor - pointiert Stellung nehmend und engagiert Einspruch erhebend".

(Autor: Thomas Doriath)

Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Alfons Söllner, Professur Politische Theorie und Ideengeschichte der TU Chemnitz, Telefon (03 71) 5 31 - 2 77 10, E-Mail alfons.soellner@phil.tu-chemnitz.de


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