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Pressemitteilung vom 10.11.2006

Sachsen und das alte Preußen

Sachsen und das alte Preußen
Der Chemnitzer Historiker Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll ist neuer Vorsitzender der Preußischen Historischen Kommission und möchte die Preußenforschung weiter vorantreiben

Ein wenig ungewöhnlich ist es schon, wenn ausgerechnet ein Rheinländer die Forschung zur Geschichte Preußens in Chemnitz fortführt. Doch als neuer Vorsitzender der Preußischen Historischen Kommission, die 1977 in Berlin gegründet wurde, freut sich der Chemnitzer Historiker Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll sehr über sein neues Ehrenamt und die damit verbundenen Aufgaben. 41 Mitglieder der Kommission wählten den Professor für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts einstimmig für vier Jahre in den Vorstandsvorsitz.

Bereits während seiner Promotion hat Kroll, der Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Religionswissenschaft studierte, seinen Interessenschwerpunkt auf die Preußenforschung fokussiert. 1987 promovierte er über Friedrich Wilhelm IV. und das Staatsdenken der deutschen Romantik. Deshalb freut es ihn, dass er jetzt wieder zu seiner Anfangsforschung zurückkehren und diese intensiver betreiben kann. Ausgezeichnet wurde der heute 46-Jährige für seine wissenschaftlichen Arbeiten zu Preußen bereits im Jahr 1996 mit dem Louis Ferdinand Preis des Preußeninstituts. Als Vorsitzender der Kommission will Prof. Kroll nun die Erforschung der Geschichte des gesamtpreußischen Staates vom 12. und 13. Jahrhundert bis zu seiner Auflösung im Jahr 1947 in seinem jeweiligen territorialen Umfang weiter vorantreiben. "Ich möchte die Preußenforschung vor allem hin zu Ost- und Ostmitteleuropa öffnen, aber auch zu bestimmten Regionen in Deutschland wie zum Beispiel Sachsen. Warum soll nicht auch einmal die Beziehung zwischen der Industrieregion um Chemnitz und Preußen untersucht werden", so der Historiker. Denn die Kommission zielt besonders auf die Analyse unter einem gesamtstaatlichen Aspekt ab. Das bedeutet auch, den preußischen Staat in einen gesamteuropäischen Kontext zu stellen.

Kraft seines Amtes kommen nun auch viele interessante Aufgaben auf Prof. Kroll zu, denn die Preußische Historische Kommission ist unter anderem Herausgeber der Zeitschrift "Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte", die zweimal jährlich im Duncker & Humblot Verlag erscheint und das Sprachrohr der Kommission ist. Unterstützt wird die Kommission durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem. Viel Wert wird auch auf die vielfältige Zusammenarbeit mit ausländischen Archiven gelegt.

Weitere Informationen erteilt: Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Telefon (03 71) 5 31 - 33 9 22, E-Mail frank-lothar.kroll@phil.tu-chemnitz.de


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