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Pressemitteilung vom 30.01.2002

Mit mehr Mitarbeitermotivation gegen die Fluktuation

Mit mehr Mitarbeitermotivation gegen die Fluktuation
Chemnitzer Soziologie-Studenten beleuchten das Verhalten von Führungskräften

Führungskraft werden ist nicht schwer, Führungskraft sein dagegen sehr. So kann man ganz allgemein die Ergebnisse einer ersten Umfrage zum Führungskräfteverhalten zusammenfassen, die das Chemnitzer Qualifikations-Projekt (CQP) der TU Chemnitz im vergangen Jahr durchgeführt hat. Interviewt wurden im Raum Chemnitz 78 Führungskräfte von 38 Unternehmen aus der Produktions- und Dienstleistungsbranche mit mehr als 100 Beschäftigten. Mit Hilfe eines Fragebogens, in dem 107 Verhaltensbeschreibungen zur Bewertung standen, wurden die Wünsche und Vorstellungen von guter Führungsarbeit unter den Führungskräften erfasst.

"Bei der Auswertung der Fragebögen und bei der anschließenden Diskussion der Ergebnisse stellten wir ein großen Widerspruch zwischen dem Wissen um das theoretisch richtige Führungsverhalten und der letztendlichen Realität im betrieblichen Alltag fest", berichtet die Studentin Jana Drechsler, die am CQP-Vorhaben beteiligt war. Außerdem gäbe es Unterschiede zwischen Dienstleistungs- und Produktionsbranche: "So wird in Dienstleistungsunternehmen beispielsweise mehr auf Teamarbeit gesetzt und Entscheidungen werden hier auch schneller gefällt als im produzierendem Gewerbe."

"Offensichtlich ist, dass die befragten Führungskräfte einerseits die Orientierung am Mitarbeiter und das unternehmerische Denken und Handeln stark betonen. Andererseits sind die Instrumente der Umsetzung dieser Grundwerte moderner Unternehmenskulturen, wie etwa Partizipation und Transparenz, in den Firmen eher unterrepräsentiert", schätzt Drechsler ein. Durch eine geringe Beteiligung der Mitarbeiter werden häufig vorhandene Innovationspotenziale vernachlässigt. "Eine wichtige Erkenntnis bei einigen Führungskräften war nach der Diskussion der Umfrageergebnisse auch, dass eine gute Führungskraft die Mitarbeiterfluktuation durch gezielte Motivation einschränken kann. Für viele war diese Umfrage auch eine wertvolle Anregung, um über das eigene Führungsverhalten nachzudenken. In einem nächsten Schritt sollen nun Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen zum Verhalten von Führungskräften befragt werden", so Jana Drechsler.

Stichwort: Chemnitzer Qualifikations-Projekt (CQP)

Das Chemnitzer Qualifikations Projekt (CQP) ist eine Initiative von Soziologiestudenten der an der TU Chemnitz in Kooperation mit der Chemnitzer Professur für Industrie- und Techniksoziologie (Prof. Dr. G. Günter Voß) und TeamConsult München. CQP sieht sich im Bereich der Sozialwissenschaften in erster Linie als Dienstleister von Studenten für Studenten, wobei Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Training und Beratung mittels Praktika und Seminaren vermittelt werden sollen. Auch die Praxis vor der Praxis, also die Eigeninitiative der Studenten, steht auf den Fahnen des Projektes. CQP unterstützt beispielsweise auch Unternehmen in Belangen der Personal- und Führungsberatung. Weitere Informationen zum Projekt: http://www.tu-chemnitz.de/projekt/cqp sowie cqp@tu-chemnitz.de .

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