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Pressemitteilung vom 14.01.2000

Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe spricht an der Chemnitzer Uni

Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe spricht an der Chemnitzer Uni

Ulrike Poppe, eine der führenden Bürgerrechtlerinnen der ehemaligen DDR, kommt am Dienstag, dem 18. Januar 2000, an die Technische Universität Chemnitz. Um 18.15 Uhr spricht sie im Hauptgebäude, Straße der Nationen 62, Hörsaal 201, über ihren Weg in die DDR-Opposition und über ihre Zeit nach der Wende. Dabei wird sie auch darlegen, was sie sich 1989 gewünscht hat, was davon eingetreten ist und was nicht.

Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung "1989/1990 - 1999/2000: Revolution in der DDR - und zehn Jahre danach", die der Chemnitzer Parteien- und Extremismusforscher Prof. Eckhard Jesse organisiert hat. Dabei werden bis zum Februar 2000 jeweils dienstags nahezu alle führenden Bürgerrechtler über ihr Leben in und nach der DDR berichten. Dazu sind alle Bürger herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Zur Person:

Die Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe war in den achtziger Jahren eine führende Oppositionelle in der DDR. Geboren 1953 in Rostock, wuchs sie in Hohen Neuendorf auf, einem kleinen Ort nördlich von Berlin. Die Erweiterte Oberschule (EOS) besuchte sie in Oranienburg, bevor sie ab 1971 an der Berliner Humboldt-Uni Kunsterziehung und Geschichte studierte. Nach verschiedenen Tätigkeiten arbeitete sie von 1976 an zwölf Jahre lang als Assistentin im Museum für deutsche Geschichte.

Schon während ihres Studiums hatte Ulrike Poppe Kontakt zu systemkritischen Kreisen. Sie war mit Robert Havemann befreundet und beteiligte sich an verschiedenen oppositionellen Gruppen. 1982 war sie eines der Gründungsmitglieder von "Frauen für den Frieden". Wegen ihrer Mitarbeit dort wurde sie im Dezember 1983 von der Stasi verhaftet, aber Ende Januar 1984 wegen zahlreicher Proteste aus dem In- und Ausland wieder freigelassen. Bis 1989 wurde sie noch einige weitere Male festgenommen und mehrfach unter Hausarrest gestellt.

1986 gehörte sie mit ihrem damaligen Ehemann Gerd Poppe zu den Gründern der "Initiative Frieden und Menschenrechte". Auch im in Initiativkreis "Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung" arbeitete sie mit, aus dem im September 1989 die Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt" hervorging, deren Sprecherin sie wurde und die sie gemeinsam mit Wolfgang Ullmann am zentralen Runden Tisch in Berlin vertrat. Danach war sie für kurze Zeit Mitarbeiterin der Volkskammerfraktion von Bündnis90/Grüne. Seit 1991 ist sie Studienleiterin an der Evangelischen Akademie zu Berlin.

Hinweis für die Medien: Wir vermitteln Ihnen am 18. Januar gern einen Interview-Termin mit Ulrike Poppe. Rufen Sie uns bitte an.

Weitere Informationen: TU Chemnitz, Philosophische Fakultät, Professur Politikwissenschaft, Reichenhainer Straße 41, 09126 Chemnitz, Prof. Dr. Eckhard Jesse, Tel.: (03 71)5 31-21 79; Fax: (03 71)5 31-40 94; E-Mail: eckhard.jesse@phil.tu-chemnitz.de


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