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Pressemitteilung vom 08.06.1999

Neu ab 1999/2000: Internationaler Studiengang "Mathematik"

Mathe-Elite studiert in Chemnitz
Neu: Ab Wintersemester 1999/2000 Internationaler Studiengang "Mathematik"

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat an der Chemnitzer Uni den ersten integrierten internationalen Master- und Promotionsstudiengang eingerichtet. Der neue Studiengang führt in vier Semestern zum weltweit anerkannten Master-Grad und in weiteren sechs zur Promotion im Fach Mathematik. Interessierte ausländische Studenten müssen bereits einen Bachelor-Grad, den Fachhochschulabschluß oder einen anderen gleichwertigen Abschluß in diesem Fach haben - ein Studiengang für Spezialisten also. Alle Unterrichtsveranstaltungen finden in Englisch statt. Damit die ausländischen Studenten auch in ihrem Alltag zurechtkommen, sind allerdings auch Intensivkurse in deutscher Sprache Pflicht. Gedacht ist der neue Studiengang vor allem für angehende Wissenschaftler aus Osteuropa und den Entwicklungsländern. Auch dort gibt es zahlreiche begabte Mathematiker, die aber vielfach in ihren Ländern keine Möglichkeit haben, den Doktortitel zu erwerben.

Der neue Studiengang startet am 1. Oktober 1999. Aus dem Stand heraus hat er bereits weltweites Interesse gefunden: Pro Jahr werden 20 Studienplätze vergeben. Für die nächsten zwei Jahre wird die Einführung des Studienganges vom DAAD mit rund 110.000 Mark finanziert, die vor allem für die Sprachkurse, eine intensive Betreuung und für Werbemaßnahmen im Ausland gedacht sind. Darüber hinaus hat der DAAD für drei der Studenten Stipendien zur Verfügung gestellt, weitere sieben kommen von anderen Institutionen, vom Förderverein Mathematik und von Firmen aus der Region. "Wir hoffen aber, daß wir auch noch die restlichen Plätze über Stipendien finanzieren können", so Prof. Dr. Volker Mehrmann, Experte für Numerische Mathematik der Uni und Initiator des neuen Studienganges. "Schließlich holen wir uns die Elite der Jungmathematiker nach Chemnitz - in ihren Heimatländern haben diese Leute finanziell meist keine Möglichkeit, ihr Studium fortzusetzen."

Dafür werden die Studenten hier aber auch voll in die Forschung eingebunden - und gerade da fehlt es den deutschen Mathematikern an Nachwuchs. Dabei sind ihre Berufsaussichten glänzend, besonders, wenn sie auch noch gut mit dem Computer umgehen können. Das mangelnde Interesse der deutschen Gymnasiasten am Mathematikstudium habe viel mit der Technikskepsis in unserem Land zu tun, glaubt Prof. Mehrmann. Betriebswirtschaft und Jura sind nun mal die beliebteren Fächer, wohl auch, weil ein Studium dort als leichter eingeschätzt wird. Allerdings, so meinen Experten, wenn niemand mehr naturwissenschaftliche Fächer und Mathematik studiert, dann brauchen wir bald auch keine Betriebswirtschaftler und Juristen mehr. Denn es ist unsere fortgeschrittene Technik, die den Wohlstand und die Ausfuhren garantiert. In den USA hat eine ähnliche Situation bereits dazu geführt, daß die Studenten der naturwissenschaftlichen Fächer zu einem großen Teil aus Osteuropa und Asien, vor allem aus Japan, Indien und den Tigerstaaten kommen.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Volker Mehrmann, Telefon 03 71/5 31-83 67.

(Autor: Hubert J. Gieß)