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Professur Kultureller und Sozialer Wandel
Lehre
Professur Kultureller und Sozialer Wandel 

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2026

Die Lehrveranstaltungen der Professur Kultureller und Sozialer Wandel beginnen am 07.04.2026. Bitte melden Sie sich ab dem 01.04.2026, 9.00 Uhr über Opal an. 

Prof. Dr. Teresa Pinheiro

Die Veranstaltung soll in das Studium der Kulturen und Gesellschaften der Iberischen Halbinsel einführen. Die Iberische Halbinsel, die oft als eine kulturelle Einheit „jenseits der Pyrenäen“ wahrgenommen wird, besteht in Wirklichkeit aus zwei Staaten und aus zahlreichen Regionen mit Autonomiestatus und eigenen Identitätskonstruktionen und Sprachen. Der iberische Raum birgt in sich Strukturen sowohl von Einheit als auch von Vielfalt, wie sie ebenso für Europa gelten. Ein historischer Überblick zeichnet gemeinsame und getrennte Wege nach, die Portugal und Spanien im Laufe der Geschichte eingeschlagen haben: die frühe Konsolidierung Portugals im Zuge der Reconquista, die mit der späteren Entstehung Spaniens als ein Verbund verschiedener Königreiche kontrastiert; die überseeische Expansion beider Länder ab dem 15. Jahrhundert; die Vereinigung der spanischen und portugiesischen Kronen unter Philipp II.; der spanische Bürgerkrieg, dessen Ende mit dem Beginn des Franco-Regimes zusammenfiel, und der portugiesische Kolonialkrieg, der mit dem Ende der Diktatur Salazars koinzidierte; der gemeinsame Beitritt zur Europäischen Union. Diese Ereignisse werden nicht bloß als historisches Wissen vermittelt, sondern bewusst im Hinblick auf ihre heutige öffentliche Rezeption diskutiert und damit als unumgängliche Wege betrachtet, die iberischen Gesellschaften in der Gegenwart zu verstehen.

Module: 272034-002

Beginn: 07.04.2026

Zeit: Di. 13.45-15.15

Raum: C24.101 (2/D101)

Anmeldung: ab dem 01.04.2026, 9.00 Uhr über OPAL

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.

Prof. Dr. Teresa Pinheiro

Nachdem in der Vorlesung Theorien der Kulturwissenschaften die theoretischen Grundlagen des Faches vermittelt wurden, stehen in dieser Veranstaltung kulturwissenschaftliche Methoden im Vordergrund. Als relativ junges Fach greifen die Kulturwissenschaften nicht auf eigene Methoden zurück; vielmehr bedienen sie sich einer breiten Palette an Methoden der Human- und Sozialwissenschaften. Dennoch sind nicht alle Methoden geeignet, kulturwissenschaftlichen Fragegestellungen nachzugehen. Ausgehend von der Reflexion über die Spezifität der Kulturwissenschaften gegenüber anderen human- und sozialwissenschaftlichen Fächern, werden in der Vorlesung grundlegende Kenntnisse kulturwissenschaftlicher Methoden vermittelt (etwa Inhalts- und Diskursanalyse, Bild- und Filmanalyse, Kultursemiotik, Interviewdurchführung und -analyse, Monumentenanalyse). Anhand konkreter Bespiele wird das methodologische Instrumentarium der Kulturwissenschaften hinsichtlich seiner Passfähigkeit für die Untersuchung kultureller Manifestationen moderner Gesellschaften reflektiert.

Module: 272034-003

Beginn: 08.04.2026

Zeit: 13.45-15.15

Raum: C22.101 (2/B101)

Anmeldung: ab dem 01.04.2026, 9.00 Uhr über OPAL

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.

Dr. Ana Troncoso

Die Europäische Union definiert sich unter anderem als eine „Wertegemeinschaft“. Doch dieses Selbstverständnis erweist sich immer wieder als brüchig. In Krisenzeiten werden innereuropäische Ungleichheiten sowie Kontestationen derselben seitens verschiedener Akteur*innen besonders deutlich. Im Seminar werden wir Filme aus Spanien und Portugal auf die Frage hin analysiert, wie sie diese Umbrüche inszenieren und dabei auf innereuropäische Machtverhältnisse sowie deren Bedeutung entlang eines Nord-Süd-Gefälles hinweisen. Mithilfe der systematischen Filmanalyse werden wir uns mit Filmen beschäftigen, die die Machtverhältnisse zwischen der Iberischen Halbinsel und den Ländern nördlich der Pyrenäen vor dem Hintergrund der jüngsten Wirtschaftskrise sowie der Intervention der „Troika“ (EZB, IWF, Europäische Kommission) behandeln. Das Seminar bezieht Ansätze der Subaltern Studies ein und widmet sich der Frage, wie die EU als Wertegemeinschaft und die Spannungen um die Bewältigung der Krise in Filmen wie São Jorge (2016), As mil e uma noites (2015), Perdiendo el norte (2015) und El Olivo (2016) repräsentiert werden. Insbesondere werden wir diskutieren, wie Austerität, Migration und die Beziehungen zwischen Spanien, Portugal und Deutschland in den Filmen inszeniert werden und welche Bilder dabei reproduziert oder problematisiert werden, die typischerweise dem Globalen Süden zugeschrieben werden.

Module: KK3, KK4, 272034-003; B_EG_1, B_EG_3, B_Ko_5

Beginn: 8.4.2026

Zeit: Mi. 13:45-15:15

Raum: C24.221 (2/D221)

Anmeldung: ab dem 1.4.2026, 9.00 Uhr über OPAL

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.

Prof. Dr. Teresa Pinheiro

Am 1. Januar 1986 traten Portugal und Spanien gemeinsam der EWG bei. Das Seminar nimmt dieses runde Jubiläum zum Anlass, das Europa der 1980er Jahre näher zu betrachten. Der besondere Fokus liegt dabei auf den iberischen Staaten mit ihren noch jungen Demokratien. Portugal hatte mit der Nelkenrevolution 1974 die längste Diktatur Westeuropas gestürzt und befand sich noch im Prozess demokratischer Stabilisierung; auch Spanien war nach Francos Tod 1975 in eine komplexe Phase der demokratischen Transition eingetreten. Wie blickten die Gesellschaften im Vorfeld des EWG-Beitritts auf Europa? Wie haben sich die demokratischen Institutionen im Sinne einer Europäisierung entwickelt? Welchen kulturellen und sozialen Wandel durchliefen die Gesellschaften beider Länder, deren Bevölkerung zum größten Teil in Diktatur sozialisiert worden war? Der Blick auf die Südwesterweiterung der Europäischen Gemeinschaft lädt zugleich dazu ein, über das Europa der 1980er Jahre insgesamt nachzudenken. Welche Rolle spielte der Beitritt zweier strukturschwacher Mitgliedsstaaten für die Neuausrichtung der europäischen Kohäsionspolitik? Wie sehr stärkte er das Selbstverständnis der EU als politische Wertegemeinschaft?

Module: KK1, KK4, 272034-002 Kultur und Länderstudien Westeuropas

Beginn: 09.04.2026

Zeit: Do. 13.45-15.15

Raum: C10.105 (2/N105)

Anmeldung: ab dem 01.04.2026, 9.00 Uhr über OPAL

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.

Dr. Ana Troncoso

2026 jährt sich der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs, der 1939 mit der Etablierung der Franco-Diktatur endete. Im Seminar nehmen wir diesen Anlass, um neue Ansätze der kulturellen Gedächtnisforschung – wie verflochtene Erinnerung, transnationale oder globale Erinnerung – zu diskutieren und an ausgewählte Beispiele anzuwenden. Wir widmen uns dabei drei (Kon-)Texten: Anhand der Graphic Novel Modotti. Eine Frau des 20. Jahrhunderts (Àngel de la Calle, 2011) reisen wir nach Mexiko, wo die meisten Republikaner*innen im Exil Zuflucht fanden. Mit dem Roman Die Tochter des Kommunisten (Aroa Moreno Durán, 2017) reisen wir anschließend in die DDR, wohin die Eltern der Hauptfigur nach einem Exil übersiedeln – freiwillig und als Überzeugung für die sozialistische Gesellschaft. Schließlich bewegen wir uns mit dem Dokumentarfilm Das Schweigen Anderer (Almudena Carracedo und Robert Bahar, 2018) zwischen Katalonien und Argentinien. Dort suchen Nachfahren ermordeter oder verschwundener Republikaner*innen bei einer argentinischen Richterin nach Gerechtigkeit – und finden sie tatsächlich. In gemeinsamen Diskussionen werden die Teilnehmenden erkunden, wie diese Texte bei der (Re-)Konstruktion von Erinnerung das Globale und das Lokale hinsichtlich der Vergangenheitsbewältigung und im Hinblick auf die Prävention neuer Verbrechen von Menschen an Menschen miteinander interagieren lassen. Das Seminar bietet zudem eine Einführung in die Literatur- und Dokumentarfilmanalyse.

Module: KV1, KV4, 272034-004 Kultur u. Länderstudien Westeuropas), FM3

Beginn: 8.4.2026

Zeit: Mi. 15:30-17:00

Raum: C24.221 (2/D221)

Anmeldung: ab dem 1.4.2026, 9.00 Uhr über OPAL

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.

Prof. Dr. Teresa Pinheiro

Das Seminar verbindet Memory Studies mit Cultural Urban Studies, um den urbanen Raum Madrids als Speicher politischer und historischer Erinnerung zu analysieren. Im Fokus steht die Frage, wie das komplexe und ereignisvolle 20. Jahrhundert – Zweite Republik, Bürgerkrieg, Franquismus und Transition – im öffentlichen Raum von Spaniens Hauptstadt verhandelt wird. Der urbane Raum wird dabei als semiotischer Text verstanden, der durch Denkmäler, Straßennamen, Architektur, Graffiti oder Museen politische Narrative produziert. Die Studierenden erwerben zentrale Theorie- und Methodenkompetenzen der kulturwissenschaftlichen Forschung und erweitern ihr Wissen über die umkämpften Erinnerungskulturen Spaniens. Das Seminar bereitet zugleich auf eine Exkursion nach Madrid im Sommersemester 2026 vor, ist jedoch keine formale Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion. Während der Exkursion führen die Studierenden kleine Forschungsprojekte durch, in denen sie Orte der Erinnerung, Monumente oder Straßennamen dokumentieren und analysieren. Die Vorbesprechung für die Exkursion findet am 16.04.2026 um 9:15 digital unter https://zoom.us/j/983800764 statt.

Module: 272034-005 Forschungsseminar Methoden der Kulturwissenschaften, FM3, TM1

Beginn: 09.04.2026

Zeit: Do. 09.15-10.45

Raum: C25.035 (2/W035)

Anmeldung: ab dem 01.04.2026, 9.00 Uhr über OPAL

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.

Prof. Dr. Teresa Pinheiro

Die Exkursion nach Madrid findet zwischen dem 29. September (Anreise) und dem 3. Oktober 2026 (Abreise) statt. Während der Exkursion führen die Studierenden kleine Forschungsprojekte durch, in denen sie Orte der Erinnerung, Monumente oder Straßennamen dokumentieren und analysieren. Die Studierenden bedienen sich theoretischer Ansätze sowie methodischer Zugänge zur Stadt als symbolischem Raum, um Madrid als ein Palimpsest komplexer und überlagerter Erinnerungsschichten zu erschließen. Sie werden ihr Wissen über spanische Erinnerungskulturen durch Gespräche mit unterschiedlichen Stakeholdern aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft vertiefen. Die Vorbesprechung für die Exkursion findet am 16.04.2026 um 9:15 digital statt.

Module: S1, 272000-001, SpM

Vorbesprechung: Do., 16.04.2026, 09.15-10.45 in https://zoom.us/j/983800764

Zeit: 29.09.-03.10.2026

Anmeldung: ab dem 01.04.2026, 9.00 Uhr über OPAL

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.

Prof. Dr. Teresa Pinheiro

Das Examenskolloquium ist ein Diskussionsforum, in dem Studierende die Möglichkeit haben, über den Stand ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit zu berichten bzw. Kapitelentwürfe vorzustellen. Darüber hinaus werden auch technische und inhaltliche Fragen, die im Laufe des Schreibprozesses entstehen, geklärt. Zur Teilnahme eingeladen sind alle Studierenden, die an ihrer Abschlussarbeit schreiben.

Module: B_EuKA_5, B_EuSA_3, EuSA_5, B_EuWA_5, B_Ko_5 M_EurInt MMA

Beginn: 09.04.2026

Zeit: Do. 11.30-13.00

Raum: C34.213 (TW/213)

Anmeldung: ab dem 01.04.2026, 9.00 Uhr über OPAL

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.

 

 

 

Eine detaillierte Liste zu den Lehrveranstaltungen vergangener Semester finden Sie im Archiv.