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Kulturhauptstadt 2025

Chemnitz: Europäische Kulturhauptstadt 2025

Die Stadt Chemnitz wird im Jahr 2025 Europäische Kulturhauptstadt sein. Viele Akteure der Stadt arbeiten motiviert an einem Programm, das die kommenden Jahre und vor allem 2025 für alle BürgerInnen und BesucherInnen zu einer nachhaltigen Erfahrung macht. Natürlich engagiert sich auch das IESG im Rahmen der Kulturhauptstadt. Auf dieser Seite informieren wir über laufende und geplante Projekte.

Sozialgeographische Erkundung Chemnitzer Stadtquartiere

Zeitraum: April 2022 bis Juli 2026

Der soziale Nahraum – die neighbourhood - ist ein zentraler Ort der raumbezogenen Identitätsentwicklung. Er liefert einen Orientierungsrahmen und dient als Bühne sozialer Interaktionen, basierend auf raum-zeitlicher Kopräsenz. Das Projekt „Nachbarschaften“, das als Lehrforschungsprojekt Teil der Methodenausbildung im Studiengang Europa-Studien (B.A.) ist, wird ab dem Sommersemester 2022 jedes Jahr ein Chemnitzer Stadtviertel auf seine nachbarschaftlichen Interaktionen hin untersuchen. Dabei kommen die klassischen Instrumente der Sozialraumanalyse zum Einsatz (z.B. Strukturdatenanalyse, Begehung, Beobachtung, Befragung). Die Erhebungen werden geleitet von der Frage, wie nachbarschaftliche Interaktionen (nicht) zustande kommen und inwieweit soziale Interaktionen aus Perspektive der Bewohner*innen ihre Identifikation mit dem Quartier beeinflussen. Aus der vergleichenden Perspektive der Forschenden ist von besonderem Interesse, inwieweit strukturelle Merkmale und soziale Ausdifferenzierungsprozesse wie Verfall und städtebauliche Aufwertung, Armut und Devianz, Etablierung kreativer Milieus oder politische Mobilisierungsprozesse die nachbarschaftlichen Interaktionen und die raumbezogene Identifikation mit der Nachbarschaft beeinflussen.

Das Projekt „Nachbarschaften“ ist eingebettet in das seit 2019 laufende Projekt „Umkämpfte Geographien“, das sich ausgehend von den Ereignissen des Chemnitzer Sommers 2018 mit der Umkämpftheit des urbanen Raums sowie rarumbezogenen Deutungen und Repräsentationen auseinandersetzt. Die Ergebnisse werden laufend auf einem Blog publiziert und fließen in ein Lehrbuchprojekt zur Stadtentwicklung ein.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Birgit Glorius
Professur Humangeographie mit dem Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung
E-Mail:  
Projektwebseite:

BürgerInnen diskutieren über die Bedeutung und Zukunft der Europäischen Union

Zeitraum: April/Mai 2025

Das im BidBook definierte Ziel, einander bisher unbekannte Menschen zusammenzubringen und ihnen Raum für Kreativität und neue Perspektiven zu geben, möchten wir mit der Neuauflage des deliberativ-basisdemokratischen Bürgerprojekts „Europa für Alle“ unterstützen. BürgerInnen wird ein Kommunikationsraum gegeben, in dem sie sich über die EU informieren und über die Wirkung der EU auf ihre individuellen Lebenssituationen beraten. Das Projekt wurde bereits 2018 mit BürgerInnen der Stadt Chemnitz durchgeführt. Die primären Ziele liegen in der Auseinandersetzung der TeilnehmerInnen mit der Wirkungsweise und eigenen Einstellungen zur Europäischen Union einerseits, und der (sozial-) wissenschaftlichen Begleitung des Projekts durch die Professur für Europäische Integration der TU Chemnitz andererseits.

Mit unserem Projekt möchten wir das Ziel der Förderung einer translokalen Macher-Identität (D) unterstützen. Wir adressieren mit unserem Projekt „die stille Mitte“ und stoßen einen kreativen Austausch über die Zukunft der EU an.

Das Projekt beinhaltet eine Briefing-Phase, in der TeilnehmerInnen ein Basiswissen zur EU vermittelt wird (über Podcast, Briefing-Paper, Gesprächsrunden) und einer Konferenz-Phase. Letztere bietet den Teilnehmenden ein Wochenende lang einen Raum, um Erwartungen und Wünsche an die EU zu formulieren, Reformierungsvorschläge zu erarbeiten und ein gemeinsames Abschlusspapier basisdemokratisch zu verabschieden. Das Abschlusspapier wird lokalen Politikern übergeben, die es in den Policy Cycle einbringen. Wie auch in der ersten Auflage würden die Initiatoren eine Zusammenarbeit mit der Stadt und lokalen Politikern begrüßen.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Matthias Niedobitek
E-Mail:  
Maj-Britt Krone M.A.
E-Mail:  
Professur für Europäische Integration mit Schwerpunkt Europäische Verwaltung
Projektwebsite: europa-fuer-alle.de

Zeitraum: ab sofort bis Ende 2025/Anfang 2026

Das Projekt will in Kooperation mit dem Chemnitzer Stadtarchiv zur Dokumentation der Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz beitragen (Bid Book, S. 22-23: Basisdaten und Datenerhebung). Es versteht sich „innovative, partizipative und unterhaltsame Datenerhebungsmethode“ (Bid Book, S. 23), die zur Evaluation und wissenschaftlichen Aufarbeitung der Kulturhauptstadt beiträgt. (Bid Book, S. 24-25).

Während die Dokumente aller städtischen Akteure auf der Grundlage des sächsischen Archivgesetztes im Stadtarchiv aufbewahrt und aufbereitet werden müssen, gibt es eine vergleichbare Pflicht für die privaten Akteure (Vereine, Initiativen, Privatpersonen etc.) nicht. Diese spielen aber im Chemnitzer Kulturhauptstadtkonzept eine gewichtige Rolle, und daher setzt das Archivierungsprojekt hier an.

Es soll zunächst das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Archivierung geschaffen werden, da nur so spätere wissenschaftliche Analysen aller Aspekte des Kulturhauptstadtprojektes möglich sein werden. Dazu will das Archivierungsprojekt eine niederschwellige, datenschutzkonforme, digitale Archivierungsmöglichkeit schaffen und im Rahmen von studentischen Lehr-Forschungsprojekten die Archivierungsbemühungen der Akteure anregen und begleiten.

Das Projekt trägt damit zur Langzeitstrategie im Sinne des Bid Books (Langzeitstrategie B) bei und adressiert u.a. die ‚stille Mitte‘, deren Engagement durch die Archivierung Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfährt. Der niederschwellige Ansatz des Archivierungsprojektes fungiert als „Vermittlungs- und Austauschformat“, erhöht die Medienkompetenz (Bid Book, S. 18) und ist inklusiv und sichert allen Beteiligten Aufmerksamkeit und Stimme (Langzeitstrategie C).

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Martin Clauss
Professur für die Geschichte Europas im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
E-Mail:  

Mobilisierungsprozesse der Chemnitzer Zivilgesellschaft im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2025

Die Mobilisierung der Zivilgesellschaft ist eines der Hauptziele der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz. Viele Vereine, Verbände und Initiativen aus der Zivilgesellschaft waren bereits in die Chemnitzer Bewerbung eingebunden und sind Kooperationspartnerinnen für zahlreiche der geplanten Projekte. Aufgrund dessen untersucht das Projekt die Mobilisierung der Chemnitzer Zivilgesellschaft im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2025. Im Fokus stehen dabei die Motive des Mitwirkens an der Kulturhauptstadt, die Wahrnehmung der Aktivitäten im Rahmen der Kulturhauptstadt oder die Wirkung der Kulturhauptstadt (z.B. im Hinblick auf die Herausbildung einer europäischen Identität) auf die Chemnitzer Zivilgesellschaft.

Bereits 2021 fand im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes eine erste Befragung von Vereinen, Verbänden und Initiativen zu ihrem Engagement für die Kulturhauptstadt statt. Die Ergebnisse wurden in einem Forschungsbericht (hier der Link https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:ch1-qucosa2-766010) zusammengefasst und in einer Studie ausgewertet (siehe Thomas Laux (2022): Mobilisiert für Europa? Die Europäische Kulturhauptstadt und die Aktivierung der Zivilgesellschaft. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Vol. 35 (2): 270-282. https://doi.org/10.1515/fjsb-2022-0034). Weitere und daran anschließende Befragungen sind im Rahmen von Lehrforschungsprojekten für die Jahre 2023 und 2025 geplant.

Ansprechpartner:

Jun.-Prof. Dr. Thomas Laux
Juniorprofessur für Europäische Kultur und Bürgergesellschaft
E-Mail:  

 

Langzeitprojekt: Auseinandersetzung mit dem Europagedanken in der Literatur

Zeitraum: April bis September 2024
Mittwochs, 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr im Museum Gunzenhauser

Vorbereitende Vorlesungsreihe im Sommersemester 2024, immer mittwochs 19.00-20.30 Uhr im Museum Gunzenhauser. Weitere Veranstaltungen in Perspektive. 2025 Anknüpfung an „80 Jahre Krieg und Frieden in Europa“. Die Reihe entsteht in Zusammenarbeit mit der Montessori-Schule Chemnitz.

Ansprechpartner:

Prof. em. Ulrike Brummert, docteur d'Etat
E-Mail:   Ulrike.brummert@phil.tu-chemnitz.de
Prof. Dr. Stefan Garsztecki
Professur für Kultur- und Länderstudie Ostmitteleuropas
E-Mail:  
Prof. Dr. Martin Clauss
Professur für die Geschichte Europas im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
E-Mail:  
Anja Richter
 
Welt in Worte fassen heißt Welt begreifen.
Gedanken und Gefühle festhalten.
Aufschreiben.
Das Geschriebene lebendig machen heißt es lesen.
Vorlesen.
Flanierlesen ist sprechen in Bewegung.

Mikroprojekt 2022. Zum Projekt haben bereits Veranstaltungen stattgefunden, z.B. im Rahmen des Jahrmarkts der Ideen, des Cultursommers und als Einzelveranstaltung im Tietz. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit Partnern der Stadt und der Chemnitzer Kulturszene. Weitere Veranstaltungen sind bis in das Jahr 2025 geplant.

Ansprechpartner:

Prof. em. Ulrike Brummert, docteur d'Etat

 

Presseartikel