AnLaNa - Analyse von langstapeligen Naturfasern und Ableiten deren Anwendungspotentiale zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung
Laufzeit: 06.01.2025 - 30.11.2026
Förderung:

Motivation:
In Sachsen werden derzeit 130.000 Schafe gehalten von denen 80.000 für die Schur zur Verfügung stehen. Mit einem durchschnittlichen Rohwollertrag von 3,5 kg pro Schaf ergeben sich 280 Tonnen Rohwolle im Jahr. Bei 0,50 - 1,70 €/kg Rohwolle, wobei der Preis aufgrund der Qualität und Rasse stark schwanken kann, ergibt sich ein Wert zwischen 140 und 476 Mio. Euro für die in Sachsen vorhandene Rohwolle. Eine Faserressource, die bisher kaum genutzt wird.
Die zweite relevante Naturfaser stellt die Bastfaser (Hanf- und Flachsfasern) dar. Jedoch handelt es sich dabei auch um eine natürliche Faserressource, deren Eigenschaften aufgrund der Umwelteinflüsse während des Wachstums einer natürlichen Schwankung unterliegen. Damit das Leichtbaupotential dieser Fasern dennoch vollends ausgeschöpft werden kann, sind umfassende Messreihen notwendig. Erst mit diesen Ergebnissen sind konkrete Vorhersagen zur Belastbarkeit und anschließenden Auslegen möglich.
Die Anschaffung eines Prüfgerätes zielt darauf ab, die Forschungsfähigkeit der Professur Textile Technologien bei der Analyse und anschließenden Verarbeitung von langstapeligen tierischen und pflanzlichen Naturfasern zu verbessern. Im Bereich langer Fasern gibt es in Europa kaum noch Know-how und Technologie, dabei können etwaige Rohstoffe in unseren Breiten angebaut bzw. durch Schur gewonnen werden. Die Professur für Textile Technologien will in diesem Bereich verstärkt forschen und Technologien entwickeln, die eine Nutzung regionaler Faserressourcen ermöglichen und die Unternehmen in der Region stärken.
Eine gute Forschungsinfrastruktur ist eine Voraussetzung für gute wissenschaftliche Ergebnisse. Gerade in der anwendungsorientierten Forschung ergibt sich dadurch das Potential neue Anwendungsfeldern zu erschließen, welche zu einer Diversifizierung der Wirtschaft beitragen. Besonders Chemnitz hat mit seiner textilen Geschichte und den immer noch vorhandenen Betrieben und Forschungseinrichtungen im Textilsektor das Potential eine regionale Wertschöpfungskette für Produkte aus Naturfasern aufzubauen, sofern Absatzmöglichkeiten und die ökonomischen Randbedingungen stimmen. Bei einer erfolgreichen Etablierung der heimischen Fasern in der Textil- und Faserkunststoffindustrie kann Chemnitz als einer der deutschen Textilstandorte gesichert und ausgebaut sowie Fachkräfte gehalten werden.
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