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Institut für Chemie

Nachruf Professor Günter Marx

Prof. Marx

Wir trauern um unseren ehemaligen Kollegen
Prof. Dr. Günter Marx
(23.11.1938 - 27.10.2017)

Mit großer Betroffenheit haben wir vom Ableben unseres ehemaligen Kollegen, Prof. Dr. Günter Marx, erfahren. Über mehrere Jahrzehnte prägte Prof. Marx Forschung und Lehre der Physikalischen Chemie an der Technischen Universität Chemnitz. Nach der politischen Wende hat er an der Neustrukturierung der Fakultät für Naturwissenschaften engagiert mitgewirkt und maßgeblich zur Gründung des Instituts für Chemie beigetragen.

Prof. Marx wurde am 23.11.1938 in Kranichfeld (Kreis Weimar/Thüringen) geboren. Nach dem Besuch der Oberschule in Bad Berka nahm er sein Chemiestudium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Jahre 1956 auf. Dem Anfertigen der Diplomarbeit (1962) folgte eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Physikalische Chemie der Universität Jena mit Studienaufenthalten an Lehr- und Forschungseinrichtungen in der Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Polen und der Sowjetunion. Im Jahre 1968 wurde er in Jena mit einer Arbeit zu spektroskopischen Untersuchungen zu Organo-Übergangsmetallkomplexen promoviert (Betreuung: Prof. F. Hein/Prof. H. Dunken). Es schloss sich die Zusammenarbeit insbesondere mit dem Zentralinstitut für Physikalische Chemie der Akademie der Wissenschaften in Berlin sowie mit Einrichtungen in Moskau (Lomonossow-Universität) und Novosibirsk an. Die Habilitation an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena erfolgte im Jahre 1975, wobei Chemisorptionsuntersuchungen unter besonderer Berücksichtigung der IR-Spektroskopie von SiO2- und Nickel/SiO2-Adsorbentien im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit standen. Bereits ein Jahr später wurde Prof. Marx als Ordentlicher Professor für Chemie/Physikalische Chemie und Leiter des Wissenschaftsbereichs Chemie an die Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt (heute TU Chemnitz) berufen, wo er bis zum Eintreten in den Ruhestand (2004/2005) als Professor der Physikalischen Chemie tätig war.

Prof. Marx arbeitete intensiv auf dem Gebiet der physikalischen Grenzflächenchemie an Festkörpern und Schichten, wobei Schichtbildungsprozesse und insbesondere CVD- und PECVD-Beschichtungsverfahren, z.B. auf Kohlenstoff-Fasern, eine große Rolle spielten. Weitere Arbeitsgebiete beinhalteten Festkörper- und Grenzflächenanalytik sowie Umweltanalytik. Aus seinen Aktivitäten als international ausgewiesener Forscher resultierten ca. 350 Publikationen und Vorträge. Neben der Mitarbeit in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien ist sein Wirken als Tagungskomitee-Vorsitzender der seit 1978 in Karl-Marx-Stadt durchgeführten Veranstaltung "Festkörperanalytik" hervorzuheben; seit 1993 findet diese internationale Tagung alle zwei Jahre im Wechsel in Wien und in Chemnitz statt.

Bereits seit seiner Berufung setzte sich Prof. Marx intensiv dafür ein, eine Diplomchemiker-Ausbildung zu etablieren. Ab 1990 konnte der Studiengang Chemie (Diplom) - nach der Berufung weiterer Professoren - an der Technischen Universität Chemnitz eingerichtet werden. Prof. Marx hat nach der politischen Wende engagiert an der Neustrukturierung der Fakultät für Naturwissenschaften mitgewirkt und maßgeblich zur Gründung des Instituts für Chemie beigetragen; ohne ihn würde es heute dieses Institut an der TU Chemnitz nicht geben. Seine zahlreichen weiteren Aktivitäten gingen besonders erfolgreich ein in Lehrerfortbildungs- und Schülerveranstaltungen (Chemnitzer Chemieclub Julius Adolph Stöckhardt), in die Einrichtung des Studiengangs Technikfolgen-Umwelt sowie in Vortragsveranstaltungen (GDCh-Kolloquium und Stöckhardt-Kolloquium).

Wir verlieren mit Prof. Günter Marx eine herausragende Persönlichkeit, deren Wirken die Entwicklung der Fakultät für Naturwissenschaften, insbesondere die Etablierung des Instituts für Chemie nachhaltig positiv gestaltet hat. Wir werden ihn als Hochschullehrer, als international ausgewiesenen Forscher und als einen hoch geachteten Menschen stets in bester Erinnerung behalten.

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