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Mehr als Rechnen und Zahlenspielereien

Mathematik-Studentin Laura Lippert kann von Zahlen nicht genug bekommen – früher nahm sie selbst an Mathe-Olympiaden teil, heute organisiert sie deren Bundesfinale an der TU Chemnitz

Die Komplexität und Abstraktheit von Zahlen und die damit oft verbundenen komplizierten Rechenaufgaben und komplexen Lösungsstrukturen können abschrecken. Laura Lippert fühlt sich dann erst richtig wohl. Die 22-Jährige studiert an der Technischen Universität Chemnitz Mathematik und im Nebenfach Physik. Letztes Jahr machte sie ihren Bachelorabschluss in diesen Fächern – jetzt soll der Master folgen.

Schon während ihrer Schulzeit hat sie an sehr vielen Mathematik-Wettbewerben und Physik-Olympiaden teilgenommen: „Mir haben Zahlen schon immer sehr viel Spaß gemacht und in der Schule ist mir Mathe auch wesentlich leichter gefallen als den anderen Schülern“, erinnert sich Lippert. Für die junge Frau sei die Mathematik mehr als nur Rechnen oder Zahlenspielereien. Deshalb sei es naheliegend gewesen, sich für ein Mathematik-Studium zu entscheiden. Der schöne Campus und die familiären Studienbedingungen der TU Chemnitz haben sie schließlich überzeugt, sich an der TU einzuschreiben.

Familiäres Feeling

„Ich schätze sehr, dass wir eine sehr kleine Fakultät sind. Dadurch ist das Betreuungsverhältnis zwischen Professoren, Dozenten und Studenten sehr gut“, so Lippert. Außerdem gefalle ihr die moderne Optik des Zentralen Hörsaalgebäudes. „Auch finde ich es gut, dass ab und zu Veranstaltungen auf dem TU-Gelände stattfinden, wie der Weihnachtsmarkt oder das Sportfest. Oder dass die Orangerie als Ort für Ausstellungen und Messen genutzt wird“, meint Lippert.

2012 konnte sie im Rahmen eines Schülerpraktikums im Bereich „Programmierung von Lego-Mindstorms-Robotern“ bereits TU-Luft schnuppern. Die Lego-Mindstorms-Roboter hat sie so programmiert, „dass sie zum Beispiel eine Linie abfahren oder einen bestimmten Bewegungsablauf durchführen“ können. So habe sie spielerisch einen Einblick in die Programmierung gewonnen.

Das spätere Studium hat ihre Vorstellungen und Anforderungen dann vollkommen erfüllt. Schnell fand sie heraus, dass ein Mathe-Studium eher wenig mit Schulunterricht zu tun hat: „Es geht vielmehr darum, Strukturen zu erkennen, logisches Denken zu fördern und kreative Lösungen für Probleme zu finden“, verrät Lippert. Genau dieses Suchen nach Lösungen sei es, was sie so fasziniere. Auch wenn diese Suche schnell mal mehrere Stunden dauern könne, schrecke sie das nicht ab. Das Knobeln biete ihr Herausforderung und Spaß. Dabei lerne man, nicht aufzugeben – auch wenn es manchmal schwer sei. „Man probiert immer wieder verschiedene Tricks aus, die man mal gelernt hat, bis es endlich funktioniert. Denn wenn man am Ende doch eine Lösung findet, ist die Freude umso größer", weiß Lippert.

Mathematische Herausforderungen – stets positiv geblieben

Ihre Hingabe zu Zahlen und ihr Talent für die Mathematik führten sie auch immer wieder zu Wettbewerben. 2012 und 2013 reichte das sogar zu einem dritten Preis im Bundesfinale der Mathematikolympiade. Hier stellten die Veranstalterinnen und Veranstalter in zwei 4,5-stündigen Klausuren schwierige Aufgaben aus allen Gebieten der Mathematik: „Die Mittel aus dem Schulunterricht reichten meistens nicht aus, um diese Aufgaben zu lösen“, erklärt Lippert. „Es war auch Kreativität und logisches Denken gefragt“. Diese Herausforderung habe sie besonders gereizt. Sie habe Spaß daran gehabt, mit jedem Wettbewerb ihre Leistungen zu verbessern und neue Lösungswege zu finden. Die „Aufregung und das Zittern“ während der Siegerehrung gehörten für sie ganz selbstverständlich dazu. Auch wenn es mal nicht für einen Sieg reichte, blieb Lippert stets positiv: „Wenn das Ergebnis gut ist, ist man natürlich sehr stolz, aber man lernt auch mit Fehlschlägen umzugehen, denn es gibt natürlich auch Tage, an denen es nicht so läuft, wie man es gerne hätte.“ Nervös sei sie vor solchen Denksport-Wettbewerben immer gewesen, auch jetzt im Studium vor den Prüfungen: „Aber wenn es dann losgeht und man sich auf die Mathematik konzentrieren kann, lässt die Nervosität nach“, weiß Lippert nach zahlreichen Wettbewerben.     

Von 2010 bis 2013 nahm sie am Förderprogramm „Jugend trainiert Mathematik“ teil. Dabei werden 100 Schülerinnen und Schüler in der siebten Klasse aus ganz Deutschland eingeladen, die sehr gute Ergebnisse in den Matheolympiaden erzielt haben. Das Programm umfasste jedes Jahr sechs Korrespondenzbriefe zu mathematischen Themen. Etwa einen Monat haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Bearbeitung Zeit. Zusätzlich gab es jedes Jahr zwei Seminare, bei denen man die anderen treffen konnte: „Neben jeder Menge Matheunterricht, dessen Ziel es war, auf Wettbewerbe vorzubereiten, kann man sich also auch mit Gleichgesinnten austauschen. Denn in der Schule findet man selten andere Schüler, die auch gerne Knobeln“, so Lippert. Die Seminare fördern also auch das Zusammengehörigkeitsgefühl und den intellektuellen Austausch zwischen den Nachwuchs-Mathematikerinnen und -Mathematikern. Am Ende des Jahres entscheiden die Ergebnisse der Korrespondenzbriefe und der Klausuren, wer weitergefördert wird. Nach vier Jahren Förderung steht dann fest, welche sechs Schülerinnen und Schüler an der Mitteleuropäischen Matheolympiade teilnehmen dürfen – große Ehre für Laura Lippert: 2014 fuhr sie nach Dresden, um Deutschland zu vertreten. Im Teamwettbewerb erreichten sie den fünften Platz. Das Programm hat ihr rückblickend sehr viel Freude bereitet und sie hat viel gelernt, so Lippert. Zum Beispiel, dass Mathematik in mancher Hinsicht wie Sport funktioniert: „Genauso wie im Sport kann man eben auch in der Mathematik regelmäßig trainieren“, meint sie.   

Auf der anderen Seite des Wettbewerbs stehen

Auch in diesem Jahr 2019 ist Laura Lippert bei der Bundesrunde der Mathematikolympiade dabei – allerdings nicht als Teilnehmerin, sondern als Helferin. "Als Schülerin oder Schüler merkt man gar nicht, wie viel Organisation und Arbeit hinter einer Bundesrunde stecken", sagt die junge Frau. Lippert ist gespannt auf die Austragung in Chemnitz: „Ich freue mich, dass die Bundesrunde dieses Jahr in Chemnitz stattfindet. Ich werde vor Ort die Schüler mit begleiten und dafür sorgen, dass sie sich in Chemnitz zurechtfinden.“ Dieses Jahr stehen spannende Besichtigungen in Chemnitzer Unternehmen und Besuche wie dem Museum Gunzenhauser auf dem Programm.

Sportlicher Ausgleich zum Denksport

Widmet sie sich mal nicht den Zahlen, verbringt Lippert ihre Freizeit sehr aktiv. So spielt sie gern Tennis, trainiert im Fitnessstudio oder fährt Rad. Der Sport ist somit ein guter Ausgleich für die mentalen Anstrengungen des Studiums. In Chemnitz fühlt sie sich nicht nur auf dem Campus am wohlsten: „Auch den Stadtpark finde ich schön, da man dort sehr gut entspannen kann und der Chemnitztalradweg ist gut geeignet für eine kurze Fahrradtour“, schwärmt Lippert.

Was die Zukunft bringt

Jetzt möchte sie erst mal ihren Masterabschluss in Mathematik machen. Daran anschließend plant sie eine Promotion. Was sie danach vorhat, hält sie sich noch offen. „Mathematiker werden schließlich überall gebraucht“, sagt Lippert. In jedem Fall legte sie die Grundlagen für ihren späteren Beruf an der TU Chemnitz.

Hintergrund: Bundesrunde der Mathematik-Olympiade (BMO)

Die Bundesrunde der Mathematik-Olympiade (BMO) findet vom 12. bis 15. Mai 2019 an der TU Chemnitz statt. Die Schirmherrschaft hat der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer inne.

(Autorin: Julia Henkel)

Matthias Fejes
17.04.2019

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