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Lenken, wenn die anderen längst schlafen

Nachwuchswissenschaftler der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement präsentieren mobilen Fahrsimulator am 19. April 2013 zur "Langen Nacht der Technik" in Zwickau - Probanden gesucht

  • Wohin schaut der Proband? Im Fahrsimulator untersucht Projektmitarbeiter Patrick Roßner verschiedene Darstellungsvarianten einer visuellen Assistenzfunktion. Foto: Bildarchiv der Pressestelle/Sebastian Scholz

Autofahrer stellen heute immer höhere Ansprüche an Sicherheit und Komfort - besonders trifft dies auf ältere Autofahrer zu. "Jedoch werden in der Automobilindustrie die Bedürfnisse älterer Autofahrer noch zu wenig berücksichtigt", sagt PD Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann, kommissarische Leiterin der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der Technischen Universität Chemnitz. Da die über 65-Jährigen jedoch in weniger als 20 Jahren bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellen werden, rückt der ältere Fahrzeugführer immer mehr in den Fokus der Automobilhersteller. In Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass sich die Anforderungen hinsichtlich technischer Unterstützung teilweise erheblich von denen jüngerer Fahrer unterscheiden. Die Chemnitzer Forscher wollen deshalb in umfangreichen Untersuchungen herausfinden, wie Fahrerassistenzsysteme entwickelt werden können, die in kritischen Situationen älteren Fahrzeugführern im Besonderen helfen, gleichzeitig aber auch jüngeren und mittelalten Autofahrern Unterstützung anbieten.

Im Rahmen der "Langen Nacht der Technik" am 19. April 2013 in Zwickau präsentieren die Chemnitzer Forscher, wie sie den Assistenzbedarf im Fahrzeug innerhalb der Zielgruppe älterer Fahrzeugführer ermitteln und den Fahrern geeignete visuelle Assistenz zur Verfügung stellen. Im Mittelpunkt steht dabei ein innovativer Fahrsimulator. Im sogenannten URSA (Usability Research Simulator for Automobiles) können der Fahrerplatz und dessen Umfeld nachgebildet werden. Mit Hilfe von angebundenem Lenkrad und Pedalerie ist es möglich, Untersuchungen durchzuführen, bei denen wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Fahrverhalten sowie aus Subjektivurteilen der Versuchsteilnehmer abgeleitet werden können. Während der Veranstaltung dient der Fahrsimulator nicht nur zur Präsentation aktueller Forschungsarbeit - vielmehr lädt er zum "Forschung hautnah erleben" ein. "Gas geben ist ausdrücklich erwünscht", sagt Nachwuchswissenschaftler Patrick Roßner. "Unser Ziel ist es, dem älteren Fahrer genau dort Unterstützung beim Führen seines Fahrzeuges anzubieten, wo diese auch benötigt wird. Durch die Demonstration und Evaluation diverser Unterstützungssysteme leisten die Teilnehmer einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung von Assistenzsystemen im Fahrzeug."

Im August Horch Museum Zwickau erhalten die Gäste der "Langen Nacht der Technik" von 18 bis 1 Uhr noch viele weitere spannende Einblicke in die Welt der Wissenschaft und Ingenieurskunst. Dazu zählen Atraktionen wie Oldtimerausstellung, Haushaltsroboter bei der Arbeit und Fahrten mit dem Segway.

Stichwort: Forschungsprojekt "ViFa 65plus"

Sechs Nachwuchsforscher aus den Chemnitzer Professuren Digital- und Schaltungstechnik (Prof. Hirtz), Nachrichtentechnik (Prof. Wanielik), Allgemeine und Arbeitspsychologie (Prof. Krems) sowie Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement (PD Dr. Bullinger-Hoffmann) widmen sich seit Oktober 2011 bis zum Dezember 2013 dem Thema "Visuelle Fahrassistenzsysteme zur Kompensation körperlicher Degradation älterer Menschen" (ViFa 65plus). Gefördert wird das Vorhaben mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaates Sachsen.

Im Zuge dieses Projektes sind im Mai und Juni 2013 umfangreiche Tests im statischen, 180°-projizierenden Fahrsimulator der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement geplant. Wer Interesse an diesem Thema hat, über 65 Jahre alt und im Besitz eines gültigen Führerscheins ist, kann sich gern an unten stehende Kontaktdaten wenden, um unverbindlich nähere Information zum genauen Ablauf der Studie zu erhalten.

Kontakt: Patrick Roßner, Professur Arbeitswissenschaft, Telefon 0371 531-39931, E-Mail patrick.rossner@mb.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
16.04.2013

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