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Neue Impulse für das „Physikalische Praktikum“

Zwei Wissenschaftler des Instituts für Physik bereicherten im März 2023 deutschlandweites Treffen der Praktikumsleiter und -leiterinnen — Chemnitzer Studentin überzeugte das Fachpublikum mit einem selbstentwickelten Demonstrationsexperiment

Die Wissenschaft lebt von einem regen Erfahrungsaustausch zwischen Fachkolleginnen und Fachkollegen. Das betrifft nicht nur die Forschung, sondern gilt ebenso für die Lehre. Aus diesem Grund veranstaltet die Arbeitsgruppe Physikalische Praktika (AGPP) der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) alljährlich im Frühjahr die DPG-Schule „Physikalische Praktika“ als Kommunikations- und Vernetzungsplattform. Diese Konferenz wird für alle deutschen Hochschulen angeboten und stößt mittlerweile auch auf internationalen Zuspruch. Auch die Technische Universität Chemnitz ist dort seit vielen Jahren vertreten, wie Dr. Thomas Franke, bis zum Wintersemester 2022/23 langjähriger Leiter des Fortgeschrittenenpraktikums am Institut für Physik, berichtet: „Ich besuche seit ca. 20 Jahren diese Veranstaltung und kann immer wieder etwas Neues entdecken, weil man auch als Lehrkraft nie auslernt. Neben rein physikalischen Problemen geht es auch um fachdidaktische und organisatorische Fragen.“ Mit seinem Beitrag „Wieviel Theorie braucht man zum Verständnis der experimentellen Fourier-Optik?“ knüpfte er an den hybriden Experimentalvortrag an, den er gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Martin Dehnert und Dr. Herbert Schletter bereits ein Jahr zuvor bei gleicher Gelegenheit gehalten hatte.

Rückblickend ergänzt Franke: „Besonders wichtig war mir immer auch eine frühzeitige Einbeziehung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Genau deshalb sind regelmäßig Studierende aus Chemnitz mit herausragenden Ergebnissen mit nach Bad Honnef eingeladen worden, um ihre Ergebnisse dort selbst zu präsentieren.“ Diese Einbeziehung des wissenschaftlichen Nachwuchses setzte sich auch im März 2023 fort: Juliane Joswig, Master-Studentin im Studiengang Sensorik und kognitive Psychologie, demonstrierte den Versuchsaufbau eines akustischen Analogons zum FMCW-Radar, den sie selbst im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelt hat. Zur Bedeutung dieses Experiments erklärt sie: „Für berührungslose Positionsbestimmungen, Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen besteht ein wachsender Bedarf, z. B. im Zuge des autonomen Fahrens. An Stelle des klassischen Radars verwendet die aktuelle Technik frequenzmodulierte kontinuierliche Wellen. Daher entstand mit Hilfe von Professor Ulrich Schwarz ein Demonstrationsexperiment, welches den Studierenden dieses Prinzip näherbringt.“

Beim Fachpublikum stieß dieser Chemnitzer Beitrag auf große Resonanz. Prof. Ilja Rückmann, WEH-Seniorprofessor an der Uni Bremen und Mitglied der Lehrmittelkommission der AGPP, zeigte sich sehr angetan: „Mit diesem Praktikumsversuch können Studierende praxisorientiert experimentieren und dabei grundlegende physikalische Zusammenhänge erlernen. Der Austausch zwischen den Praktikumsleitern auf der Tagung, zu dem auch die Präsentation innovativer Experimente gehört, dient der Verbesserung der experimentellen Physikausbildung. Der Chemnitzer Versuch stieß auf große Resonanz und wird auf der DPG-Webpage der Lehrmittelkommission veröffentlicht, sodass eine Nachnutzung an anderen Unis möglich ist.“ Ebenso beeindruckt zeigte sich Prof. Augustinus Asenbaum von der Universität Salzburg und ebenfalls Mitglied der Lehrmittelkommission: „Der Vortrag hat sehr viele instruktive Diskussionsbeiträge hervorgerufen und hat gezeigt, wie wichtig auch solche physikalischen Demonstrationsexperimente sind, die ein Verständnis für neue praktische Technologien im Fahrzeugbau ermöglichen. Insofern war dieser Vortrag auch sehr wichtig für die Breite des Spektrums und das Gelingen der Schule der physikalischen Praktika der DPG.“

Nicht zuletzt kehrte auch Juliane Joswig mit einem positiven Fazit von der DPG-Schule zurück: „Als SeKo-Studierende war es interessant, einen Einblick sowohl in den experimentellen Teil, als auch in den pädagogischen Teil der Praktikumsgestaltung zu gewinnen. Ich konnte viele neue Denkanstöße für die Weiterentwicklung des Demonstrationsexperiments und seiner Vermittlung mitnehmen.“

(Autoren: Dr. Herbert Schletter und Dr. Thomas Franke)

Mario Steinebach
15.03.2023

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