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Pressemitteilung vom 26.04.2011

Annaberg-Boomtown - eine Metropole um 1500

Öffentliche Ringvorlesung der Philosophischen Fakultät im "Jahr der Wissenschaft 2011" geht in die dritte Runde - am 28. April spricht Prof. Dr. Christoph Fasbender

Die Ringvorlesung der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz beschäftigt sich am 28. April 2011 mit dem Thema " Annaberg-Boomtown - Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit einer Metropole um 1500". Prof. Dr. Christoph Fasbender von der Professur für deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit hält einen Vortrag über die erzgebirgische Stadt Annaberg, die durch die Erschließung bedeutender Rohstoffvorkommen über Nacht zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum wurde.

Nicht das einzige, aber ein bis heute erhaltenes Zeichen für das damalige rasante Wachstum ist die auffallend große Sankt Annenkirche, die das inzwischen wieder in die Bedeutungslosigkeit zurückgefallene Städtchen bis heute überragt. Fasbender geht in seinem Vortrag unter anderem auf den Bergaltar ein, der um 1522 von Hans Hesse gemalt wurde und bis heute in der Annenkirche zu sehen ist. Außerdem spricht er über das Lob der "neuen Stadt am Schreckenberg", das der kaiserliche Spruchdichter Hans Schneider 1510 verfasste. "Der unter dem so genannten Berggeschrey explodierende `boomtown´ bot, was sich dem Betrachter sonst nicht oft eröffnet: das Bild einer Stadt weitgehender Gleichzeitigkeit, die sich in einer auf Traditionen gründenden Gesellschaftsordnung gleichwohl um legitimierende Geschichtlichkeit bemühen musste", sagt Fasbender. Mit Berggeschrey wurde die sich schnell verbreitende Nachricht von großen Erzfunden bezeichnet, durch die sich in kurzer Zeit bedeutende Bergbaureviere entwickelten. Am Schreckenberg im heutigen Annaberg-Buchholz löste die Kunde von Silbererzfunden ab 1491 ein solches Berggeschrey aus, wodurch viele Menschen hierhin übersiedelten.

Insgesamt stehen zwölf Veranstaltungen auf dem Programm der Ringvorlesung, die überwiegend von Professoren der TU Chemnitz gestaltet werden. Die Vorträge finden jeweils donnerstags um 19 Uhr im Oberlichtsaal des Museums Gunzenhauser am Falkeplatz statt. Der Eintritt ist frei.

Alle Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät im Jubiläumsjahr der TU sind nachzulesen unter http://www.tu-chemnitz.de/tu/175jahre/programm.php. Hier sind auch die weiteren Termine der Ringvorlesung vermerkt.
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