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Seniorenkolleg an der TU Chemnitz
Seniorenkolleg

 

Die Entwicklung einer der ältesten Werkzeugmaschinenfabriken Deutschlands
„UNION Chemnitz“ von der Gründung 1852 bis zur Gegenwart

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

 

  1. Vorbemerkung

 

  1. Von der Gründung 1852 bis 1945


2.1. Der Unternehmensgründer David Gustav Diehl

2.2. Die Gründung einer Aktiengesellschaft. Friedrich Ruppert. Die UNION     erlangt Weltruf als „Spezialfabrik für Horizontal-Bohrwerke“

2.3. Erster Weltkrieg. Weltwirtschaftskrise. „Russenaufträge“.

2.4. Die 30-er Jahre. Der Zweite Weltkrieg

3.       Enteignung und Wiederaufbau nach Kriegsende bis 1990

4.       Der Betrieb nach der politischen Wende bis zur Gesamtvollstreckung 1996

5.       Die UNION als Mitarbeitergesellschaft bis 2009

6.       Die Werkzeugmaschinenfabrik UNION im Verbund der Herkules Group Siegen

 

 

7.       Anlagen

8.       Quellenangaben

 

 

 

 

 

 

 

1.      Vorbemerkung

Das Seniorenkolleg der TU Chemnitz beteiligt sich aktiv am internationalen Projekt „More than neighbours“ mit Teilnehmern aus sechs europäischen Ländern. Ziel des Projektes ist u.a. der Informationsaustausch mit Senioren- Bildungseinrichtungen der Partnerländer zur Industriekultur der jeweiligen Heimatregion.

Mit dem nachfolgenden Bericht stellt die Projektgruppe eine der ältesten Werkzeugmaschinenfabriken Deutschlands – die UNION Werkzeugmaschinenfabrik Chemnitz- vor.

Dieses Unternehmen fertigt Horizontal Bohr- und Fräsmaschinen, mit denen Werkstücke bis zu 10m Höhe und 40m Länge mit einem Gewicht bis zu 250 t bearbeitet werden können.
Diese Produkte stehen weltweit für höchste Leistung und Präzision und Qualität.

Die UNION Werkzeugmaschinenfabrik wurde auch deshalb ausgewählt, weil das Unternehmen in seiner 160jährigen Geschichte ohne Unterbrechung über alle gesellschaftlichen Veränderungen,  Kriegsereignisse und politische Umbrüche hinweg bis heute erfolgreich tätig ist.
 

Besonderer Dank gilt Herrn Dr. Dieter Bock, Autor der Festschrift „150 Jahre Werkzeugmaschinenfabrik UNION Chemnitz 1852- 2002“, deren Inhalt zu großen Teilen in diesen Bericht mit eingegangen ist.

Die Darstellung der jüngsten Entwicklung bis 2012 basiert auf Beiträgen des PR- Bereiches der Herkules-Group Siegen und Exkursionen vor Ort im Chemnitzer Unternehmen mit Unterstützung des Verkaufsleiters.

 

2. Von der Gründung 1852 bis 1945

2.1. Der Unternehmensgründer David Gustav Diehl

Zwei bedeutende Unternehmerpersönlichkeiten kamen Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem elsässischen Ort Barr, der heute zu Frankreich gehört, in das aufstrebende Chemnitz: Richard Hartmann und David Gustav Diehl.
 

                           

Der junge Diehl erhält eine gute Ausbildung: sechs Jahre in der Volksschule und danach vier Jahre an einer höheren Privat-Realschule in Barr. Von 1839-1845 arbeitet er im väterlichen Betrieb und lernt zunächst den Beruf des Zeugschmieds, bevor er in verschiedenen Betrieben in Städten Frankreichs arbeitet.

Schließlich führt ihn sein Weg nach Chemnitz, und er arbeitet zunächst in der Firma seines Landsmannes Richard Hartmann in seinem Beruf und als Meister.

Diehls Vater, Jean Diehl  arbeitete als Zeugschmied und Eisenhändler. Sein jüngster Sohn David Gustav kommt am 4. November 1823 zur Welt. Nachdem er genügend Erfahrungen gesammelt hat, macht er sich 1852 mit einer mechanischen Werkstatt selbständig.

Diese befindet sich anfänglich in einem Hintergebäude nahe dem Zentrum der Stadt. Auf Grund der hohen Qualität ihrer Erzeugnisse wächst die Firma rasch und zählt schon Anfang 1854 10 Mitarbeiter. Bereits 1856 pachtet Diehl zusätzliche Räume und nutzt dabei die Wasserkraft des Kappelbaches zum Antrieb seiner Maschinen.

In den Folgejahren konzentriert sich Diehl auf den Bau von Werkzeugmaschinen, d.h. Bohr-, Dreh-, Hobel- und Fräsmaschinen. Ein Ausdruck des weiteren Aufschwungs ist der Kauf eines Grundstücks, auf dem Diehl eine Fabrikhalle errichten läßt. In ihr stehen 50 Bearbeitungs-maschinen und ein Laufkran. Bald kann schon eine weitere Produktionshalle errichtet werden. Diehl rüstet sie mit den seinerzeit modernsten Maschinen aus und erhöht gleichzeitig die Zahl der Mitarbeiter.

Um die gefertigten Maschinen schneller und rationeller transportieren zu können, richtet er ein erfolgreiches Gesuch an den Chemnitzer Stadtrat an einem nahegelegenen Bahnhof einen Güterbahnhof errichten zu dürfen.

 

 

Diehl macht sich nicht nur als erfolgreicher Unternehmer einen Namen, sondern nimmt auch rege am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil: so ist er Bürgerausschuss-Mitglied und Stadtverordneter.

Als am 28. Oktober 1871 die Metallarbeiter in Chemnitz streiken, um u.a. den 10-Stunden-Tag durchzusetzen, ist auch Diehls Betrieb in die Streikaktionen eingebunden.

2.2. Die Gründung einer Aktiengesellschaft. Friedrich Ruppert. Die UNION
           erlangt Weltruf als „Spezialfabrik für Horizontal-Bohrwerke“

1872 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die nun unter der Leitung von Gustav Diehl als Direktor und Oscar Ufert als seinem Stellvertreter steht. Ufert hatte zuvor 10 Jahre bereits als Techniker im Betrieb gearbeitet. Er ist neben seiner Tätigkeit im Betrieb in verschiedenen Ehrenämtern aktiv. Als Beispiel sei hier seine erfolgreiche Mitwirkung im Technikerverein von Chemnitz genannt.

Die UNION-Werkzeugmaschinenfabrik ist zwischen 1872 und 1884 unter den leistungsfähigsten Werkzeugmaschinenfabriken Europas zu finden. Vom Erfolg der Firma zeugt auch, dass das Unternehmen einige Jahre mit komplizierter Wirtschaftslage zu überstehen in der Lage war.

Das Jahr 1885 bildet insofern eine Zäsur in der Geschichte der noch jungen Firma als der Gründer und Direktor David Gustav Diehl aus dem Vorstand ausscheidet und zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt wird. Diese Funktion wird er bis zu seinem Tod 1903 ausüben.

Der Betrieb bleibt praktisch in Familienhand, da Diehls 1852 geborener Sohn Gustav Emil das Direktorat übernimmt. Die Befähigung hatte er durch sein Studium an der Höheren Gewerbschule Chemnitz und die zehnjährige Tätigkeit als Ingenieur in der Union erworben.

Zwischen 1875 und 1877 entwickeln Oscar Ufert und Emil Diehl die erste Waagerecht-Bohr-und Fräsmaschine mit senkrecht verstellbarem Aufspanntisch. Diese Konstruktion wird künftig das Produktionsprofil der UNION mitbestimmen.

In den nachfolgenden Jahren, besonders aber 1889-1892 kann auf Grund der guten Auftragslage kräftig investiert werden. Das drückt sich in der Ausstattung mit neuen Bearbeitungsmaschinen aus. Bis 1890 werden nun nicht nur Werkzeugmaschinen, sondern auch Textil- und Holzbearbeitungsmaschinen, verschiedene Pumpenarten und Pressen produziert. Fast 200 Modelle der verschiedensten Maschinen bezeugen die Kreativität der Belegschaft. Emil Diehl wies aber realistischerweise in einem Vortrag andererseits auch auf die Nachteile der vielfältigen Produktionspalette hin: es gab hohe Fertigungskosten. Eine Konzentration auf bestimmte Maschinentypen würde die Kosten reduzieren und die präzisere Ausführung bei der Produktion befördern. Damit könnten auch noch mehr Maschinen als bisher hergestellt werden. Diehl stützte sich bei seinen Ausführungen wesentlich auf die Erkenntnisse amerikanischer Unternehmer.

Bereits 1899 wird der Betrieb erneut durch eine Fabrikhalle erweitert. Die neue Halle zeichnet sich durch eine Konstruktion mit Oberlicht und einen Kran von 3,5 Tonnen Tragkraft aus. In den 90-er Jahren gibt es einige bemerkenswerte Fortschritte in der Produktion und Technologie. Man konzentriert sich nun auf die Fertigung von Hobel-, Support-Dreh- und Horizontal-Bohr-und Fräsmaschinen. Diese Fokussierung steigert die Produktivität beträchtlich, verbessert die Qualität der Erzeugnisse und senkt die Fertigungskosten. Ein wesentlicher Punkt ist die Einführung von Feinmessverfahren, die es erlauben, Baugruppen serienweise herzustellen, so dass die Einzelteile  nicht mehr separat für jede einzelne Maschine hergestellt werden.

 


    

Eine bedeutende Persönlichkeit in der Geschichte der UNION wurde der in Chemnitz geborene Friedrich Ruppert. Er hatte die Höhere Bürgerschule in seiner Heimatstadt besucht, die er mit dem Urteil „ganz hübsche Kraft“ verlässt. Während er noch in die Lehre für das Maschinenbauhandwerk geht, beginnt er ein Studium an der Gewerbschule, das er 1861 mit höchster Auszeichnung abschließt.

Nach seinem Studium arbeitet er in verschiedenen Betrieben, zeitweise als Montageingenieur am ersten Streckenabschnitt der Transsib in Samara. Als er aus Rußland zurückkehrt, übernimmt er die Leitung der Holzwarenfabrik seines Vaters und baut Wäschemangeln, Büro- und Schulmöbel. Für seine Fabrik kauft er vorwiegend Holzbearbeitungsmaschinen aus Chemnitzer Firmen. Als er nach einem Jahrzehnt die Firma aus finanziellen Gründen aufgibt, wendet er sich erneut dem Werkzeugmaschinenbau zu und nimmt 1884 eine Arbeit bei UNION an. Hier findet er in der Konstruktion von Getrieben ein reiches Betätigungsfeld. Im Jahr 1900 wird ihm und seinem ebenfalls in der UNION tätigen Sohn Siegfried ein Patent für ein Zahnräderwechselgetriebe erteilt. Unter dem Namen seiner Erfinder wird es international bei der Konstruktion von Maschinen vielfach angewendet. Der Erfolg dieses Getriebes liegt in der einfachen Bauart, der unkomplizierten Bedienung und den wenigen Zahnrädern begründet.

Friedrich Ruppert wird 1908 schon 65-jährig zum Technischen Direktor der Firma berufen. Die UNION erlangt unter seiner Führung Weltruf und wird zu einer „Spezialfabrik für   Horizontalbohrwerke“.

      
Ab 1913 werden vorrangig nur noch Horizontal-Bohr-und Fräsmaschinen gefertigt. Friedrich Ruppert ist auch Autor eines Buches „Aufgaben und Fortschritte des deutschen Werkzeugmaschinenbaus“. Als er 1916 mit fast 73 Jahren aus dem Betrieb ausscheidet, über-nimmt sein Sohn Siegfried die Funktion des Technischen Direktors bis zu seinem Tod 1937.

Von der herausragenden Qualität der UNION-Erzeugnisse zeugen nach 1900 die auf mehreren Weltausstellungen errungenen Preise: 1900 in Paris für eine Horizontal-Bohr- und Fräsmaschine die Goldene Medaille; 1905  in Lüttich für ein Horizontal-Bohrwerk erneut eine Goldene Medaille; 1910 in Brüssel ein Ehrendiplom.

 

2.3. Erster Weltkrieg. Weltwirtschaftskrise. „Russenaufträge“.

Ab 1911 geht man an die Konstruktion einer neuen Generation von Bohrwerken, die weltweit patentrechtlich geschützt werden.

Der konjunkturelle Aufschwung 1909/1910 versetzt die Firmenleitung in die Lage, den Betrieb weiter auszubauen, besonders durch den Bau einer großen Montagehalle 1912.

Außerdem drückt sich der Erfolg des Unternehmens in dem bis dahin größten Umsatz von 1.615.000 Mark 1912/13 aus.

Ab 1916 steht der gelernte Kaufmann Bruno Lorenz als Generaldirektor an der Spitze der UNION und steuert den Betrieb erfolgreich durch die schwere Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929-1932. Nach seinem  Ausscheiden 1935 ist er mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen für den Betrieb  im Aufsichtsrat eine große Stütze.

Durch die weitere konsequente Aufmerksamkeit für die Entwicklung und Produktion von Bohr-werken, entsteht  eine ganze Palette von neuen Maschinentypen.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zwingt dazu, mehr Frauen und Mädchen sowie ungelernte Kräfte einzustellen. Mit ihrer Einarbeitung kann die Produktion aufrecht erhalten werden. Trotz der Belastungen durch den Krieg ist der  Betrieb in der Lage, verschiedene bauliche Maßnahmen zu realisieren, zum Beispiel wird eine Montagehalle erweitert und ein Teilelager gebaut. Außerdem wird das Verwaltungsgebäude umgebaut. Das Firmengelände erweitert sich durch den Erwerb mehrerer Häuser auf 19.000 m², 11.000 m² davon nehmen die Gebäude ein.

Der Krieg kostet 28 Betriebsangehörigen das Leben.

Anders als in vielen Unternehmen kann die Produktion nach Ende des Krieges nahtlos weitergeführt werden. Die UNION war nicht in die Herstellung von Rüstungsgütern eingebunden gewesen. Ein wichtiges Ereignis für die Belegschaft ist, daß ab November 1918 die 48-Stunden-Arbeitswoche eingeführt wird.

Ein weiterer gravierender Meilenstein  in dieser Zeit ist die Aufteilung des Produktionsprogrammes im Dezember 1918 zwischen der bisherigen Konkurrenzfirma Karl Wetzel in Gera und der UNION. Die UNION baut von nun an Maschinen von 80mm Spindeldurchmesser abwärts. Das ermöglicht wiederum die Herstellung effektiver zu gestalten und die Serienproduktion auszubauen. 1921 tritt eine Firma aus Offenbach/Main dem Vertrag zwischen UNION und Karl Wetzel bei. Damit ist der „Bohrwerk-Konzern“ entstanden, der 90% aller Horizontalbohrwerke in Deutschland fertigt. Die Verträge werden 1925 und 1929 verlängert.

Mit der Weltwirtschaftskrise wird der bisher wirtschaftlich gesunde Betrieb mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Um das Überleben der UNION in der Inflationszeit zu sichern, gibt die Firmenleitung ab August 1923 kleine Gutscheine über zwei Millionen, drei Millionen und fünf Millionen Mark und später große Gutscheine über 100.000, 500.000, eine Million, zwei und drei Millionen Mark als Lohnzahlung aus. Diese Gutscheine haben bis zum 30. Oktober. 1923 Gültigkeit und können in der Kasse des Betriebes eingelöst werden.


Gutschein von 1923

Ab 1. Juli 1924 wird die Bilanz auf Goldmark-Basis angegeben. Das Unternehmen verfügt über ein Kapital von 1.040.000 Goldmark und einen Reservefonds von 260.000 Goldmark. Auch Vollbeschäftigung ist ab Ende 1924 wieder möglich. Im Jahr 1927 wird das 75-jährige Bestehen der Firma festlich begangen und es erscheint eine erste Festschrift.

In der ersten Hälfte der 1920-er Jahre führt der starke Anstieg der Automobilfertigung zu einem erhöhten Bedarf an Sondermaschinen. Die UNION reagiert darauf mit Mehrspindel-Bohr- und Fräsmaschinen, die auch erfolgreich verkauft werden können.

Die Zeit der großen Weltwirtschaftskrise 1929-1932 überlebt der Betrieb durch die Produktion dieser Sondermaschinen und die sogenannten „Russenaufträge“, die von der jungen Sowjetunion erteilt werden. Im März 1932 liegen „Russenaufträge“ in der Höhe von 207.000 Reichsmark vor. Trotz dieser in dieser Zeit relativ günstigen Situation können die UNION-Mitarbeiter ab Anfang 1932 nur verkürzt arbeiten.


2.4. Die 30-er Jahre. Der Zweite Weltkrieg

Im September 1932 wird der „Bohrwerk-Konzern“ durch den Austritt der Offenbacher Firma aufgelöst. Es bleibt aber die enge Zusammenarbeit mit der Geraer Firma Karl Wetzel bestehen. In der Zeit von 1933 bis 1934 steigt die Anzahl der Arbeitskräfte von 91 auf 234. Die wöchentliche Arbeitszeit entspricht dem Tarifabkommen und beträgt 48 Stunden. Die Facharbeiter erhalten als Gesamtlohn 100 Reichsmark/Monat, Arbeiterinnen dagegen 60 RM/Monat.

Der März 1936 bildet einen Wendepunkt in der Geschichte des Betriebes: das Vermögen der Firma geht an die Firma Karl Wetzel in Gera und der Chemnitzer Betrieb ist nun Zweigbetrieb.

Ingenieur Erich Ziegenhals leitet den Chemnitzer Betriebsteil als Prokurist und „Betriebsführer“, die in der NS-Zeit übliche Bezeichnung für einen Betriebsleiter.

Besonders ab 1936 wird die UNION weitgehend auf modernen Stand gebracht und weiter vergrößert. Die Spezialprodukte des Betriebes sind Waagerecht-Bohrwerke mit verschiedener Spindelgröße. Mit der Ausweitung der Produktion kommt es ab 1937 zu einer häufigeren Leistung von Überstunden und ab 1939 arbeiten die Kollegen z.T. sogar in Nachtschichten. Der technologische Ablauf der Arbeitsprozesse wird weiter verbessert. So ersetzt der elektrische Einzelantrieb der Maschinen den bisher üblichen Transmissionsantrieb. Neue  Straßen innerhalb des Betriebes erlauben den schnelleren Transport von Einzelteilen durch Elektrokarren. Eine weitere Steigerung der Maschinenherstellung wird durch die Beschränkung auf sechs Modelle in drei Spindeldurch-messergrößen erreicht. Diese wenigen Modelle können in großen Stückzahlen gefertigt werden. Diese Beschränkung hat auch positive Auswirkungen auf die Verwaltung, den Versand und das Rechnungswesen.

Bis zum Kriegsende 1945 werden nur noch Maschinen in zwei Spindelgrößen hergestellt. Die UNION verfügt zu diesem Zeitpunkt über ca. 300 Werkzeug- und Bearbeitungsmaschinen. Der schwere alliierte Luftangriff vom 5. März 1945 trifft die UNION verheerend: die Tischlerei mit Garagen, Garderobe und Waschräumen wird völlig zerstört. Die Fertigungsstätten liegen z.T. in Trümmern, weshalb nur noch in engen Grenzen etwas produziert werden kann.

 

3. Enteignung und Wiederaufbau nach Kriegsende bis 1990

3.1. Demontage, Enteignung und erster Wiederaufbau

Das Jahr 1945 bildete, wie in fast allen Unternehmen der Stadt, eine der einschneidendsten Zäsuren in der Geschichte des Betriebes, denn mit der weitgehenden Zerstörung der Stadt und des Unternehmens ist eine Neuaufnahme der Produktion nicht mehr möglich. Zunächst muß aufgeräumt und das Notwendigste repariert werden. Die Stadt Chemnitz wird durch die sowjetische Armee besetzt und unterliegt den Befehlen der Sowjetischen Militäradministration. Betriebe, die kriegsrelevante Erzeugnisse in den letzten Jahren hergestellt hatten, werden ganz oder teilweise demontiert. Die UNION hatte in dem letzten halben Jahr  vor Kriegsende zu etwa 25% Lohnleistungen für Rüstungslieferungen erbracht. Daher bleibt ihr das Schicksal der Demontage nicht erspart. Diese erfolgt in zwei Etappen vom 15. Juni bis zum 16. Oktober 1945 und im Mai/Juni 1946. Schon Ende Oktober 1945 sind 95% der im Mai 1945 noch vorhandenen Maschinen und die gesamte Heizung demontiert. Alles, was noch vorhanden ist, sind sieben veraltete  Werkzeug-maschinen, zwei Laufkräne und 25 brandgeschädigte Werkzeugmaschinen, die von einer anderen Firma angemietet worden waren.

Ende 1945 arbeiten noch 32 Mitarbeiter in der UNION. Im Mai/Juni 1946 muss auch die Stahl-Dachkonstruktion zweier großer Hallen als Reparationsleistung abgetragen werden und macht die Gebäude zunächst unbenutzbar.

Am 3. August 1945 beantragt der ehemalige Direktor Erich Ziegenhals die Wiederaufnahme der Produktion und erhält am 16. Oktober von der sowjetischen Verwaltung die Anweisung die Fertigung von lebenswichtigen Maschinen in der UNION wieder aufzunehmen. Ab 27. Oktober beginnt auf Grund der Befehle der Sowjetischen Militäradministration die Neuaufnahme der Produktion.
Am 7. Dezember 1945 erfolgt die Anweisung durch die Deutsche Zentralverwaltung der Industrie in der sowjetischen Besatzungszone zur Inbetriebnahme des Unternehmens.

Bescheinigung der Deutschen Zentralverwaltung der Industrie von 1945

 Die ersten Schritte sind die Instandsetzung einiger Fabrikgebäude und die Reparatur der gemieteten Werkzeugmaschinen.

Im Frühjahr und Sommer 1946 können 34 Kollegen in zwei nutzbar gemachten Werkhallen von 2000 m²  Fläche wieder arbeiten. Damit ist der Neubau von Werkzeugmaschinen möglich geworden. Es gibt einen sehr hohen Bedarf an kleinen Bohr- und Fräswerken, deren einziger Hersteller in der sowjetischen Besatzungszone UNION ist. 1946 werden sechs neue Maschinen gefertigt, die aus der Demontage entgangenen Einzelteilen gefertigt werden. Allerdings müssen sie als Reparationsleistung in die Sowjetunion geliefert werden.

1946 wird der frühere Betriebsleiter Ziegenhals als Treuhänder, Produktions-, kaufmännischer, technischer Leiter und Personalchef eingesetzt.

Ende 1946 sind inzwischen 44 Kollegen in der UNION tätig. In den Werkhallen sind noch einige Unternehmen eingemietet. Deren Anlagen waren im Krieg komplett zerstört worden.

Eine brisante Situation für die UNION ergab sich Anfang 1947: die Landesregierung Sachsen teilte mit, dass der Betrieb gesprengt werden müsse, da der Kontrollrat das Unternehmen in die „Rüstungsstufe I“ eingeordnet hatte. Nach Einspruch bei der Zentralkommandantur der sowjetischen Armee in Chemnitz wurde die Anordnung aber nicht durchgeführt.

In den Folgejahren geht es langsam aber stetig vorwärts: im I. Quartal 1948 werden drei Maschinen hergestellt und auch Reparaturen durchgeführt; ab II. Quartal werden fünf bis sechs Horizontal-Bohr-und Fräswerke produziert. 60 Kollegen arbeiten wieder in der Produktion, davon sieben Schlosserlehrlinge.

 

3.2. Die UNION wird VEB-Betrieb. Soziale Mitarbeiterbetreuung

Ab 30. Juni 1948 firmiert die UNION unter „VEB Werkzeugmaschinenfabrik UNION Chemnitz“ und wird nach der Enteignung dem Land Sachsen unterstellt.

1948 verlassen 20 Maschinen den Betrieb, davon werden 12 als Reparationsleistung in die Sowjetunion geliefert, und man kann in vier Länder exportieren.

Da sich die hervorragende Qualität ihrer Maschinen herumspricht, steigt sowohl die Nachfrage nach ihnen als auch ihr Export. Die UNION hat inzwischen feste Beziehungen in die BRD, nach Großbritannien, Indien, Brasilien, Japan, Italien, die Niederlande, Polen, Ungarn und Österreich. Es wird auch nach der Türkei, den skandinavischen Ländern, Frankreich, Kanada und in die USA geliefert.

Parallel zur steigenden Produktion wird am weiteren Wiederaufbau des Unternehmens gearbeitet: ein Speisesaal und Waschanlagen erleichtern das Leben der Mitarbeiter;  das Oberlicht wieder mit Glas versehen, ein zweiter Heizkessel installiert.

 Für 1950 wird der UNION die Auflage erteilt, die Produktion von 1936 wieder zu erreichen.

1950 können 55 Horizontal-Bohr-und Fräsmaschinen ausgeliefert werden, 30 davon an Betriebe der DDR. Jetzt sind 180 Personen in der UNION tätig. Die Leistung je Beschäftigtem steigert sich vom Quartal 1949 zum I. Quartal 1950 um 17%.

1951 wird die Zusammenlegung der Betriebe UNION und Fritz-Heckert-Werk Betriebsteil II vorbereitet.  Die Planauflage sieht für 1952 107 Bohrwerke vor. Hinzu kommen 20 Fräsmaschinen als Reparationsleistung.
Erstmals wird die organisierte Neuerertätigkeit eingeführt und 25 eingereichte Vorschläge genutzt.

Plattenbohrwerk BP 100 von 1953

Wie in allen größeren Betrieben der DDR sind in der UNION auch die Sozialistische Einheitspartei und andere gesellschaftliche Organisationen tätig. Außerdem werden die in allen volkseigenen Betrieben der DDR üblichen Maßnahmen eingeführt: Ab 1953 werden Betriebskollektivverträge abgeschlossen. Die Gewerkschaftsleitung und die Werkleitung legen jedes Quartal Rechenschaft über die Realisierung ab. Im BKV werden verschiedene jährlich wiederkehrende Maßnahmen festgelegt, wie z.B. die Durchführung von Kinderferienlagern, Weihnachtsfeiern für Senioren und Kinder, kulturelle Veranstaltungen.

Nach und nach werden in den Folgejahren weitere Projekte im BKV verankert: der betriebliche Feriendienst wird organisiert und Ferienwohnungen in Ungarn, Polen und im Inland angemietet; eine neue Werksküche installiert; es werden Kindergarten- und Krippenplätze bereitgestellt, die medizinische Versorgung durch einen Betriebsarzt abgesichert, es gibt finanzielle Zuschüsse für Wohnungen und Ferienreisen.

Im gleichen Jahr erfolgt die Umbenennung von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt.

1954 weist das Ministerium für Maschinenbau an, dass ein Teil der Produktion an einen anderen Betrieb abgegeben und dafür die Fertigung von Getrieben übernommen wird.

In der Zeit von 1952 bis 1958, als ein neuer Betriebsdirektor die Geschäfte übernimmt, stellt sich das Unternehmen eine Reihe wichtiger Ziele, von denen hier einige genannt seien: weiterer Ausbau des Maschinenparks, die Rekonstruktion der Produktionsabteilungen, die Schaffung eines eigenen Konstruktionsbüros. Ein wesentlicher Fortschritt für die Steigerung der Produktion ist außerdem der Wiederaufbau der 2000 m² – Halle für die Großfertigung.

Von 1958 an ist das jährliche Betriebssportfest ein Höhepunkt für viele Kollegen.

1958 besitzt der Betrieb 85 Maschinen; 33 davon werden mehrschichtig genutzt.

Ab 1963 kommt die sogenannte „Planaufschlüsselung“ zum Einsatz, d.h., der Betriebsplan wird so weit aufgegliedert, dass jeder Kollege exakt weiß, welche Arbeitsleistungen er erbringen muss. Eine Reihe von Neuerervorschlägen hilft, die Fertigung effektiver zu gestalten. 1963 wird eine Lizenz für die Herstellung von Bohrwerken nach Großbritannien vergeben. 

Bekanntlich hatten ab Anfang der 60-er Jahre größere Betriebe die staatliche Auflage, Konsumgüter herzustellen. Dem trug  die UNION ab 1963 mit Wandregalen und PKW-Einachsanhängern Rechnung.

1964 wird für die UNION kein einfaches Jahr, da durch eine Krise in den westlichen Ländern weniger exportiert werden kann und Maschinen aus einem tschechoslowakischen Betrieb (Varnsdorf) erweisen sich auf dem Weltmarkt als starke Konkurrenz. Erst durch die Erfüllung von Sonderwünschen von Kunden können noch 202 Bohrwerke ins Ausland geliefert werden.

Im gleichen Jahr werden verschiedene Leistungslöhne für die Kollegen eingeführt und es gibt Prämiengehälter für leitende Mitarbeiter, einschließlich der Meister.

Ab 1965 werden neue Maschinentypen für die Produktion vorbereitet. Dafür müssen umfangreiche Umstellungen im Betrieb erfolgen, z.B. wird das innerbetriebliche Transportwesen umgestellt und Maschinen werden rationeller ausgelastet. Alle diese Maßnahmen verursachen 1966 aber auch Planrückstände.

Bei der Serienfertigung einer neuentwickelten Maschine BFT80, die ohne Nullserie begonnen wurde, treten Probleme auf, so dass sie nicht in den Export gehen kann und zunächst „auf Halde“ hergestellt werden muss. Im vierten Quartal 1967, als die Konjunktur im Westen wieder anzieht, können von 262 hergestellten Maschinen noch 228 exportiert werden.
 

 

 

 

 

 

1967/68 wird die Maschine BFT80 zur BFT90 (Foto) weiterentwickelt.

Sie wird auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1968 vorgestellt.

 

Die Maschine BFT80/2 wird als Basismodell weitergefertigt.

 

3.3. Die UNION wird strukturbestimmender Exportbetrieb. Integration ungarischer und vietnamesischer Arbeitskräfte. Einführung des  
       polytechnischen Unterrichts. Die
 UNION wird Teil des Werkzeugmaschinenkombinats „Fritz Heckert“

Im Dezember 1967 wird seitens der DDR-Regierung festgelegt, dass die UNION ein struktur-bestimmender Exportbetrieb wird. Das hat positive Auswirkungen auf die Belieferung mit Importmaterial. Ab 1968 stehen auch 28 ungarische Jugendliche, die voll in den Betriebsalltag integriert werden, als Arbeitskräfte zur Verfügung. Sie erhalten im Unternehmen zunächst eine Berufsausbildung.

1968 erweitert sich die UNION um drei Grundstücke und lagert Hilfsabteilungen dorthin aus. Mittlerweile gibt es 430 Kollegen im Betrieb. Der Durchschnittslohn für Produktionsarbeiter ist auf 3,25 DM/Stunde gestiegen.

 

Ein bedeutender Schritt in der Produktion ist die Entwicklung der ersten numerisch gesteuerten Waagerecht-Bohr-und Fräsmaschine.

Numerisch gesteuerte Bohr-und Fräsmaschine BFT90/4 NC von 1970

In den seit 1. September 1958 eingeführten polytechnischen Unterricht ist auch die UNION mit den Fächern ESP (Einführung in die sozialistische Produktion) und UTP (Unterrichtstag in der Produktion) eingebunden. Die Schüler dreier Karl-Marx-Städter Schulen erhalten diesen Unterricht in der UNION. Zunächst findet der Unterricht im Betrieb statt, ab September 1969 wird in Firmennähe ein eigens dafür erworbenes Gebäude zum Polytechnischen Zentrum ausgebaut. Hier werden durchschnittlich 500 Schüler, darunter auch Blinde und Sehgeschädigte in Metall-bearbeitung unterrichtet.

Polytechnischer Unterricht in den 60er Jahren

Ab 1970 erfolgt der Unterricht dreier neunten und zehnten Klassen im neueingerichteten Maschinenkabinett im Polytechnischen Zentrum.

1969/70 wird das Unternehmen durch eine Stahlleichtbauhalle erweitert. Die erste numerisch gesteuerte Maschine wird erfolgreich auf den Messen in Leipzig und Hannover ausgestellt und kann mit gutem Gewinn in das sogenannte nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet (NSW) verkauft werden.

1969 wird das Werkzeugmaschinenkombinat Gera, zu dem die UNION  gehört, aufgelöst und gleichzeitig das Werkzeugmaschinenkombinat „Fritz Heckert“ gebildet.

 

 

 

Logo des Werkzeugmaschinenkombinats „Fritz Heckert“

Es ist bei seiner Gründung die weltweit größte Wirtschaftseinheit im Werkzeugmaschinenbau.

Der Grundgedanke bei dieser Gründung ist eine Zusammenfassung an Forschungs- und Entwicklungskapazitäten. Der Weg führt von der verfahrensbezogenen Einzelmaschine hin zu funktionsbezogenen Problemlösungen (Maschinen- und Fertigungssysteme). Dabei wird die Datenverarbeitung von Anfang an mit einbezogen.

1971 beginnen 42 ungarische Kollegen im Betrieb zu arbeiten. Für zwei Erzeugnisse erhält die UNION das Gütezeichen „Q“.

Vorrang in diesem Jahr haben auch Maßnahmen des Geheimnisschutzes und der allgemeinen Ordnung und Sicherheit.

Es werden weitere Fortschritte im sozialen Bereich erzielt, so wird die schwere körperliche Arbeit reduziert, die gesundheitliche Betreuung intensiviert. Für Frauen werden besondere Maßnahmen zur Arbeitserleichterung ergriffen.

Die Konsumgüterfertigung wird um Teile für Haushalt-Wäschemangeln, für Gasthermen und für Handbohrmaschinen erweitert.

 

3.4. Die UNION unter dem Direktor Wolfgang Becker. Große Exporterfolge. Bau von
        Maschinen mit mikroelektronischer Steuerung und Lasertechnik.

1972 wird Diplomingenieur Wolfgang Becker Betriebsdirektor, unter dessen Leitung der Weltstand in der Bohrwerksfertigung mitbestimmt werden kann, so dass auch im Export außerordentliche Ergebnisse erreicht werden.

 

 

 

 

 

 

Wolfgang Becker (geb.1937) leitet den Betrieb nahezu ohne Unterbrechung seit 1972 über 30 Jahre bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2002.



Unter seiner Führung entwickelt sich das Unternehmen erfolgreich weiter und kann sich auch nach der politischen Wende 1990 auf dem Weltmarkt behaupten.

Rationalisierungsmaßnahmen erlauben es, Montagen in kürzerer Zeit durchzuführen. 1972 wird die „Straße der Besten“ mit monatlicher Auswertung geschaffen. Damit werden besondere Leistungen gewürdigt und ein Ansporn für alle Kollegen gegeben.

1972 erfolgt die Einrichtung eines Kabinetts für Elektrotechnik und Elektronik im polytechnischen Zentrum. Damit werden Grundlagen für eine gute Facharbeiterausbildung gelegt. Den Lehrlingen gilt die besondere Aufmerksamkeit der Werkleitung. Sie werden nach der Grundausbildung sofort in Brigaden eingegliedert. Ausbilder und Meister stehen ihnen bis zur Facharbeiterprüfung zur Seite. Über die „Messe der Meister von morgen“ werden die Jugendlichen an der Lösung von Schwerpunktaufgaben beteiligt.

1974 werden der UNION auf Weisung des Generaldirektors drei Betriebe zugeordnet, so dass jetzt 953 Kollegen in der UNION tätig sind.

Insgesamt weisen die Unterlagen des Betriebes aus, dass von 1971-1975 gegenüber 1966-1970 überdurchschnittliche Steigerungsraten erreicht werden. Dieser Erfolg geht im Wesentlichen auf die numerisch gesteuerten Spitzenerzeugnisse zurück, aber auch solche Maßnahmen wie Vertiefung der Arbeitsteilung, Erhöhung der Spezialisierung, Kostensenkung, intensiveres Nutzen von wissenschaftlich-technischen Erkenntnissen tragen dazu bei. Ein Ergebnis all dieser Bemühungen ist die Auszeichnung mit der Goldmedaille auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1976 für ein Bearbeitungszentrum.

Es wird eine neue Abteilung „Organisation und Datenverarbeitung“ geschaffen, die das reibungslose Zusammenwirken der vier Betriebsteile befördert und auch die enge Zusammenarbeit mit drei ständigen Kooperationspartnern organisiert.

Eine schwere Naturkatastrophe trifft den Betrieb in den Monaten Juni bis August 1977, als drei Hochwasser hintereinander das Gelände überfluten.

       

                                                                                                                                             Das Hochwasser 1977

 Im Juni steht das gesamte Betriebsgelände, das sich an einem Bach befindet, ebenso wie naheliegende Straßen unter Wasser. In den Fertigungsräumen schwappt das Wasser auf 25 cm Höhe. Das Archiv im Keller ist überflutet. Der Gesamtschaden beläuft sich auf  etwa 400.000 Mark, da einiges Material verloren geht, zwei Tage nicht produziert werden kann und etliche Maschinen repariert werden müssen.

In diesem Jahr neuentwickelte Maschinen mit hohem Elektronik-Anteil  werden auf verschiedenen internationalen Messen, z.B. in Hannover, Buenos Aires, Mailand, Basel, Bogotà und Bukarest erfolgreich ausgestellt. Die UNION kann ihren Export in westliche Länder 1976-1980 um das 1,4-fache gegenüber 1971- 1975 steigern.

1980 werden die mechanische Fertigung und verschiedene Montageprozesse tiefergehend rationalisiert und das „Technologische Zentrum Horizontalbohren“ eingerichtet.

Im gleichen Jahr erfolgt die Einführung leistungsabhängiger Gehälter. 1981-1983 werden 81 Vietnamesen in den Betrieb eingegliedert und zu Facharbeitern ausgebildet. Sie nehmen auch an vielen gesellschaftlichen Tätigkeiten teil und nutzen die sozialen Einrichtungen.

Ab den Jahren 1982/83 zeichnet alle Bohr- und Fräsmaschinen eine mikroelektronische Steuerung aus. Der Lohn der Produktionsarbeiter steigt inzwischen auf  durchschnittlich 5,50 Mark/Stunde.

Auf Forderung der Regierung der DDR wird die Konsumgüterproduktion erweitert und führt zur Fertigung von Notenständern und Hasenstallboxen.

Ab 1986 sind alle Kräfte des Unternehmens auf die Produktion eines Bohr- und Fräswerkes auf der Basis der Laserbearbeitung gerichtet. In der Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten entsteht diese Maschine innerhalb von 15 Monaten. Das Neue daran ist, dass erstmals in der DDR ein Werkstück per Laserstrahl dreidimensional bearbeitet werden kann.

Laserbearbeitungsanlage LBA 1600 CNC von 1987

Neben der Entwicklung neuester Maschinen wird dem Service große Aufmerksamkeit geschenkt: es gibt eine ständige intensive Weiterbildung der Monteure, Lehrgänge für Bohrwerkskunden und Ausbildung des Wartungspersonals, Programmierkurse, u.a.

Ein großes Ersatzteillager erlaubt es, angeforderte Teile kurzfristig zu liefern. 90% der gefertigten Maschinen arbeiten jetzt  in 42 Ländern. Pro Jahr stehen  ab 1976 zwischen 220 und 260 Bearbeitungsmaschinen zur Auslieferung bereit.

Ab Mitte 1987 kommt es auch in der UNION zu einer Stagnation in der Entwicklung. Da die Regierung der DDR auf die neue weltpolitische Situation mit Glasnost nur wenig oder gar nicht reagiert, kommt es zu einer Ausreisewelle von Bürgern, die sich auch auf die UNION durch eine sinkende Zahl von Beschäftigten auswirkt. Nur unter größten Anstrengungen ist es möglich, die Höhe des Erreichten bis 1990 zu halten, auch die staatlichen Vorgaben in Export und Produktionsplanung können eingehalten werden. Aber die Überführung einer neuen Produktreihe in die Serienherstellung verzögert sich von Jahr zu Jahr. Die Gewinnung von geeigneten Kollegen für die Forschung und Entwicklung wird zunehmend schwieriger.

Trotzdem können einige Aufgaben noch erfolgreich realisiert werden: die Bearbeitungszeiten für Montage und mechanische Fertigung sinken, Funktionsbaugruppen werden entwickelt, die Belästigung durch Lärm und Schadstoffe vermindert sich.

 

4.      Das Unternehmen nach der politischen Wende bis zur   Insolvenz 1996

Im Jahr 1989 beschäftigte der Betrieb noch annähernd 900 Mitarbeiter.

Am 01.06.1990 wird das Unternehmen in die „UNION Sächsische Werkzeugmaschinen GmbH Chemnitz“ umgewandelt und steht unter der Verwaltung  der Treuhandanstalt Berlin.
Mit der politischen Wende muss sich auch die UNION mit gravierenden Veränderungen der Unternehmensführung und Unternehmensentwicklung auseinandersetzen.
Erschwerend kam hinzu, dass 1990 in allen Industrieländern eine wirtschaftliche Stagnation begann, die in Deutschland zu einer Konjunkturschwäche besonders in der metallverarbeitenden Industrie führte.
Allerdings wirkte sich der Zusammenbruch der osteuropäischen Märkte auf das Unternehmen nicht so drastisch aus, wie in vielen anderen ehemals volkseigenen Betrieben. Der Grund dafür war, dass die Hauptabsatzgebiete bereits während des Bestehens der DDR vorwiegend in Westeuropa, der Bundesrepublik Deutschland, Skandinavien, USA, Kanada und Südostasien lagen.
Nur 5 – 8%  des Exportvolumens wurden in Länder des Ostblocks geliefert.
Trotz ausbleibender Aufträge konnte die negative Entwicklung noch in Grenzen gehalten werden.

 

 

 

Im Jahr 1991 verkaufte die Treuhandanstalt das Unternehmen                                                      zu 74,9% an die

Schieß AG Düsseldorf

und zu 25,1% an die  Klöckner & Co. AG  Duisburg.

Mit dieser Privatisierung wurde die Entwicklung neuer Bohrwerke im Unternehmen komplett eingestellt. Diese Entscheidung war für die Entwicklung des Betriebes von großer einschneidender Bedeutung.

Mit der Einführung neuer Organisationsstrukturen wurden kontinuierlich Arbeitsplätze im Unternehmen abgebaut.
So sank die Mitarbeiterzahl von 658 im Jahr 1991 auf 197 im Jahr 1993.
Trotz dieser widrigen Umstände ist eine gute Marktfähigkeit der UNION- Erzeugnisse gegeben.
Der Standort Chemnitz, Zwickauer Straße wird 1992 aufgegeben und in die neu errichtete Montagehalle Chemnitz, Zeisigwaldstraße verlegt.

Umso heftiger traf die Mitarbeiter in Chemnitz die Entscheidung der Schieß AG, das Chemnitzer Unternehmen zu schließen und nach Gera in das Schwesterunternehmen zu überführen.
Durch den entschlossenen Widerstand der Chemnitzer Belegschaft (Betriebsbesetzung im Dezember 1992) und den persönlichen Einsatz des langjährigen Betriebsdirektors und Geschäftsführers Wolfgang Becker wird diese Entscheidung korrigiert.

                                                   

                                                                                      Betriebsbesetzung durch die Belegschaft 1992

Schließlich kommt es zur Verlagerung des Geraer Betriebes am 02.01.2004 und zur Überführung des gesamten Fertigungsprogramms einschließlich der Entwicklung neuer Erzeugnisse nach Chemnitz.

Inzwischen hatte die  Klöckner & Co. AG  Duisburg im November 1993 ihre Anteile an die
Schieß AG Düsseldorf und die Schieß Moweg GmbH verkauft. Die Schieß AG Düsseldorf wurde im März 1994 wiederum von der Dörries Scharmann AG Mönchengladbach übernommen und war somit einziger Gesellschafter der UNION.
Die Dörries Scharmann AG geht im Frühjahr 1996 in Konkurs und reißt die UNION Chemnitz unverschuldet mit in die Zahlungsunfähigkeit. Der 1995 begonnene Werks- Neubau in Chemnitz, Neefestraße kommt ins Stocken. Die UNION konnte ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen.
Die Folge war, dass die UNION Sächsische Werkzeugmaschinen GmbH Chemnitz im März 1996 Antrag auf Gesamtvollstreckung stellte. Zu diesem Zeitpunkt waren in Chemnitz noch 145 Mitarbeiter beschäftigt.
Das Gesamtvollstreckungsverfahren wurde am 31.05.1996 eröffnet. Zum Verwalter wurde Rechtanwalt Joachim Schneider, Jena ernannt.
 

5.      Die UNION als Mitarbeitergesellschaft bis 2009

Bereits mit dem Antrag auf Gesamtvollstreckung bildete sich im April 1996 eine 15 köpfige Konzeptgruppe aus 15 leitenden Mitarbeitern des Betriebes mit dem Ziel, das Unternehmen wieder neu zu gründen.
Dabei wurde ein sehr ungewöhnlicher Weg beschritten. Mit Unterstützung der IG Metall, der Commerzbank Chemnitz und Dresden sowie des Freistaates Sachsen gelang es der Projektgruppe unter maßgeblicher Mitwirkung des Insolvenzverwalters Joachim Schneider und des Geschäftsführers Wolfgang Becker 100 Mitarbeiter mit jeweils 10.000 DM (ca.5.100 Euro) Eigenkapital von der Bildung einer Mitarbeiter GmbH zu überzeugen.
Dabei ist unbedingt zu erwähnen, dass es für diese 100 Mitarbeiter keinerlei Arbeitsplatz-Garantien gab und auch keine Sicherheit, das eingezahlte Eigenkapital jemals zurück zu erhalten.

Dass trotz dieser ungewissen Aussicht 100 Mitarbeiter dieses persönliche Risiko eingingen, spricht für die enge Verbundenheit mit dem Unternehmen und den guten Zusammenhalt der Belegschaft.

 

 

 

 

 

Auszug aus der Konzeption zur Gründung der Mitarbeitergesellschaft an das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit von 1996

Nach gründlicher Prüfung dieses außergewöhnlichen Konzepts durch namhafte Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und dessen Betätigung konnte so am 23.09.1996 die neue

UNION Werkzeugmaschinen GmbH Chemnitz

als Mitarbeitergesellschaft gegründet werden. 100 Mitarbeiter werden Gesellschafter des Unternehmens.

Eine Auflage der Banken: Der kaufmännische Geschäftsführer muss aus den alten Bundesländern kommen.

Am 01.10.1996 nahmen die ersten 13 Mitarbeiter ihre Arbeit auf.
Bereits am 30.06.1997 waren alle 100 Gesellschafter als Mitarbeiter tätig.

Mit Kaufvertrag vom 01.12.1996 erwirbt das Unternehmen den Rohbau einer neuen modernen Werkhalle an der Neefestraße am Stadtrand von Chemnitz aus der Konkursmasse der alten UNION und führt den Bau bis Juli 1997 erfolgreich zu Ende.

Der neue Standort konnte schließlich im November 1997 in Betrieb genommen werden.

Das neue Werk am Stadtrand von Chemnitz, Clemens-Winkler-Straße

Das Unternehmen ist zunächst als Mitarbeitergesellschaft in den Folgejahren weiterhin erfolgreich. Der Umsatz steigt auf 33 Mio Euro, der Nettogewinn auf 2 Mio Euro.

                            

Sprengung des alten Verwaltungsgebäudes Zwickauer Straße im  Juni 1999.        Fotos: Klaus-Dieter Pompe

 

                                                 
                 Am 02.05.2001 besucht Bundeskanzler Gerhard Schröder das Unternehmen                            Das Bearbeitungszentrum UNION PCR 150 Im Jahr 2000

 

Der langjährige Leiter des Betriebes Wolfgang Becker scheidet 2002 nach über 30 Jahren verdienstvoller Tätigkeit an der Spitze des Unternehmens aus Altersgründen aus.

Im Jahr 2004 stellt erstmals die Hausbank die Eigentümerstruktur in Frage und fordert einen großen externen Investor. Begründet wird das mit der wachstumshemmenden Auswirkung der Mitarbeitergesellschaft.
Inzwischen ist die Zahl der Mitarbeiter auf 180 gestiegen, aber nur noch 74 Mitarbeiter hielten Anteile. Insoweit war eine Aufspaltung der Interessen immer mehr spürbar.

Letztlich entscheiden sich die Anteilseigner für einen Verkauf von 61 % der Anteile zum 01.07.2007 an die „nimbus hand- on investors“ Finanzierungsgesellschaft. Die Mitarbeitergesellschaft behält noch eine Sperrminorität.

Mit dieser Entscheidung hatte aber auch die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Betrieb gelitten. Das Modell der Mitarbeitergesellschaft war an seine Grenzen gestoßen.

Schließlich kaufte die „nimbus“ im Jahr 2009 alle restlichen Mitarbeiteranteile auf. Die Anteilseigner erhielten jeweils 15.000 Euro für ihren Anteil von 5.100 Euro.

Damit war die Mitarbeitergesellschaft Geschichte.

Die weltweite wirtschaftliche Konjunkturflaute führt auch in der UNION im Jahr 2009 zu zeitweiliger Kurzarbeit, die aber zum Jahresende wieder aufgehoben werden konnte.

Es bleibt aber eine herausragende Leistung der Mitarbeiter der UNION, die mit Unterstützung des Insolvenzverwalters, der IG Metall, des Staates und der Banken mit dieser Eigentumsform den Untergang des traditionsreichen Unternehmens verhindert und den Betrieb wieder in die Erfolgsspur geführt haben.

 

6.      Die Werkzeugmaschinenfabrik UNION im Verbund der Herkules Group Siegen

Im Oktober 2010 halten die „nimbus“ 80% und der von der „nimbus“ eingesetzte Geschäftsführer, Herr Glanz 20% der Gesellschaftsanteile des Unternehmens.
Schließlich verkauft die „nimbus“ die UNION im Juni 2011 an die „Herkules-Group“ Waldrich-Siegen.


Logo der UNION im Verband der Herkules Group

Die Maschinenfabrik Herkules Hans Thoma GmbH ist ein Unternehmen mit 100jähriger Tradition, das als Hersteller von Walzenbearbeitungsmaschinen, Roll Shop Equipment, Großdrehmaschinen und Portalfräsmaschinen Weltmarktführer ist. Der Firmensitz des international tätigen Unternehmens mit Produktionsstätten in den USA, China und Indien ist in Deutschland (Siegen).

Geleitet wird das Familienunternehmen in dritter Generation von Christoph Thoma.

Mit dem Erwerb der Union Werkzeugmaschinen GmbH Chemnitz als ein weltweit führender Hersteller von Horizontal-Bohr- und Fräsmaschinen. im Juni 2011 realisierte die HerkulesGroup die strategische Erweiterung ihres Produktportfolios.

Heute werden weltweit in allen Unternehmungen der Herkules-Group 1800 Mitarbeiter beschäftigt, davon 1400 an den vier deutschen Standorten Siegen, Meuselwitz, Burbach und Chemnitz.

Fertigungsstätten, Serviceniederlassungen und Verkaufsbüros in allen wichtigen Industrieländern der Welt gewährleisten Nähe zum Kunden, um so  „passgenaue“ Produkte anbieten zu können.

Es gehört zur Strategie der Herkules-Group, die Eigenständigkeit der UNION im Bereich Entwicklung und in der Fertigung zu erhalten, wobei aber auch  sinnvolle Zentralisierungen wie im Marketing, Vertrieb und Controlling realisiert wurden.

Erste Synergieeffekte mit Waldrich-Siegen sind mit der gemeinsamen Entwicklung neuer Fräsköpfe mit bis zu 45% höherer Leistung zu verzeichnen.
Die gemeinsame Nutzung des Vertriebsnetzes zeigt aktuell mit dem Verkauf von sechs Bohrwerken nach China einen beachtlichen Erfolg.

Die UNION mit ihrem Produktprofil von Horizontal-Bohr-und Fräsmaschinen in höchster Präzision und Qualität
ordnet sich somit sehr gut in die Firmengruppe der Herkules-Group ein.

Das Unternehmen erzielte 2012 mit 180 Mitarbeitern einen Umsatz von 35 Mio Euro.

An weiteren Maschinen-Neuentwicklungen wird gearbeitet und der Bau einer neuen Montagehalle ist vorgesehen.










Das neue große Bohrwerk PCR 260 hat eine senkrechte Spindelstockverstellung von 10m
und eine Ständerquerverstellung von 4m.

Der symbolisch dargestellte Mensch verdeutlicht die Dimension der Maschine.

Das Unternehmen stellt sich mit dem Wissen und der Erfahrung aus 160 Jahren Werkzeugmaschinenbau den Aufgaben von morgen.

Die modular aufgebauten Erzeugnisse des Chemnitzer Betriebes überzeugen bis heute durch Höchstleistung und Präzision.

Auf dieser soliden Basis kann die UNION auch in den nächsten Jahren mit Zuversicht in eine positive Zukunft blicken.

 

Norbert Komorek
Dr.Jochen Kleinhempel                                                                                                                                                                                                 Chemnitz, 30.04.2013

 

 

 

Anlagen

Anlage 1

 
 
 
Anlage 2

 

Anlage 3

                                                                        Zahl der Mitarbeiter von 1991 bis 1995



 

Anlage 4

Zahl der Mitarbeiter von der Neugründung 1996 bis 2012

 

 

 

 

 

 

1996

29

Gesamtvollstreckung

1997

116

 

1998

138

 

1999

152

 

2000

161

 

2001

172

 

2002 bis 2010

               ca. 170

Mit geringen Schwankungen

2011

180

Übernahme zur Herkules Group

2012

180

 

 

 

Anlage 5

Anzahl der hergestellten Erzeugnisse in ausgewählten Jahren

1877

 83

 

1885

172

 

1898

253

 

1901

68

 

1906

278

 

1914

189

Beginn 1.Weltkrieg

1929

215

 

1933

45

 

1938

326

 

1939

253

Beginn 2.Weltkrieg

1944

195

 

1946

4

Kriegsende

1949

31

Gründung der DDR

1951

108

 

1956

185

 

1961

305

 

1969

250

 

1977

274

 

1982

227

 

1990

201

Deutsche Wiedervereinigung

1992

25

 

1996

18

Gesamtvollstreckung und Neugründung der UNION

2000

36

Neues Fertigungsprogramm

2002

39

 

2012

Etwa 35

 

 

 

Quellenverzeichnis

  1. Dr. Dieter Bock „Festschrift „150 Jahre Werkzeugmaschinenfabrik UNION Chemnitz 1852- 2002“
  2. Dipl.-Ing (FH) Wolfgang Becker, „160 Jahre UNION Werkzeugmaschinen-Fabrik Chemnitz“, 2012
  3. „Handelsblatt“ vom 15.09.2009 Beitrag „Genug gekämpft“ von Katharina Slodczyk
  4. E-Mail- Verkehr mit der PR- Abteilung der Herkules- Group Siegen

 

 

Fotonachweis

  1. Der Bericht entstand unter Nutzung der Fotos aus der „Festschrift „150 Jahre Werkzeugmaschinenfabrik UNION Chemnitz 1852- 2002“ von Dr. Dieter Bock
  2. Fotos von Klaus-Dieter Pompe

 

Presseartikel