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Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich
Tagungen
Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich 

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Parteientagung 2026

Politische Innovationen in den Parteien und der Parteiendemokratie als Antwort auf Herausforderungen bei politischer Repräsentation und Partizipation.

Hier das Programm zum Download:Programm_AKPF_2026

Jahrestagung 2026 des Arbeitskreis Parteienforschung (AKPF) der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) vom 8. bis 9. Oktober 2026 an der Hertie School in Berlin. Veranstalter ist die TU Chemnitz, finanziell unterstützt von derWalter de Gruyter Stiftung. Die liberalen Demokratien befinden sich in einer tiefgreifenden Krise, was sich durch Elitenverachtung, schwindendes Vertrauen sowie zunehmenden Erfolg von sich alsHerausforderer verstehenden Kräften zeigt. Es fällt ihnen zunehmend schwer die für den Fortbestand notwendige Input- und Output-Legitimität zu generieren.

Bei dieser Entwicklung spielen politische Parteien – als die tragenden Mittlerinstanzen zwischen Gesellschaft und Governance-Strukturen – eine zentrale Rolle. Auf der Input-Seite eines demokratischen Systems, auf der sie gesellschaftliche Interessen und Vorstellungen bündeln und diese in den staatlichen Willensbildungsprozess einbringen, werden Loyalitätsverluste und Akzeptanzprobleme sichtbar. Auf der Output-Seite stehen sie vor der Herausforderung, mit wachsenden Ansprüchen und globalen Problemen konfrontiert zu sein, was die Rückbindung politischer Entscheidungen an die Bevölkerung zunehmend erschwert.

Auf der Jahrestagung des AKPF steht die Input-Dimension der Parteien im Mittelpunkt,die in einem höheren Maße durch Parteien ausgestaltet werden kann.Themenschwerpunkte sind die politische Repräsentation durch Parteien sowie Partizipation in und um Parteien. Bei beiden Schwerpunkten lassen sich unschwer Defizite ausmachen. Repräsentationslücken scheinen sich kaum zu schließen. Bei der Partizipation – von Wahlen bis hin zur innerparteilichen Willensbildung – sind es vorallem ressourcenstarke Gruppen, die den Ton angeben.

Vor diesem Hintergrund sollen auf der Tagung folgende Fragen zu den Herausforderungen und Lösungsansätzen durch Reformen und Innovationen aufgegriffen werden:

- Was sind die Ursachen für Repräsentations- und Partizipationsdefizite, und welche Rolle spielen Parteien dabei?
- In welchem Zusammenhang stehen Krisendiagnosen der Demokratie und illiberale Parteien, und welche Lösungsangebote formulieren diese?
- Welche politischen Innovationen versprechen Abhilfe, und auf welchen Wegen entstehen sie?
- Unter welchen Bedingungen sind Parteien reformfähig?
- Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen etablierten Parteien und neuen Innovationsakteuren? (z.B. innerparteilich, zivilgesellschaftlich, intermediär)
- Wie können politische Innovationen gelingen und breitenwirksam werden?

Ziel der Tagung ist es, eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme, insbesondere zupolitischen Innovationen in der Parteiendemokratie, vorzunehmen und deren Potenzial zur Stärkung politischer Repräsentation und Partizipation zu verstehen.

Willkommen sind theoretische und empirische Beiträge, die sich mit unterschiedlichen Facetten dieser Problemstellung befassen, etwa:
- Repräsentation- und Partizipationslücken,
- innerparteiliche Rekrutierungs- und Entscheidungsprozesse,
- Zugangsbarrieren für Menschen aus unterschiedlichen soziokulturellen Gruppen,
- Reformvorschläge und Best-Practice-Beispiele aus Parteien,
- zivilgesellschaftliche Initiativen im Feld der politischen Innovation.

Europäische und international vergleichende Analysen sind ausdrücklich erwünscht.

Zudem soll es wieder ein offenes Panel geben, indem weitere Themen diskutiert werden, die sich mit relevanten Fragen der Parteien- oder Parteiensystemforschung beschäftigen. Die Tagung soll als paper-based Präsenz-Konferenz stattfinden. Bei Bedarf wird eine digitale Teilnahme ermöglicht (Hybrid-Format). Wir freuen uns über theoretisch, methodisch sowie empirisch vielfältige Beiträge von Politikwissenschaftler:innen aller Karrierestufen. Da politische Innovationen als ein interdisziplinäres Forschungsthema verstanden werden können, sind Beiträge aus anderen Disziplinen sowie der politischen Praxis willkommen.

 

DVPW-Impuls-Tagung "Weltordnung im Wandel – Politikwissenschaft in Kriegszeiten"

Diese zweitägige Tagung im Februar 2026 an der TU Chemnitz wurde von den Professuren "Internationale Politik", "Politische Theorie und Ideengeschichte" sowie "Europäische Regierungssysteme im Vergleich" organisiert. Unterstützt wurde diese Tagung bei der Bewerbung um eine finanzielle Förderung durch die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft vom Arbeitskreis Parteienforschung der DVPW.

 

Parteientagung 2024

Am 10. und 11. Oktober 2024 versammelten sich zahlreiche Wissenschaftler:innen im Alten Heizhaus der TU Chemnitz zur Jahrestagung des Arbeitskreises Parteienforschung (AKPF) der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW). Unter dem Motto „Parteien in Mehrebenensystemen: parlamentarische und gouvernementale Implikationen aktueller Wahlen“ diskutierten die Teilnehmenden in insgesamt fünf Panels mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen Themen v.a. rund um die jüngsten Landtags- und Kommunalwahlen sowie deren Auswirkungen. Veranstalter war die Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich.

Als Einstimmung fand unmittelbar vor den ersten Fachvorträgen eine Stadtführung mit dem Titel "C the Unseen" statt, die den Tagungsteilnehmenden die Möglichkeit bot, den Veranstaltungsort Chemnitz kennenzulernen. Organisiert und durchgeführt wurde sie von Melissa Mehner und Toni Suhr der Fachgruppe Europäische Geschichte.

Den Auftakt bildete eine vergleichende Analyse der Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen durch Kerstin Völkl von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Im Anschluss widmete sich Anna-Sophie Heinze (Universität Trier) dem Wahlverhalten junger Menschen und deren Beziehung zur AfD. Manès Weisskircher von der TU Dresden beleuchtete die affektive Polarisierung in Bezug auf erneuerbare Energien. Im zweiten Schwerpunkt wurde die Entwicklung der AfD in den Blick genommen: Benjamin Höhne (TU Chemnitz) analysierte das Spannungsfeld zwischen Mainstreaming und Rechtextremismus, in dem sich die AfD bewegt. Nikolas Dietze von der Universität Leipzig untersuchte die AfD im kommunalen Kontext. Christian Stecker (TU Darmstadt) diskutierte die Frage, wie Wähler:innen auf die „Brandmauer“ zur AfD blicken und warb für einen flexibleren Umgang mit dieser.

Den Abschluss fand der erste Tag durch eine Podiumsdiskussion mit Vertreter:innen der sächsischen Landtagsparteien. Moderiert von Benjamin Höhne und Anna-Sophie Heinze nahmen Rico Gebhardt (MdL, DIE LINKE), Valentin Lippmann (MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Albrecht Pallas (MdL, SPD), Sophie Pojar (CDU) und Nico Rudolph (MdL, BSW) mögliche neue Regierungskonstellationen in Ostdeutschland in den Blick. Zuvor äußerten sie sich teils selbstkritisch zum Wahlergebnis ihrer Partei und deren organisatorische und strategische Aufstellung vor der Bundestagswahl 2025.

Der zweite Tag stand im Zeichen des Binnenlebens von Parteien. Uwe Jun und Marius Minas von der Universität Trier stellten ihre Analyse der Gründe für und Hindernisse bei der politischen Partizipation in Parteien vor. Arndt Leininger (TU Chemnitz) stellte die Frage, wann und warum Parteien direkte Demokratie unterstützen. Eric Linhart (TU Chemnitz) präsentierte Ergebnisse zur Nutzung populistischer Stilmittel in der visuellen Kommunikation von Parteien. Zum Abschluss standen Parteien in Parlamenten und Regierungen im Fokus: Antonios Souris (Freie Universität Berlin) beleuchtete die diskursiven Strategien im „Blame Game“ föderaler Gesetzgebungsdebatten. Werner Krause (Universität Potsdam) analysierte die Rolle von Meinungsumfragen für den elektoralen Erfolg kleiner Parteien. Moritz Uhlig (TU Chemnitz) schloss die Tagung mit einer Analyse der Produktivität spanischer Minderheitsregierungen ab.

Durch die intensiven Diskussionen und vielfältigen Beiträge bot diese Parteientagung den ca. 40 Teilnehmenden umfassende Forschungseinblicke in aktuelle politische Entwicklungen und zukünftige politische Weichenstellungen innerhalb der komplexen Wechselwirkungen des parteipolitischen Mehrebenensystems.


Fotos: Private Aufnahmen