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ADR in International Law
Im Mai 2022 hat die International Law Association (ILA) den Ausschuss für Alternative Dispute Resolution in International Law ins Leben gerufen. Er soll außergerichtliche Streitbeilegungsmechanismen und ihren Beitrag zur Bewältigung völkerrechtlicher Streitigkeiten untersuchen.
Der Ausschuss verfolgt das Ziel, das Potenzial außergerichtlicher Verfahren im Völkerrecht sichtbarer zu machen. Dazu entwickelt er gemeinsame Begriffe und Kategorien für verschiedene ADR-Mechanismen, identifiziert geeignete Verfahren für unterschiedliche Streitarten und formuliert Best Practices sowie grundlegende Leitlinien für ihren Einsatz. Bis 2028 sollen zwei Berichte und eine Resolution der ILA erarbeitet werden.
Geleitet wird der Ausschuss von Serena Forlati und Amy Porges (Co-Chairs) sowie Yuliya Chernykh und Chiara Tondini (Co-Rapporteurs). Mitglied des Ausschusses ist auch Professor Lang. Er wird sich insbesondere mit außergerichtlichen Beschwerdemechanismen und Ombudspersonen im Völkerrecht befassen, die eine besondere Ambivalenz aufweisen: Einerseits werden sie als gerichtsersetzende Institutionen eingesetzt, bleiben aber hinter klassischen Merkmalen gerichtlicher Unabhängigkeit und Bindungswirkung zurück; andererseits fungieren sie als wichtiges institutionelles Ventil, um das staatenzentrierte Völkerrecht für die Belange des Individuums zu öffnen.