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Professur Theoretische Physik III - Theorie ungeordneter Systeme
Bibliometrie

Arbeitsgruppe: "Bibliometrie"

In der Forschungsdisziplin der Szientometrie wird die Welt der Wissenschaften vermessen. Im Teilgebiet Bibliometrie geht es um die Vermessung von wissenschaftlichen Publikationen, oft mit dem Ziel, Ranglisten von Wissenschaftlern, Instituten, Universitäten oder Ländern aufzustellen. Eine einfache Metrik hierfür ist die Zahl von wissenschaftlichen Publikationen. Diese ist aber nur bedingt aussagekräftig. Die oft vorgenommene Gewichtung mit dem Journal Impact Factor ist aus wissenschaftlicher Sicht unsinnig. In den letzten Jahren wurde es durch die elektronische Verfügbarkeit von umfassenden Zitationsdaten möglich, umfangreiche Zitationsanalysen durchzuführen. Dadurch lässt sich zwar nicht die Qualität der Veröffentlichungen beschreiben, aber zumindest die Sichtbarkeit der Publikationen und damit die Sichtbarkeit eines Wissenschaftlers, Instituts, … In den letzten Jahren ist der 2005 von dem argentinischen Physiker Jorge E. Hirsch vorgeschlagene h-index immer beliebter geworden. In der Professur wird diese Metrik und verschiedene Varianten kritisch untersucht. Bessere Metriken wie z.B. der Vergleich von persönlichen Zitationsraten mit denen einer größeren Gesamtheit werden ebenfalls analysiert.

Forschungsthemen

bearbeitet von: Schreiber, Michael Prof. Dr.

Beim h-index, inzwischen oft auch als Hirsch-index bezeichnet, werden die Zitationsraten z.B. eines Wissenschaftlers ausgewertet, indem die h meistzitierten Publikationen gezählt werden, die mindestens h-mal zitiert wurden. Bedenklich hierbei ist unter anderem, dass bei der Zitationszahl auch Selbstzitate berücksichtigt werden und dass Publikationen mit mehreren Autoren bei jedem Autor mit dem vollen Gewicht eingehen. Unsere Untersuchungen zeigen, dass eine angemessene Nichtberücksichtigung der Selbstzitate und eine Gewichtung mit der (inversen) Zahl der Autoren zu deutlichen Veränderungen bei den Ranglisten führt. Außerdem konnte gezeigt werden, dass durch den h-index und dessen vielfältigen Varianten zwar die bisherige Sichtbarkeit eines Wissenschaftlers mehr oder weniger gut gemessen werden kann, dass aber die Vorhersagekraft für Berufungsverfahren oder für die Verteilung von Ressourcen sehr gering ist. Die Anwendung vergleichbarer Metriken sollte deshalb niemals von Administratoren erfolgen, sondern von bibliometrisch geschulten Fachkräften. Außerdem ist eine Kombination mit üblichen Begutachtungsverfahren unbedingt erforderlich.

bearbeitet von: Schreiber, Michael Prof. Dr.

Zur Bewertung von Zitationsraten sind quantil-basierte Indikatoren geeigneter als der h-index und dessen Varianten. Hierfür werden die Zitationszahlen jeder Veröffentlichung mit den Zitationszahlen einer Gesamtheit, z.B. den Zitationszahlen aller Veröffentlichungen in der selben Zeitschrift im selben Jahr verglichen. Hierdurch ist es möglich, zu bestimmen, an welcher Stelle die einzelne Publikation eingeordnet werden kann. Dies lässt sich in Quantilen, üblicherweise in Perzentilen ausdrücken: die betreffende Arbeit gehört zu den „n % meist zitierten“. In der Arbeitsgruppe werden verschiedene Probleme dieses Ansatzes behandelt.

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