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Visuelle Kommunikation und Mediensoziologie
Leitung

 

Prof. Dr. Michael R. Müller

michael-rudolf.mueller@...

Tel.:  +49 371 531-35413
Fax.: +49 371 531-835413
Rawema-Gebäude, Straße der Nationen 12, Zi. 211

Sprechzeit:
Mittwoch, 14 15 Uhr, Anmeldung über das Sekretariat:
Frau Luft, E-Mail:  gabriela.luft@...

 

 

Figurative Hermeneutik – Bildanalyse

Kritik des Sehens. Drei Thesen zu einer hermeneutischen Wissenssoziologie ikonischer Formen“, in: Ronald Hitzler, Jo Reichertz, Norbert Schroer (Hrsg.): Kritik der Hermeneutischen Wissenssoziologie. Problematisierungen, Entwicklungen und Weiterführungen, Weinheim/Basel 2019/Beltz Juventa, im Druck.

“Extensive Pictorial Comparisons. Remarks and Illustrations on the Principles and Strategies of the Figurative Hermeneutics”, in: M. Blanc (ed.), Contemporary Reception of the Le Nains, Paris & Lens 2019/Louvre & CNRS Editions, in print (with Charlotte Bruns and Matthias Sommer).

„Bildcluster. Zur Hermeneutik einer veränderten sozialen Gebrauchsweise der Fotografie“, in: Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung, Heft 1/2016, 17. Jg., S. 95-142. [Download]
Die Vielzahl möglicher sozialer Gebrauchsweisen der Fotografie ist beträchtlich. Das hermeneutische Verfahren der Bildclusteranalyse bezieht sich auf eine vergleichsweise neuartige Form der Verwendung und des Verständnisses der Fotografie: auf ihre digitale Montage zu komplexen Bildzusammenstellungen und auf die Präsentation solcher Bildzusammenstellungen in technisierten Umgebungen des sozialen Austauschs. Im methodischen Zentrum des Verfahrens steht (a) die figurative Analyse der Kompositionsprinzipien jeweiliger Bildzusammenstellungen, d.h. ihres Ausdruckssinns. Erweitert und ergänzt wird diese ideographische Perspektive (b) durch die Untersuchung der Struktur des medialen Wahrnehmungs- und Handlungsraumes jeweiliger Bildcluster sowie der Beobachtungs- und Erkenntnisstile, die sie prädizieren. Methodologisch gesehen stützt sich das Verfahren auf die Annahme, dass das für ikonische Bildcluster konstitutive „Spiel“ (Wittgenstein) mit Ähnlichkeitsbeziehungen und Differenzverhältnissen keine medientechnische Erfindung ist, sondern seine anthropologische Grundlage und primäre soziale Ausprägung in der Körpersprache des Menschen und den feinen Unterschieden der sozialen Distinktion findet. Dem entsprechend wird die Fotografie in rezenten Bildclustern nicht mehr notwendig als Abbildung oder Dokument lebensweltlicher Begebenheiten verstanden, sondern, so die These, verstärkt als kollektiv geteiltes Ausdrucksmittel, das immer wieder zu neuen Ausdrucksfiguren zusammengestellt werden kann – das also eine dezidiert idiomatische (oder wenn man so will: sprachähnliche) Qualität erlangt.

Grenzen der Bildinterpretation, Wiesbaden 2014/Springer VS (als Herausgeber mit Jürgen Raab und Hans-Georg Soeffner)
Für die visuelle Kommunikation und für das bildmedial vermittelte Wissen gilt wie für jegliche menschliche Kommunikation und wie für jedes historisch-gesellschaftliche Wissen: Wer kommuniziert und Wissen hervorbringt, weitergibt und deutet, trifft auf die Dialektik von Wissen und Nichtwissen, von Eindeutigkeit und Mehrdeutigkeit, von Evidenz und Täuschung. Die Beiträge des Bandes erörtern diese komplexen Am- bivalenzen des Wissens. Sie stellen sich den spezifischen Herausforderungen der Analyse ikonischer Kommunikation und ikonischen Wissens und sondieren in theologischer, kunsthistorischer, medien- wissenschaftlicher und wissenssoziologischer Perspektive die metho- dologischen Probleme und methodischen Grenzen der Bildinterpretation. Mit Beiträgen von Gottfried Boehm, Roswitha Breckner, Harald Dern, Felix Keller, Angela Keppler, Wolfgang W. Müller, Michael R. Müller, Jürgen Raab, Gunnar Schmidt, Hans-Georg Soeffner, Bernd Stiegler.

„Die Produktivität der Grenze: Das Einzelbild zwischen Rahmung und Kontext”, in: Michael R. Müller/Jürgen Raab/Hans-Georg Soeffner (Hrsg.), Grenzen der Bildinterpretation, Wiesbaden 2014/Springer VS (mit Jürgen Raab), S. 197-219.

„Der Denkstil der Grenzen”, in: Michael R. Müller/Jürgen Raab/Hans-Georg Soeffner (Hrsg.), Grenzen der Bildinterpretation, Wiesbaden 2014/Springer VS (mit Jürgen Raab und Hans-Georg Soeffner), S. 9-12.

„Figurative Hermeneutik. Zur methodologischen Konzeption einer Wissenssoziologie des Bildes”, in: Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung, Heft 1/2012, 13. Jg., S. 129-161.
Im Mittelpunkt des Aufsatzes stehen die wissenssoziologische Ausarbeitung und Begründung einer interpretativen Methodik des Bildvergleiches. Wegweisend sind hierbei zunächst keine spezifischen Annahmen über die innere, syntagmatische Struktur von Einzelbildern. Methodologischer Ausgangs- und Bezugspunkt ist vielmehr die genuine lebensweltliche Gegebenheit von Bildern als symbolische Darstellungen, die immer auch mit Blick auf bereits bestehende Bilddarstellungen erzeugt, gesehen und verstanden werden. Die in diesem mundanphänomenologischen (Schütz) Sinne strukturell benennbare Grundidee des Bildvergleiches ist es, diejenigen darstellerischen Hand-lungs- und Gestaltungsentscheidungen durch extensive Bildvergleiche unmittelbar bildanschaulich zu rekonstruieren, aus denen sich objektiv mögliche Bildbedeutungen theorie- bildend explizieren lassen. Dem entsprechend wird im Rahmen einer figurativen Bildhermeneutik die für gewöhnlich übliche, sprachliche Sinnzuschreibung als primärer Deutungsakt durch gezielt arrangierte Bildsamples, Bildfolgen und Bildkontraste ersetzt.

„Herausforderungen und Ansätze einer Sozialtheorie des Bildes“, in: J. Raab/Reiner Keller (Hrsg.):Wissensforschung – Forschungswissen. Beiträge und Debatte zum 1. Sektionskongress der Wissenssoziologie, Basel/Weinheim 2016/Beltz Juventa, S. 668-669 (mit A. Bosch/R. Breckner/J. Raab/B. Schnettler). 

Der Verdacht der Fremdheit. Gerhard Richters Lesende”, in: Felix Keller/Christine Grond-Rigler (Hrsg.), Die Sichtbarkeit des Lesens. Variationen eines kulturellen Dispositivs, Innsbruck 2011/Studienverlag, S. 108-114.

Rezension zu: Ralf Bohnsack, Qualitative Bild- und Videointerpretation. Die dokumentarische Methode, Opladen & Flamington Hills 2009, in: Schweizerische Zeitschrift für Soziologie (SZfS), Jg. 35, H. 2, 2009, S. 407-410.

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Medien-, Kultur- und Wissenssoziologie – Visuelle Soziologie

„Stile des Lebens 2.0. Zur Genese und Struktur querläufiger Vergesellschaftung“, in: Nicole Burzan (Hrsg.):  Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen. Ver­hand­lungen des 39. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Wies­baden/Springer VS, Weinheim/Basel 2019/Beltz Juventa, im Druck.

Das Bild als soziologisches Problem. Herausforderungen einer Theorie visueller Sozialkommunikation, Weinheim 2018/Beltz Juventa (als Herausgeber mit H.-G. Soeffner).

Dass Bilder zu einem Alltagsgegenstand geworden sind und gesellschaftlich weithin routiniert als Mittel sozialer Alltagskommunikation Verwendung werden, mag eine zunächst triviale Feststellung sein. Weit weniger trivial ist indes die Frage, in welcher Art und Weise Bilder in die Wechselwirkungen zwischen Individuen eingreifen und welche Austausch-, Beziehungs- und Wissensformen so möglich werden. Die Autorinnen und Autoren des Bandes untersuchen Bilder dementsprechend als ein genuin „soziologisches Problem“ (Georg Simmel). Sie diskutieren die Fundierung visueller Kommunikation in sozialen Urgrammatiken und kulturellem Regelwissen. Sie arbeiten die Bedeutung von Bildern für das Denken, Kommunizieren und Überzeugen heraus. Sie fragen nach der Genese global zur Verfügung stehender Bildsprachen und Wissensformen. Und sie verweisen auf die sozialen, moralischen und ästhetischen Freiräume, die die mediale Kommunikation mit (noch) unbestimmten Folgen für die Ordnung und das Selbstverständnis moderner Gesellschaften gewähren. Mit Beiträgen von Jeanette Böhme und Tim Böder, Aida Bosch, Roswitha Breckner, Felix Keller, Angela Keppler, Hubert Knoblauch und Mathias Blanc, Michael R. Müller, Aglaja Przyborski, Jürgen Raab, Jo Reichertz, Bernt Schnettler und Stefan Bauernschmidt, Anne Sonnenmoser, Hans-Georg Soeffner.

Soziale Anschauung in technisierten Umgebungen. Die Fotografie als Medium visueller Sozialkommunikation“, in:Michael R. Müller/Hans-Georg Soeffner (Hrsg.), DasBild als soziologisches Problem. Herausforderungen einer Theorie visueller Sozialkommunikation, Weinheim 2018/Beltz JuventaS. 95-115.

„Das Bild als soziologisches Problem“, in: Michael R. Müller/Hans-Georg Soeffner (Hrsg.), Das Bild als soziologisches Problem. Herausforderungen einer Theorie visueller Sozialkommunikation, Weinheim 2018/Beltz Juventa, S. 95-115.

Lemma „Interaktionstheorie”, in: Robert Gugutzer/Gabriele Klein/Michael Meuser (Hrsg.): Handbuch Körpersoziologie, Wiesbaden 2016/Springer VS, S. 259-276 (mit Jürgen Raab).

„Gesellschaft im Konjunktiv. Über ästhetisches Handeln“, in: Ronald Hitzler (Hrsg.): Hermeneutik als Lebenspraxis, Basel/Weinheim 2014/Beltz Juventa, S. 487-499.

„Medial Beauty. Three Sociological Theses on Late Modern Body Aesthetics”, erscheint in: Hartmut Berghoff/Thomas Kühne (Hrsg.), Globalizing Beauty: Aesthetics in the Twentieth Century, New York 2013/Palgrave, S. 60-74 (mit A. Sonnenmoser).

„Das Selbstbild in der Bilderwelt. Zur Soziologie transnationaler Bild- und Bewährungsordnungen”, in: Transnationale Vergesellschaftungen. Verhandlungen des 35. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Sektion Plenarverhandlungen, Wiesbaden 2012/Springer VS, S. 323-337.
Als globale Medienphänomene sind transnationale Bildproduktionen potentiell dem Verdacht ausgesetzt, vor allem eine Verzerrung von Wirklichkeit zu sein: eine verdoppelte Zeichenwelt, die ihr Signifikat und ihren Umweltreferenten in ′der′ Wirklichkeit diesseits der Bilder verloren hat. Moderne Mode- und Lifestyle-Medien ebenso wie die zeitgenössische ′demi monde′ des web 2.0 nähren den Verdacht noch zusätzlich: Die Differenz zwischen artifiziellen Körperbildern und leibhaftigen Körpern scheint einem medialen Verlust ′des′ Körpers als Wirklichkeitsgaranten gleichzukommen. Statt von einer solch dichotomen Unterscheidung zwischen Medialität und Realität auszugehen, wird das Ergänzungs-, Wechsel- und/oder Ausschlussverhältnis rekonstruiert, in dem die entsprechenden Bildproduktionen zur Fremd- und Selbst-Beobachtung in face-to-face-Situationen stehen. Die These ist, dass diese Bildproduktionen konstitutive Bestandteile personaler Bewäh- rungsordnungen (geworden) sind, innerhalb derer sie – perfectibilitė de l´homme – ihre intermediale Über- tragung auf das individuelle Körperbild postulieren und als körperlich-bildhaft ausgearbeitete Selbstbilder (etwa im web 2.0) reproduziert werden. Insgesamt gesehen wird ein relativ neuartiger Modus personaler Repräsentation kenntlich: eine ′Bildwerdung′ der Person als demjenigen gesellschaftlichen Konstrukt, welches die Anerkennungswürdigkeit eines Individuums an symbolischen Formen bemisst, zu denen nicht nur Stand, Klasse, Biographie oder (Lebens-)Werk zählen (oder zählten), sondern ggf. auch das Bild, das der Einzelne von sich zu erzeugen vermag. Die Transzendenz der genannten Bildproduktionen ist dem entsprechend keine ′interkulturelle Kommunikation′ intendierende ′Weltsprache′, sondern eine Bewährungsordnung, die die lokale Welt in potentieller körperlicher Reichweite überschreitet, die darin aber nicht ′unwirklich′ ist, sondern so empfundenen oder erfahrenen gesellschaftlichen Exklusionsrisiken eine strukturell asketische Lebenshaltung entgegensetzt.

Körper Haben. Die symbolische Formung der Person, Weilerswist 2011/Velbrück Wissenschaft (als Herausgeber mit Hans-Georg Soeffner und Anne Sonnenmoser).
Charakterisiert man die Körperlichkeit des Menschen durch den Doppelaspekt von Leib Sein und Körper Haben, so ist mit dieser Charakterisierung zugleich eine Antwort auf die Frage nach der conditio humana gegeben: In der Distanziertheit des Körper Habens sind die Möglichkeit wie auch der Zwang zur Reflexion und Formung des Daseins als soziale Person fundiert. Im Körper Haben, in den vielfältigen Modalitäten der Wahrnehmung, Kontrolle und Gestaltung seines Körpers, ist der Mensch nicht nur Körper, sondern verkörpert er sich: eine historisch gewachsene, sozial erlernte und persönlich abgewandelte Art und Weise, in Erscheinung zu treten, sich zu verhalten, auf die Umwelt einzuwirken, sein Leben zu führen. In den drei thematischen Sektionen Der Körper als Werk, Mediale Reflexionen und An den Grenzen der Sozialwelt untersuchen die Autoren des Bandes historische und zeitgenössische Formen, Techniken und Regime des Körper Habens. Sie rekonstruieren die Aufwertung des Körpers zum ›letztbedeutsamen‹ Bewährungsfeld der Person, seine Einformung in medientechnische Beobachtungsordnungen sowie seine Endlichkeit als Manifestation gesellschaftlicher Außengrenzen. Mit Beiträgen von Ada Borkenhagen, Britta Duelke, Anne Honer, Antje Kahl, Gabriele Klein, Hubert Knoblauch, Gesa Lindemann, Sabina Misoch, Michael R. Müller, Patrick Oelze, Hans-Georg Soeffner, Anne Sonnenmoser.

„Das Körperbild als Selbstbild”, in: Michael R. Müller et al. (Hrsg.), Körper Haben. Die symbolische Formung der Person, Weilerswist 2011/Velbrück Wissenschaft, S. 87-106.

„Körper – Gesellschaft – Person”, in: Michael R. Müller et al. (Hrsg.), Körper Haben. Die symbolische Formung der Person, Weilerswist 2011/Velbrück Wissenschaft, S. 7-19.

„Der Narziss”, in: Stephan Moebius/Markus Schroer (Hrsg.), Diven, Hacker, Spekulanten. Sozialfiguren der Gegenwart, Frankfurt a.M. 2010/Edition Suhrkamp, S. 303-315 (mit Hans-Georg Soeffner).

„Körper – Kleidung – Bild. Die mediale Prägnanz der Selbstdarstellung”, in: Gudrun M. König/Gabriele Mentges (Hrsg.), Medien der Mode, Dortmund 2010/Edition Ebersbach, S. 151-169.

Stil und Individualität. Die Ästhetik gesellschaftlicher Selbstbehauptung, München 2009/Wilhelm Fink Verlag.
Getreu der Hofmannsthal-Devise, das Tiefe finde sich an der Oberfläche versteckt, thematisiert das Buch die Selbstdarstellungsaktivitäten dreier Zeitgenossen des 19. und 20. Jahrhunderts, deren Stile zu einem festen Bestandteil der modernen Muster, Schablonen und Modelle für Individualität geworden sind. Beau Brummell, Oscar Wilde, Andy Warhol – in den textilen Verfeinerungen, theatralischen Gesten und seriellen Bildproduktionen dieser Stilbildner spiegelt sich weit weniger die Hybris gesellschaftlicher Außenseiter als ein grundlegendes Lebensproblem des heutigen Individuums: die Suche nach glaubwürdigen Ausdrucksformen für jenes gesellschaftlich eingeforderte Maß an persönlicher Souveränität, Kreativität und Unabhängigkeit, das die Pragmatik des gesellschaftlichen Alltagslebens dem einzelnen nur in seltensten Fällen gewährt. Ausgehend von der wissenssoziologisch-sozialanthropologischen Annahme, daß Individualität weder eine moderne Erfindung ist noch ein dem gesellschaftlichen Dasein des einzelnen vorausliegendes Substrat, veranschaulicht das Buch die gesellschaftliche Wandelbarkeit von Individualität: die ideellen Bildentwürfe, denen sie folgt, die Darstellungsästhetiken, in denen sie Gestalt erlangt, und die sichtbaren Widersprüche in die sie gerät, wenn der einzelne sein soll, was er nicht sein kann – eine (Zitat Arnold Gehlen) „Institution in einem Fall“.

„Die Sozialwelt-Dingwelt-Grenze”, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.): Die Natur der Gesellschaft. Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Frankfurt/New York 2008/Campus, S. 5269-5272 (mit Dariuš Zifonun).

Forschungsbericht: „Transformation von Identität(stheorien)”, in: Diskussionsbeiträge des Kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs „Norm und Symbol. Die kulturelle Dimension sozialer und politischer Integration”, Nr. 82, Konstanz 2008, S. 29-31. 

Forschungsbericht: „Serielle Produktion von Individualität”, in: Diskussionsbeiträge des Kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs „Norm und Symbol. Die kulturelle Dimension sozialer und politischer Integration”, Nr. 78, Konstanz 2007, S. 77-81. 

„Entweder – Oder? Über Praktiken der Selbststilisierung und den postmodernen Mythos vom fragmentierten Selbst”, in: Winfried Gebhardt/Ronald Hitzler (Hrsg.): Nomaden, Vagabunden oder Flaneure? Wissensformen und Denkstile der Gegenwart, Wiesbaden 2006/VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 100-112. 

„A Very Stylish Boy. Der Dandy Beau Brummell als Modellfall performativ realisierter Individualität”, in: Erika Fischer-Lichte et al. (Hrsg.): Performativität und Ereignis, Tübingen 2002/A. Francke Verlag, S. 277-299.

Die Entscheidung zur Kooperation. Eine kommunikationstheoretische Rekonstruktion des Kooperationsbegriffs, Magisterarbeit, Univ. Konstanz 1999.

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Soziologische Ästhetik

„Apartheid der Mode – Eine symboltheoretische Revision der formalen Modesoziologie”, Wiederabdruck in: Barbara Vinken (Hrsg.), Blumen der Mode. Klassische und neue Texte zur Philosophie der Mode, Stuttgart 2016/Klett-Cotta, S. 487-506.

Lemma „Mode“, in: Görres-Gesellschaft (Hrsg.), Staatslexikon. Recht,Wirtschaft, Gesellschaft, Band 3. Freiburg 2019: Herder, im Druck.

„Gesellschaft im Konjunktiv. Über ästhetisches Handeln”, in: Ronald Hitzler (Hrsg.), Hermeneutik als Lebenspraxis, Basel/Weinheim/Beltz Juventa 2014, S. 487-499.

Lemma »Stil/Lebensstil«, in: Handbuch Materielle Kultur, hrsg. von Manfred K. H. Eggert/Hans Peter Hahn/Stefanie Samida, Frankfurt am Main /J. B. Metzler 2014, S. 252-255.

Die Wissenschaften der Mode, Bielefeld 2015/Transcript (als Herausgeber mit Gudrun M. König und Gabriele Mentges).

„The Waywardness of Fashion: Society in the Subjunctive”, in: Elke Gaukele (Hrsg.), Aesthetic Politics in Fashion, London/Berg 2014, S.147-161.

„Apartheid der Mode – Eine symboltheoretische Revision der formalen Modesoziologie”, in: Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung, Heft 2/2012, 13. Jg., S. 257-280.
1905 formulierte Georg Simmel das modesoziologische Axiom der, wie er schreibt, „Gleichgültigkeit der Mode als Form gegen jede Bedeutung ihrer besonderen Inhalte” (Simmel). Die Schwierigkeit dieses Axioms besteht darin, so die erste These des Aufsatzes, dass es zu einer tendenziellen Marginalisierung der Mode ausgerechnet durch die Modetheorie führt. Dieser Kritik entsprechend, werden die materialen Ausprägungen einiger besonders auffälliger zeitgenössischer Moden symbolanalytisch diskutiert. Diese Moden weisen, so die zweite These, weit mehr Gemeinsamkeiten mit einem „dionysischen Kunstwerk” (Nietzsches) auf, als mit einem Formenrepertoire für innergesellschaftliche Distinktionskämpfe. Analytisch wird daher eine erweiterte gesellschaftstheoretische Beschreibung der „Kulturbedeutung” (Weber) von Mode notwendig: Weder ist Mode „immer Klassenmode” (Simmel), noch ist sie a priori politisch-emanzipativ. Vielmehr ist auch sie, so die dritte These, zu jenen symbolischen Formen zu zählen, mit deren Hilfe Gesellschaften die (partielle) Infragestellung ihrer Ordnung gesellschaftlich organisieren.

 

Politische Kulturforschung

„Voluntaristischer Individualismus und republikanisches Pathos. Eine wissenssoziologische Kritik“, in: Nicole Burzan/Ronald Hitzler (Hrsg.): Theoretische Einsichten aus empirischer Arbeit, Basel/Weinheim 2016: Beltz Juventa, S. 75-88.

„›Wohl denen, die einen starken Willen haben‹? Good (Self )Governance als symbolische Form”, in: Gary Schaal (Hrsg.), Techniken rationaler Selbstbindung, Münster 2009/Lit Verlag, S. 137-149.

Rezension zu: Jörn Lamla/Sieghard Neckel (Hrsg.), Politisierter Konsum – konsumierte Politik, Wiesbaden 2006, in: Soziologische Revue, Jg. 31, H. 2, April 2008, S. 177-180.

Der Sinn der Politik. Beiträge zur kulturwissenschaftlichen Politikanalyse, Konstanz 2002/UVK (als Herausgeber mit Thilo Raufer und Dariuš Zifonun)
Die kulturwissenschaftliche Politikanalyse untersucht historisch gewachsene und lebensweltlich vorfindbare Phänomene des Politischen. Es geht ihr um die Analyse der Sinnzuschreibungen und Vorstellungswelten, die die politisch Handelnden tatsächlich umtreiben und durch die Politik konstituiert wird: sie bemüht sich um die Rekonstruktion des Sinns der Politik. Gemeinsame Leitfrage der Beiträge ist, wie sinnhafte Konstruktionen zu politischen Realitäten werden, welche Formen an diesem Prozess beteiligt sind und welche Inhalte dadurch vermittelt werden. Deutlich wird dabei, dass sich Politik als eigensinnig erweist und über keine universale Rationalität verfügt. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende aller Politik, sondern vielmehr ihre Differenzierung in neue, teilweise subtile politische Formen. Institutionalisierte Politik erfährt verschiedene Transformationen und Weiterentwicklungen, es entstehen neue Orte der Politik, die zum Ausgangspunkt von Institutionalisierungsprozessen jenseits des Staates werden oder es bilden sich Politiken ohne Ort und ohne feste Form heraus. Mit Beiträgen von Martin Blobel, Andrė Brodocz, Wolfgang Fach, Ronald Hitzler, Susanne Lüdemann, Wolfgang Luutz, Erik Meyer, Michael Müller, Frank Nullmeier, Thilo Raufer, Holger Straßheim, Dariuš Zifonun.

„Zwischen Kosmos und Körper. Facetten moderner Leidenschaftlichkeit”, in: Berliner Debatte Initial, 2002, Jg. 13, H. 5/6, S. 97-102.

„The Body Electric. Das Problem autonomer Lebensführung und die kollektive Sehnsucht nach Selbstverlust”, in: Michael Müller/Thilo Raufer/Dariuš Zifonun (Hrsg.): Der Sinn der Politik. Beiträge zur kulturwissenschaftlichen Politikanalyse, Konstanz 2002/UVK, S. 77-104.

„The Dandy Club. Zur Attraktivität eines apolitischen Lebensstils”, in: Hans-Georg Soeffner/Dirk Tänzler (Hrsg.): Figurative Politik, Baden-Baden 2002/Leske + Budrich, S. 69-87 (mit Thilo Raufer).

„Vom Dissensrisiko zur Ordnung der internationalen Staatenwelt. Zum Projekt einer normativ gehaltvollen Theorie der internationalen Beziehungen”, in: Zeitschrift für Internationale Beziehungen, 1996, Jg. 3, H. 2, S. 367-379.

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Drittmittelstudie: Sehordnungen. Die Rationalität immersiven und explorativen Bildgebrauchs am Beispiel von Stereoskopie und Bildcluster/Hyperimage, gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung, 2018-2020
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Forschungsprojekt Theresienstadtfilm: Documents - Memories - Historiography. The Second Film on Theresienstadt: Documentation and Reconstruction from the Perspective of the Survivor / Dokumente – Erinnerungen – Geschichtsschreibung. Der zweite Theresienstadtfilm, seine Dokumentation und seine Rekonstruktion aus der Perspektive der Überlebenden
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Drittmittelstudie: Stile des Lebens 2.0 ­– Zur Genese und Struktur querläufiger Vergesellschaftung, in Kooperation mit dem KWI Essen, gefördert durch die DFG, 2016-2019
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Drittmittelstudie: Das Selbstbild in der Bilderwelt. Zur Soziologie der Person und ihrer Figuration in bildmedialen Beobachtungs- und Bewährungsanordnungen, in Kooperation mit dem KWI Essen, gefördert durch die DFG, 2011-2015
Das Projekt untersucht gesellschaftlich neuartige, durch bild- und medientechnische Entwicklungen geprägte Formen personaler Selbstthematisierung. Theoretisch-konzeptionell stützt es sich auf einen philosophisch-anthropologischen Begriff der sozialen Person, aus dem sich die Möglichkeit einer komparativen soziologischen Forschungsheuristik ergibt: Empirisch unterschiedliche Formen der Thematisierung der je eigenen Person (sprachlich-diskursive Formen ebenso wie körperlich-bildhafte und technisch mediatisierte) treten als soziohistorische Modifikationen der anthropologischen Grundstruktur von Personalität in den Blick. Das empirisch-rekonstruktive Arbeitsprogramm des Projekts beinhaltet dementsprechend erstens Feldforschungen und Bilddatenauswertungen zu neuen, zeitgenössischen Formen bildmedialer Selbstthematisierung sowie zweitens die Durchführung methodisch gezielter Kontrastierungen mit historischen Vorformen personalen Bildmediengebrauchs seit der Renaissance. Die Forschungsziele des Projektes strukturieren sich insgesamt wie folgt: In hermeneutischrekonstruktiver Perspektive untersucht es die interaktions- wie auch subjekttheoretisch komplexe Formierung optischvisueller Beobachtungs und Bewährungsanordnungen, die – so die Hypothese – statt medialer »Simulacren« ein konstitutiver Bestandteil des sozialen Alltags geworden sind. In modernisierungstheoretischer Perspektive zielt das Projekt auf eine ›bedingte Prognostik‹ zu neuen Ausprägungen gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse. In grundlagentheoretischer Orientierung wird schließlich eine mediensoziologisch fundierte Reformulierung des Begriffs der sozialen Person angestrebt.

Eigene Studie/Methodentwicklung: Figurative Hermeneutik, 2010-2012

Eigene Studie: Zirkulation der Eliten. Zur Kulturbedeutung massenmedialer Eliteinszenierungen in Deutschland, 2008

Drittmittelstudie: Serielle Produktion von Individualität. Zur symbolischen Formierung personaler Selbst- und Umweltbezüge in medialen Beobachtungs- und Anerkennungsordnungen, gefördert durch die DFG im Rahmen des SFB 485 der Universität Konstanz, Leitung: H.-G. Soeffner, 2006-2008

Drittmittelstudie: Stile des Lebens. Zur Formierung symbolischer und emblematischer Distinktions- und Orientierungsmuster; gefördert durch die DFG im Rahmen des SFB 485 der Universität Konstanz; Leitung H.-G. Soeffner, 2000-2005

"Das Bild als soziologisches Problem. Herausforderungen einer Theorie visueller Sozialkommunikation"
Gemeinsame Tagung des Instituts für Medienforschung der TU Chemnitz und des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen im Rahmen des durch die DFG geförderten Forschungsprojektes „Das Selbstbild in der Bilderwelt“
12. – 14. November 2015 | KWI Essen
Die theoretische Herausforderung, die sich aus der Tatsache eines gesellschaftlich weithin routinierten, alltäglichen Gebrauchs moderner Bildmedien ergibt, besteht im Kern darin, die Bedeutung und die Folgen solch eines Bildmediengebrauchs für zeitgenössische und zukünftige Vergesellschaftungsweisen zu beschreiben. Dass soziale Austauschprozesse heute zunehmend auch in neuartigen, technisierten sozialen Umgebungen stattfinden, mag eine zunächst triviale Feststellung sein. Weit weniger trivial ist indes die Frage, in welcher Art und Weise solche Bilder in die „Wechselwirkungen“ (Simmel) zwischen Individuen eingreifen und welche gesellschaftlichen Austausch-, Beziehungs- und Wissensformen so überhaupt erst möglich werden. ––– Für die Sprache sind entsprechende Vermittlungs- und Modulationsleistungen in vielfältigen Aspekten und auf unterschiedlichsten Ebenen beschrieben worden – so etwa die soziale Synchronisation von Situationserfahrungen durch „Zeigwörter“ (Bühler), die objektunabhängige Wissenstra­dierung durch die „Wortsprache des Menschen“ (Lorenz), die Realisierung sozialer Strukturen und Positionen durch „Beziehungsbegriffe“ (Elias), die Steigerung von praktischer und theoretischer Phantasie durch ‚sprachliche Abstraktionen und Handlungsentlastungen‘ (Gehlen), die Rationalisierung von Recht, Religion und Wissen durch schriftliche Fixierungen und Systematisierungen oder die diskursive Erzeugung von Normalitätsvorstellungen. In Hinblick auf zeitgenössische Bildproduktionen und Bildsysteme stellen sich im Vergleich hierzu noch beachtliche Forschungsaufgaben, gerade auch dann, wenn man die gegenwärtige Fortentwicklungen und mediale Ausdifferenzierung bildhafter „Symbolnetze“ (Cassirer) in privaten, politischen, technischen oder ökonomischen Handlungs- und Lebensbereichen bedenkt. Mit der Genese medienglobaler Bildwissensbestände (mediascapes), mit der zunehmenden gesellschaftlichen Verfügbarkeit fungibler Displaytechnologien, mit der komplexen Durchdringung von face-to-face- und face-to-media-Situationen und ähnlichen Phänomenen der Medialisierung sozialen Sehens und Zeigens stellen sich auch theoretisch grundlegende Fragen: Auf welchen Ebenen der Modulation sozialer Wechselwirkungen spielen jeweilige Formen des Bildmediengebrauchs eine signifikante Rolle? Oder präziser gefragt: Was folgt aus jeweiligen Formen des Bildmediengebrauchs in Hinblick auf die soziale Synchronisation von Umwelterfahrungen, auf die Strukturen sozialer Anerkennungs- und Bewährungsordnungen, auf die Gestalt sozialer Beziehungen, gesellschaftlicher Gebilde und personaler Imagebildungen oder auf die Emergenz praktischer, weltanschaulicher oder politischer Phantasie? Und mit welchen theoretischen Begriffen und Konzepten lassen sich solche Prozesse und Strukturen beschreiben (bzw. nicht mehr beschreiben)? ––– Wenn wir, diesen Fragestellungen entsprechend, programmatisch vom Bild als einem „soziologischen Problem“ (Simmel) sprechen, so ist es uns mit dieser Formulierung mitnichten um disziplinäre Abgrenzungsversuche bestellt. Ganz im Gegenteil, mit der Konzeption der Tagung wenden wir uns an Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher sozial-, kultur- oder geisteswissenschaftlicher Disziplinen. Hierbei verfolgen wir aber in der Tat das spezielle Anliegen, das Augenmerk der gemeinsamen Diskussion statt auf inhaltlich-ideografische oder bildtheoretisch-formale Fragestellungen auf die sozialkommunikativen Besonderheiten zeitgenössischer und ggf. historischer Formen des Bildmediengebrauchs zu lenken. Im Vordergrund soll also das Bild als „un phénomène social total“ (Mauss) stehen, d.h. die Einbettung gesellschaftlicher Bildproduktionen und Bildsysteme in soziales Handeln, die Fülle ihrer sozialen Funktionen und die soziohistorischen Zusammenhänge ihrer medialen Weiterentwicklung. Willkommen sind insbesondere Beiträge, die diese theoretische Problemstellung anhand empirischer Fallbeispiele diskutieren und weiterentwickeln.

Facing unequal bodies. On the construction of social inequality in body images, Session des RC54, XVIII ISA World Congress of Sociology „Facing an Unequal World”, July 2014, Yokohama.
Bodies can be considered as pictures, but they are, as the art historian Hans Belting has stated, far more than pictures as they represent people. The philosopher Helmuth Plessner described this problem out of the perspective of the individual, who has a body which he has to be as a person, while s/he can watch at her/his body as an object. This disposition is – besides being a possibility – quite a challenge, as one cannot only work on his/her body, s/he has to. Moreover one can work on his body, but s/he cannot totally change it: So every individual has to be a body s/he cannot totally control, while the body and especially the body image is seen as a representation of the person. To understand what a person represents with his or her body image, people can use a society′s knowledge resources (pictures, sculptures, books, movies, oral discourse etc.). By providing information about the meaning of certain types of body images these knowledge resources link body images as well with social valuations, group affiliations and stereotype. In this respect the experience, that a body image cannot be brought in consilience with social norms and expectations, is not only an individual problem, as it can be a manifestation of social inequality and discrimination routines. Moreover a society′s handling of body images can give insight into the ideas of human perfectibility or non-perfectibility which underlie contemporary conceptions of man.

Grenzen der Bildinterpretation. Internationale und interdisziplinäre Tagung am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, 4.-5. November 2010, gefördert durch die VW-Stiftung (mit Jürgen Raab und Hans-Georg Soeffner)

Präsenz und Entzug der Bilder. Internationale Tagung zu den theoretischen, methodischen und praktischen Herausforderungen sozial- und kulturwissenschaftlichen Bildverstehens, Universität Konstanz, 11.-12. Dezember 2008 (mit Jürgen Raab).

Körper Haben. Tagung zur Inszenierung und Instrumentalisierung des Körpers in ›individualisierten‹ Gesellschaften, Universität Konstanz, 13.-14. März 2008.

Die Sozialwelt-Dingwelt-Grenze. Ad hoc-Gruppe des 33. Kongresses der DGS „Die Natur der Gesellschaft” in Kassel, 12. Oktober 2006 (mit Dariuš Zifonun).

Metaphorik der Grenze – Modi der Grenzziehung. Workshop an der Universität Konstanz, 13.-14. Dezember 2004 (mit Anne Sonnenmoser).

Kulturalisierung des Kulturbegriffs. Politische Kulturforschung nach dem Cultural Turn. Workshop an der Universität Konstanz, 1.-2. Dezember 2000 (mit Thilo Raufer und Dariuš Zifonun).