Barrierearme Routen besser planen
In Deutschland leben über 1,6 Mio. Menschen, die einen Rollstuhl nutzen. Für sie ist die rollstuhlgerechte Gestaltung der Umgebung eine essenzielle Voraussetzung für eine gleichwertige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Barrierefreiheit der Fußverkehrsinfrastruktur. Tatsächlich ist es jedoch zurzeit nur sehr bedingt möglich, sich vor Behördengängen, Arzt- oder Restaurantbesuch über die Zugänglichkeit von Gehwegen, Plätzen und Straßenüberquerungen zu informieren. Ob ein Gehweg gut befahrbar ist, ob es Engstellen durch Hindernisse gibt, wie stark eine Strecke ansteigt oder ob Oberflächen wie Pflaster, Schotter oder Schadstellen die Fortbewegung erschweren, ist in bestehenden Kartendiensten nur unvollständig erfasst. Dementsprechend berichten viele Rollstuhlfahrer und mobilitätsbeeinträchtigten Menschen von ungeplanten Umwegen, der Nutzung gefährlicher Straßenbereiche, Begleitungsbedarf in Situationen, die eigentlich selbstständig zu bewältigen wären und der Meidung bestimmter Örtlichkeiten, aufgrund mangelnder Planbarkeit.
Im Forschungsprojekt ROLL-I arbeiten wir an einer technischen Lösung, die solche Informationen besser verfügbar machen soll. Ziel ist eine Anwendung, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bei der Planung barrierearmer Routen im innerstädtischen Bereich unterstützt. Eine Besonderheit besteht dabei in der Entwicklung eines neuartigen Verfahrens zur Kartierung relevanter Geodaten.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Mobilitätsbeeinträchtigte Personen weichen bei unebenen Gehwegen auf die Fahrbahn aus
(Chemnitz, 2024).