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Geschichte

60 Jahre Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme

- Ein Beitrag von Prof. Egon Müller, Dr. Jens Schütze und Catharina Kloß

Der 1. September 2016 ist für das Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme (IBF) ein ganz besonderes Datum. An diesem Tag wurde 1956 der damalige Rektor der Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt, Prof. August Schläfer, zum ersten Direktor des Institutes für Betriebswissenschaften ernannt. Der nachfolgende Beitrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Entwicklungsschritte, Personen und Forschungsleistungen seit Gründung des Institutes.

Die Wurzeln der betriebswissenschaftlichen Forschung und Lehre in Chemnitz (1798 – 1952)

Nur wenige Kilometer vom heutigen Institutsgebäude entfernt, eröffnete Carl Friedrich Bernhard bereits 1798/99 eine der ersten Maschinenspinnereien („Spinning Mule“) auf dem europäischen Kontinent (Abbildung 1). Selbst Johann Wolfgang von Goethe soll 1810 dieses technische Wunderwerk besichtigt haben. Innerhalb weniger Jahre wurde Chemnitz zum Zentrum der 1. Industriellen Revolution in Sachsen. Dadurch wurde der Ruf aus der Wirtschaft nach einer technischen Bildungsein­richtung laut, was 1836 zur Gründung der Königlichen Gewerbeschule zu Chemnitz führte. (Feige et al. 1986, S. 7)

Abbildung 1: Kammgarnspinnerei von C. F. Solbrig 1864, ehem. Bernhardsche Maschinenspinnerei (Quelle: Heimatsammlung Harthau 2008)

Bereits mit dem ersten Lehrer an der Königlichen Gewerbeschule, Christian Moritz Rühlmann, wurde das Fach „Mechanische Technologie“ gelehrt. Spätestens mit der deutlichen Erweiterung der Grundlagenausbildung 1872 durch Eduard Theodor Böttcher (inzwischen war aus der Königlichen Gewerbeschule die Höhere Königliche Gewerbeschule geworden), bei dem die Studenten zwischen den Fächern Mühlenbau, Spinnerei, Weberei, Brunnenbau, Röhren­anlagen, Werkzeugmaschinenbau, Brauereimechanik und Appreturmechanik (zur Veredlung von Textilien) wählen konnten, wurden Lehrinhalte der heutigen Fabrikplanung und -organisation in das Curriculum aufgenommen. Dennoch sollte es noch viele Jahrzehnte dauern, bis für das Wissenschaftsgebiet der Betriebswissenschaften (Planen und Betreiben von Betrieben) ein eigenes Institut gegründet werden sollte. (Feige et al. 1986, S. 14-30)

Die Gründung des Institutes und die frühen Jahre 1953 – 1962

Abbildung 2: Prof. August Schläfer, Rektor der Hochschule für Maschinenbau und Gründungsdirektor des Institutes für Betriebswissenschaft (Quelle: Universitätsarchiv Signatur 502-567)

1953 – die Stadt Chemnitz war gerade in Karl-Marx-Stadt umbenannt worden – wurde der Oberingenieur August Schläfer mit dem Aufbau und der kommissarischen Leitung der in den Räumlichkeiten der Technischen Lehranstalten neugegründeten Hochschule für Maschinenbau beauftragt. Noch im Herbstsemester 1953 wurden die ersten 291 Studenten immatrikuliert und ein Plan für die Bildung von neuen Instituten, u. a. eines der Betriebswissenschaften, aufgestellt. (Feige et al. 1986, S. 87; Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt 1953; Luther 2003, S. 124; Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1984, S. 43)

Nachdem August Schläfer (Abbildung 2) 1955 zum kommissarischen Rektor der Hochschule berufen und im Februar 1956 zum Professor ernannt wurde, konnte am 1. September 1956 das Institut für Betriebswissenschaften die Arbeit unter seiner Leitung aufnehmen. Im Jahr 1957 wurde Prof. Schläfer zum Professor mit Lehrauftrag für das Fachgebiet Betriebswissenschaften ernannt und im gleichen Jahr erneut zum Rektor gewählt. (Feige et al. 1986, S. 88; Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt 1956b; Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1984, S. 47 f.)

Die ersten beiden am Institut für Betriebswissenschaften durchgeführten Lehrveranstaltungen waren „Betriebsorganisation I + II“ und wurden für Studierende der Fachrichtungen Technologie des Maschinenbaus (TM), Konstruktion von Werkzeugmaschinen (KW), Konstruktion von Textilmaschinen (KT), Konstruktion von Maschinen der Polygraphie und Papierverarbeitung (KP) sowie der Fachrichtung Werkstoffkunde (WSK) im 8. bis 10. Semester angeboten (Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt 1956a).

Durch die Zusammenlegung des Institutes für Betriebswissenschaften mit dem Institut für Normung entstand im Jahr 1961 das Institut für Betriebsanlagen, Normung und Standar­disierung. Prof. Schläfer war weiterhin Institutsdirektor und zwischenzeitlich Prodekan an der Fakultät für Technologie. In den wenigen Jahren seit der Gründung war das Institut beträchtlich angewachsen. Neben Prof. Schläfer gab es drei Lehrbeauftragte (u. a. Dipl.-Ing. oec. Helmut Kulka und Dipl.-Ing. oec. Hans Kunow) und vier wissenschaftliche Assistenten (u. a. Dipl.-Ing. Günter Hartmann). (Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1984, S. 51; Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt 1961, S. 36)

Abbildung 3 zeigt die wesentlichen Meilensteine in der historischen Entwicklung des Institutes, die in den nachfolgenden Kapiteln näher beleuchtet werden.

Abbildung 3: Historische Entwicklung von Institut und Universität

Ausbau und Umstrukturierung des Institutes 1963 – 1994

Im Jahr 1963 wurde der Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt der Status Technische Hochschule (THK) verliehen. Zu diesem Zeitpunkt war das Institut für Betriebsanlagen, Normung und Standardisierung eines von sechs Instituten an der Fakultät für Technologie. Aufgrund der steigenden Anzahl von Studierenden und dem zunehmenden Umfang an Lehrfächern – es wurden Vorlesungen und Übungen für Betriebsorganisation, Fabrikanlagen, Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik, Arbeitshygiene, Arbeitspsychologie, Technische Normung und Arbeitsnormung angeboten – erfolgte die Gliederung des Institutes in drei Abteilungen. Die Abteilung Betriebsanlagen und Werterhaltung leitete Prof. August Schläfer, die Abteilung Standardisierung und Normung übernahm Dr.-Ing. Hans Kunow und die Abteilung Arbeitspsychologie und Arbeitsschutz Prof. Dr. phil. habil. Helmut Kulka. Im gleichen Jahr wurde Prof. Schläfer zum Dekan der Fakultät für Technologie gewählt. (Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt 1960; Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1963)

Bereits 1965 gab es die ersten Umbenennungen. Das Institut für Betriebsanlagen, Normung und Standardisierung wurde nunmehr nur noch als Institut für Betriebsanlagen bezeichnet. Die Abteilung von Prof. Schläfer erhielt die Bezeichnung Abteilung für Projektierung, Nutzung und Werterhaltung und Dr. Kunows Abteilung wurde in Abteilung für Standardisierung und Aufwandsnormung umbenannt. (Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1965a; Weber 1978)

Das Jahr 1965 war ein besonders erfolgreiches Jahr für das Institut. Vom 27. September bis 2. Oktober wurde zum dritten Mal die Woche des Betriebsingenieurs – mit drei Internatslehr­gängen, die in kürzester Zeit überfüllt waren – veranstaltet (Abbildung 4). Unter den 320 Teilnehmern traten 49 Referenten mit 60 Fachvorträgen auf. Die Gäste kamen u. a. aus Frankreich, der CSSR und der VR Ungarn. (Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1984, S. 67)

Abbildung 4: Einladung zur III. Fachtagung „Woche des Betriebsingenieurs“ (Quelle: Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1965b)

Aufgrund des Ablebens von Gründungsdirektor Prof. Schläfer am 8. März 1967 übernahm Prof. Kulka die Institutsleitung. Die Abteilung für Projektierung, Nutzung und Werterhaltung übernahm Doz. Dr.-Ing. Kurt Leitert.

Mit der Auflösung aller Institute erfolgte 1968 eine grundlegende Umstrukturierung der Technischen Hochschule. In Fortführung der Lehrgebiete des Institutes für Betriebsanlagen entstanden an der Sektion Sozialistische Leitungs- und Organisationswissenschaften (SLOW) zwei neue Lehrbereiche (Tabelle 1). (Feige et al. 1986, S. 121)

Tabelle 1: Lehrbereiche 1968 (Quelle: Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1968)

  Lehrbereich III
Projektierung von Betriebsanlagen
und Standardisierung
(geleitet von Prof. Kunow)
Lehrbereich IV
Industrielle Psychologie

(geleitet von Prof. Kulka)
Lehrgebiete Projektierung von Betriebsanlagen Allgemeine und Persönlichkeitspsychologie
Instandhaltung Kybernetische Psychologie und Psychometrie
Standardisierung und Aufwandsnormung Arbeitspsychologie und Arbeitsschutz
  Sozialpsychologie
  Industriesoziologie

Ungeachtet der organisatorischen Veränderungen waren diese Jahre äußerst produktiv für Prof. Kulka. 1969 veröffentlichte er sein Werk „Arbeitspsychologie für die industrielle Praxis“ und 1972 das Buch „Arbeitswissenschaften für Ingenieure“, welches sich zum späteren Standard­werk in der Ingenieurausbildung etablierte. Weiterhin wurde er 1969 Leiter des Fachbereichs Ergonomie und Arbeitsgestaltung und begründete damit die ergonomische Forschung und Lehre an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt. (Kulka 1969; Kulka 1972; Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1969, S. 47)

Da man die technischen und ökonomischen Fachbereiche an der Sektion SLOW trennen wollte, wurden die Lehrbereiche an die Sektion Technologie der metallverarbeitenden Industrie (TmvI), die 1969 gebildet worden war, verlagert. So entstanden 1972 die beiden Wissenschaftsbereiche Betriebsgestaltung (unter der Leitung von Doz. Dr.-Ing. Siegfried Wirth) und Arbeitswissenschaft und Standardisierung (unter der Leitung von Prof. Dr. rer. nat. Otto Puttrich). Zum letztgenannten Wissenschaftsbereich gehörten u. a. die beiden Professuren Arbeits- und Industriepsychologie (Kulka) und Standardisierung (Kunow). Während das Institut bzw. die Professuren bisher ihren Sitz in der Reichenhainer Str. 70 hatten, zogen sie mit der Integration in die Sektion TmvI in die Erfenschlager Str. 73 um. (Feige et al. 1986; Luther 2003, S. 152; Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt 1984, S. 81; Weber 1978, S. 88f.; Wirth/Schüttauf 1995, S. 7)

Darüber hinaus wurden in dieser Zeit essenzielle Forschungsgrundlagen für „integrierte gegenstandsspezialisierte Fertigungsabschnitte“ (IGFA) gelegt, die in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum des Werkzeugmaschinenbaus in Karl-Marx-Stadt erfolgten und große Anerkennung fanden (Wirth/Rudolph 1986). Der Fokus von Lehre und Forschung lag auf der Gestaltung von flexiblen Fertigungssystemen. Des Weiteren erfolgte die Entwicklung der Flusssystem- und Bausteintheorie erstmals durchgängig für die gesamte Fabrik. (Gesellschaft der Freunde der Technischen Universität Chemnitz e. V. 2011, S. 58)

In den darauffolgenden Jahren vollzogen sich an der Sektion TmvI weitere Umstrukturierungen. 1973 wurde aus dem bisherigen Wissenschaftsbereich Arbeitswissenschaft und Standar­disierung der Wissenschaftsbereich Arbeitswissenschaften – unter der Leitung von Dozent
Dr.-Ing. Günter Hartmann, da Prof. Puttrich im August 1973 verstorben war. Zusätzlich wurde der Wissenschaftsbereich Instandhaltung/Standardisierung gebildet, dessen Leitung Prof. Kunow übernahm. Darüber hinaus wurde der Wissenschaftsbereich Betriebsgestaltung ab 1975 unter dem Namen Betriebsprojektierung/Produktionsprozesssteuerung geführt. Die Leitung des Wissenschaftsbereiches Arbeitswissenschaften hatten ab 1977 Dr. Bohn – der 1979 verstarb – und anschließend Dr. rer. nat. Hans Friedrich inne. 1978 wurde Dr.-Ing. Wirth zum ordentlichen Professor berufen. Im Jahr 1982 übernahm Dr. sc. techn. Günter Hartmann nach seiner Rückkehr aus der Industrie wieder die Leitung des Wissenschaftsbereiches Arbeits­wissenschaften.

Das Jahr 1986 war ein von Feierlichkeiten geprägtes Jahr. Zum einen erhielt die Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt den Status einer Technischen Universität (Luther 2003, S. 173). Zum anderen wurde am 10. April 1986 das deutschlandweit erste Technikum für automatisierte bedienarme Produktion gegründet (Abbildung 5), welches von der Sektion TmvI in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen Sektionen entwickelt worden war. Ausgehend von dem hier verwirklichten ganzheitlichen Ansatz einer vollständig automatisierten, rechnergesteuerten Fertigungsstätte erfolgten Forschungen bis hin zu CIM-Fabriken (Computer Integrated Manufacturing). Eine erste praktische Umsetzung konnte 1988 bei der Fertigung und Montage von Tischbohrmaschinen in Thum (Erzgebirge) realisiert werden. (Gesellschaft der Freunde der Technischen Universität Chemnitz e. V. 2011; Gottschalk/Wirth 1989; Luther 2003; Wirth/Ciesielski 1986; Wirth 1989)

Abbildung 5: Eröffnung des Technikums „Automatisierte bedienarme Produktion“ 1986 (Quelle: Universitätsarchiv, Signatur 502-5200, -5201, -5202 und -6025)

Im Jahr 1988 wurde der Wissenschaftsbereich Betriebsprojektierung/Produktionsprozess­steuerung erneut umbenannt und unter dem Namen Betriebsprojektierung und Materialfluss geführt. Darüber hinaus wurde Günter Hartmann zum ordentlichen Professor des Wissen­schafts­bereiches Arbeitswissenschaft berufen. Schwerpunktmäßig beschäftigte er sich mit Arbeitskräftelösungen für flexible Fertigungssysteme und der Gestaltung von Prozessleit­ständen.

Im historisch bedeutungsvollen Jahr 1990 vollzogen sich erhebliche Veränderungen an der Universität und daher ebenso an der Sektion TmvI. Die Umbenennung von Karl-Marx-Stadt in Chemnitz am 1. Juni 1990 führte drei Monate später zur Umbenennung der Technischen Universität Karl-Marx-Stadt in die Technische Universität Chemnitz. Die Leitung der Sektion TmvI übernahm Prof. Wirth, welcher der erste frei gewählte Sektionsdirektor war. Der Wissenschaftsbereich Betriebsprojektierung und Materialfluss wurde zum Wissenschaftsbereich Technologische Betriebsprojektierung und umfasste die Lehrgebiete von Prof. Wirth und dem außerordentlichen Prof. Manfred Neumann.

Im Jahr 1991 wurde die Sektion TmvI aufgelöst und dem Fachbereich Maschinenbau II zugeordnet. Zeitgleich gab es Bestrebungen, als Nachfolgeeinrichtung ein Institut für Fabrikplanung und Fabrikautomatisierung zu bilden, zu dem die Professoren Siegfried Wirth, Alfred Förster und Manfred Neumann (Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb) sowie ab 1992 Prof. Joachim Petermann (Professur Produktionsprozesssteuerung und Fabrikautomati­sierung) gehören sollten (Jahresberichte 1991 und 1992). In der Forschung wurden bereits seit einigen Jahren CIM-relevante Lösungen in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum für Maschinenbau und der Industrie entwickelt. Im Jahr 1991 wurde das CIM-Technologie Transferzentrum (CIM-TTZ) gegründet, an dem sich die Fabrikplaner mit ausgewählten CIM-Bausteinen und dem Aufbau des Speziallabors „Materialfluss und Logistik“ beteiligten. Ein weiteres Highlight stellte die Entwicklung des rechnergestützten Fabrikplanungs- und Projektierungssystems CAD-FAIF (Abbildung 6) dar, welches eine rationelle Aufbereitung der betrieblichen Primärdaten zur Projektierungsbasis sowie die Dimensionierung, Strukturierung und Gestaltung von Fertigungs- und Flusssystemen ermöglichte. (Gesellschaft der Freunde der Technischen Universität Chemnitz e. V. 2011, S. 59; Jahresbericht 1992, S. 12f.)

1993 wurde aus den Fachbereichen Maschinenbau I bis III sowie dem Fachbereich Werkstoff­technik die Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik (MBV) gebildet. Gleichzeitig wurde die Gründung des Institutes für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme (IBF) – nunmehr neben Prof. Wirth, Prof. Förster und Prof. Petermann mit dem neu berufenen Prof. Hartmut Enderlein (Professur Arbeitswissenschaft) (alle Professoren „neuen Rechts“) – vorbereitet.

Der Fokus der Lehre und Forschung des Institutes lag in den 1990er Jahren auf vernetzten Produktions- und Dienstleistungsstrukturen. Somit waren synergetische und regionale Kooperationsnetze der Produktion, Modell- und Testfabrik sowie Kompetenz-, Logistik- und Simulationsnetze für KMU Forschungsschwerpunkte. Durch Unterstützung der IBM Deutsch­land wurde das Fabrikinformationssystem Chemnitz (FIS-C), mit dem unternehmerische Geschäftsprozesse optimiert und im Steuerungslabor verifiziert werden konnten, am Institut entwickelt und etabliert. (Gesellschaft der Freunde der Technischen Universität Chemnitz e. V. 2011, S. 59)

Abbildung 6: Übersicht Projektierungssystem CAD-FAIF (Quelle: Jahresbericht 1992, S. 13)

Die Neugründung des IBF und dessen Weiterentwicklung 1995 – 2016

Im Jahr 1995 erfolgte die lang vorbereitete Neugründung des Institutes für Betriebswissen­schaften und Fabriksysteme (IBF) als freiwilliger Zusammenschluss der Professuren Fabrikplanung und Fabrikbetrieb (Prof. Dr. Dr.-Ing. Wirth und Prof. Dr. sc. techn. Förster), Produktionsprozesssteuerung und Fabrikautomatisierung (Prof. Dr.-Ing. habil. Petermann) und Arbeitswissenschaft (Prof. Dr.-Ing. habil. Enderlein). Neben den betriebswissenschaftlichen Instituten der ETH Zürich, der TU Wien und der TU München war es das vierte seiner Art im mitteleuropäischen Raum. In dieser Zeit entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit mit den betriebs- und arbeitswissenschaftlichen Instituten an den Hochschulen bzw. Universitäten in Aachen (Prof. Walter Eversheim, Prof. Holger Luzcak), Berlin (Prof. Günter Spur, Prof. Helmut Baumgarten, Prof. Walter Volpert), Dresden (Prof. Wolfgang Rockstroh, Prof. Winfried Hacker), Dortmund (Prof. Reinhardt Jünemann, Prof. Axel Kuhn, Prof. Wolfgang Laurig), Hannover (Prof. Hans-Peter Wiendahl), Magdeburg (Prof. Günter Woithe, Prof. Eberhard Gottschalk, Prof. Michael Schenk, Prof. Volkmar Trognitz), München (Prof. Joachim Milberg, Prof. Heiner Bubb), Rostock/Wismar (Prof. Hans-Karl Reuter, Prof. Kurt Helbing), Stuttgart (Prof. Günter Pritschow, Prof. Hans-Jürgen Warnecke, Prof. Engelbert Westkämper, Prof. Hans-Jörg Bullinger), Wien (Prof. Franz Wojda) und Zürich (Prof. Fritz Huber, Prof. Eberhard Ulich). (Gesellschaft der Freunde der Technischen Universität Chemnitz e. V. 2011, S. 57)

In der Lehre setzte sich das Institut das Ziel, universitäre Diplom-Ingenieure mit solidem theoretischen Grundlagenwissen und betriebswissenschaftlichem Fachwissen, gepaart mit der Fähigkeit zur Teamarbeit für die Bewältigung von Problem­lösungsprozessen auf der Grundlage eines generalistischen Denkansatzes für Industrie und Dienstleistung auszubilden. Ein erster Schritt war die Ausbildung in der Fachrichtung „Fabriksysteme“, die in Deutschland in dieser Form ein Novum darstellte. (Wirth/Schüttauf 1995, S. 10)

Nur ein Jahr nach Neugründung des Institutes konnte das in den neuen Bundesländern einzige Innovationskolleg (IK) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf dem Gebiet der Produktionstechnik im Maschinenbau mit dem Titel „Bildung eines vernetzten Logistik- und Simulationszentrums“ eingerichtet werden. Die Ergebnisse dieses IK gaben Anstoß für die Einrichtung des Studiengangs „Systems Engineering“ zum Wintersemester 1999/2000. Drei Jahre später wurde der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen initiiert. Weiterhin konnten zwei Honorarprofessuren eingerichtet werden. 1995 wurde Dipl.-Ing. Béla Dören zum Honorarprofessor für „Bau- und Flächenmanagement“ und 2000 Dr. sc. techn. Reinhard Erfurth zum Honorarprofessor für „Industriebau und Baumanagement“ berufen. Institutsdirektor Prof. Wirth war von 1997 bis 2001 Dekan bzw. Prodekan der Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik. (Gesellschaft der Freunde der Technischen Universität Chemnitz e. V. 2011, S. 59; Jahres­bericht 2000, S. 1; Jahresbericht 2001, S. 2)

Die Initiierung und bundesweite Koordinierung der Vordringlichen Aktion VA16 „Flexible temporäre Fabrik“ durch das Institut sowie die Bewilligung des Sonderforschungsbereiches SFB 457 „Hierarchielose regionale Produktionsnetze“ zum 1. Januar 2000 – unter der Sprecher­schaft des IBF – waren außerordentliche Erfolge des Institutes und leiteten eine breite nationale und internationale Netzforschung ein. Abbildung 7 stellt das Vorgehensmodell des kompetenz­zellenbasierten Vernetzungsansatzes, bestehend aus drei Ebenen sowie sieben Phasen, dar und konkretisiert damit das Denkmodell hierarchieloser regionaler Produktionsnetze. (Gesellschaft der Freunde der Technischen Universität Chemnitz e. V. 2011, S. 60; Müller 2006; Müller 2007; Wirth 2000; Wirth/Baumann 2001)

Abbildung 7: SFB 457: Vorgehensmodell des kompetenzzellenbasierten Vernetzungs-ansatzes (Quelle: Wirth 1999)

Nachdem in den Jahren 2001 bis 2003 alle Professoren des Institutes in ihren Ruhestand gingen, wurde 2002 Prof. Dr.-Ing. Egon Müller zum neuen Professor für Fabrikplanung und Fabrikbetrieb und 2004 Prof. Dr. phil. habil. Dr.-Ing. Birgit Spanner-Ulmer zur neuen Professorin für Arbeitswissenschaft berufen. Dies war gleichzeitig der Beginn erheblicher baulicher Veränderungen am Institut. Zum einen wurde 2005 das modernisierte Institutsgebäude (Gebäude C) übernommen (Abbildung 8). Zum anderen wurde das ehemalige Technikum – die Experimentier- und Digitalfabrik (EDF) (Gebäude D) – in drei Ausbaustufen von 2003 bis 2011 grundlegend modernisiert und erweitert (Abbildung 9). Weiterhin konnte im Jahr 2011 das neugebaute Projekthaus METEOR (Gebäude F) übernommen werden (Abbildung 10). Vor wenigen Wochen haben die Bauarbeiten zur 4. Ausbaustufe der EDF begonnen. Diese Erweiterung wird beispielsweise für das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum die „Digitalisierung zum Anfassen“ ermöglichen. (Technische Universität Chemnitz 2016)

Abbildung 8: Institutsgebäude C vor (2004) und nach der Sanierung 2006 (Quelle: IBF)

Abbildung 9: Ausbaustufen der EDF (Quelle: IBF, Hendrik Schmidt)

Abbildung 10: Projekthaus METEOR: Spatenstich 2009 und Fertigstellung 2011 (Quelle: Pressebildarchiv TUC)

Seit den Anfangstagen des Institutes hat sich das Profil der beiden tragenden Professuren erheblich verändert. Die Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Egon Müller (geschäftsführender Institutsdirektor) fokussiert in Lehre und Forschung die Planung und den Betrieb ganzheitlicher Produktions- und Fabriksysteme. Dabei liegen die Schwerpunkte auf der Entwicklung zukünftiger Produktionsstrukturen und neuartiger Fabrikkonzepte für die Maschinen- und Anlagenbaubranche, die Automobilindustrie sowie die Elektronik- und Textilindustrie (Abbildung 11).

Abbildung 11: Arbeitsgebiete der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb

Die Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb ist folgendermaßen gegliedert:

  • Fachgruppe Fabrikplanung und Digitale Fabrik
  • Fachgruppe Fabrikbetrieb/Qualitätsmanagement
  • Fachgruppe Logistik/Energieeffiziente Fabrik
  • Projektgruppe Mittelstand 4.0

Die Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement unter Leitung von Prof. Dr. habil. Angelika C. Bullinger-Hoffmann – sie übernahm nach dem Weggang von Prof. Spanner-Ulmer 2012 die kommissarische Leitung und wurde 2014 berufen – thematisiert in Lehre und Forschung die Mensch-Technik-Interaktion in der Arbeits- und Lebenswelt. Ziel dabei ist es, wissenschaftlich fundierte Methoden und Werkzeuge zur Gestaltung von innovativen Mensch-Technik-Schnittstellen zu entwickeln (Abbildung 12). Das Vorantreiben anwendungsnaher Lösungen, die innovativ und breit akzeptiert sind, ist dabei zentral.

Abbildung 12: Kompetenzfelder der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement

Die Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement ist folgendermaßen gegliedert:

  • Cluster Competence Engineering
  • Cluster Product Engineering
  • Cluster Industrial Engineering
  • Cluster Arbeits- und Gesundheitsschutz

Das Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme verfügt heute über eine umfassende Laborlandschaft mit einer Vielzahl von Speziallaboren und Testumgebungen. Angefangen von der Experimentier- und Digitalfabrik (EDF), die eine „komplette Minifabrik“ mit allen wesent­lichen Bearbeitungs- und Logistikkomponenten der Stückgutproduktion sowie Komponenten zu deren Planung und Steuerung repräsentiert und im unmittelbaren Wechselspiel zwischen Planung und Betrieb die anwendungsgerechte Entwicklung/Anpassung von Methoden und Werkzeugen für Fabrikplanung und -betrieb sowie Verhaltensuntersuchungen von Fabrik- und Logistikprozessen und -konfigurationen ermöglicht, bis hin zu den Arbeitsumwelt-, Biometrik-, Ergonomie- und Usability-Laboren sowie Mobility Lab (Fahrsimulator) und weiteren Labs, mit denen empirische Studien und Versuche durchgeführt, Messungen erarbeitet und Studenten ausgebildet werden können, ist das Institut exzellent ausgestattet (Abbildung 13).

Abbildung 13: Labornetzplan des IBF 2016

Die Anerkennung der Leistungsfähigkeit des Institutes für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme spiegelt sich auch in der Entwicklung der Forschungsmittelzuwendungen wider. Während in den Jahren 1990-1996 über 10 Mio. DM an Drittmitteln eingeworben wurden, stieg dieser Wert in den Jahren 2003-2016 auf über 30 Mio. Euro an (Abbildung 14). Gleichzeitig entwickelte sich die Mitarbeiterzahl von 51 (1996) auf zeitweise über 80. (Wirth/Schüttauf 1995, S. 10, 13)

Abbildung 14: Drittmittelzuwendungen an das IBF 2003-2016 (kumulativ)

Alumni und Ausgründungen

In den vergangenen 60 Jahren haben nahezu 3.000 Absolventen ihr Studium als Diplom­ingenieur, Bachelor of Science oder Master of Science erfolgreich am Institut abgeschlossen. Hinzu kommen noch einmal fast 200 Doktoranden und Habilitanden, die hier betreut wurden. Einige von ihnen haben Unternehmen gegründet, Karriere in der Wirtschaft gemacht oder sind selbst zum Professor bzw. zur Professorin an anderen Hochschulen und Universitäten berufen worden (FPL-Journal 2010-2015; Jahresberichte 1991-2009; Wirth/Schüttauf 1995, S. 11). Im Folgenden wird ein Überblick über die Entwicklungswege einiger unserer Absolventen, Doktoranden und ehemaligen Mitarbeiter gegeben.

Berufliche Entwicklung von Absolventen, Doktoranden und ehemaligen Mitarbeitern des Institutes zum Professor (Auswahl)

  • Ackermann, Jörg - Prof. HTWK Leipzig
  • Fiebig, Siegfried - Prof. Hochschule Ostfalia
  • Finsterbusch, Karin - Prof. Hochschule Niederrhein Mönchengladbach
  • Fischer, Thomas - Prof. HTWK Leipzig, Dekan/Prorektor
  • Gansauge, Ludwig - Prof. Technische Hochschule Deggendorf
  • Gäse, Thomas - Prof. Westsächsische Hochschule Zwickau
  • Goldhahn, Leif - Prof. Hochschule Mittweida
  • Großmann, Annett - Prof. Hochschule Heilbronn
  • Grundig, Claus-Gerold - Prof. Technische Fachhochschule Wildau
  • Hess, Karl - Prof. TU Chemnitz
  • Keil, Bettina - Prof. Westsächsische Hochschule Zwickau
  • Kobylka, Andrea - Prof. Westsächsische Hochschule Zwickau
  • Merkel, Torsten - Prof. Westsächsische Hochschule Zwickau
  • Näser, Peggy - Prof. BTU Cottbus-Senftenberg
  • Neubauer, Werner - Prof. Hochschule Merseburg & TU Braunschweig
  • Olschewski, Torsten - Prof. BA Glauchau
  • Regel, Ulrich - Prof. BA Leipzig
  • Schumann, Christian-Andreas - Prof. Westsächsische Hochschule Zwickau
  • Tannenhauer, Jörg - Prof. TU Dresden
  • Teich, Tobias - Prof. Westsächsische Hochschule Zwickau
  • Weber, Wolfgang - Prof. BA Breitenbrunn, Direktor & MdL
  • Wiebach, Helfried - Prof. Hochschule Mittweida

Berufliche Entwicklung von Absolventen, Doktoranden und ehemaligen Mitarbeitern des Institutes in Unternehmen und Wirtschaft (Auswahl)

  • Bartel, Doreen - Johnson Controls Zwickau, HSEE-Koordinatorin
  • Beger, Florian - Porsche AG Stuttgart, Fertigungsplanung
  • Chodora, Marco - bayme vbm München, Leiter ServiceCenter Arbeitswissenschaft
  • Dreves, Frank - Audi AG Ingolstadt, Produktionsvorstand
  • Enderlein, Heiko - Continental Automotive, Werk Limbach-Oberfrohna
  • Engelmann, Jörg - Volkswagen Sachsen GmbH, Fahrzeugwerk Zwickau, Leiter Werktechnik
  • Erkmann, Jürgen - iFD GmbH Chemnitz, Gründer/Geschäftsführer
  • Fiebig, Siegfried - Volkswagen Sachsen GmbH, Sprecher der Geschäftsführung und Volkswagen AG, Generalbevollmächtigter
  • Fischer, Marko - Volkswagen do Brasil Curitiba, Leiter Qualitätssicherung
  • Füssel, Holger - Hörmann Rawema Engineering & Consulting GmbH Chemnitz, Geschäftsführer
  • Günther, Uwe - Hörmann Rawema Engineering & Consulting GmbH Chemnitz, Leiter Fabrikplanung und Consulting
  • Heller, André - plavis GmbH Chemnitz, Gründer/Geschäftsführer
  • Hess, Karl - Gesellschaft für industrielle Steuerungstechnik IST mbH Chemnitz, Gründer/ Geschäftsführer
  • Keil, Matthias - Audi AG Ingolstadt, Leiter Industrial Engineering Methoden
  • Kreißig, Udo - Continental Automotive GmbH, Werk Limbach-Oberfrohna, Direktor Technologieentwicklung Industrialisierung
  • Lässig, Jörg - SITEC Industrietechnologie GmbH Chemnitz, Geschäftsführer
  • Leischnig, Steffen - LSA GmbH Wolkenstein, Geschäftsführer
  • Liebl, Manfred - Beauftragter der Wirtschaftsförderung Sachsen für die sächsische Wirtschaft in Russland, Moskau
  • Löffler, Thomas - IREGIA e.V. Chemnitz, Geschäftsführer
  • Matz, Detlef - Werner & Mertz GmbH Mainz, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement
  • Naduschewski, Holger - Volkswagen Bildungsinstitut GmbH Zwickau, Geschäftsführer
  • Näser, Peggy - fabrik-ID GmbH Chemnitz, Gründerin/Geschäftsführerin
  • Neubauer, Werner - Volkswagen AG Wolfsburg, Mitglied des Markenvorstands für den Geschäftsbereich Komponente
  • Neubert, Jörg - Salzgitter Hydroforming GmbH & Co. KG Crimmitschau, Geschäftsführer
  • Neumann, Norbert - Robert Bosch Automotive Steering GmbH Schwäbisch Gmünd, Senior Vice President
  • Olschewski, Torsten - IREGIA e.V. Chemnitz, Geschäftsführer
  • Opitz, Andreas - CAPPcore GmbH Chemnitz, Gründer/Geschäftsführer
  • Petraus, Bernd - ProjectID GmbH Böblingen, Geschäftsführer
  • Rast, Steffen - Deutsche MTM-Gesellschaft Hamburg, Fachbereichsleiter Ergonomie
  • Riedel, Tino - plavis GmbH Chemnitz, Gründer
  • Risch, Wolfram - ATB Services GmbH Chemnitz, Gründer/Geschäftsführer
  • Schiller, Jan - plavis GmbH Chemnitz, Gründer/Geschäftsführer
  • Schlegel, Andreas - Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen IWU Chemnitz, Abteilungsleiter Produktionsmanagement
  • Scholta, Claudia - RKW Sachsen GmbH, Prokuristin & e-hoch-x Beratungsgesellschaft mbH Chemnitz, Gründerin/Geschäftsführerin
  • Spanner-Ulmer, Birgit - Bayerischer Rundfunk München, Direktorin für Produktion und Technik
  • Steinbach, Heidrun - ICM e. V. Chemnitz, Geschäftsführende Direktorin & Gastprofessorin Gesamthochschule Universität Kassel
  • Uhlmann, Michael - ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH Chemnitz, Geschäftsführer
  • Vogel, Volkmar - Voith Engineering Services GmbH Chemnitz, Geschäftsführer
  • Wagner, Ulf - Continental Automotive GmbH, Werk Limbach-Oberfrohna, Prozessplaner und Projektleiter
  • Walliser, Frank-Steffen - Porsche AG Stuttgart, Forschung und Entwicklung

Auch bei den Ausgründungen kann das Institut auf eine stolze Bilanz verweisen. Seit der Wende wurden folgende Institute und Unternehmen von den Professoren und Mitarbeitern des IBF (mit-)gegründet:

1991: Institut für territoriale und kommunale Entwicklung e. V.
1992:  ICM – Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e. V.
1993: Steinbeis-Transferzentrum Fabrikplanung, Ökologie und Automatisierter Fabrik­betrieb
1996: Mitteldeutsche Gesellschaft für Unternehmens- und Regionalentwicklung mbH (MGU)
1998:  An-Institut IREGIA e. V. – Institut für Revitalisierung und Entwicklung von Gewerbe- und Konversionsflächen sowie Industrieanlagen
2006: plavis GmbH
2009: fabrik-ID (seit 2012 als GmbH)
2011: CAPPcore GmbH (ehem. CAPPtron GmbH)


Neben einer großen Anzahl von Fachpublikationen in Zeitschriften, Büchern sowie auf nationalen und internationalen Tagungen und Kongressen ist eine Auswahl von Buch­publikationen hervorzuheben, die von den Professoren und Mitarbeitern des Institutes veröffentlicht wurden:

2001: Wirth, S., Baumann, A.: Wertschöpfung durch vernetzte Kompetenz – Schlanke Kompetenzkooperation: Überlebensstrategie für kleine Produktions- und Dienst­leistungsunternehmen
2004:  Schenk, M., Wirth, S.: Fabrikplanung und Fabrikbetrieb: Methoden für die wand­lungsfähige, vernetzte und ressourceneffiziente Fabrik
2009: Ackermann, J.: Logistikstrukturen kompetenzzellenbasierter Netze: Modellierung – Planung – Gestaltung
2009: Müller, E., Engelmann, J., Löffler, T., Strauch, J.: Energieeffiziente Fabriken planen und betreiben
2009:  Schütze, J.: Modellierung von Kommunikationsprozessen in KMU-Netzwerken: Grundlagen und Ansätze
2010: Schenk, M., Wirth, S., Müller, E.: Factory Planning Manual: Situation-Driven Production Facility Planning
2011: Baum, H.: Morphologie der Kooperation als Grundlage für das Konzept der Zwei-Ebenen-Kooperation
2014: Schenk, M., Wirth, S., Müller, E.: Fabrikplanung und Fabrikbetrieb: Methoden für die wandlungsfähige, vernetzte und ressourceneffiziente Fabrik (2. Auflage)
2014: Schmauder, M., Spanner-Ulmer, B.: Ergonomie: Grundlagen zur Interaktion von Mensch, Technik und Organisation
2015: Bullinger A. C., Cernavin, O., Richter, D., Schmicker, S.: Innovationspotenziale im demografischen Wandel: Forschung und Praxis für die Arbeitswelt
2016: Bullinger-Hoffmann, A. C., Mühlstedt, J.: Homo Sapiens Digitalis - Virtuelle Ergonomie und digitale Menschmodelle
2016: Hopf, H.: Methodik zur Fabriksystemmodellierung im Kontext von Energie- und Ressourceneffizienz
2016: Schulz, K.-P., Riedel, R.: Nachhaltige Innovationsfähigkeit von produzierenden KMU: Inhalte, Methoden, Fallbeispiele


G
eleitet von seinen beiden Professoren Egon Müller und Angelika Bullinger-Hoffmann und getragen von über 60 hochqualifizierten und -motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, repräsentiert das IBF derzeit ein beachtliches wissenschaftlich-technisches Potential. Es ist damit Garant sowohl für eine moderne und effektive Lehre als auch eine innovative und anwendungsorientierte Forschung.

Literatur

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  • Baum, H. (2011). Morphologie der Kooperation als Grundlage für das Konzept der Zwei-Ebenen-Kooperation. Wiesbaden: Springer Gabler.
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  • Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt (Hrsg.) (1956b). Ernennung von Prof. August Schläfer zum Direktor des Instituts für Betriebswissenschaften zum 01.09.1956. Signatur des Universitätsarchives der TU Chemnitz: UAC 200/18662.
  • Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt (Hrsg.) (1960). Perspektivplan des Institutes für Betriebswissen­schaften vom 30. 01. 1960. Signatur des Universitätsarchives der TU Chemnitz: UAC 201/70/36.
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