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Universitätsarchiv
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Bestand 3062 - Eugen Ristenpart (1873 - 1953)

 

Der Teilnachlass wurde der Technischen Universität Chemnitz im 2006 zum ersten Mal zum Kauf angeboten. Ein zweites Angebot wurde dann im Januar 2011 unterbreitet. Mit Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der TU Chemnitz konnten die Unterlagen schließlich im September 2011 erworben werden. Dieser Teilnachlass entstammt einer Haushaltsauflösung der Familie Schollmeyer in Mainz-Kostheim. Konrad Wilhelm Schollmayer war Gymnasiallehrer und hatte wahrscheinlich zu Eugen Ristenpart oder zu einem seiner Brüder Kontakt.

Im Teilnachlass sind vor allem Publikationen von Ristenpart und anderen zurFarbenlehre enthalten. Einen Schwerpunkt bildet der Einsatz Ristenparts für die Farbenlehre von Wilhelm Ostwald. Außerdem finden sich aber auch Nachschriften aus der Berliner Studienzeit Eugen Ristenparts. Ebenfalls sind Reste der Familienkorrespondenz zwischen Eugen Ristenpart und seinem Vater sowie seinen Brüdern enthalten.

Stephan Luther, im September 2011

 

Lebenslauf

Eugen Karl Emil Ristenpart wurde am 22.11.1873 in Frankfurt a.M. geboren. Er besuchte bis zum 11. Lebensjahr das Realgymnasium, anschließend das Gymnasium in Frankfurt am Main und schloß dies 1890 mit dem Reifezeugnis ab. Ab Herbst 1890 studierte er zunächst zwei Semester in Freiburg i.B. und weitere acht Semester in Berlin naturwissenschaftliche Fächer. Im Juli 1896 promovierte er im Hauptfach Chemie und in den Nebenfächern Physik, Mineralogie und Philosophie. Bis Ende 1896 war er Privatassistent des Herrn Geheimrat Bunte, daraufhin Assistent an der chemisch-technischen Prüfungs- und Versuchsanstalt in Karlsruhe. Dort beschäftigte er sich vor allem auf den Gebieten der Wasseruntersuchungen und Wasserreinigungen. Von Januar 1897 bis März 1899 war er Vorlesungsassistent an der Kgl. Färberei- und Agenturschule in Krefeld. Danach arbeitete er von April 1899 bis Juli 1901 in Amerika bei der amerikanischen Seidenfärberei von Knipscher & Maass in Paterson (New Jersey) als Betriebschemiker. Nach Deutschland zurückgekehrt, übernahm er im Januar 1902 die Stellung als Betriebschemiker der Krefelder Seidenfärberei AG bis Herbst 1908. Bis zur Anstellung an den Technischen Staatslehranstalten war er für Fachzeitschriften literarisch tätig.

Als Lehrer wurde er an den Technischen Staatslehranstalten am 1. Februar 1909 mit vorzugsweiser Verwendung an der Färberschule angestellt. In den Jahren 1909 bis 1912 unternahm er mehrmals Studienreisen zu verschiedenen Färbereien und Schulen, u.a. nach Frankfurt a.M., Krefeld, Leverkusen, ins Lausitzer Textilindustriegebiet, nach Berlin, Cottbus und Basel. Am 24. Februar 1912 wurde ihm der Titel und Rang eines Professors verliehen. An der Jubiläumsversammlung des Vereins Deutscher Chemiker nahm er vom 29. Mai bis 5. Juni 1912 in Freiburg teil. Ebenso besuchte er die Hauptversammlungen des Vereins Deutscher Chemiker in den Jahren 1913 in Breslau, 1914 in Bonn und 1916 in Leipzig. Auch wurde er als Sachverständiger auf dem Gebiet der Färbereitechniken bei gerichtlichen Angelegenheiten herangezogen. Im Jahre 1920 wurde er mit der Einrichtung und Leitung der Chemnitzer Zweigstelle der Ostwaldschen Farbwerkstelle beauftragt. 1925 und 1928 nahm er an den Kongressen des "Internationalen Vereins der Chemiker-Koloristen " in Zürich und in Heidelberg teil. Vom 7. Bis 9. August 1925 war er Teilnehmer des "3. Färbereitechnischen Kongresses" in Schweden.

Körperliche Beschwerden zwangen ihn ab 1. Oktober 1934 in den Ruhestand zu treten.

Quellen:

  • UAC 100/185, 186 - PA Ristenpart; Bd. 1/2
  • Jahresberichte Gewerbeakademie Chemnitz 1908-1909, 1933-1937

 

Veröffentlichungen:

  • Chemische Technolgie der organischen Farbstoffe (weitere Auflage 1925), Leipzig / Barth 1911
  • Die Oswaldsche Farbenlehre und ihr Nutzen für die Textilindustrie (weitere Auflagen 1948 u. 2001), 1926
  • Chemiefasern, chemische Veredlung, Berlin / Urban 1919
  • Chemische Technologie der Gespinstfasern, Teil 1: Die chemischen Hilfsmittel zur Veredlung der Gespinstfasern, Berlin 1923
  • Chemische Technologie der Gespinstfasern, Teil 2: Die Gespinstfasern, Berlin 1928
  • Chemische Technologie der Gespinstfasern, Teil 3: Die Praxis der Färberei, Berlin 1926
  • Chemische Technologie der Gespinstfasern, Teil: 4: Die Praxis der Bleicherei, Berlin 1928
  • Chemische Technologie der Gespinstfasern, Teil: 5; Die Ausrüstung: allgemeine Ausrüstung, Merzerisation, Seidenbeschwerung, Wasserdicht- und Flammensichermachen, Appreturanalyse, Berlin / Krayn 1932
  • Chemische Technologie der Gespinstfasern, Teil 6; Die Druckerei: Zeugdruck, Garndruck, Kunstseidendruck, Wolldruck, Seidendruck, Berlin/ Krayn 1934
  • Materiallehre für die Textil-Industrie (Rohstoffe, Herstellung und Untersuchung der Gespinste) , 4. Aufl., Berlin / Krage 1928
  • Die chemischen Hilfsmittel zur Veredlung der Gespinstfasern : Eigenschaften, Darstellung, Prüfung und praktische Anwendung, Berlin / Krayn 1923
  • Das Wasser in der Textilindustrie, Leipzig / von Criegern 1911
  • Abwässer- und Entnebelungsfrage in der Textil-Industrie, Leipzig / v. Criegern 1912
  • Über die Einwirkung von Ammoniak und Alkylaminen auf Bromaethylphtalimid, Berlin/Pionier 1896, zugleich Diss. Universität Berlin
  • Die Praxis der Bleicherei unter Berücksichtigung der Appretur, 3. Aufl., Berlin/Krayn 1928
  • Die Praxis der Färberei unter Berücksichtigung der Appretur, 3. Aufl., Berlin/Krayn 1926

 

Findbuch

Das vorläufige Verzeichnis ist hier als PDF abrufbar (128 KB).

Presseartikel