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Europäische Geschichte studieren in Chemnitz
Lehre
Europäische Geschichte studieren in Chemnitz 

Lehre

Das Studium umfasst zwei Gegenstandsbereiche - die Wirtschafts- und die Sozialgeschichte. Deren nachhaltige und informierte Gesellschaftskritik und die Beschäftigung mit der sozialen Frage gegen Ende des 19. Jahrhunderts trugen dazu bei, dass sich beide Fächer seit Beginn des 20. Jahrhunderts von zunächst randständigen Teilbereichen der Allgemeinen Geschichte zu eigenständigen Disziplinen entwickelten, die heute im Zentrum der modernen Fachhistorie stehen.

Die Professur WSG behandelt die zeitliche Epoche vom 16. Jahrhundert bis 1945, mit Ausgriffen in die Geschichte Ost- und Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Themen verknüpfen zentrale Debatten der wirtschaftsgeschichtlichen Forschung über Protoindustrialisierung, Marktbildung und Unternehmensgeschichte, mit denen der Sozialgeschichte, etwa Familienformen, Muster demo-graphischer Reproduktion, Bürgertumsforschung und Geschichte der Arbeiterbewegung. Die Erweiterung der Sozialgeschichte durch kulturgeschichtliche Fragen und Themen (besonders Mentalität, Ge-schlechterbeziehungen, konfessionelle und ethnische Identität) hat die Wirtschafts- und Sozialgeschichte durch interessante Neuansätze bereichert und deren gesamtgesellschaftliche Deutungsfähigkeit gestärkt.

Die Aufmerksamkeit der Wirtschafts- und Sozialgeschichte gilt neben ökonomischen Determinanten gesellschaftlicher Entwicklung sowohl langfristigen Strukturveränderungen (soziale Klassenformierung, Ungleichheit), Konflikt- und Protestbewegungen (Entstehung, Verlauf, Organisation), der Konstituierung und dem Wandel sozialer Gruppen, Schichten und Eliten (nach Herkunft, Bildung, Berufen, Alter, Vermögen), als auch der Konstruktion sozialer Identität im Spannungsfeld von Interessen, Erfahrungen, kulturellen Normen und Deutungsmustern. Die Untersuchung der engen Wechselbeziehungen von Wirtschaft, Sozialem und Kultur auf Basis der entwickelten handwerklichen Standards der Geschichtswissenschaft (wie Genauigkeit, Quellen- und Sprachkritik, Bilder- und Symbolanalyse) bewahren die WSG vor einer vorschnellen Abstraktion und Ideologisierung der Ökonomie, wie vor einer losgelösten, freischwebenden Kulturalisierung der Gesellschaften der vergangenen drei Jahrhunderte.

 

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