Lehrveranstaltungen Wintersemester 2026/2027
Die Lehrveranstaltungen der Professur Kultureller und Sozialer Wandel beginnen am 12.10.2026. Bitte melden Sie sich ab dem 01.10.2026, 9.00 Uhr über Opal an.
Prof. Dr. Teresa Pinheiro
Ob man unter Kulturwissenschaft(en) ein neues Fach oder einen fächerübergreifenden Theoriewandel versteht: Tatsache ist, dass die Kulturwissenschaften über keinen Konsens bildenden Kanon an theoretischen Grundlagen und methodischen Ansätzen verfügen. Die Vorlesung bietet Studierenden der kulturwissenschaftlich ausgerichteten Fächer eine Orientierung in diesem komplexen, aber auch spannenden Wissenschaftsfeld.
Die Vorlesung verfolgt eine zweifache Zielsetzung. Zum einen werden jene Tendenzen im angelsächsischen und im deutschsprachigen wissenschaftlichen Kontext seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts aufgezeigt, die die heutige Hochkonjunktur von Kultur als Untersuchungsgegenstand und der Kulturwissenschaft(en) als Wissenschaftsfeld nachvollziehbar machen. Zum anderen werden zentrale Ansätze und Themen vorgestellt, die die heutige kulturwissenschaftliche Arbeit prägen und bereichern.
Module: KBEuNF1, B_IB__1, B_Eu__1, B_AA__3, B_EG__1, B_EG__3, B_EuWA3, B_Ge__3, B_Ko__5, B_MK__5, B_Pä__1, B_Po__5, M_DK__3, M_Ko__3, M_MI__3, SGPhilWS
Beginn: 14.10.2026
Zeit: Mi 13:45-15:15
Raum: C25.012 (2/W012)
Anmeldung: ab dem 01.10.2026, 9.00 Uhr über OPAL
Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- bzw. Prüfungsordnung.
Prof. Dr. Teresa Pinheiro
Am 30. Juli 2026 gelangten etwa 70.000 Menschen von Marokko nach Ceuta in der Hoffnung auf ein Leben in Europa. Der Vorfall löste eine humanitäre Katastrophe aus und entfachte erneut Debatten über die EU-Außengrenzen und die europäische Migrationspolitik.
Im Seminar nehmen wir die aktuellen Ereignisse zum Ausgangspunkt für eine vertiefte Beschäftigung mit den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla von der Antike bis in die Gegenwart. Die longue durée der Geschichte Ceutas ermöglicht dabei eine dekoloniale Perspektive: Anstatt die Geschichte der Stadt erst mit der portugiesischen Eroberung von 1415 und damit im Kontext der europäischen Expansion beginnen zu lassen, rückt das Seminar die vielfältigen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen des Mittelmeerraums vor und nach der Kolonisierung in den Blick.
Aus der historischen Tiefe heraus werden die gegenwärtigen Konflikte um die spanischen Exklaven verständlicher. Sowohl die Konfliktlinien zwischen Spanien und Marokko als auch die Grenzziehung zwischen Europa und Afrika sind die Folge historisch gewachsener Ordnungen moderner Staatlichkeit und – im Falle Europas – Suprastaatlichkeit, die das Mittelmeer weniger als Verflechtungsraum denn als Grenze zweier voneinander abgeschotteter Kontinente betrachten.
Die Studierenden werden angeregt, semesterbegleitende Teilleistungen zu erbringen.
Module: B_EG__1, B_EG__3, B_EuWA3, B_EuWA5, B_Ko__5, SGPhilWS
Beginn: 14.10.2026
Zeit: Mi. 11.30-13.00
Raum: C25.044 (2/W044)
Anmeldung: ab dem 01.10.2026, 9.00 Uhr über OPAL
Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- bzw. Prüfungsordnung.
Prof. Dr. Teresa Pinheiro
Die Aufarbeitung des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur ist bis heute ein umkämpftes Feld in Spanien. Die Frage, wie diese Vergangenheit zu erinnern und zu bewerten ist und welche Bedeutung sie für die Gegenwart hat, wird zunehmend auch entlang parteipolitischer Konfliktlinien verhandelt. Ein gesellschaftlicher Konsens, der eine gemeinsame Erinnerungskultur tragen könnte, ist weiterhin nicht in Sicht.
Einen Einblick in die Komplexität spanischer Erinnerungskulturen erhielten die Teilnehmenden der Madrid-Exkursion im Sommer 2026. Sie erkundeten Spuren des Franquismus im öffentlichen Raum, führten Gespräche mit Expert:innen und diskutierten mit Madrider Studierenden über unterschiedliche Perspektiven auf die Vergangenheit. Ihre Beobachtungen und Begegnungen hielten sie mit der Kamera fest.
Das Seminar ist als Dokumentarfilmwerkstatt angelegt. Aus dem während der Exkursion entstandenen Filmmaterial entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam einen Dokumentarfilm. Sie sichten und ordnen das Material, suchen nach Geschichten und Perspektiven, entwickeln eine Fragestellung und erproben dabei, wie dieser audiovisuell nachgegangen werden kann. Schritt für Schritt entsteht aus den Eindrücken und Aufnahmen der Exkursion ein Dokumentarfilm.
Dabei geht es nicht nur darum, wie man einen Dokumentarfilm macht, sondern auch darum, was ein Film mit Erinnerung macht. Die eigene filmische Praxis wirft kulturwissenschaftliche Fragen nach der Repräsentation auf: Wie werden Vergangenheit und Gegenwart durch Bilder, Interviews und Montage dargestellt? Wer kommt zu Wort, wer bleibt unsichtbar? Und wie erzeugt filmische Auswahl Bedeutung? Weder technische Vorkenntnisse noch die vorherige Exkursionsteilnahme sind erforderlich. Das Seminar verbindet kulturwissenschaftliche Diskussion, Filmanalyse und praktische gemeinsame Arbeit am eigenen Material. In den Semesterferien wird die finale Fassung des Films fertiggestellt.
Module: B_EG__1, B_EG__3, B_EuSA3, B_EuWA5, B_Ko__5, M_Pä__1, M_Pä__3, M_Po__3, B_EuSA5, SGPhilWS
Beginn: 15.10.2026
Zeit: Do. 15:30-17:00
Raum: C10.105 (2/N105)
Anmeldung: ab dem 01.10.2026, 9.00 Uhr über OPAL
Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- bzw. Prüfungsordnung.
Prof. Dr. Teresa Pinheiro
Das Examenskolloquium ist ein Diskussionsforum, in dem Studierende die Möglichkeit haben, über den Stand ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit zu berichten bzw. Kapitelentwürfe vorzustellen. Darüber hinaus werden auch technische und inhaltliche Fragen, die im Laufe des Schreibprozesses entstehen, geklärt. Zur Teilnahme eingeladen sind alle Studierenden, die an ihrer Abschlussarbeit schreiben.
Module: SGPhilWS, B_EuKA5, B_EuSA5, B_EuWA5, B_Ko__5
Beginn: 13.10.2026
Zeit: Di. 13.45-15.15
Raum: C34.113 (TW/113)
Anmeldung: ab dem 01.10.2026, 9.00 Uhr über OPAL
Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- bzw. Prüfungsordnung.
Laura Meltke
Pedro Almodóvar zählt zu den bedeutendsten und international vielfach ausgezeichneten zeitgenössischen Regisseuren Spaniens. Sein vielschichtiges filmisches Werk widmet sich seit über vier Jahrzehnten Themen, die in der spanischen Gesellschaft lange tabuisiert waren: sexuelle Diversität, gesellschaftliche Ausgrenzung sowie die Aufarbeitung der Franco-Diktatur. Wiederkehrende Motive sind dabei insbesondere Frauen und Frauenfiguren in Krisensituationen, Körper und Körperlichkeit, sexuelle Selbstbestimmung, Mutterschaft, Leidenschaft und Trauer. Almodóvars Karriere begann nach dem Ende der Franco-Diktatur im kulturellen Aufbruch der Movida madrileña. Bis heute versteht Almodóvar sein Filmschaffen als gesellschaftliche und politische Positionierung. Insbesondere gegenüber rechtspopulistischen und autoritären Strömungen bezieht er öffentlich Stellung und betont die moralische Verantwortung von Kunstschaffenden zur kritischen Auseinandersetzung und Äußerung.
Ziel des Seminars ist es, anhand ausgewählter Filme, wie etwa Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs (Mujeres al borde de un ataque de nervios, 1988) und Alles über meine Mutter (Todo sobre mi madre, 1999), Almodóvars zentrale Themen und Motive zu beleuchten und zu untersuchen, welche gesellschaftlichen Normen, Spannungen und Brüche der Regisseur darin sichtbar macht. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, inwiefern Almodóvars Filmschaffen an gesellschaftliche Konflikte und Transformationsprozesse der spanischen transición anknüpft und in welcher Weise es zentrale Impulse der Movida madrileñafortführt. Darüber hinaus wird im Seminar eine Einführung in die Methoden der Filmanalyse geboten, indem die ausgewählten Filme in ihren formalen, narratologischen sowie ästhetischen Elementen untersucht werden.
Die Studierenden werden angeregt, semesterbegleitende Teilleistungen zu erbringen.
Module: B_EG_1, B_EG_3, B_EuWA3, B_EuWA5, B_Ko_5
Beginn: 12.10.2026
Zeit: Mo. 15.30-17.00
Raum: C24.201 (2/D201)
Anmeldung: ab dem 01.10.2026, 9.00 Uhr über OPAL
Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- bzw. Prüfungsordnung.
Dr. Ana Troncoso
Im Jahr 1936 begann in Spanien ein dreijähriger Bürgerkrieg, der mit der Machtübernahme Francos und der Errichtung einer mehr als vier Jahrzehnte währenden Diktatur endete. Zahlreiche spanische Republikaner*innen flohen daraufhin ins Exil, viele von ihnen zunächst nach Frankreich. Dort waren sie nach der deutschen Besetzung Frankreichs erneut Verfolgung und Repression ausgesetzt. Einige von ihnen migrierten in der Folge weiter und gelangten an unterschiedliche Orte in aller Welt, darunter auch in die DDR.
Ausgangspunkt des Seminars ist das Gemälde „30 Jahre Exil“ der spanisch-deutschen Malerin Núria Quevedo aus dem Jahr 1971. Darin porträtierte sie eine Gruppe von 33 Spanier*innen, die am 10. September 1950 aus dem französischen Exil nach Sachsen kamen und sich in Dresden niederließen. Mit Hilfe empirischer und interpretativer Methoden soll genauer untersucht werden, was aus diesen Menschen geworden ist. Wie beeinflusste ihre politische Vergangenheit in Spanien ihre gesellschaftliche Stellung in der DDR? Welche Vorstellungen von Widerstand und sozialistischen Werten entwickelten sie, und wie wurden diese im Alltag und im gesellschaftlichen Umfeld ausgehandelt? Welche Bedeutung hatte die Erfahrung des Widerstands in Spanien und des Exils für ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung? Diesen und weiteren Fragen soll im Seminar anhand von Archivarbeit, Feldforschung sowie der Analyse audiovisueller und literarischer Repräsentationen nachgegangen werden. Die dabei entstehenden Teilergebnisse können – sofern gewünscht – im Rahmen einer Veranstaltung zum 90. Jubiläum des Spanischen Bürgerkriegs im November an der TU Chemnitz präsentiert werden.
Module: SGPhilWS, 272034-005 (Forschungsseminar/Angewandte Kulturwissenschaften), 272034-010 (Methoden der KW), FM3, 272034-007 (GW und ST in der Migrationsgesellschaft)
Beginn: 14.10.2026
Zeit: Mi. 15:30-17:00
Raum: C24.221(2/D221)
Anmeldung: ab dem 01.04.2026, 9.00 Uhr über OPAL
Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- bzw. Prüfungsordnung.
Eine detaillierte Liste zu den Lehrveranstaltungen vergangener Semester finden Sie im Archiv.