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Arbeitsbereich: Politische Soziologie
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ACHTUNG!!! Zusätzliche Lehrveranstaltung im WS 2019/2020

Doing memory – Historische Sozialraumerkundungen und Erinnerungsarbeit im Friedrich-Heckert-Gebiet

Offen für alle Interessent*innen

Kann im BA für die Übung oder das Seminar in Modul 12 "Politische Soziologie" anerkannt werden. Prüfungsleistungen bitte mit den Dozent*innen klären.

Seminarbeschreibung:

13 Jahre lang versteckte sich die mordende Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ inChemnitz und Zwickau. In ihrer Zeit in Chemnitz lebten sie vornehmlich in dem Stadtteil Fritz- Heckert-Gebiet, einem Plattenbauviertel, in welchem ebenfalls zahlreiche Unterstützer*innen des NSU lebten.

Nachdem der „NSU“ sich selbstenttarnte, wurde 5 Jahre lang ein Gerichtsprozess gegen 5 Angeklagte vor dem Oberlandesgericht München verhandelt und zahlreiche Untersuchungsausschüsse arbeiteten deutschlandweit zu dem Handeln und der Verwicklung der Ermittlungsbehörden. Dennoch berichten viele Angehörige der Mordopfer, dass ihnen zentrale Fragen immer noch nicht beantwortet wurden. Etwa dass sie immer noch nicht wissen, wer den„NSU“ lokal unterstützte und wie die Opfer ausgewählt wurden. Zudem richten sich Bedrohungen und Hassnachrichten eines „NSU 2.0“ an Anwält*innen der Angehörigen wie beispielswiese an SedaBaşay-Yıldız.

Im Sinne des Konzeptes von „transitional justice“ geht es in dem Seminar „Doing memory –Historische Soziaraumerkundungen und Erinnerungsarbeit im ehemaligen Fritz-Heckert-Gebiet“darum, die Stadtteilgeschichte des Heckert-Gebietes wissenschaftlich und künstlerisch aufzuarbeiten und das Erinnern an die Verbrechen und die Opfer des NSU in öffentlichen Räumen der Stadtgesellschaft sichtbar zu machen. Zum Einsatz kommen dabei sowohl wissenschaftliche Methoden der Sozialraumanalyse und der ethnografischen Raumforschung als auch das Konzeptionalisieren und Produzieren künstlerischer Sound-, Film-, und Fotoinstallationen. Neben den einführenden Sitzungen an der TU werden Stadtteilbegehungen und Stadtarchivrecherchen sowie Produktionen der Soundinstallationen in einem Tonstudio durchgeführt.

Hannah Zimmermann, Soziologin (MA.) und Leiterin des Aufarbeitungsprojektes „Offener Prozess“wird in dem Seminar Einführungen in den NSU-Komplex und den Bezügen nach Sachsen und speziell Chemnitz geben. Darüber hinaus wird sie über den Stand der bundesweiten Erinnerungsarbeit und der wissenschaftlichen Aufarbeitung informieren.

Der Pädagoge (MA.) Theo Treihse gibt Einblicke in Formen der Spurensuche und des Gedenkens im öffentlichen Raum. Am Beispiel rassimuskritischer Stadtrundgängen kann diskutiert werden, wie antirassitische Gedenkarbeit gestaltet, historische Kontinuitäten im urbanen Raum sichtbar und besprechbar gemacht und Formen der Wissensvermittlung konzipiert werden können.

Gemeinsam mit der Bildenden Künstlerin Irène Mélix (Dipl.) wird das Seminar sich mithilfe künstlerischer Strategien dem gesammelten Material nähern. Welche Verantwortung ergibt sich aus dem Wissen und wie setzen sich Forscher_innen zu diesem ins Verhältnis? Wie lassen sich die Überlegungen aus dem Seminar zurück an die Orte tragen, mit denen sie sich beschäftigen? Wie werden Geschichten und Erinnerungen Teil des städtischen Raums von heute? Wie lässt sich Geschichte erzählen? Zum Ende des Seminars sollen dafür Formen entwickelt und im städtischen Raum als Interventionen erfahrbar gemacht werden.

Blocktermine:

18.10.2019 10:00 – 18:00 Uhr
01.-03.11.2019 Exkursion zum NSU Tribunal in Chemnitz (optional) 06.12.2019 10:00 – 18:00 Uhr
10.01.2019 10:00 – 18:00 Uhr

Raum 113 /TW9

Sowie zusätzliche flexible Arbeitsgruppentreffen

Kontaktdaten:

Hannah.Zimmermann@asa-ff.de

irene@irenemelix.de

theo.treihse@posteo.de

Presseartikel