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Professur Montage- und Handhabungstechnik
Professur Montage- und Handhabungstechnik

Vita

  • 19.1.1930
  • Geboren in Dresden.
  • 1948
  • Abitur in Dresden.
  • 1949-53
  • Studium des Maschinenbaus, Fachrichtung Fördertechnik, in Dresden.
  • 1953-57
  • Assistent und Oberassistent bei Prof. Lichtenheldt.
  • 1956
  • Promotion mit dem Thema "Ein Beitrag zur Erzeugung von Koppelkurven"
  • 1957-62
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt.
  • 1959
  • Erste Vorlesung an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt.
  • 1966
  • Habilitation mit dem Thema "Theorie und Konstruktion der Sternradgetriebe" bei Prof. Lichtenheldt.
  • 1967
  • Berufung zum Professor mit Lehrauftrag.
  • 1968-72
  • Erster Direktor der Sektion Maschinen-Bauelemente.
  • 1969
  • Berufung zum ordentlichen Professor für Getriebetechnik.
  • 1980-84
  • Leiter des Wissenschaftsbereichs Konstruktion.
  • 1994
  • Ehrendoktor der Moskauer Technologischen Universität.
  • 1995
  • Pensionierung.
    ...

    Nachruf


    Am 08. Juli 2015 verstarb im Alter von 85 Jahren

    Wir trauern um einen Hochschullehrer und Wissenschaftler, dessen Arbeitsleben ganz besonders eng mit der Entwicklung der Universität, fast seit ihrer Gründung, verbunden war. Mit seinem wissenschaftlichen Werk und seiner Persönlichkeit hat Prof. Volmer hervorragend zur Begründung des nationalen und internationalen Rufes der Technischen Universität Chemnitz beigetragen.

    Die ganz besondere Aufmerksamkeit des "Professors mit der Fliege" galt von Beginn seines Wirkens als Hochschullehrer der Entwicklung der Getriebetechnik zu einer modernen Technikwissenschaft. Er hat dieses Anliegen in seinen Büchern, wissenschaftlichen Vorträgen und nicht zuletzt in seinen Vorlesungen eindrucksvoll demonstriert und umgesetzt. An die Vorlesungen in Getriebeanalyse, -synthese und spezielle Kapitel der Getriebetechnik erinnern sich auch heute noch viele Studierende mit Begeisterung und großem Respekt, vor allem wegen seiner ganz besonderen Fähigkeit, strenge wissenschaftliche Klarheit mit hoher Anschaulichkeit und einer ingenieurmäßigen Betrachtungsweise zu verbinden.

    In gleicher Weise wird Prof. Volmer auch durch seine Buchreihen der Chemnitzer Getriebetechnik und Robotik in Erinnerung bleiben, welche unter seiner Federführung und der Mitwirkung von vielen Autoren entstanden.

    Das wissenschaftliche Werk von Prof. Volmer umfaßt darüber hinaus über 220 Publikationen, Berichte und Übersetzungen. Ihm wurden 14 Patente erteilt. Er hat 33 Kandidaten erfolgreich zur Promotion und Habilitation geführt.

    Prof. Volmer im Januar 2010 zum Ehrenkolloquium anlässlich seines 80. Geburtstages im "Alten Heizhaus"

    Als einer der ersten Getriebetechniker Deutschlands und als einer der ersten Techniker der DDR überhaupt erkannte und benannte Prof. Volmer die enorme Bedeutung der Industrieroboter für die Automatisierung im Maschinenbau. Bis zum Ende seiner aktiven Berufslaufbahn im Jahr 1995 entwickelte er mit seinen Mitarbeitern Labormuster von Robotern und Handhabungsgeräten, Greifern, Wechseleinrichtungen und Fügemechanismen. Aufbauend auf dieser Historie und ausgerichtet auf die neuen Herausforderungen wird die von ihm geprägte Professur Getriebetechnik heute inhaltlich als Professur Montage- und Handhabungstechnik weitergeführt.

    Nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand hielt er regelmäßigen Kontakt zum Lehrstuhl. Er hielt Gastvorlesungen in der Türkei und in China. Als Mitglied von Ausschüssen des VDI beteiligt er sich aktiv und ehrenamtlich an der Entwicklung und Herausgabe neuer Richtlinien zur Getriebetechnik. Die hohe internationale Anerkennung die er erfuhr, drückte sich unter anderem darin aus, dass er viele Jahre und noch in seinem Ruhestand deutscher Herausgeber der wichtigsten internationalen Fachzeitschrift auf dem Gebiet der Getriebetechnik Mechanism and Machine Theory war.

    Unvergessen bleiben seine außergewöhnliche Ingenieurkunst, kreative Intuition und seine besondere Liebe zur Technik, Kunst und Kultur. Nach seiner Überzeugung ist Technik prinzipiell progressiv und notwendig. Diesen Gedanken folgend werden wir in seinem Sinne auch zukünftig angehende Ingenieure ausbilden.

    Prof. Johannes Volmer bleibt uns in Erinnerung als ein immer positiv denkender und eloquenter Mensch mit einem ausgeprägten Interesse für Kultur und Gesellschaft und eigenen künstlerischen Ambitionen, welche sich unter anderem durch seine Leidenschaft zur Holzgestaltung und dem Ovaldrehen zeigten. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben unserer Stadt waren für ihn bis zu seinem Tode ein wichtiger Lebensinhalt.

    Der Familie von Prof. Volmer gilt unsere aufrichtige Anteilnahme und ein tief empfundenes Mitgefühl.


    Prof. Maik Berger und die Mitarbeiter der Professur Montage- und Handhabungstechnik