VIRTUS - Verletzungs-Risikominimierung durch Integration prädiktiver Unfallanalysen zur aktiven Steuerung von Fahrzeug-Trajektorien
Teilvorhaben: Menschzentrierte Validierung
Projektpartner
Fördergeber

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Förderkennzeichen: 03VP13843
Laufzeit
01.07.2026 – 30.06.2029
Beschreibung
Unfallstatistiken der letzten 10 Jahre belegen, dass 75-85 % der in deutschen Großstädten schwer bis tödlich verletzten Verkehrsteilnehmenden Fußgänger:innen, Fahrradfahrer:innen oder Zweiradfahrer:innen (vulnerable road user; VRU) sind, obwohl nur etwa jeder zehnte Verkehrsunfall unter Beteiligung eines VRU stattfindet. Auch wenn die absolute Zahl der tödlich Verunglückten einen rückläufigen Trend aufzeigt, belegen diese Anteile einen dringenden und anhaltenden Handlungsbedarf.
In VIRTUS soll auf Grundlage fahrzeuggebundener Sensorik und unter Verwendung datengetriebener Modellierungsansätze eine Minimierung von VRU-Verletzungsrisiken erstmals durch automatisierte und gezielte Eingriffe in die Längs- und Querführung des Fahrzeugs erprobt werden. Die Methodenvalidierung erfolgt unter Verwendung eines vernetzten Prüfstandverbunds. Diese Versuchsumgebung erlaubt die Integration der Fahrfunktion in ein reales Fahrzeugumfeld sowie realitätsnahe Abbildung kritischer Szenarien zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmenden unter Einhaltung aller sicherheitstechnischen und ethischen Rahmenbedingungen.
Die AHF ist dabei für die menschzentrierte Validierung der Algorithmen verantwortlich und untersucht die Systemwirksamkeit unter Berücksichtigung des intuitiven VRU-Verhaltens, die Nutzendenakzeptanz und die Interaktion von Fahrenden und Fahrfunktion.