Navigation

Springe zum Hauptinhalt
Exzellenzcluster MERGE
MERGE
INTERNATIONALES

Leichtbauforschung in der wärmsten Stadt der Welt

TU-Student absolvierte halbjährigen Forschungsaufenthalt in Außenstelle des Bundesexzellenzclusters MERGE in Bangkok/Thailand, Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse zur 4th IMTC 2019 an der TU Chemnitz

Internationale Kooperationen sind für den Bundesexzellenzcluster MERGE der Technischen Universität Chemnitz seit jeher von großer Bedeutung. Die grenzübergreifende Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden schafft nicht nur die Voraussetzungen für den Austausch von Fachwissen, sondern bietet auch Gelegenheit das Forschungspotenzial aus anderen Regionen der Erde zu nutzen. Eine langjährige Forschungskooperation des Clusters besteht mit der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok (KMUTNB), Thailand. Im Jahr 2017 ging aus dieser Zusammenarbeit ein gemeinsames Forschungszentrum hervor: das „Lightweight Structure Technologies Collaborative Center“ (LiST). Dort stehen insbesondere die regionaltypischen, nachwachsenden und „grünen“ Faserstoffe Thailands, wie zum Beispiel Kokos und Flachs als Verstärkungsstrukturen in Faserkunststoffverbunden, im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses.

Forschungsresultate werden auf IMTC 2019 präsentiert

Im Rahmen dieser Kooperation absolvierte Joshua Dietz-Röthlingshöfer, TU-Student im Fachbereich Leichtbau, im Wintersemester 2018/19 einen Forschungsaufenthalt in Bangkok. „Die Zusammenarbeit mit den Forschenden und Studierenden am LiST war sehr angenehm und interessant. Die Menschen dort sind äußerst hilfsbereit und engagiert in ihrer Forschungsarbeit und ich konnte viel Neues lernen“, schildert Dietz-Röthlingshöfer. „An dem Mechanical Engineering Department von Professorin Arisara Chaikittiratana und dem Science and Technology Research Institute (STRI) fühlte ich mich sehr willkommen und war beeindruckt, was mit den dortigen Möglichkeiten an Maschinen, Materialen und deren Verfügbarkeit erforscht werden kann.“ In einem Team aus internationalen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden arbeitete er am LiST an Fragestellungen wie beispielsweise der Herstellung von Fahrradrahmen aus Hanffaserverbunden mithilfe einer speziellen Wickeltechnologie. Die Ergebnisse dieses Projekts werden Chaikittiratana und Dietz-Röthlingshöfer in einem Vortrag zur 4th International MERGE Technologies Conference (IMTC) präsentieren, die vom 18. bis 19. September 2019 an der TU Chemnitz stattfindet.

Reger Austausch ist gewünscht

Neben Vorlesungen am International College der KMUTNB besuchte Dietz-Röthlingshöfer während seines Aufenthaltes vor allem Lehrveranstaltungen an der Thai German School of Engineering (TGGS) der RWTH Aachen. Dort konnte er Einblicke in für ihn neue Denkweisen und spannende Themengebiete wie „Industrial Design Engineering“, „Mechanical Behavior and Degradations“ oder „Automotive Safety and Assessment Engineering“ gewinnen. Gleichzeitig lernte er dabei auch andere Studierende kennen, die ebenfalls einen Auslandaufenthalt an der KMUTNB absolvierten. Mithilfe ortsansässiger Freunde gelang es ihm zudem, sich einen thailändischen Grundwortschatz anzueignen, der ihm die Verständigung mit den lokalen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden erleichterte. „Im März diesen Jahres beging die Universität ihr 60-jähriges Jubiläum und blickte auf die Erfolge dieser Zeit zurück. Für die Zukunft wünscht sich die KMUTNB auch weiterhin einen möglichst lebhaften Austausch internationaler Studierender“, berichtet Dietz-Röthlingshöfer von seinem Austausch mit den Lehrenden vor Ort.

Recycling gegen Luftverschmutzung

Neben der Chance „das Klima an der Universität sowie die Art zu Lehren und zu Arbeiten“ kennenzulernen, ergab sich für Joshua Dietz-Röthlingshöfer auch die Gelegenheit an der International Conference on Combustion, Incineration/Pyrolysis, Emission and Climate Change, kurz I-CIPEC, teilzunehmen. „Ich selbst konnte zu einem reibungslosen Ablauf der Konferenz beigetragen. Dazu gehörten hauptsächlich Organisations- und Vermittlungsaufgaben gemeinsam mit den anderen thailändischen Studierenden“, erläutert er seine Rolle. Die Konferenz, die vom 18. bis zum 21. Dezember 2018 bereits zum zehnten Mal stattfand, befasste sich mit den Themen Klimawandel, Luftverschmutzung und Energiegewinnung aus Abfallprodukten. Zu diesem Anlass versammelten sich nicht nur Teilnehmende aus nahezu allen asiatischen Staaten, sondern aus der ganzen Welt in Bangkok. „Ziel war es, den asiatischen Ländern das Recycling von Stoffen anstatt der Verbrennung näherzubringen und die Vorteile dieser Denkweise aufzuzeigen, da in den meisten Ländern hohe Luftverschmutzung herrscht und der Müll nicht getrennt oder recycelt wird“, fasst Dietz-Röthlingshöfer das Anliegen der Konferenz, die das nächste Mal 2019 in Malaysia stattfinden wird, zusammen.

Zurück in Deutschland kann der TU-Student auf sechs Monate zurückblicken, die mit zahlreichen Möglichkeiten, das Leben und Lernen in einem anderen Land kennenzulernen, erfüllt waren. Die Gelegenheit sich mit landesspezifischer Forschung vertraut zu machen und internationale Bekanntschaften zu knüpfen, eröffnete ihm eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller, gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Perspektiven und verstärkte sein Interesse an global bedeutsamen Themen. „Es war definitiv eine tolle Lernerfahrung und bereitet mich gut auf eine Karriere in der internationalen Leichtbauforschung vor", lobt Dietz-Röthlingshöfer begeistert.

Autorinnen: Eva Laurie, Julia Grunwald


11. September 2019