1960
Campus Reichenhainer Straße
Bis 1965 entstanden dann die langgestreckten Institutsgebäude an der Reichenhainer Straße 70, mit dem Turmbau im Zentrum und den Versuchshallen dahinter.
Mit der Denomination zu einer Technischen Hochschule 1963 wurde der Höherentwicklung der bisherigen Spezialhochschule auch von offizieller Seite folge geleistet. Seit dieser Statuserhebung zur Technischen Hochschule ziert die bereits 1957 durch die Stadt gestiftete Amtskette des Rektors eine zusätzliche Innenkette mit dem Bildnis von Karl Marx im Zentrum.
Die angekündigten gesellschaftlichen Veränderungen auf dem V. Parteitag der SED 1958 – bekannt durch Walter Ulbrichts Ankündigung, die DDR wolle die Bundesrepublik innerhalb kürzester Zeit „einholen und überholen“ – führten zu Beginn der 1960er Jahre zu Reformen, welche die Planwirtschaft effizienter gestalten sollten. Für die Hochschulen der DDR bedeutete dies eine enorme Ausweitung der Kapazitäten.
Um in Karl-Marx-Stadt die nötige Infrastruktur zu schaffen, sollten neben dem sich bereits im Bau befindlichen Sektionsgebäude für Automatisierungstechnik, weitere Gebäude für Informationstechnik, Informationsverarbeitung und Physik/ Elektronische Bauelemente, inklusive der nötigen Laborbereiche errichtet werden. Zudem waren ein Hörsaal- und Seminarkomplex mit je 3000 Plätzen, eine zweite Mensa mit 1700 Plätzen, ein zweiter Wohnheimkomplex mit 3900 weiteren Plätzen, eine eigene Polyklinik sowie ein neuer Sportkomplex vorgesehen. Ausdruck der neuen Gigantomanie wurde die Endstufe der Ausbaupläne des Campus Reichenhainer Straße bis hin zur Werner-Seelenbinder-Straße auf der Höhe des Sportforums. Diese hätte einen eigenen Bibliotheks- und Verwaltungsbau, einen weiteren Wohnheimkomplex mit 3500 Plätzen und neue Sektionsgebäude für Mathematik, Maschineningenieurwesen und die sozialistischen Leitungs- und Organisationswissenschaften zum Plan gehabt.