Strukturwand (Johannes Belz)
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| Signatur | TUC_AO_038 |
|---|---|
| Klassifikation | Wandgestaltung |
| Entstehungszeitraum | 1969 – 1970 |
| Material | Stahlblechelemente |
| Objektbeschreibung | Wandgestaltung aus Blech/Metall |
| Gebäudenummer | |
| Lagebeschreibung | |
| Zugänglichkeit |
Künstler
Abgerufen aus der Gemeinsamen Normdatei (GND) über lobid.org
| Johannes Belz (1067937811) | |
|---|---|
| Name | Belz, Johannes |
| Geburtsdatum | 1925-01-28, |
| Sterbedatum | 1976-03-04, |
| Beruf | Bildhauer, |
| Wirkungsstätte | Karl-Marx-Stadt, Dresden, Schneeberg (Erzgebirgskreis), Klingenthal (Sachsen), |
| Biografie | geb. in Kratzig, Kreis Köslin, |
| wikipedia | https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Belz, |
Information
Im Jahr 1970 wurde die neue Mensa an der Reichenhainer Straße fertiggestellt. Sie wurde nach dem Entwurf des Architekten Wolfgang Sehm als Kompaktbau errichtet. Charakteristisch für die Mensa waren die Vorhangfassade aus blaugrünem Überfangglas und der mit Sandstein verkleidete Sockel.
Das Gebäude wurde mit zwei Arbeiten bildender Kunst ausgestattet. Eines davon war die Strukturwand von Johann Belz, eine knapp 4 mal 10 Meter große Gestaltung aus Stahlblech. Der bekannte Karl-Marx-Städter Künstler, der unter anderem den sogenannten Klapperbrunnen an der Straße der Nationen geschaffen hat, bezog sich in diesem Werk auf mikroskopische kristalline Strukturen. Dazu hatte ihm ein Freund, der Professor an der TH Karl-Marx-Stadt war, Bilder als Vorlage zur Verfügung gestellt. Die halbplastische Strukturwand hing im Treppenaufgang im ersten Obergeschoss der Mensa. Sonja Belz, die Witwe des Künstlers, zitierte in einem Text über die aus mehr als 2000 Einzelteilen bestehende Gestaltung aus einem Zeitungsartikel zu dem Kunstwerk aus dem Jahr 1971: „Belz verwarf eine figürliche Darstellung wegen der ständigen großen Ansammlungen von Menschen im Hause, auch eine Reliefdarstellung erwies sich als nicht angebracht, da sie dem Raum eine unangemessene Erhabenheit verliehen hätte. Angeregt zu dieser vorliegenden Lösung wurde Johann Belz durch elektronische Aufnahmen mikroskopischer Metallstrukturen, diese Lehrstoffbezogenheit reizte ihn sicher, gerade diese Schmuckform anzustreben.“ Ein Gipsmodell des Werkes ist bis heute im ehemaligen Atelier von Johann Belz erhalten.
Im Jahr 1999 wurde unter Leitung des Studentenwerks als Bauherr die Sanierung der Mensa begonnen. Dabei wurden beide Standorte der baubezogenen Kunst im Gebäude umgestaltet. Das Treppenhaus mit der Strukturwand von Johann Belz wurde entfernt. In der ehemaligen Professorenmensa wurde ein Durchbruch in die Wand mit dem von Rudolf Kraus gestalteten Bild eingezogen, um eine ausgelagerte Feuertreppe an das Gebäude anzuschließen.
Vor dem Umbau des Gebäudes stufte im Jahr 1999 eine Kunstkommission beide Werke als künstlerisch wertvoll und damit erhaltenswert ein. Die Metallwand von Johann Belz wurde mit der Sanierung demontiert und eingelagert. Die Teile der Strukturwand wurden laut dem Enkel des Künstlers zunächst in die Räume der Alten Aktienspinnerei (heutige Universitätsbibliothek) verbracht und gelangten somit in die Obhut der Neuen Sächsischen Galerie. Nach dem Auszug derselben kamen die Teile nach Zwischenstationen ins Depot des Sächsischen Industriemuseums. Dort befindet sich das Werk bis heute. Bisherige Versuche, einen neuen Standort für die Strukturwand zu finden, scheiterten. Nach der Aktenlage im Industriemuseum sind die Besitzverhältnisse des Werkes unklar, was seine Restaurierung nicht möglich macht.