WIMLT - Wireless-enabled In-track Magnetic Levitation Transport system
Das Forschungsprojekt WIMLT ist ein deutsch-koreanisches Gemeinschaftsvorhaben zur Entwicklung eines neuartigen innerbetrieblichen Transportsystems für hochreine und hochpräzise Produktionsumgebungen, insbesondere in der Halbleiter-, Display-, Batterie- und Pharmaindustrie. Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Dezember 2025 bis November 2028 im Rahmen der 11. Deutsch-Koreanischen Ausschreibung für gemeinsame FuE-Projekte.
Ausgangssituation und Motivation
Moderne Fertigungsprozesse in der Halbleiter- und Displayindustrie stellen extrem hohe Anforderungen an Reinheit, Positioniergenauigkeit und Prozessstabilität. Klassische Fördersysteme und kontaktbasierte Linearantriebe verursachen Abrieb, Partikel und Wärme und sind daher für sensible Prozessschritte wie Fotolithografie oder Vakuumbeschichtung nur eingeschränkt geeignet.
Zwar bieten bestehende Magnetschwebesysteme kontaktlosen Transport, jedoch sind viele Lösungen durch schwere Carrier mit integrierter Elektronik oder komplexe, sensorintensive Schienenstrukturen gekennzeichnet. Dies führt zu hohen Kosten, eingeschränkter Skalierbarkeit, hohem Wartungsaufwand und begrenzter Integration in Smart-Factory-Konzepte.
Innovatives Systemkonzept
WIMLT verfolgt einen neuartigen hybriden Systemansatz für In-Track-Magnetschwebetransportsysteme. Ein zentrales Innovationsmerkmal ist die Verlagerung leichter Abstandssensoren auf den beweglichen Carrier, während leistungsintensive Elektronik, Aktuatoren und Steuergeräte auf der Track-Seite verbleiben.
Die notwendige Verbindung zwischen Carrier und Track wird durch eine hochzuverlässige, drahtlose Kommunikation mit extrem niedriger Latenz realisiert. Dadurch entfällt die Verkabelung beweglicher Komponenten, was insbesondere für Reinraum- und Vakuumanwendungen erhebliche Vorteile bietet.
Projektkonsortium
Das WIMLT-Projekt wird von einem komplementären Konsortium aus Industrie und Forschungseinrichtungen in Korea und Deutschland getragen. Während die koreanischen Partner die mechanische Auslegung, elektromagnetische Komponenten, Reglerentwicklung und industrielle Erprobung verantworten, bringen die deutschen Partner ihre Kernkompetenzen in den Bereichen drahtlose Kommunikation, verzögerungsrobuste Regelung, künstliche Intelligenz, Lokalisierung und digitale Zwillinge ein. Diese enge Zusammenarbeit gewährleistet sowohl wissenschaftliche Exzellenz als auch industrielle Umsetzbarkeit.