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National Model United Nations
NMUN

Tagebuch

Tag 14: Freitag, 23.03.2018  - Tag der Abreise

(Fotos privat: TU Chemnitz 2018 eine der besten Delegationen der Welt)

Die Abreise steht an. Wie finden sich da die letzten Worte?

Am Morgen hat jeder seine letzten Sachen zusammengepackt, da wir bereits um 11.00 Uhr auschecken mussten. So trennten sich unsere Wege, nach so einem unglaublichen und unvergesslichen Abenteuer. Wir haben miteinander so eine intensive und aufregende Zeit erleben dürfen, dass es uns allen schwer fällt New York und dem besonderen Ereignis, der NMUN, Lebewohl zu sagen. Wir verlassen New York mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einige freuen sich darauf, endlich ihre gewohnte Umgebung und ihre Familie wiederzusehen, während andere an dieses Abenteuer einen Urlaub anknüpfen und die USA weiter erkunden.

Wir wissen, dass wir mit diesem tollen universitären Projekt neue Freunde aus aller Welt finden durften und mit dieser unglaublichen Delegation unsere ganz persönliche NMUN-Familie gefunden haben. Unsere Abreise aus New York bedeutet Gott sei Dank nicht, dass wir uns nie wiedersehen. Es ist ein temporärer Abschied. Wir sehen uns bald alle wieder in Chemnitz. Wir können nun alle für uns diese besondere Zeit Revue passieren lassen. 

Dieses Projekt ist so spannend und lehrreich. Wir durften in das Geschehen der Diplomatie hineinschnuppern und selbst aktiv werden. Lange Verhandlungen und Diskussionen, um einen Konsens zu finden und jedermanns Interessen zufrieden zu stellen, waren anstrengend. Doch am Ende war ein Ziel in Sicht, dass uns stolz machte, es erreicht zu haben.

Ich möchte im Namen der ganzen Delegation in diesem letzten Beitrag des Tagebuchs einen ganz persönlichen Dank an Jakob Landwehr aussprechen. Wir dürfen uns glücklich schätzen, Dich unseren Faculty Advisor nennen zu dürfen. Wir durften erkennen, dass selbst unser Dozent und Faulty Advisor ganz normal ist. Obwohl man „ganz normal“ nicht sagen kann. Denn er gehört zu uns, zu uns als verrückte, abenteuerlustige und einzigartige NMUN-Truppe. Danke dir vielmals. Danke dir für alles, was du für uns gemacht hast, für all die Stunden, die du mit uns für das Projekt verbracht hast, und für deine Unterstützung.

(Autorin: Marie-Therese Schmidt - im Namen der NMUN Delegation)

Mein Dank gilt einer fantastischen Delegation, die ein Jahr viel harte Arbeit in die Vorbereitung gesteckt, die während der Konferenz Außergewöhnliches geleistet hat und über ihre Grenzen hinaus gegangen ist. Die Leistung der TUC bei NMUN 2018 gehört ganz allein 15 ausgezeichneten Studierenden, die auf die hier bei NMUN gezeigte Leistung mehr als stolz sein können. Als Faculty Advisor kann man sich keine bessere Truppe wünschen!

(Nachtrag: Jakob)

                                                    

 

Tag 13: Donnerstag, 22.03.2018 – Finale!!

(Fotos privat: Stephan marschiert ein letztes Mal auf dem UN-Gelände auf)

Wir haben überlebt! Nachdem das sonst so sonnige New York gestern in eine Landschaft aus Matsch und Schnee verwandelt wurde, hatten wir heute noch einmal das Glück, die Stadt von ihrer schönsten Seite zu erleben. Heute begaben wir uns ein letztes Mal in die Räumlichkeiten der Vereinten Nationen und besichtigten den Sicherheitsrat, den Wirtschafts- und Sozialrat sowie die Generalversammlung, in welcher gerade eine Konferenz zum Thema Wasser stattfand. Nach einem kurzen Frühstück/Mittagessen (u.a. mit Philly Cheesesteaks) pilgerten wir zum zweiten Stock des Sheraton Hotels – dort erwarteten uns bereits ca. 500 andere Studenten, welche sich allesamt anlässlich der ersten von zwei Abschlusszeremonie (Länder A-L) der NMUN Konferenz 2018 dort versammelt hatten. Das Highlight dieser Zeremonie waren nicht nur die inspirierenden, motivierenden Worte verschiedener Redner, sondern vor allem die großartigen Erfolge unserer Delegation: mit sechs Awards für „Outstanding Position Paper“ sowie dem Award als „Distinguished Delegation“ können wir mehr als zufrieden sein – und auch, wenn man sich nicht selbst lobt, können wir stolz verkünden: wir sind eine der besten Unis. Nach einer kreativen Fotosession zelebrierten wir diese Erfolge gemütlich zusammengequetscht in einem nicht für 16 Leute ausgelegten Hotelzimmer mit deliziösen Donuts und Kaffee. Später widmeten sich die einen bereits dem Kofferpacken, die anderen nutzten die freien Stunden, um auch das noch übrig gebliebene Bargeld am Times Square loszuwerden (bzw. ihre Schulden zu vertiefen) oder ein letztes Mal durch den Central Park zu spazieren. Im Rockefeller Center wurde mit der gesamten Delegation bei einem phänomenalen Ausblick über das im Sonnenuntergang rot getünchte New York angestoßen. Den krönenden Abschluss des Tages – und der Konferenz – bildete der „Delegates Ball“, bei welchem wir die Konferenz mit unserer Delegation sowie auch mit geknüpften internationalen Kontakten würdig verabschieden konnten. Die Stimmung in der Gruppe ist noch sehr fröhlich und glücklich, auch wenn der ein oder andere schon sentimental auf den morgigen Abreisetag blickt. (Fotos privat: Sophie (l.) und Xenia (r.) vor dem berühten Kunstwerk "Sphäre in einer Kugel" von Arnaldo Pomodoro)

                          (Fotos privat: ECOSOC (l.) und Security Council (r.))

(Autoren: Sophie Neumann und Xenia Aberle)

Tag 12: Mittwoch, 21.03.2018 – NMUN-Finale: TU Chemnitz bricht alle Rekorde!!!!!

Endlich – der letzte und entscheidende Tag des Projekts „National Model United Nations“ war gekommen! Den heutigen Tag verbrachten wir hauptsächlich damit, unsere „working papers“ zusammenzuführen und soweit zu bearbeiten, dass sie als Resolution verabschiedet werden konnten. Obwohl heute 9 Uhr erst offizieller Beginn war, trafen sich einige Arbeitsgruppen bereits um 8 Uhr, um an den letzten Phrasen zu feilen. Einige unserer Mitstreiter aus anderen Delegationen konnten nicht oder erst später zur Abstimmung kommen, da ein Schneesturm ihnen einen Strich durch die Rechnung machte. Tatsächlich sammelte sich auf den New Yorker Fußwegen der Matsch, mit dem wir insbesondere in der Mittagspause auf dem Weg zur wohl billigsten Pizza der Stadt kämpfen mussten.

Besonders in der zweiten Sitzung des Tages wurde es dann spannend. Alle unserer Komitees (GA1, GA2, GA3, GA5, CND, IOM, OPCW und UNEA) konnten über ihre Draft Resolutionen, das heißt angehende Resolutionen abstimmen. Die Demokratische Republik Kongo konnte dabei große Erfolge erzielen und in jedem Komitee bzw. Resolutionen alle ihrer vorher formulierten Interessen oder Ideen einbringen.

Im 1. Komitee der Generalversammlung (GA1) konnten Stephan und Nicolas insgesamt 2 Sätze zum Thema „Bekämpfung von Terroristen“ einbringen. Insgesamt wurden in diesem Komitee 5 von 6 Resolutionen verabschiedet. GA2, besetzt von Marie-Therese und Thomas konnte insgesamt 12 Sätze in 3 verschiedene Resolutionen einbringen. Eine dieser Resolutionen wurde per Akklamation (ohne Gegenstimme) angenommen. Die verschiedenen Komitees der Generalversammlungen sind dafür bekannt, dass sie dies versuchen. Besonders viele Draft Resolutionen gab es im GA3, schlussendlich wurden alle 14 akzeptiert, wovon 2 Lösungsvorschläge der DRC enthielten. Zum ersten Mal in der Geschichte von NMUN wurde auch die GA5 simuliert, Michelle und Timon konnten nach anfänglichen Schwierigkeiten an 2 Resolutionen ihre Mitarbeit vorweisen. Von insgesamt 5 Resolutionen wurden 3 per Akklamation angenommen. Doch auch unser Einzelkämpfer Maroš konnte in CND 8 Vorschläge umsetzen und sich gegen andere Mitstreiter kompetent durchsetzen. Unsere Delegation in IOM, mit Sophie und Johannes konnte ihre Vorschläge ohne Gegenstimmen durchsetzen. In 12 weiteren Drafts konnten ebenfalls Ideen verarbeitet werden. Aber auch UNEA konnten 4 Lösungen in insgesamt 7 Resolutionen verarbeiten. In der Organisation der Chemiewaffenbekämpfung (OPCW) wurden letztlich 8 Resolutionen verabschiedet, die sich v. a. mit der Kontrolle der über Grenzen gehandelte Chemikalien und die Einbindung von Akteuren aus der Chemieindustrie beschäftigten. In den insgesamt 14 Resolutionen wurden zwei Lösungsvorschläge der Demokratischen Republik Kongo eingearbeitet.

Alles in allem sind wir, die 2018er Delegation der TU Chemnitz sehr zufrieden mit unserer Leistung und gleichzeitig glücklich diese anstrengende, aber auch bereichernde und fantastische Erfahrung gemacht zu haben. Am Abend dann die großartigen Neuigkeiten - unsere Ergebnisse werden auch entsprechend honoriert: Für unsere Position Papers, die wir im Vorfeld der Simulation eingereicht haben und die die Position des eigenen Landes zu den in den Komitees behandelten Themen zusammenfassen, haben sechs von acht (GA2, GA3, GA5, IOM, UNEA, OPCW) möglichen Awards gewonnen! Außerdem sind wir als gesamte Delegation geehrt geworden. Mit 7 gewonnen Awards sind wir mit Abstand die erfolgreichste Delegation der TUC, die bisher an der NMUN teilgenommen hat! Das ehrt uns natürlich und macht uns sehr stolz. Morgen steht dann eine Führung durch den Sicherheitsrat an sowie die Abschlussveranstaltung der NMUN, und dann heißt es leider auch schon „Goodbye, New York“.

(Fotos privat: GA1, GA2, GA3, GA5 (v.l.n.r.))

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Fotos privat: UNEA, OPCW, IOM, CND (v.l.n.r.))

(Autoren: Sarah Schalling und Nicolas Uhlig)

Tag 11: Dienstag, 20. März 2018 - Meltdown Tuesday ein Tag voller Herausforderungen

 

(Foto privat: Timon in den entscheidenden Gesprächen in der GA5)              (Foto privat: Thomas in multilateralen Verhandlungen

Am heutigen, sogenannten Meltdown Tuesday, begann der Tag für uns alle schon sehr zeitig mit der ersten Session des Tages in den verschiedenen Komitees und wir lernten, was mit „Meltdown“ gemeint ist. Tatsächlich gingen die Sessions von morgens und zogen sich mit den Nachverhandlungen bis Mitternacht. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen allerdings, hatten die meisten von uns Delegierten etwas mehr Zeit, um noch ein ausgiebiges Abendessen bei Wendy’s einzunehmen oder erschöpft ins Bett zu fallen, da in den meisten Komitees die eingereichten Working Papers noch nicht durch den Dias, die Leitung eines Komitees, korrigiert worden waren. 

(Foto privat: Sophie und Johannes bewerten die Reden im IOM)

Auch am dritten Tag der Konferenz gab es noch Verwirrungen, um die Existenz von zwei Kongos und zwei Koreas, was zu kreativen Neuschöpfungen führte wie Democratic Peoples Republic of the Congo. So wurde auch der eine oder andere Chemnitzer Repräsentant der „Democratic Republic of the Congo“ vom Chair bloß als „(Republic of the) Congo“ aufgerufen. Durch ausgiebige und geduldige Aufklärungsarbeit innerhalb der Arbeitsgruppen aber gelang es uns dennoch rasch Missverständnisse und diese  Wissenslücken aufzuklären.

                                             (Foto privat: Sarah erklärt die Vorschläge der Demokratischen Republik Kongo in der OPCW

In den Committees arbeiteten alle Delegates der Demokratischen Republik Kongo fleißig an ihren „working papers“ und brachten Ihre Ideen und Lösungsansätze ein, um sie in ausgiebigen Diskussionen weiterzuentwickeln. Dies entpuppte sich als ein durchaus langwieriger und verhandlungsintensiver Prozess, der in allen Länderfraktionen zu Ermüdungserscheinungen führte. Nach kurzen Pizza- und Kaffeepausen setzten wir „Diplomaten“ uns wieder mit Laptop und Ladegerät an die raren Tischplätze und auf die zahlreichen Teppichböden.

Auch während den „formal sessions“ zeigten wir wieder Präsenz und brillierten mit Motions und Reden. Während unser wackerer Einzelkämpfer Maros im „Committee on Narcotic Drugs“ seine bereits sechste Rede halten durfte, konnten Michelle und Timon in der GA5 dem Bann der ellenlangen Speakers‘ List entkommen und endlich zu ihrer zweiten Rede zum Thema „Sexueller Missbrauch in Friedensmissionen“ ansetzen und ihre in den Arbeitsgruppen verwirklichten Vorschläge vor dem Plenum vorstellen. Stephan und Nikolas verhinderten derweil im GA1 eine unnötige Verlängerung der Redezeit, um allen Ländern die Chance zu geben, ihre wichtigen Beiträge zu präsentieren. Die nächtliche Arbeit von Johannes und Sophie zahlte sich auch aus, da ihre tief recherchierten Lösungsansätze sogar den Chair des IOM („International Organisation for Migration“) überraschten und die Delegation in die Führungsposition ihrer Gruppe brachte. Ziel des Tages war für alle Delegates die am Tag zuvor erbrachten Vorschläge in den "working paper" im sogenannten "Merging process" zu verteidigen. Dabei werden themenähnliche Dokumente in ein gemeinsames "working paper" übertragen. Während dieses Prozesses, dem eingebrachte Ideen oft zum Opfer fallen, galt es die anderen Delegationen von der Wichtigkeit, der guten Recherche und dem gemeinsamen Nutzen der eigenen Vorshläge zu überzeugen.

In der verlängerten Nachmittagspause boten die Organisatoren der New Yorker NMUN vier interessante Seminare und Vorträge an. So berichteten verschiedene renommierte Journalisten, u.a. von CBS und NBC, über ihre alltägliche Arbeit mit den Vereinten Nationen und debattierten aktuelle Herausforderungen der Medienbranche – das Schlagwort „fake news“ kam wie zu erwarten auch nicht zu kurz. Einen Insidereinblick in die UNO erhielten wir außerdem u.a. vom Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stephane Dujarric. Dabei entwickelte sich ein weiterer Austausch zwischen afrikanischen und europäischen Studierenden über mögliche Reformierungsversuche des UN-Sicherheitsrates. Jedoch wurde ein weiteres Mal klar, dass allen Bestrebungen zum Trotz, eine Reform wohl durch die fünf „ständigen Mitglieder“ mit dem Veto-Recht (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) scheitern wird. Weiterhin thematisierten zwei Panels Herausforderungen der Flüchtlingskrise und des Klimawandels mit Augenmerk auf die Arbeit der zahlreichen UN-Organe sowie mögliche Entwicklungspfade.

Am morigigen (heutigen) Tag gilt es genügend Verbündete zu finden und die "working paper" als Resolutionen zu verabschieden. Es wird der wohl wichtigste Tag und Endspurt in der Simulation werden: wir sind bereit!!!

 

(Autoren: Katja Mahler und Timon Ostermeier)

 

Tag 10: Montag, 19. März 2018 - Eröffnungszeremonie und erste Verhandlungen

 

(Foto privat: Stephan (l.) und Nicolas (r.) beraten die Stratgie im GA1

Nach dem ersten Konferenzabend ging der Tag für manche erst um 01:30 zu Ende bevor es schon um fünf Uhr morgens wieder hieß: Aufstehen und Anzug/Blazer an. Allen Widrigkeiten zum Trotz starteten wir gemeinsam um 06:30 Richtung Vereinten Nationen. Auch wenn wir schon einmal im Gebäude waren, sollten wir diesmal zur Eröffnungszeremonie das Allerheiligste erblicken, den Plenarsaal der Generalversammlung. Dieser ist weltbekannt durch Fernsehberichte, insbesondere in den zwei Septemberwochen jedes Jahr, wo Staats- und Regierungschefs nach New York fliegen. Normalerweise geht es erst am Ende der Konferenz zum Hauptquartier der UNO, aber da dieses die Woche belegt ist, durfte die Delegation schon heute zum Sitz der Vereinten Nationen. Nach dem routinemäßigen Sicherheitscheck hieß es erst mal warten, schließlich dauert es, bis mehrere hundert Menschen ihre Plätze finden. Erschwerend hierfür waren die zahlreichen Gruppen und Einzelpersonen, die die Gelegenheit und das einzigartige Motiv für Fotos und Selfies ausgiebig nutzten. Pünktlich um 9 Uhr begrüßte Ms. Alison Smale, Under-Secretary for Global Communications of the United Nations, und hielt die Eröffnungsrede der Simulation 2018. In ihrem Beitrag erinnerte sie an die Herausforderungen im Kampf gegen den Klimawandel, für die Gleichstellung von Frauen und bei den vielen weltweiten Flüchtlingen. Sie rief zum Engagement der Delegates auf und knüpfte dabei Bezug zu den bei NMUN behandelten Themenschwerpunkten. Ms. Gillian Sorensen, Former UN Assistant Secretary-General of the United Nations, zog in der folgenden Rede eine Bilanz und zeichnete die Herausforderungen der UNO seit der Gründung bis hin zu den Millennium Development Goals (MDGs) und den erst 2015 verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs). Diese 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung decken heute eine große Bandbreite an Themen ab und werden unsere Zukunft mitbestimmen. Danach wurde die Konferenz – jetzt auch förmlich offiziell – von NMUN Secretary-General, Ardis Smith, eröffnet.

(Foto privat: Steve (m.) setzt in der OPCW die Forderungen unseres Landes durch

 

Der Rest des Tages sollte aus zwei Sitzungsblöcken bestehen. Die erste Sitzung wurde ein voller Erfolg für unsere Delegation. In der GA2, GA3, GA5 und im CND konnten wir vor dem Plenum weitere Reden halten, die begeistert aufgenommen wurden. Zudem bildeten sich erste Arbeitsgruppen (Working Groups), die Lösungen und Handlungsvorschläge für die gestern verabschiedeten ersten Themen der Agenda aushandelten. In der zweiten Sitzung von 20 Uhr – 23 Uhr wurden erste konkrete Maßnahmen in sog. Workingpapers zusammengefasst und einige unserer Delegates haben ihre Entwürfe bereits zur Korrektur eingereicht. Workingpaper sind, vereinfacht ausgedrückt, Resolutionsentwürfe, die einerseits den aktuellen Entwicklungsstand zum behandelnden Thema darstellen andererseits auch weitere Empfehlungen abgeben. Um eben diese Empfehlungen wird hart gerungen und um jede Formulierung gefeilscht, da jeder Staat versucht, seine Interessen bestmöglich durchzusetzen. Bisher können wir jedoch sehr zufrieden auf den bisherigen Verlauf zurückblicken. Wir haben in jedem Komitee Reden gehalten (im CND sogar schon vier Stück), konnten unsere Ideen platzieren und werden diese in den nächsten Tagen verteidigen müssen.

 

(Foto privat: Annemarie in einer der Sitzungsunterbrechungen im regen Informationsaustausch

 

Am morgigen „Meltdown Tuesday“ werden die Verhandlungen fortgesetzt. Offiziell von 8:30 Uhr bis 22 Uhr, doch Nachtschichten sind inzwischen obligatorisch geworden

 

(Foto privat: Michelle (l.) und Timon (r.) vertreten die Demokratische Republik Kongo in der GA5 bei NMUN)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto privat: Der Hauptsaal der Vereinten Nationen füllt sich langsam mit Delegates)

 

(Autoren: Annemarie Schmitt und Stephan Schmöle)

 

Tag 9: Sonntag, 18. März 2018 – Das Konferenzabenteuer geht los!

 

              

(Foto privat: Die Delegation der TUC: es kann losgehen) 

 

Um die Aufregung vor Konferenzbeginn zu betäuben, begannen Einige von uns den Tag mit Joggen im Central Park und stießen dabei zufällig auf einen Halb-Marathon, dem sie sich kurzerhand anschlossen. Andere zogen es dagegen vor, die seltene Gelegenheit eines freien Vormittags zu nutzen und ihren Schlafakku zu laden, um die kommenden NMUN-Tage voller Energie zu meistern. Nachdem sich alle auf ihre Weise sich auf die NMUN-Konferenz mental vorbereiten konnten, wurden uns endlich die Badges übergeben. Jedes Komitee wurde von Jakob noch einmal persönlich unter die Fittiche genommen, damit wir die Technische Universität Chemnitz voller Stolz und Zuversicht repräsentieren können. Zudem hat er uns alle Konferenzräume gezeigt und wir durften uns neben dem Sharton auch das Hilton anschauen, in dem Teile der Konferenz stattfinden.

Dann war es endlich soweit: Frühzeitig im Raum, kamen bereits 30 Minuten vor dem eigentlichen Beginn der NMUN-Konferenz die ersten Leute auf uns zu, um sich über die Agenda zu einigen. So konnten wir die ersten Kontakte knüpfen und uns zum ersten Mal auf der Ebene der Diplomatie bewegen. Pünktlich um 19.00 Uhr begann das große Spektakel. Die Vorsitzenden der jeweiligen Komitees erklärten uns nochmals alle wichtigen Abläufe der Konferenz. Wir, die wir perfekt vorbereitet ins Rennen geschickt wurden, benötigten diese Einführung selbstverständlich nicht, doch so blieb uns Zeit, die ersten Nachrichten an potenzielle Verbündete zu verfassen. Während wir einige gute Partner finden konnten, gab es auch Viele, die mangelndes fachliches Wissen mit Visitenkarten kompensieren mussten. So waren nach der ersten Unterbrechung unsere Taschen schon mit kleinen knallbunten Kärtchen prall gefüllt.

Marie-Therese war es schließlich vergönnt, die über 150 Delegationen fassende Generalversammlung (GA2) mit ihrer professionellen Agenda-Setting-Rede zu eröffnen. Auch Maroš durfte zur Tagesordnung sprechen. Annemarie konnte dagegen als „Page“ dazu beitragen, dass die Kommunikation innerhalb des dritten Komitees der Generalversammlung florieren konnte, indem sie die Nachrichten der Delegationen hin und her reichte. Am heutigen Abend musste die Agenda zwingend festgelegt werden, was jedem Komitee zügig gelang: Die Generalversammlungen werden die nächsten Tage also über Terrorismusbekämpfung, Urbanisierung, Zugang zu Bildung und sexuelle Übergriffe in UN-Missionen diskutieren, während sich OPCW mit dem Verbot chemischer Waffen, UNEA mit Jugendförderung für nachhaltige Entwicklung, CND mit gefälschten Medikamenten und IOM mit Klimamigration auseinandersetzen. Dabei wurden auch die ersten Reden zu der festgelegten Agenda gehalten: Stephan erhielt für seine Rede großes Lob aus der gesamten Generalversammlung. Gleichzeitig glänzte Maroš mit einer frei gehaltenen Spontanrede und versetzte sein Komitee in Erstaunen. Nachdem die Konferenz bis morgen 14:30 Uhr unterbrochen wurde, trafen wir uns alle nochmal am späten Abend zu einer Teambesprechung mit Jakob. Während wir schon einmal die Strategie für die nächsten Tage besprochen haben, waren unsere Head Delegates noch fleißig bei ihrem Treffen, wo sie den ersten Tag reflektierten und auf wichtige Informationen für den kommenden Tag aufmerksam gemacht wurden. Nun fallen wir aber geschafft ins Bett, denn morgen treffen wir uns bereits um 6:30 Uhr, um in das Hauptquartier der Vereinten Nationen zu fahren, wo die offizielle Eröffnungsfeier stattfinden wird. Bleibt also gespannt wie es morgen weitergeht…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Fotos privat: Marie-Therese (GA1) (l.) und Maros (CND) (r.) halten ihre ersten Reden als diplomatische Vertreter der Demokratischen Republik Kongo

 

(Autoren: Marie-Therese Schmidt und Johannes Schmidt)

 

Tag 8: Samstag, 17. März 2018 – Unzählige Facetten von New York: NMUN wir kommen!

 

(Foto privat: Hoch soll er leben! Maros bei der St. Patricks Day Parade)

Nachdem wir uns am Morgen gestärkt hatten, stand heute eine ausgiebige Stadterkundung auf dem Tagesplan. Zunächst brachen wir zum St. Patrics Umzug an der 5th Avenue, der nur wenige Minuten von unserem Hotel begann, auf.  In den New Yorker Straßen drängten sich hunderte von Menschen mit irischen Flaggen und grünen Hüten dicht an die Straßenabsperrungen. Der 17. März ist der angebliche Todestag des Heiligen Schutzpatrons von Irland. Dudelsackmusik, Polizei- und Militärkompanien sowie traditionelle Trachten bestaunten wir eine reichliche Stunde bevor unser gemeinsamer Stadtrundgang bei eisigen Temperaturen und Wind startete. Wir lernten die bedeutendsten Plätze aus Geschichte und Wirtschaft kennen und erweiterten unser Wissen zum Beispiel über das Geschehen an der Wall Street oder dem Entstehungsort der Bill of Rights. Da einige Sehenswürdigkeiten, wie die Freiheitsstatue, nur von weitem betrachtet werden konnte, nahm ein anderer Teil der Delegation eine weiterführende und individuelle

Sightseeing-Tour in Angriff. Beginnend am Ground Zero Memorial, wo erschreckende Erinnerungen über den Einsturz der Zwillingstürme 2001 wieder in unser Bewusstsein rückten, folgten wir dem Broadway zu den Fähren nach Staten Island. Vom Wasser aus konnten wir bei schönsten Sonnenschein die Skyline, Ellis Island und die Freiheitstatue in Augenschien nehmen. Wieder in Manhattan angekommen, durchstreiften wir zu Fuß die berühmten Stadtviertel China Town und Little Italy mit ihren vielen Restaurants und kulturellen Begegnungsstätten. Weiter vorbei an der City Hall und der Brooklyn Bridge zum Hotel genoss die Gruppe ein typisches New Yorker Essen in Form von Hot Dogs.

 

(Foto privat: Ein Blick von der Fähre auf Manhattan)

                                                                                                                                (Foto privat: Das Barclays Center in Brooklyn) 

Stunden zuvor kämpften sich andere Delegationsmitglieder durch die 5th Avenue, die bis zum späten Nachmittag immer noch von feierwütigen Touristen und New Yorkern gefüllt war. Ein Muss in dieser Metropole war nämlich eine ausgiebige Shoppingtour, die mit einem lachenden und weinenden Auge viele Ausgaben bedeutete. Als Ausgleich zu den anstrengen Einkauferlebnissen war ein Spaziergang mit einer Tasse Kaffee durch den Central Park genau das Richtige. Andere hingegen widmeten sich in der verbleibenden Zeit der Kunst und Kultur der Stadt, wie zum Beispiel im Guggenheim Museum mit historischen Gemälden und Skulpturen oder im Museum of Modern Art. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel, begaben wir uns gemeinsam um 18.00 Uhr mit der Metro nach Brooklyn, um das Basket Spiel der Brooklyn Nets gegen Dallas Mavericks im Barclays Center hautnah mitzuerleben. Ausgerüstet mit Fanshirts für die Brooklyn Nets nahmen wir unsere oberen Plätze in im riesigen Stadion ein. Von allen Seiten bejubelt wurde Dirk Nowitzki, der leider mit seinen Mitspielern der heimischen Mannschaft mit 106 zu 114 Punkten unterlag. Das Highlight des heutigen Tages bildete die Aufnahme der Chemnitzer Delegation durch eine Dance-Kamera und Übertragung auf die zentrale Leinwand. Nach einer späten Rückkehr ins Sheraton wartete noch Arbeit in Form von Position Papers auf uns - am morgigen Tag startet dann die NMUN Konferenz.  Insgesamt blicken wir auf eine Woche voller kultureller Abenteuer, politischer Austauschmöglichkeiten, kulinarischer Delikatessen, aber auch einer intensiven und schlafraubenden Vorbereitung zurück…mit anderen Worten: Wir sind bereit, voller Vorfreunde und Anspannung auf die kommende Woche. 

 

 

(Foto privat: Jakob, Timon und Anna verfolgen die knappe Niederlage der Dallas Mavericks

(Autoren: Katja Mahler und Steve Sarfert)

 

Tag 7: Freitag, 16. März 2018 – KAS die Zweite, UNO die Erste

 

(Foto privat: Angeregte Diskussionen bei der KAS) 

Nach über fünf Nächten auf dem Fußboden war es endlich soweit, Jakob und Nicolas waren stolze Bettschläfer. Aber auch die anderen Delegierten konnten vom Umzug nach New York profitieren, endlich gab es wieder ein richtiges Frühstücksbuffet! Man sollte sich jedoch nicht daran gewöhnen, denn das war nur ein einmaliger Luxus. Das Verstauen der Koffer und das langwierige Warten auf den Aufzug eröffnete danach einen ereignisreichen Tag. Der eingebaute zeitliche Puffer ermöglichte trotzdem das rechtzeitige Erscheinen zu unserem ersten Termin bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in New York. Das Büro befand sich im 33. Stockwerk und bot einen tollen Ausblick über die Stadt und auf das UN-Gebäude. Der Büroleiter, Dr. Stefan Friedrich, begrüßte uns herzlich und sprach mit uns über die Zusammenarbeit zwischen KAS und UNO sowie multilaterale Entwicklungspolitik. Außerdem teilte er sein Expertenwissen über die Politik in Asien, speziell in China. Zudem erfuhren wir viel über die Herausforderungen der KAS den Konsultativstatus beim Wirtschafts-und Sozialrat (ECOSOC) zu erhalten. Nach dem interessanten Treffen war es Zeit für die Mittagspause. Gott sei Dank war Jakobs ehemalige Stelle bei der EU genau um die Ecke und er zeigte uns den Manhattener Esstempel für Praktikanten – 99 Cent Fresh Pizza. Leider musste der Termin bei der United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women kurzfristig ausfallen, da die Referentin innerhalb ihrer Abteilung für ein Panel in der 62. Sitzung des erst 2010 gegründeten Organs der Vereinten Nationen einspringen musste. Die verbleibende Zeit bis zum nächsten Termin durfte jeder Delegate individuell gestalten. Während einige Delegates Mitbringsel für die Daheimgebliebenen suchten, arbeiteten andere mithilfe des mitgenommenen Laptops an ihren Vorbereitungen für die Simulation. Danach war mal wieder der Einsatz von Profifotografin Anna gefragt, um uns für den Abschlussbericht vor dem UN-Gebäude abzulichten. Trotz kalten Windes schaffte sie es, unsere besten Seiten einzufangen.

 

(Foto privat: Maroš bildet sich weiter)

Anschließend folgte ein weiteres Highlight des Tages, der Besuch beim UNDPI (United Nations Department of Public Information) auf dem Gelände der Vereinten Nationen. Zuvor folgten wir erneut dem Standardprogramm: Pass raus, Uhr ab, Gürtel ab und dann ab durch die Sicherheitskontrolle. Zusammen mit der, uns von gestern bereits bekannten, Delegation der Universität Regensburg unterhielten wir uns mit Frau Antje Watermann, Mitarbeiterin der Vereinten Nationen im Department for Public Information, über die Sustainable Development Goals, eine erste Bilanz von António Guterres, der seit Januar 2017 der neunte Generalsekretär der Vereinten Nationen ist und persönliche Einblicke in die Arbeit bei der UNO. Ganz nebenbei gab sie uns wertvolle Tipps für die bevorstehende Simulation. Die im Gebäude der Generalversammlung befindlichen Gift-Shops wurden ausreichend inspiziert und das hart erwirtschaftete studentische Taschengeld verprasst.

 

Nun stand der finale Umzug ins Sheraton, unser Konferenzhotel, an. Dazu kämpften wir uns vollbepackt mit Koffern in der New Yorker Rushhour zum Times Square und bezogen die Zimmer in Vierergruppen. Ein großer Schreck durchfuhr einen Teil der Delegation, als der Fahrstuhl auf dem Weg in den 27. Stock plötzlich stehen blieb. Glücklicherweise ging es nach fünf Sekunden weiter. Nach diesem Ereignis stand das letzte Briefing an. Den Rest des Abends hatten wir frei, um noch einmal Kräfte für die am Sonntag beginnende Simulation zu sammeln. So genossen wir am Abend die Ruhe vor dem Sturm, denn morgen steht die legendäre Saint Patrick’s Day Parade und das Anfeuern des German Wunderkinds, Dirk Nowitzki, und seinen Dallas Mavericks an.                                                                                 (Foto privat: KAS: der erste Termin des Tages) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto privat: Frau Watermann, Annemarie, Nicolas (v.l.n.r.) Termin beim UN DPI) 

 

(Autoren: Annemarie Schmitt und Nicolas Uhlig)

    

Tag 6: Donnerstag, 15. März 2018 – Auf nach New York!

(Foto privat: Angekommen und schon wieder unterwegs!)                                                                          (Foto privat: Metro-Horror)

Da ein Teil von uns aufgrund des unverhofften Krankenhausaufenthalts erst in den frühen Morgenstunden zur Ruhe kam, und der Wecker bereits um 05:30 Uhr klingelte, war die Nacht für einige ziemlich kurz. Dementsprechend stressig gestaltete sich die Abreise aus unserem mittlerweile doch lieb gewonnenen Haus in Washington D. C. Ein gnadenloser Gewaltmarsch (unter dem vor allem die Delegierten mit kurzen Beinen zu leiden hatten) unter Führung von Jakob brachte uns dann glücklicherweise doch noch pünktlich zur U-Bahn-Station und anschließend zum Greyhound-Bus.  Wie von Zauberhand war die gesamte Delegation bereits zwei Minuten, nachdem der Bus auf den Highway abgebogen war, auch schon eingeschlafen und konnte so die dringend benötigte Kraft für den Tag auftanken. Gegen 11:30 Uhr kamen wir am Times Square in New York City an. Eine Warnung anbei: Bei zu kurzen Nächten kann der Times Square zu erheblicher Reizüberflutung führen. Nichtsdestotrotz erreichten wir unser – im Gegensatz zu den letzten Unterkünften sehr luxuriöses – Hotel nach nur fünf Minuten Fußmarsch und konnten auch bereits in zwei Zimmer einchecken.

In den beiden Zimmern stapelten sich Gepäck und Delegierte gleichermaßen bei dem Versuch, ein entsprechendes Outfit für den folgenden Termin bei der Permanent Mission of the Federal Republic of Germany to the United Nations zu finden. Angekommen beim „Deutschen Haus“ trafen wir auch direkt auf Delegationen der Unis Regensburg und Bayreuth, die bei der UN-Simulation nächste Woche die Bahamas und das UK vertreten. Wir alle hatten ein gemeinsames Gespräch mit Conrad Haessler, dem Pressesprecher der Deutschen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York. Inhaltlich drehte sich die Diskussion hauptsächlich um die Bewerbung Deutschlands für einen Sitz im Sicherheitsrat für die Jahre 2019/20, aktuelle politische Ereignisse wie z. B. die zögerliche Regierungsbildung in Deutschland, den Brexit und die Beziehungen der Bundesrepublik zu Russland. Dieser Termin ermöglichte uns einen Einblick in die Arbeit Deutschlands bei den Vereinten Nationen, was insbesondere mit Blick auf die kommende Simulation von besonderem Wert für unsere Arbeit in den Komitees ist. Etwas abenteuerlich gestaltete sich der Weg zurück zum Hotel, da sich der Pendlerverkehr aufgrund einer zeitweisen Sperrung unserer U-Bahn-Linie extrem anstaute – und wir waren mittendrin. Bei dem Chaos ging glücklicherweise niemand verloren, und so konnten wir alle unserem individuellen abendlichen Programm frönen. Einige erkundeten den Times Square und gingen shoppen, wieder andere genossen die kulinarischen Highlights New Yorks. Bis spät in die Nacht feilten wir noch an unseren Reden und Verhandlungsstrategien für die NMUN. Morgen haben wir dann einen sehr vollen Terminplan: Besuch bei der UN, Hotelwechsel (ins finale Konferenzhotel) und Konrad-Adenauer-Stiftung in NYC. Es bleibt also spannend!

(Thomas (l.), Herr Haessler (m.) und Sarah (r.) bem Treffen in der Deutschen Vertretung)

(Autoren: Thomas Dewitz und Sarah Schalling)

Tag 5: Mittwoch, 14. März 2018 – Ein Tag voller Überraschungen

 

(Foto privat: Coffee first (Nicolas)

Nach einem langen, arbeitsreichen Abend, an dem jedoch auch der Spaß nicht zu kurz kam, konnten wir heute zur Abwechslung lange ausschlafen und ganz in Ruhe in großer Runde frühstücken. Gestärkt pilgerten wir zu Starbucks, um uns dort über die lustigen, kreativen Schreibweisen unserer Namen auf unseren Kaffeebechern zu amüsieren.

 

Unsere Reise führte uns anschließend zum International Monetary Fund, wo wir nach intensivem Securitiy-Checks (selbst höchst gefährliche Gegenstände wie Lippenstifte wurden genauestens inspiziert und anschließend doch als harmlos eingestuft) sehr freundlich von Frau Katherine Baer willkommen geheißen wurden. Der Termin war äußerst interessant und regte uns zu einer lebendigen Diskussion über die Finanzen und Steuern der Welt an. Zum Erstaunen aller erfuhren wir, dass Frau Baer selbst damals Studentin bei Frau Prof. Dr. Neuss in München war (P.S.: An dieser Stelle auch ganz viele, liebe Grüße an Frau Prof. Dr. Neuss.).

 

(Foto privat:Termin beim IMF (Xenia, Frau Kathrin Baer, Johannes (v.l.n.r.))

 

Als der Termin zu Ende war, teilte sich die Delegation auf und ging zum Kulturprogramm des Tages über. Während sich ein Teil der Delegation das National Museum of Natural History anschaute, gingen andere den häufigen Empfehlungen für das National Museum of African American History and Culture nach. Von Mammuts, über Mumien bis hin zu lebenden Schmetterlingen war vor allem Dingen Henry der ausgestopfte Elefant das Sahnehäubchen des Besuchs. Neben dem Ausbau unserer wirtschaftlichen und kulturellen Fertigkeiten, konnten wir auch unsere Fähigkeiten als Instagram-Influencer stetig vertiefen #followforfollow #likeforlike. Der emsige Trubel um den bevorstehenden Saint Patricks Day am kommenden Samstag erquickte unsere Herzen und brachte unsere Gemüter in vorfreudige Wallungen. Die Eleganz der weiteren Tage musste durch einen Einkauf hochwertiger Krawatten zum geringwertigen Preis sichergestellt werden.

 

(Foto privat: Besuch beim IMF - einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen)

Nach einem mehr oder weniger deliziösen Abendessen (für manche mit Burger, für die anderen mit Spaghetti mit Sojasauce und Paprika, denn auch auf Reisen achten wir stets auf gesunde, ausgewogene Ernährung) debattierten wir über Gott und die Welt. In tiefer Trauer blicken wir auf den nächsten Morgen, an welchem wir 06:00 Uhr aus unserer abenteuerlichen, aber ans Herz gewachsenen Unterkunft aufbrechen werden. Theatralisch falten die Delegates die amerikanische Flagge im Dreiecksprinzip zusammen und lauschen den engelshaften Tönen der von Steve gesungenen amerikanischen Nationalhymne. Den American Spirit im Blut, packen wir mit einem lachenden (in Vorfreude auf die in NYC bevorstehende Simulation) und einem weinenden Auge (mit Rückblick auf die schöne Zeit in Washington DC.) unsere Koffer.

 

Unverhofft ging die letzte Fahrt des Tages ins Krankenhaus, aber Gott sei Dank verlief alles gut. Nach einem fünfstündigen Aufenthalt kamen wir jedoch teilweise nur noch zu zwei Stunden Schlaf. Allerdings lässt sich festhalten: diese Delegation ist durch nichts aufzuhalten! New York City - here we come!

 

(Autoren: Xenia Aberle und Sophie Neumann)

 

Tag 4: Dienstag, 13. März 2018 - Auf deutschem Boden in den USA: Besuch der deutschen Botschaft

(Foto privat: Besuch in der German Embassy in Washington (Stephan, Herr Jetzlsperger, Timon v.l.n.r.))

Die ersten Delegierten haben sich bereits an das neue Leben als „Diplomaten“ gewöhnt und studentische Aufstehgewohnheiten, die das konventionelle Frühstück gerne verschlafen lassen, scheinen der Vergangenheit anzugehören. Nachdem die Delegierten der Demokratischen Republik Kongo bis in die Nacht hinein ihre Reden und Resolutionsentwürfen Jakob geschickt und nach dessen detaillierter Prüfung noch mal den nötigen Feinschliff verliehen hatten, waren auch die letzten Workaholics nach kurzem Ausgleichssport (Bier-Pong) zu Bett gegangen. So wachten bereits einige NMUNler noch vor dem Weckerklingeln auf und waren bereits wieder in Gedanken bei ihren Committees. Nach mehr oder weniger ausgiebigem Frühstück in gemütlicher Runde und Guten-Morgen-Gruß an die Instagram-Follower der TU Chemnitz startete die herausgeputzte Delegation per Uber-Taxi zur Deutschen Botschaft in Washington. Kurz vor der Abfahrt erreichten uns noch die Breaking News: „Trump feuert seinen Außenminister“. Für Gesprächsstoff in der Botschaft sollte gesorgt sein.

Nach ausgiebigem, aber inzwischen fast alltäglichem Security-Check (Gürtel ab, Ausweise raus) durften wir das Botschaftsgebäude betreten, welches vom Stil her einige Studierende an ihre nicht allzu weit zurückliegende Schulzeit erinnerte. Das ausführliche Gespräch mit dem politischen Berater Christian Jetzlsperger hingegen entpuppte sich als alles andere als oberlehrerhaft, im Gegenteil. Zwischenzeitlich nahm Herr Jetzlsperger „den diplomatischen Hut“ ab, wie er es ausdrückte, und ordnete aktuelle Geschehnisse auch aus seiner persönlichen Erfahrung ein. Natürlich kreiste die Diskussion hauptsächlich um die deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Als einen neuen Schwerpunkt will man beispielsweise mehr den Kontakt mit der breiten Bevölkerung suchen, da der Fokus in der Vergangenheit zu sehr auf der Kommunikation mit den Eliten gelegen hat. So ist derzeitig ein langfristig angelegtes Projekt, das „Deutschlandjahr“, in den Staaten in Planung, um weitere Netzwerke herzustellen und das positive Image der Bundesrepublik in Amerika nicht nur zu fördern, sondern auch zu erhalten.

(Foto privat: Washington DC's Cherry Blossoms 2018 - ein Stadtrundgang)

 

 

Nach dem zweistündigen Besuch in der Botschaft traten wir den Rückweg an. Einige nutzen die Freizeit für Souvenireinkäufe, eine Besichtigung des Weißen Hauses oder pilgerten ins amerikanische Fast-Food-Mekka. Am frühen Nachmittag zurück in der Unterkunft, hingen wir zu unseren Kongo- und UNO-Flaggen das legändere „Stars Spangled Banner“ der Nordamerikaner. Alsbald nahmen die emsigen NMUN-Delegierten ihre Arbeiten in den Committees wieder auf, um ihren Faculty Advisor Jakob weiterhin mit überaus wohlgeratenen Reden und Resolutionsentwürfen zu verwöhnen…

 

 

 

 

 

(Foto privat: Speeches training für die IOM (l.) Sophie und (r.) Johannes)

  

(Foto privat: USA das Land und NMUN das Projekt der unbegrenzten Möglichkeiten)

(Autoren: Stephan Schmöle und Timon Ostermeier)

Tag 3: Montag, 12. März 2018 - Im Zentrum der Macht: Von Underwood zu Gutenberg

(Foto privat: Time for revolution and new leadership: make TUC great again!)

Trotz der improvisierten Schlafsituation konnten wir halbwegs ausgeruht in den Tag starten. Nach mehreren großen Tassen Kaffee pilgerten wir zum ersten inhaltlichen Programmpunkt in das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung. Es begrüßten uns unsere Referenten Jeanene Lairo und Elmar Sulk, zwei Projektmanager der KAS. Mit einem kurzen Briefing zur Situation im Weißen Haus um Donald Trump und zu den Gründen seines Sieges im Präsidentschaftswahlkampf stimmten sie uns auf eine spannende Diskussion ein. Es folgte eine kontroverse Debatte zu verschiedenen Aspekten der US-Politik. Wir unterhielten uns über die Sehnsucht einiger Bevölkerungsgruppen nach den Zeiten, in denen der American Dream noch geträumt werden konnte. Des Weiteren diskutierten wir über die Diskriminierung von ethnischen Minderheiten im US-Wahlrecht, sowie die von Donald Trump angekündigten Zölle auf Aluminium und Stahl. Es war interessant, einen Einblick in die derzeitige turbulente Situation „inside the Beltway“ zu erhaschen und ein sehr guter Auftakt für unser weiteres Programm in den USA.

Nach einer schnellen Stärkung und der erfolgreichen Aufnahme der obligatorischen Social-Media-Beiträge machten wir uns raschen Schrittes auf in das politische und geografische Zentrum Washingtons – das Kapitol. Dieses beeindruckte bereits von außen mit seiner Höhe von 88 Metern. Schlagartig fühlte man sich in die Welt von „House of Cards“ versetzt. So erkundeten wir die bewegte Geschichte des Monumentalbaus. Der war seit seiner Fertigstellung im Jahr 1823 zusammen mit den Vereinigten Staaten von Amerika gewachsen. Denn mit jedem neuen Staat kamen neue Abgeordnete hinzu, sodass das Haus bald aus allen Nähten zu platzen drohte und deshalb bis 1863 umfassend erweitert wurde. Nach einer einstündigen Führung besuchten wir die angrenzende Library of Congress, die größte Bibliothek der Welt. Überraschende Highlights waren die Gutenberg-Bibel aus dem Jahr 1454 sowie die Waldseemüller-Karte von 1507 – die erste Karte in der Geschichte, die den Kontinent Amerika erwähnte und abbildete.

Zurück in unserer Unterkunft ließen wir den eindrucksvollen Tag erneut beim gemeinsamen Kochen und produktiven Arbeiten ausklingen. Im Zuge der fortschreitenden Vorbereitung feilten wir bis spät in der Nacht an unseren Reden und diskutieren das strategische Vorgehen der Demokratischen Republik Kongo in NYC.

(Foto privat: Katja präsentiert Eindrücke aus der Führung im Kapitol)

 

 

 

 

 

 

(Foto privat: Sophie in der vom Bücherstand größten Bibliothek der Welt)

(Foto privat: Laptops, Kaffee und Abendstunden: NMUN 2018)

(Autoren: Anna Gobeli und Maros Fenik)

 

Tag 2: Sonntag, 11. März 2018 - Wir erkunden Washington: Von Mäusen und Umzügen

(Foto privat: Im Zentrum der Macht - die Delegation vor dem Washington Monument)

Neben der Erholung vom Jetleg hielt die Nacht einen Besucher bereit: Eine Maus machte sich am Gepäck unserer Delegates zu schaffen und stahl einen Muffin. Glücklicherweise hatten wir genug für das Frühstück eingekauft und stärkten uns für die Erkundung der US-amerikanischen Hauptstadt. Als wir die Metro-Station verließen, erwartete uns ein großer, festlicher Saint-Patrick’s-Day-Umzug. Leider wurde die geplante Stadtführung abgesagt, doch Jakob rettete den Tag und übernahm kurzentschlossen die Besichtigung der bedeutendsten Memorials der Stadt. Bei schönstem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen begann unsere Route am Washington Monument, einem 169 Meter großen Obelisken, und führte uns vorbei an verschiedenen Kriegsgedenkstätten wie für den Vietnam-, Korea- und den Zweiten Weltkrieg. Den Höhepunkt bildete der atemberaubende Ausblick von den Stufen des Lincoln Memorials über die National Mall zum Kapitol. Nicht zuletzt atmeten wir den Geist der Freiheitsgeschichte am Denkmal des Bürgerrechtlers, Martin Luther King, ein.

Nach einer reichhaltigen Stärkung in der Union Station hatten wir noch eine letzte Etappe zu bewältigen. Der Umzug in unsere neue Unterkunft stand bevor. Mit prallgefüllten Koffern pilgerten wir zum Ferienhaus, doch dort standen wir vor fest verschlossenen Türen. Ein Eindringen schien unmöglich. Rettung brachte das Multitalent Annemarie, der es gelang den Tür-Code zu entschlüsseln. Zudem gestaltete sich die Aufteilung der Schlafplätze aufgrund der mangelnden Quantität und stark heterogenen Qualität äußerst schwierig. Nachdem wir einige Delegates auf Luftmatratze und Couch verwiesen hatten, schickten wir uns an, das gemeinsame Abendessen vorzubereiten. Dies war auch notwendig, um ausreichend Energie für die bis in die Mitternacht andauernden Anstrengungen der Simulationsvorbereitung zu schöpfen. Doch ein Licht am Ende des Tunnels verhalf uns durch die Stunden elektrisierender Konzentration: Xenias Geburtstag. Wir ließen sodann den erlebnisreichen Tag im gemütlichen Beisammensein ausklingen.

(Foto privat: Anna (l.) und Michelle (r.) genießen das fantastische Wetter bei der spontan organisierten Stadtführung) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Autoren: Michelle Tredup und Steve Sarfert)

Tag 1: Samstag, 10. März 2018 - der erste Abend in Washington: Von Pizzen und Koffern

Der erste gemeinsame Abend in Washington beginnt, wie auch schon die Weihnachtsfeier, der Länderabend und die EfMUN: Mit Pizza. Die meisten sind gemeinsam am Nachmittag mit dem Bus aus New York angereist und haben, nachdem sie eine Weile umherirren mussten, um das Hostel zu finden, gleich ein paar Pizzen für den Auftakt geholt. Nach und nach treffen auch die Übrigen ein und so füllt sich die Küche des Hostels schnell.

Viele Mitglieder der Delegation sind schon ein paar Tage vor dem offiziellen Programmbeginn in die USA gereist, um in kleinen Gruppen oder auf eigene Faust ein paar erste Entdeckungen zu machen oder Freunde zu besuchen.

(Foto privat: Stärkung nach einer anstrengenden Anreise - der erste Abend im Hostel)

Nach vier Stunden ereignisloser Fahrt bevölkert über die Hälfte der Gruppe bald das Hostel, das für eine Nacht als Übergang dient, bevor wir morgen in unser Ferienhaus im Washingtoner Speckgürtel einchecken. Auch die übrigen Delegates treffen bald ein und es steht dem gemeinsamen Abendessen nichts mehr im Wege.

Schwieriger verläuft die Anreise bei Steve. Der ist zwar pünktlich da – aber allein. Das heißt, ohne seinen Koffer, denn der steht noch auf dem Frankfurter Flughafen. So muss er mit dem provisorischen Not-Kit und seinem Handgepäck auskommen. Stephan trifft als vorerst Letzter gerade rechtzeitig ein, um beim obligatorischen „Wer bin ich?“ Sarah einen Klebestreifen mit „Jakob Landwehr“ aufzukleben. Ach ja richtig, wo bleibt Jakob eigentlich? Trotz einer Reihe von Verspätungen schafft er es noch um kurz vor Mitternacht in das kleine Hostel. Viele Delegates haben sich zu diesem Zeitpunkt schon in ihr Bett zurückgezogen, um Restauswirkungen des Jetlags und der bevorstehenden Zeitumstellung entgegenzuwirken. Bald schlummern alle in ihren Hostelbetten.

Alle? Nein, Maroš fehlt noch. Er stößt erst am Sonntagmorgen zur Gruppe, da er den Abend mit Freunden bei einer Cheer Competition verbracht hat. Das dient natürlich einzig und allein der Mannschaftsmoral: Einer muss schließlich wissen, wie man die Gruppe an anstrengenden Konferenztagen motiviert. Wir sind also gespannt, mit welchen Motions Maroš zur Konferenz auftrumpfen wird!

(Foto privat: "Wer bin ich"? Nach den Anreiseverspätungen von Jakob werden bereits erste Bewerbungen für einen neuen Faculty Advisor eingereicht)

(Autor: Johannes Schmidt)