TU Chemnitz Professur News Sonderausstellung im Sächsischen Industriemuseum zeigt Projektergebnisse zum "Anfassen" und "Begreifen"

Sonderausstellung im Sächsischen Industriemuseum zeigt Projektergebnisse zum "Anfassen" und "Begreifen"

Sonderausstellung im Sächsischen Industriemuseum zeigt Projektergebnisse zum "Anfassen" und "Begreifen"

16.11.2017

Thomas Seeling testet das Exponat der Professur vor der Ausstellungseröffnung

Unser Alltag ist ohne Gesten nicht vorstellbar. Sie begleiten unser Sprechen und sind ein wichtiger Teil unserer Kommunikation. In einer zunehmend technisierten Welt revolutionieren Gesten auch unseren Umgang mit Gegenständen unser Lebens- und Arbeitswelten.

Wie Gesten entstehen und wie sie die Entwicklung der Arbeit von morgen beeinflussen, ist Teil des Forschungsprojektes MANUACT, das von der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement sowie der Professur Germanistische Sprachwissenschaft, Semiotik und Multimodale Kommunikation verantwortet wird. Die Ergebnisse dieser Arbeit bilden nun die Grundlage einer bundesweit einzigartigen Sonderausstellung, die vom 17. November 2017 bis 4. März 2018 im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz zu sehen ist.

Dabei treffen eindrucksvolle interaktive Installationen, die vom Linzer Ars Electronica Futurelab in enger Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz speziell für diese Ausstellung entwickelt wurden, auf Artefakte des Industriemuseums und auf Werke namhafter Künstlerinnen und Künstler, die sich mit Gesten als menschlich hervorgebrachte Zeichen beschäftigen. So lädt der „Wooden Mirror“ des New Yorker Künstlers Daniel Rozin, der Holz zu einem Spiegel werden lässt, zur Interaktion ein: Hand- und Körperbewegungen des Betrachters werden von einer Kamera erfasst und computerunterstützt an kleine Motoren weitergegeben, die insgesamt 830 Holzplättchen bewegen und die verblüffende „Spiegelung“ erzeugen. Einen spielerischen Einstieg in das Ausstellungsthema verspricht auch das Exponat „Augmented Hand Series“ des Künstlers Golan Levin aus Pittsburgh, das traumhafte bis unheimliche Transformationen der Hände der Museumsgäste zu Stande bringt: Die Hand wird dreidimensional gescannt und sofort auf einem Display in völlig veränderter Form wiedergegeben. Zusammenhänge zwischen den Handbewegungen bei traditionellen Arbeitsvorgängen, wie Spinnen, Töpfern oder Hämmern, und den Möglichkeiten gestengesteuerter Bedienung von Maschinen sind Bestandteil eines separaten Ausstellungsbereiches. Hier treffen ausgewählte Werkzeuge und Maschinen früherer Jahrhunderte auf Produktionstechnik der Zukunft. An Exponaten des Sächsischen Industriemuseums Chemnitz ist die historische Entwicklung von Arbeitsgesten nachvollziehbar. Wie lassen sich mit Gesten künftig Werkzeuge bedienen und Objekte steuern?

Einige zentrale interaktive Exponate, die in enger Zusammenarbeit mit dem Ars Electronica Futurelab in Österreich entstanden sind, vermitteln einen Eindruck von berührungsloser Gestensteuerung. Die Professur Arbeitswissenschaft zeigt in diesem Zusammenhang außerdem ein interaktives Exponat, das die Eignung von Gestensteuerung im Kontext von Industrie 4.0 thematisiert. Der Museumsbesucher schlüpft in die Rolle eines Instandhalters intelligent miteinander vernetzter Maschinen und Anlagen in der Fertigung. Er hat die Aufgabe eine defekte Maschine mit Hilfe verschiedener Eingabemodalitäten spielerisch wieder in Gang zu setzen, sodass die Produktion fortgesetzt werden kann. Nachdem die defekte Maschine identifiziert, repariert und wieder zu laufen gebracht wurde, ist sich der Besucher bewusst, wann und welche Gesten für Aufgaben der Instandhaltung geeignet sind und kann letztlich einschätzen, ob er die Bedienung als intuitiv erlebt hat.

Die Ausstellung wird begleitet durch eine Vielzahl von Veranstaltungen, die Sie wie alle weiteren Informationen aus der Pressemitteilung der TU Chemnitz, der Ausstellungs-Website oder direkt vom Ansprechpartner Thomas Seeling erfahren.


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