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Regionale Erinnerungsorte

Professur Europäische Regionalgeschichte lädt vom 11. bis 13. November 2011 zur Fachtagung im Rahmen des Projektes "Grenzüberschreitungen - Neue Wege von Land zu Land" ein

  • Ein Erinnerungsort in Böhmen: Die tschechische Inschrift eines sächsischen Denkmals bei Königgrätz/Hradec Králové erinnert an die Schlacht von 1866 zwischen Preußen und Österreich. Foto: Milos Reznik

Die Professur Europäische Regionalgeschichte der Technischen Universität Chemnitz ist am Drittmittelprojekt "Grenzüberschreitungen - Neue Wege von Land zu Land" beteiligt, das mit umfangreichen grenzraumbezogenen Forschungsarbeiten und Bildungsangeboten einen Beitrag zur verstärkten Identitätsbildung in der Region leisten soll. Vom 11. bis zum 13. November 2011 findet im Rahmen dieses Projektes eine Fachtagung mit dem Titel "Regionale Erinnerungsorte: Westböhmen und Mitteldeutschland im europäischen Kontext" statt. Veranstaltungsort ist das Obere Schloss in Greiz.

"An Erinnerungsorten wird die Vergangenheit identitätsstiftend vergegenwärtigt. Ob Denkmale, historische Bauten, Geschehensorte historischer Ereignisse, Schlachtfelder, Geburtshäuser oder Gräber wichtiger Persönlichkeiten - sie alle haben ihr eigenes, manchmal wechselhaftes Schicksal in der späteren Erinnerung", erklärt Prof. Dr. Miloš Rezník, Inhaber der Professur Europäische Regionalgeschichte, und ergänzt: "Sie werden unterschiedlich gedeutet und in die Geschichtsvorstellungen eingebaut, die der Darstellung und Verfestigung von kollektiven Identitäten - der nationalen, territorialen, politischen, religiösen und anderen - dienen." Mit dem Wandel der Identitäten ändere sich auch die Funktion und Wahrnehmung der Erinnerungsorte, die darüber hinaus noch von unterschiedlichen Seiten beansprucht werden könnten.

Während die bisherige Forschung sich überwiegend den Erinnerungsorten im nationalen Kontext gewidmet hat, betrachtet die Fachtagung in Greiz, den Erinnerungsort aus der regionalen Sicht. Dabei wird die westböhmische und mitteldeutsche Region im europäischen Kontext unter die Lupe genommen. Tagungsvorträge konzentrieren sich auf die materiellen Orte der Erinnerung, symbolische Erinnerungsorte stehen aber ebenfalls zur Diskussion. "Ein späteres Greizer Kolloquium wird sich in Anknüpfung an diese Tagung der touristischen Vermarktung der Geschichte in der Region widmen", kündigt Rezník an. Das Projekt wird gefördert durch die Europäische Union im Rahmen des Ziel3/Cíl3-Programmes.

Das Programm des Kolloquiums: http://www.tu-chemnitz.de/phil/geschichte/erg/

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Miloš Rezník, Telefon 0371 531-34390, E-Mail milos.reznik@phil.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos
09.11.2011

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