Service Level Agreement Linux VPS
(Stand: Juni 2011)
Diese Vereinbarung regelt spezielle Leistungsmerkmale und Bedingungen
zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, die sich aus Betrieb und Nutzung
des Betriebssystems Scientific Linux als VPS ergeben.
Verantwortungsbereiche
Der Auftragnehmer ist verantwortlich für
- Installation des Betriebssystems
- Campusnetz-Integration
- regelmäßige Wartung und Pflege des Betriebssystems (Softwareupdates)
Die Administrationsverantwortung für das Betriebssystem des VPS wird
an den Auftragnehmer delegiert. Sie wird durch
Sysadmins wahrgenommen.
Die Verantwortung für die Dienste, die der Server erbringt,
bleibt beim Auftraggeber und wird durch einen oder mehrere
(
Funktionsadmins) realisiert.
Funktionsadmins erhalten über den
sudo-Mechanismus Befugnisse,
die den
root-Rechten equivalent sind (lokales Loginkennzeichen
root).
Eine zweckfremde Nutzung der
root-Rechte ist nicht erlaubt,
ebenso die Weitergabe dieser Rechte.
Nur administrative Aufgaben dürfen unter dem Loginkennzeichen
root ausgeführt werden.
Der Auftraggeber ist verantwortlich für:
- Bereitstellung, Installation und Betreuung von Anwendungssoftware
- Einhaltung der Lizenzbedingungen für diese Software
- Beheben von selbst zu verantwortenden Fehlersituationen
- Wiederherstellung selbst vorgenommener Modifikationen nach einer notwendigen/abgesprochenen Reinstallation
Leistungsparameter
- Installation des Betriebssystems bzw. Upgrade bei Minor-Release-Wechsel
- Installation der Basis-Systemsoftware
- zeitnahes und automatisches Update der Basis-Systemsoftware (Security-Patches)
- BS-Version:
- Scientific Linux 6.x
- Scientific Linux 5.x
- die Benutzung ist ausschliesslich über URZ-Loginkennzeichen möglich
- Verwaltung der Nutzerdaten im Rahmen der Speicherdienste des URZ
- minimaler Softwareumfang
- die eigenverantwortliche Bereitstellung zusätzlicher SW ist möglich
- Zugriff auf zentral bereitgestellte Ressourcen, u.a.
- Home-Verzeichnisse
- AFS-Filesystemhierarchie (Projektverzeichnisse, ...)
- System- und Netzwerksicherheit
- zeitnahes Einspielen von Security-Patches
- Secure Shell
- PAM (Pluggable Authentication Modules)
- Kerberos 5
- Shadow-Passworte
- TCP-Wrapper
- root -Zugang für Funktionsadmins über sudo
- Konfiguration der Systemkomponenten, u.a.
- Zeitsynchronisation
- crontab
- logrotate
- Manangement- und Konfigurationsunterstützung mittels ToSCA
- Hilfe zur Selbsthilfe bei der Nutzung von Linux
- Partitionierung der Betriebssystemplatte
- Normalerweise werden je nach angeforderter Kapazität Standard-Partitionierungen vorgenommen. Bei Bedarf kann der Auftraggeber spezielle Partitionierungs-Anforderungen für die Betriebssystem-Platte im Feld Bemerkungen vorgeben.
Anforderung zusätzlicher Leistungen
- Shibboleth-Einbindung in das WTC
- Helpdesk des URZ
- Im Betreff: bzw. Subject: geben Sie bitte "Shibboleth-Einbindung ins WTC: <hostname>" an. Auf diese Weise wird eine schnelle Zuordnung an die zuständigen Bearbeiter unterstützt.
Wartung des VPS
Eventuell notwendige Wartungsarbeiten für den VPS finden während der
Betriebszeiten statt und schränken im Normalfall
die Nutzung nicht ein.
Der Auftragnehmer kann die Administrationsverantwortung für das
Betriebssystem nur dann wahrnehmen,
wenn die vom Auftraggeber im Rahmen
seiner Diensteverantwortung durchgeführten Maßnahmen
dies nicht beeinträchtigen oder unmöglich machen.
Führt die Installation von Softwarepaketen oder die Konfiguration von
Software-Komponenten durch den Auftraggeber wissentlich oder unwissentlich
zu Inkompatibilitäten oder Inkonsistenzen von Systemkomponenten bzw. innerhalb
des Betriebsystems,
so geht die Administrationsverantwortung für die betroffenen Systemkomponenten
bzw. das Betriebsystem auf den Auftraggeber über.
Die Nachweispflicht obliegt dem Auftragnehmer.
Service Level Monitoring
Auf den VPS laufen regelmäßig Skripte,
um die Konsistenz der Systemkonfiguration
sowie des installierten Softwarepakete-Bestandes zu prüfen
und ggf. zu korrigieren.
Das geschieht mindest einmal täglich zu festgelegten Zeiten,
voraussgesetzt der VPS besitzt Netz-Konnektivität.
Zusätzlich wird der Betrieb der VPS durch Monitoring-Software überwacht,
u.a. hinsichtlich:
- Netzkonnektivität (connfp)
- CPU-Last (cpu)
- Füllstand der lokalen Filesysteme (disk)
- RAM-Nutzung (memory)
- kritische Systemnachrichten (msgs)
Entsprechende Anzeigen sind per Web verfügbar.
Das Service Level Monitoring ist Bestandteil der -ToSCA-Technologie und in diesem
Kontext detailiert beschrieben:
http://www.tu-chemnitz.de/urz/admin/tosca/monitoring.html.
Klassifizierung als Produktionsserver oder Entwicklungssystem
Der Auftraggeber legt mit der
Klassifizierung bei der Auftragserteilung fest,
ob der VPS als
- Produktionsserver (Angabe: SERVER) oder als
- Entwicklungs- bzw. Testsystem (Angabe DEVEL)
eingesetzt werden soll.
Damit wird festgelegt, ob bei Fehlermeldungen durch das Monitoring-System
(
siehe Service Level Monitoring)
eine Benachrichtigung des/der Funktionsadmins erfolgen soll (Produktionsserver)
oder nicht.
Handelt es sich bei dem betreffenden VPS um einen Produktionsserver (
SERVER),
so werden durch die Monitoring-Software festgestellte Probleme im
http://bb.hrz.tu-chemnitz.de/bb.html
angezeigt und mit einer Verzögerung von ca. 5 Minuten
als Störungsmeldung per E-Mail an die Funktionsadmins gesendet.
Liegt das Problem im Verantwortungsbereich des Auftragnehmers,
so wird mit der Problembearbeitung während der regulären Arbeitszeiten
(

7:00-16:00 Uhr) innerhalb einer Stunde nach Bekanntwerden des Problems begonnen.
Außerhalb der regulären Arbeitszeiten besteht
keine Reaktionspflicht seitens des Auftragnehmers.
Handelt es sich bei dem VPS um ein Entwicklungs- bzw. Testsystem (
DEVEL),
so werden durch die Monitoring-Software festgestellte Probleme für VPS der UB und des URZ
im
http://bb2.hrz.tu-chemnitz.de/bb.html
sowie für alle anderen Einrichtungen im
http://bb1.hrz.tu-chemnitz.de/bb.html
angezeigt.
In solchen Fällen erfolgt keine Störungsmeldung per E-Mail.
Eine Problembearbeitung durch den Auftragnehmer wird nach Aufforderung durch
den Auftraggeber eingeleitet.
Erweitertes Monitoring
Bei VPS, die kritische Dienste erbringen, sollten
durch den Funktionsadmin spezielle Funktionsprüfungen (
func)
in das Monitoring integriert werden, siehe
Hinweise zur Integration eigener Service Tests.
Der Auftraggeber kann fordern, dass das Monitoring erweitert wird.
Dafür sind spezielle Angaben notwendig:
- definierte Systemprozesse (procs), falls vom Funktionsadmin angegeben
- Verfügbarkeitstests von Netzdiensten, falls vom Funktionsadmin angefordert, z.B.
Angaben zum erweiterten Monitoring können bei der Auftragserteilung
(Feld Bemerkungen) oder später über den
Helpdesk des URZ
angefordert werden.
Reporting
Der Nachweis des vereinbarten Service Level
erfolgt u.a. durch
- Accounting- und Statistik-Informationen zur Systemnutzung
- Logs der Wartungsläufe
- Listen der installierten Softwarepakete