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Studierende debattieren über Europa

Herbstschule der Sächsisch-Tschechischen Hochschulinitiative bringt akademischen Nachwuchs aus drei Ländern zusammen - Nächste Fachkonferenz findet Anfang November statt

  • Die Herbstschule stand unter dem Thema "Sachsen und Böhmen in Europa" - auch die Studenten hielten Präsentationen. Foto: Martin Munke
  • Prof. Dr. Stefan Garsztecki (r.)von der TU Chemnitz und Dr. Jaroslav Dokoupil, Prorektor der WBU Pilsen, gaben bei Einführungsvorträgen Grundlagen für die Diskussionen. Foto: Martin Munke

Während die großen politischen Debatten über Europa aktuell von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise bestimmt werden, findet die tägliche Erfahrung zumeist auf einer lokalen und regionalen Ebene statt. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist auch auf diesen Ebenen rechtlich und organisatorisch in einen übergeordneten europäischen Rahmen eingebettet, der von einer ständigen Ausweitung und Fortentwicklung gekennzeichnet ist. Die praktischen Auswirkungen dieser Prozesse wurden am Beispiel Sachsens und Böhmens jetzt von einer Herbstschule des Ziel 3- / Cíl 3-Projekts Sächsisch-Tschechische Hochschulinitiative (STHI) vom 14. bis 16. Oktober 2011 in Bublava unweit der sächsisch-tschechischen Grenze bei Klingenthal beleuchtet.

Die drei intensiven Seminartage waren von Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Inhaber der Professur für Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas und Dr. Milan Jeřábek von der J.E. Purkyně-Universität Ústí nad Labem (UJEP) inhaltlich konzipiert worden. Insgesamt nahmen 17 deutsche, tschechische und polnische Studierende von den STHI-Partneruniversitäten TU Chemnitz, Westböhmische Universität Pilsen (WBU) und UJEP Ústí nad Labem daran teil. Das Thema "Sachsen und Böhmen in Europa" wurde in fünf Blöcken systematisch aufbereitet. Die Diskussionsgrundlage legte jeweils ein Einführungsvortrag der teilnehmenden Dozenten, anschließend folgten studentische Präsentationen. Der von Jeřábek verantwortete Themenblock nahm die Rolle der Euroregionen in den Blick. Den vier im sächsisch-böhmischen Grenzraum gelegenen Zusammenschlüssen von Kreisen und Kommunen - Egrensis, Erzgebirge / Krušnohoři, Elbe / Labe und Neisse / Nisa / Nysa - würde häufig eine Art "Brückenkopffunktion" in der grenzüberschreitenden Kooperation zukommen. "Leider erschwert die nationale Gesetzgebung häufig die Zusammenarbeit", stellte der Geograph fest. Eine "Korrektur der Legislative" könne über entsprechende Kritik der Kooperationspartner an der Basis erfolgen. "In Polen hat das in den letzten Jahren zunehmend funktioniert, entsprechende Erfahrungen wurden in die Gesetzgebung mit eingebracht", zog Garsztecki den europäischen Vergleich.

Bereits in wenigen Wochen wird die nächste Veranstaltung der STHI zu Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit angeboten. Vom 3. bis 5. November untersucht eine von Milan Jeřábek organisierte Konferenz in Dubí u Teplic, ob der böhmisch-sächsische Grenzraum eher einen Konkurrenz- oder einen Kooperationsraum darstellt. Bei der Tagung handelt es sich um die vorletzte von der STHI durchgeführte Fachtagung vor dem Projektende im Mai 2012. Sie findet statt im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums der UJEP unter der Schirmherrschaft von Magnifizenz Rektor René Wokoun. Zehn Studierende der TU Chemnitz können daran kostenfrei teilnehmen. Anmeldungen sind noch bis zum 21. Oktober bei Ilona Scherm möglich.

Weitere Informationen sind unter http://www.sthi.eu sowie bei Ilona Scherm, Telefon 0371 531-34503, E-Mail ilona.scherm@phil.tu-chemnitz.de, erhältlich.

(Autor: Martin Munke)

Katharina Thehos
19.10.2011

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