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Bei Humboldtianern ist die Chemnitzer Mathematik beliebt

Im Ranking der Humboldt-Stiftung belegt die Angewandte Mathematik der TU Chemnitz einen vierten Platz

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Die Humboldt-Stipendiatin Lihong Feng forscht in Chemnitz gemeinsam mit ihrem Betreuer Prof. Dr. Peter Benner. Foto: Christine Kornack

Wer in Deutschland eine Rangliste der besten Forschungseinrichtungen für Mathematik aufstellen möchte, hat es sicher schwer, gibt es doch dafür sehr viele Indikatoren angefangen von der Höhe eingeworbener Drittmittel bis hin zur Publikationstätigkeit der Wissenschaftler. Eine Übersicht, die als einzigen Indikator die Standortentscheidung ausländischer Mathematiker für Forschungseinrichtungen in Deutschland heranzieht, ist das so genannte Mathematik-Ranking der Humboldt-Stiftung. Die Stipendiaten und Preisträger dieser Stiftung entscheiden eigenständig, welche deutschen Gastinstitute für ihre Forschung die attraktivsten Bedingungen bieten und liefern so Indizien für die internationale Ausstrahlung der deutschen Mathematik.

Im Bereich der Angewandten Mathematik verteilten sich die Humboldtianer im Zeitraum von 1998 bis 2007 auf 60 Einrichtungen, veröffentlicht die Stiftung in der Zeitschrift "Humboldt kosmos" (91/2008). An der Spitze liegt mit 15 Aufenthalten die Humboldt-Universität Berlin. "Die Technische Universität Chemnitz erzielte mit fünf Aufenthalten einen beachtenswerten vierten Platz", freut sich der Dekan Prof. Dr. Bernd Hofmann und ergänzt: "Unsere Fakultät hat in den vergangenen Jahren auch immer aktuelle Anwendungen der Mathematik im Fokus gehabt. Wie man sieht, zahlt sich das aus."

Eine Humboldt-Stipendiatin der Mathematik an der Chemnitzer Universität ist Lihong Feng. Seit Februar 2007 unterstützt die Chinesin das Forscherteam um Prof. Dr. Peter Benner an der Professur Mathematik in Industrie und Technik bei der System- und Modellreduktion sowie deren Anwendung in der Simulation von Halbleitermodellen und Mikrosystemen. Im Zentrum ihrer Forschung, die sie sonst an der Fudan Universität in der Millionenmetropole Shanghai ausübt, steht die Entwicklung neuer Techniken für die System- und Modellreduktion. Feng untersucht Software und Prozesse für die schnelle Simulation von großen Halbleitermodellen. Dafür sitzt sie fast rund um die Uhr am Computer. Den Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse erhält die 34-jährige Frau über das Internet, neu entwickelte Formeln setzt sie direkt in die Software um. In Chemnitz kann sie sich durch das Stipendium optimal auf ihre Forschung konzentrieren und hat zugleich mit der Professur Mathematik in Industrie und Technik der TU ein gutes wissenschaftliches Umfeld. "Für mein Humboldt-Stipendium habe ich in Chemnitz mit Prof. Benner den passenden Forschungspartner gefunden", sagt sie.

Mario Steinebach
16.09.2008

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