Pressemitteilung vom 16.10.1997
Damit der Meister seine Werkstatt in den Griff bekommt
Damit der Meister seine Werkstatt in den Griff bekommt
Chemnitzer Softwaresystem steuert Fertigung in Kleinst- und
Kleinunternehmen
Auf dem Schreibtisch des Meisters stapeln sich Berge von
Arbeitspapieren. Ein Werker beschwert sich, daß keine Teile an seinem
Arbeitsplatz liegen. Am Telefon fragt ein Kunde, ob er das bestellte
Produkt zwei Tage eher bekommen kann. Doch der Meister kann ihm keine
Auskunft geben, denn er hat den Überblick verloren. Soweit muß es
nicht kommen. Dipl.-Ing. Bettina Keil von der Professur für
Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz hat eine Software entwickelt, mit
der sich die Prozesse in der Werkstatt transparent gestalten und
zielsicher planen lassen. Alle Aufträge können so von der Erfassung
über die Fertigung bis hin zur Lieferung mit nur einem System
gesteuert werden. Das Programm mit dem Namen "WEDIS" (das Kürzel steht
für Werkstattdisposition) wird die 34jährige Wissenschaftlerin
erstmals vom 19. bis 22. November 1997 auf der Computermesse
COMTEC ´97 in Dresden der breiten Öffentlichkeit vorstellen.
Bei der Entwicklung von "WEDIS" ging Bettina Keil davon aus, daß
Werkzeuge aus der Informationsverarbeitung von vielen Facharbeitern
und Meistern - insbesondere im Werkzeug- und Formenbau sowie im
Sondermaschinenbau - noch zu wenig genutzt werden, obwohl gerade dort
eine sinnvolle Nutzung vieles erleichtern und vereinfachen würde.
Deshalb legte die Wissenschaftlerin das Hauptaugenmerk auf
Bedienbarkeit unter Wahrung der vollen Funktionalität und
Realitätsnähe. Darum ist "WEDIS" auch kein Standardprodukt, es wird
immer an die Bedingungen der Nutzer angepaßt. Selbst Alter,
Qualifikation und Motivation der Anwender werden bei deren Training
berücksichtigt. Pilotanwender ist die KRAUSS Maschinenbau GmbH in
Schönbach. Geschäftsführer Harald Krauß ist sehr zufrieden: "Mein
Personal arbeitet völlig problemlos mit dem neuen Programm. Unsere
Aufträge lassen sich jetzt genau verfolgen. Erstmals arbeiten wir auch
nach Sollzeiten, erstellen Tagespläne und können jederzeit zu
möglichen Lieferterminen Aussagen treffen. Bereits in der
Einführungsphase konnten wir zehn Prozent Fertigungszeit einsparen,
überflüssige Transportzeiten fielen weg." Von Vorteil ist auch, daß im
täglichen Umgang mit "WEDIS" das Erfahrungswissen des Meisters bzw.
Facharbeiters abgebildet wird: Bewährte Arbeitspläne werden ins System
übernommen, Sollzeiten aktualisiert und Kalkulationen korrekt
durchgeführt.
Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Professur
Arbeitswissenschaft, Erfenschlager Straße 73, 09125 Chemnitz,
Dipl.-Ing. Bettina Keil, Tel. 03 71 / 5 31-53 15 oder vom 19. bis
22.11.1997 auf der COMTEC ´97 in Dresden, Halle 4, Stand H6
(Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen").