Adventskalender 2018 der TU Chemnitz

Neue Jakobswege im Erzgebirge

Neue Jakobswege, violett: Jakobsweg Silberberg, blau: Pilgerweg St. Anna, rot: Jakobsweg Böhmisches Erzgebirge

Seit der Eröffnung des Sächsischen Jakobswegs an der Frankenstraße, der in unserem Adventskalender vor einigen Jahren vorgestellt wurde, sind insbesondere im Erzgebirge einige neue Wege entstanden, die interessante Alternativen bieten und auch zu Tagestouren einladen sollen. So kann der verkehrsreiche Großraum Zwickau über den Pilgerweg St. Anna und den Jakobsweg Silberberg auf ruhigen und landschaftlich und historisch interessanten Wegen umgangen werden.

Jakobsweg Silberberg

Tapas-Bar Caramba in Schlema

Mit der Eröffnung des Hauptwegs im Juni 2013 hatte der passionierte Pilger und Betreiber einer gemütlichen Tapas-Bar in Schlema Gerd Lauckner den dringenden Wunsch, seine Region ebenfalls mit einem Jakobsweg an den Hauptweg anzubinden. Mit Hilfe seines Freundes Erhard Kühnel und der Unterstützung durch die Jakobsgesellschaft und die anliegenden Gemeinden konnte eine Trasse über historische Wege durch verschiedene Bergstädte des Erzgebirges festgelegt und bis zum Sommer 2014 markiert werden. Der Name «Silberberg» wurde zum einen von dem geplanten Städteverbund um Aue abgeleitet, zum anderen weist er auf den traditionellen Silberbergbau in dieser Region hin.

Frohnauer Hammer

Offiziell startet der Weg an der St.-Annen-Kirche in Annaberg-Buchholz, aufgrund von bürokratischen Problemen beginnt die Markierung jedoch erst am «Frohnauer Hammer». Über die Halde 78 gelangen wir ins Zschopautal nach Schlettau, wo sich ein Abstecher in den Schlosspark lohnt.


Schloss Schlettau

Weiter wandern wir nach Elterlein, dem vermutlichen Geburtsort der Barbara Uthmann und von hier über die historische Bahntrasse Zwönitz–Scheibenberg nach Waschleithe, wo das «Heimateck» und der Natur- und Wildpark zum Besuch einladen. Nun geht es bergauf nach Grünhain zum ehemaligen Kloster, von dem noch einige Mauerreste und der Fuchsturm zu sehen sind, in dem vermutlich Kunz von Kauffungen nach dem Prinzenraub gefangen gehalten wurde.

Eisenbrücke Schlema (vor der Sanierung 2018)
Pilger-Litfaßsäule in Schlema

Auf der historischen Salzstraße erreichen wir Lößnitz und weiter über Alberoda und die Eisenbrücke den Kurort Schlema. Nach einer Stärkung in der «Bar Caramba» setzen wir unseren Weg über den Eisenbahnlehrpfad auf der ehemaligen Bahnlinie nach Schneeberg fort, durchqueren den Kurpark und steigen nun hinauf nach Schneeberg bis zur Wolfgangskirche.


Hirschfeld

Über das Siebenschlehener Pochwerk und den Schneeberger Bergbaulehrpfad erreichen wir den Filzteich. Von hier führt der Weg über Lindenau nach Kirchberg mit dem Aussichtsturm auf dem Borberg. Über die Talsperre Wolfersgrün erreichen wir nach 60 Kilometern endlich in Hirschfeld den Hauptweg, auf dem wir unsere Wanderung bis zum Tierpark Hirschfeld fortsetzen.

Wollen wir diese Tour in Etappen zurücklegen, finden wir in Annaberg-Buchholz, Lößnitz (ca. 30 km, derzeit Schienenersatzverkehr), Schlema und Voigtsgrün Bahnstationen, einige weitere Orte sind mit dem Bus erreichbar.


Anschluss Aue

Klösterlein Zelle

In diesem Jahr wurde in Aue in der Johanniter-Unfall-Hilfe gegenüber der Friedenskirche ein Pilgerbüro eröffnet. Auch von hier existiert ein markierter Weg entlang der Mulde über «Klösterlein Zelle», dem ältesten Ortsteil von Aue, bis zur Eisenbrücke in Schlema.


Pilgerweg St. Anna

Karte und Kilometerstein am Beginn des Weges

Im Streitwald am Ortsrand von Zwönitz befinden sich mehrere Heilquellen. Die erste Heilung erfolgte der Sage nach am St.-Anna-Tag um 1500, so dass der Brunnen diesen Namen erhielt. Eine weitere, 200 Jahre später entdeckte Heilquelle wurde «Guter Brunnen» genannt. Im 19. Jahrhundert entstand hier ein regelrechter Badeort, der bis 1941 existierte.


Guter Brunnen Zwönitz

Verschiedene Chroniken deuten darauf hin, dass sich hier auch eine Wallfahrtskapelle befand, die jedoch schon im 16. Jahrhundert verfiel. Nach der Wende wurde hier eine neue Kapelle geplant, die 1998 als St.-Anna-Kapelle geweiht wurde. Da diese ein interessantes Pilgerziel ist, entstand mit der Eröffnung des Jakobswegs der Wunsch, sie in einer Variante in den Weg einzubinden. So wurde im Sommer 2017 der Pilgerweg St. Anna offiziell eröffnet. Er ist ca. 20 Kilometer lang.

Historische Informationen zur St.-Anna-Kapelle und Sagen zum Guten Brunnen


Christlicher Erlebnisgarten Brünlos

Gelangt man auf dem Jakobsweg von Chemnitz über Adorf nach Jahnsdorf, findet man kurz vor dem Ortsende die Herberge am Jakobsweg mit einer großen Karte des weiteren Wegverlaufs. Nach 50 Metern gabelt sich der Weg, der Pilgerweg St. Anna führt geradeaus in den Wald hinauf zum Jägerhorn. Ab hier folgen wir dem Eisenweg, passieren Forzbachl, schwarzes Kreuz und Tabakstanne und gelangen nach Brünlos. In der Adventszeit kann hier ein mechanischer Weihnachtsberg besichtigt werden, in der wärmeren Jahreszeit lädt der Christliche Erlebnisgarten zu einem Besuch ein.

St.-Anna-Kapelle Zwönitz

Weiter auf dem Eisenweg haben wir bald wunderschöne Panoramablicke zum Fichtelberg und den Erzgebirgskamm, ehe wir zum Streitwald gelangen. Hier verlassen wir den Eisenweg, folgen ein kurzes Stück der ehemaligen Bahntrasse Stollberg–Zwönitz und erreichen die St.-Anna-Kapelle und den Guten Brunnen (etwa 100 Meter abseits vom Weg).

Nach Lenkersdorf kreuzen wir zweimal die Bahnlinie Chemnitz–Aue, die sich in Serpentinen über den Höhenzug zwischen Zwönitz und Lößnitz schlängelt, und gelangen in Lößnitz auf den Jakobsweg Silberberg, dem wir nun weiter in Richtung Schlema folgen.

Bahnstationen für Tagestouren: Jahnsdorf, Lößnitz (derzeit Schienenersatzverkehr), Kurort Schlema.

Jakobsweg Böhmisches Erzgebirge

Markt Kadaň

Da die Stadt Aue enge Kontakte zu ihrer Partnerstadt Kadaň (Kaaden) pflegt, kam mit den Anbindung von Aue an den Jakobsweg der Wunsch auf, den Jakobsweg Silberberg bis nach Kadaň zu verlängern. Im Herbst 2017 wurde dazu erstmals ein möglicher Wegverlauf erkundet, der in diesem Sommer noch einmal modifiziert wurde und nun vorläufig feststeht. Der Abschnitt ist ca. 50 km lang und überwindet ca. 1600 Höhenmeter. Eine Markierung steht noch aus, der neue Pilgerführer, der in diesen Tagen erscheint, wird jedoch Karten und Wegschreibung dieses Abschnitts enthalten.


Kapelle Domašín

Beginnend auf dem Markt Kadaň führt der Weg über das ehemalige Franziskanerkloster und die Nikolauskapelle nach Klášterec nad Ohří und von ihr steil hinauf ins Erzgebirge. In Louchov (Laucha) befindet sich mit der St.-Jakobus-Kirche eine der ältesten Kirchen des Erzgebirges. Weiter gelangen wir über die Kupferberger Sphinx nach Měděnec (Kupferberg) und zum Aussichtberg Mědník (Kupferhübel). Hier finden wir nach ca. 20 km Strecke und dem größten Anstieg Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.


Wegkreuz bei Nové Zvolaní mit Blick zum Bärenstein

Über Kovářská (Schmiedeberg) erreichen wir Vejprty (Weipert) und Bärenstein. Nun geht es nochmals hinab ins Tal nach Königswalde, ehe wir von hier aus den Höhenzug nach Annaberg überwinden.

Detaillierte Beschreibung des Wegverlaufs (mit weiteren Fotos).

Zum Startpunkt Kadaň gibt es täglich mehrere Busverbindungen ab Vejprty (ca. 15 Minuten von Bärenstein). Die Orte Kovářska und Měděnec werden ebenfalls von hier aus angefahren. Im Sommerhalbjahr existiert auch eine Bahnverbindung (zweimal täglich) von Annaberg bzw. Bärenstein nach Vejprty, Kovářska und Měděnec.


Wegbeschreibung und Karten

Der Pilgerführer «Jakobswege Erzgebirge/Vogtland» ist über den Verein Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße e. V. erhältlich. Detaillierte Onlinekarten und Karten zum Ausdrucken finden sich unter jakobsweg.in-chemnitz.de.