Adventskalender 2018 der TU Chemnitz

Mit der Alma durchs Erzgebirge

Alma im Chemnitzer Hauptbahnhof
Alma

Wenn alles nach Plan läuft, ist es in einem Jahr fast soweit, dass die Bahngleise hinterm Neuen Hörsaalgebäude direkt vom Campus ins Erzgebirge führen und im Halbstundentakt befahren werden. Im Moment ist die Strecke zwischen Südbahnhof und Aue wegen des dafür nötigen Umbaus gesperrt. Kurz vor Beginn der Bauarbeiten konnte man die Bahnfahrt noch einmal aus einer ungewohnten Perspektive erleben: bei einem Ausflug mit einem Doppelstocktriebwagen der Baureihe 670, genannt Alma.


Oberdeck
Steuerpult

Nur sieben dieser Fahrzeuge mit 78 Sitzplätzen und Dieselantrieb wurden 1996 für die Deutsche Bahn gebaut. Durchsetzen konnten sie sich aufgrund diverser Probleme nie. Seit 2012 befindet sich eines dieser Fahrzeuge im Besitz des Chemnitzer Vereins Traditionsgemeinschaft Ferkeltaxi, der im Jahresverlauf zahlreiche Sonderfahrten anbietet. Die Alma eignet sich dafür hervorragend, denn besonders vom Oberdeck genießt man einen außergewöhnlichen Blick auf die Umgebung. Zusätzlich hat man in den ersten und letzten Sitzreihen noch den ungehinderten Blick auf die Gleise, wie er sonst wohl nur Lokführern vorbehalten ist. Doch auch das Unterdeck bietet mit den Plätzen direkt hinter dem Steuerpult, welches nicht vom Fahrgastraum getrennt ist, einen Höhepunkt für Bahnfreunde.


Ausfahrt aus dem Hauptbahnhof mit Blick aufs Technische Rathaus
Zwönitztal

Die Fahrt im September 2018 begann am Chemnitzer Hauptbahnhof. Am Südbahnhof passiert man die Fraunhofer-Institute, gleich danach die Stelle, an der demnächst die Straßenbahngleise einmünden, und bald darauf erreicht man in Erfenschlag das Zwönitztal. Diesem folgt man über Burkhardtsdorf und Thalheim, bevor man in Zwönitz in Richtung Lößnitz abbiegt. Dort schlängelt man sich in mehreren Kurven hinunter ins Tal der Zwickauer Mulde, die man nach Passieren des nagelneuen Erzgebirgsstadions in Aue erreicht.


Kurz vor Aue
Abzweig auf die Aussichtsbahn in Schwarzenberg

Von hier aus ging die Fahrt weiter nach Schwarzenberg, wo wir auf die Erzgebirgische Aussichtsbahn abbogen. Diese landschaftlich schöne Strecke über Scheibenberg und Schlettau nach Annaberg-Buchholz wird seit 2009 nur noch für touristische Sonderfahrten genutzt - das allerdings sehr häufig. Außerdem sollen hier in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz fahrerlose Züge erprobt werden. Höhepunkt der Strecke ist das Markersbacher Viadukt, auf dem die Alma zum Fotografieren sogar anhalten durfte. Mittagspause war im hübschen Schlettauer Bahnhof.


Bahnübergang in Raschau
Markersbacher Viadukt

Im Sehmatal stößt man auf die Bahnstrecke nach Cranzahl. Sie wird in Annaberg-Buchholz Süd erreicht und nach Fahrtrichtungswechsel befahren. Ab Cranzahl sind derzeit auch nur noch selten Züge unterwegs. An diesem Tag gehörte die Alma dazu, denn die Fahrt ging weiter bis Bärenstein, dem letzten Bahnhof vor der tschechischen Grenze. Das Bahnhofsgebäude ist in bemitleidenswertem Zustand. Also lieber schnell wieder zurück nach Cranzahl, wo man der Fichtelbergbahn begegnet und im deutlich besser erhaltenen Bahnhofsgebäude einen Kaffee trinken kann.


Blick vom Markersbacher Viadukt
Bahnhof Schlettau

Ebenfalls auf derselben Strecke ging es zurück in Richtung Chemnitz, diesmal mit einem Halt am Museumsbahnhof Walthersdorf und auf freier Strecke an einem Punkt mit Rundumblick auf alle wichtigen Erzgebirgsgipfel. Bei einem letzten Halt in Einsiedel ließen wir die Erzgebirgsbahn passieren, bevor wir um einige Erlebnisse reicher wieder auf dem Hauptbahnhof ankamen.


Ende der Aussichtsbahn in Annaberg-Buchholz Süd
Bahnhof Cranzahl

Die Erzgebirgische Aussichtsbahn wird in der Adventszeit wieder von zahlreichen Dampfzügen befahren. Thalheim und Aue sind von Chemnitz aus voraussichtlich ab 2020 mit der ChemnitzBahn zu erreichen.


Halt auf freier Strecke
Begegnung mit der Erzgebirgsbahn in Einsiedel