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Seit zwei Jahren forscht die Professur Prozessautomatisierung mit Luftschiffen. Thomas Krause, Stefan Richter und Niko Sünderhauf (v.l.) arbeiteten beispielsweise am Luftschiff "Fritz". Das neun Meter lange Luftschiff ist inzwischen an die Grenze seiner Belastbarkeit gekommen und wird nun von einem größeren ersetzt. Dieses wird pünktlich zur Internationalen Luftfahrtausstellung fertiggestellt und dort erstmals präsentiert.
Foto: Professur Prozessautomatisierung

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Forschung

Fliegendes Auge für Feuerwehr und Fernsehteams

Die Professur Prozessautomatisierung der TU Chemnitz stellt auf der ILA2008 vom 27. Mai bis zum 1. Juni ihr neues Luftschiffkonzept zur Unterstützung von Rettungskräften vor

Leise, vibrationsarm und ungefährlich für seine Umgebung kann es über längere Zeit selbstständig oder ferngesteuert fliegen - das neue Luftschiff der Professur Prozessautomatisierung der TU Chemnitz. Es ist ein zehn Meter langes, mit Helium gefülltes Prallluftschiff, dessen größter Durchmesser 2,5 Meter beträgt und das auch bei zwölf Kilogramm Nutzlast noch in der Luft bleibt. Das ist auch erforderlich, denn an seine Hülle werden Kameras sowie Rechen- und Sensortechnik gehangen. So ausgestattet liefert es wertvolle Informationen für Einsatzkräfte. Das Vorgängermodell - ein neun Meter langes Luftschiff mit dem Namen "Fritz" - ist inzwischen an die Grenze seiner Belastbarkeit gestoßen. Es konnte nie das gesamte Equipment mit in die Luft nehmen, sodass sich die Professur Prozessautomatisierung für den Kauf eines größeren Luftschiffs entschied. Erstmalig wird sich die TU Chemnitz mit dem neuen Luftschiff auf der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) präsentieren, die vom 27. Mai bis zum 1. Juni 2008 in Berlin stattfindet. Gemeinsam mit der RECON Group - einer Berliner Firma für innovative Sicherheitslösungen - stellt die Professur Prozessautomatisierung das neuste Modell auf dem Freigelände vor der Halle 7 am Stand 634 vor.

Das Luftschiff eignet sich hervorragend, um Einsatzkräfte am Boden zu unterstützen. Mit den angebrachten Kameras und Sensoren könnten in Zukunft Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk Einsatzorte überwachen und ihre Einsätze besser koordinieren. Das Luftschiff ist mit einem GPS (Global Positioning System) ausgestattet. Es kann beispielsweise bei einem Brand der Feuerwehr wertvolle Informationen über Brandherde, Zufahrtswege und Schadstoffe in der Luft liefern. Doch auch für Fernsehaufnahmen ist das Luftschiff interessant, denn anders als bei Hubschraubern sind die Kameras keinen starken Vibrationen ausgesetzt.

Fred Schikora, Geschäftsführer der RECON Group, erklärt: "Die RECON Group hat sich bereits in der Vergangenheit mit dem Thema Luftaufnahmen beschäftigt. In der Kooperation mit den Luftschiff-Forschern der TU Chemnitz sehen wir vielversprechende Marktchancen auf den Gebieten Sicherheit und TV-Übertragung." Um zu erfassen, welche Ansprüche ein Kunde an Geschwindigkeit, Belastbarkeit und Funktionalität stellt, nutzen die Wissenschaftler der Chemnitzer Universität die ILA2008. "Wir wollen mit potenziellen Anwendern ins Gespräch kommen", erklärt Thomas Krause, Mitarbeiter der Professur Prozessautomatisierung. Mit den Ergebnissen aus diesen Gesprächen werden weitere Tests durchgeführt, um Flugfähigkeit, Traglast und Geschwindigkeit zu optimieren. Die am Boden bereits erprobten Infrarot- und Wärmebildkameras haben ihre ersten Flugstunden noch vor sich. "Um die Einsatzkräfte zu entlasten, soll das Luftschiff selbstständig vorgegebene Wegstrecken abfliegen können und auch Wind ausgleichen", so Krause.

Um sich die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf der ILA zu sichern, haben sich die Aussteller von den Fähigkeiten des Luftschiffes inspirieren lassen. So wird nicht nur das Publikum seinen Blick auf das schwebende Luftschiff richten - sondern es wird zurückschauen. Die Besucher können sich mit Hilfe der Kamera am Luftschiff einen Überblick über das Gelände verschaffen. Die ILA lockte schon 2006 mehr als 250.000 Besucher nach Berlin. Alle zwei Jahre präsentieren auf der ältesten Luftfahrtmesse der Welt Vertreter aus über 40 Ländern aktuelle und künftige Produkte und Dienstleistungen aus der Luft- und Raumfahrttechnologie.

Informationen zum Projekt im Internet: http://www.tu-chemnitz.de/etit/proaut

Weitere Informationen erteilt Thomas Krause, Telefon 0371 531-33357, E-Mail thomas.krause@etit.tu-chemnitz.de

(Autorin: Nicole Kappler)

Katharina Thehos
13.05.2008

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