20:30 Uhr
„Der Mann, der nicht sterben will“ kehrt in das Haus zurück, in dem seine Familie während des Krieges brutal ermordet wurde. Er zerlegt es in seine Einzelteile, verlädt es auf einen Lastwagen und ist fest entschlossen, es an einem sicheren Ort zu Ehren seiner Familie wieder aufzubauen. Doch als der Kommandant der Roten Armee zurückkehrt, der seine Familie getötet hat – fest entschlossen, die Arbeit zu Ende zu bringen – beginnt eine unerbittliche, atemberaubende Verfolgungsjagd quer durch das Land.
Nach dem Überraschungshit „Sisu“, in der sich der Protagonist durch tausende Nazis metzelte, fährt die Fortsetzung inszenatorisch noch heftigere Geschütze auf. Als eine der teuersten finnischen Produktionen aller Zeiten braucht der Film Vergleiche mit sowohl „Mad Max“ als auch Buster Keaton nicht scheuen: Perfektes B-Movie für die Prüfungsphase bzw. den Semesterausklang.
20:30 Uhr
Westjordanland, 1988: Als der junge Noor bei einer Demonstration schwer verletzt wird, beginnt seine Mutter die bewegende Geschichte ihrer Familie zu erzählen. Sie beginnt beim Großvater, der sich vierzig Jahre zuvor weigerte, Jaffa zu verlassen, um sein Haus und den Orangenhain zu schützen. Doch Krieg, Vertreibung und Gefangenschaft reißen die Familie auseinander. Bis ins Jahr 2022 geht die Erzählung der Familie, bei der politische Radikalisierung ebenso vorkommt wie stille Trauer und Versöhnung.
Die palästinensisch-amerikanische Regisseurin ließ sich von der Fluchtgeschichte ihres eigenen Vaters zu diesem Familienepos inspirieren, das sich dem Nahostkonflikt aus palästinensischer Sicht nähert. Dabei zeichnet sie diesen als systemisches Dilemma, bei dem Einzelne zwangläufig an ihre Grenzen stoßen: Eine Jahrzehnte umspannende Leidensgeschichte voll vererbter Traumata, die dennoch für Mitgefühl, Verständigung und letztendlich Vergebung kämpft. Denn Menschlichkeit ist der stärkste Widerstand.
20:30 Uhr
Ellen, Professorin an der renommierten Georgetown University in Washington, D.C., und Chefkoch Paul feiern ihren 25. Hochzeitstag. Während sich die Gäste amüsieren, wird Ellen das Gefühl nicht los, die neue Freundin ihres Sohnes bereits zu kennen. Liz entpuppt sich als ehemalige Studentin, die wegen ihrer „antidemokratischen Thesen“ von der Uni geflogen ist. Jetzt steht sie kurz davor, mit der Bewegung „The Change“ einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel einzuleiten, der das gesamte politische System Amerikas erschüttert. Plötzlich muss Ellen nicht nur um den Zusammenhalt ihrer Familie, sondern für ihre Freiheit und Werte kämpfen. Messerscharf seziert Regisseur Jan Komasa in seinem englischsprachigen Debüt die Ausbreitung einer faschistoiden Ideologie in scheinbar gefestigten Kreisen. Was passiert, wenn Politik eine ganze Familie spaltet? Und wie standhaft bleibt die Demokratie, wenn sie emotional in den Keimzellen der Gesellschaft - unseren Familien - neu verhandelt wird? „The Change“ thematisiert die politischen und sozialen Veränderungen unserer Gesellschaft und bietet einen ebenso düstereren wie erhellenden Blick in eine Zukunft, die gerade von der Realität eingeholt zu werden droht.
The quasi-dystopian drama examines the spread of fascistic ideologies in seemingly robust, liberal establishments. What happens, when politics threaten to tear apart the entire family? How stable is modern democrazy when its core tenets are being dismantled inside its very core – our families? “Anniversary” questions the political and social changes in our society and offers a dark yet englightening look into a possible future – that is threatening to be outpaced by our current reality.
20:00 Uhr
Elf Zeitzeug:innen, zwischen 1920 und 1936 geboren, berichten über ihre Zeit im Nationalsozialismus. Alle von ihnen waren in jener Zeit Kinder oder Jugendliche. Neun von ihnen waren Mitbürger:innen, die mit dem Regime die Begeisterung, aber auch den Hass mitgetragen haben. Einige von ihnen wurden dann auch zum Kriegsdienst eingezogen. Zwei jüdische Männer erzählen davon, wie sie die Zeit und auch die Flucht erlebt haben. Die meisten von ihnen haben bisher nie über die Zeit gesprochen und konfrontieren sich mit diesen Interviews selbst mit den Themen und beginnen dadurch auch eine eigene Reflexion über ihre Rolle zu dieser Zeit.
Der Film bietet eine der letzten Möglichkeiten, die Erfahrungen der Leute, die die NS-Zeit miterlebt haben, direkt aus ihrer subjektiven Perspektive zu hören. Eine filmische Warnung, die die Protagonist:innen nicht vorführt, aber Ausreden ebensowenig durchgehen lässt. Wir arbeiten daran, nach dem Film Gäste per Liveschaltung zum Filmgespräch begrüßen zu können.
20:30 Uhr
Der jungen Literaturprofessorin Agnes ist eine schlimme Sache passiert, die sie komplett aus der Bahn wirft. Während ihr Umfeld zur Tagesordnung übergeht, kämpft sie mit dem Gefühl, festzustecken. In fünf Kapiteln und über mehrere Jahre hinweg begleitet der Film ihren Weg zurück zu sich selbst – getragen von scharfem Humor und der bedingungslosen Unterstützung ihrer besten Freundin.
With this tragic comedy Eva Victor gives a striking feature debut as a director, writer and lead actress. In Agnes we are given a character who sidesteps the clichés of trauma at every turn. Victor's performance is a marvel — full of delicacy and nuance, yet firmly rooted in comedy.
20:00 Uhr
[Eintritt frei!]
Der Filmliebhaber und -macher Arjun Talwar zieht, nicht zuletzt aufgrund seiner Leidenschaft fürs polnische Kino, 2006 aus Neu-Delhi nach Polen. Sein Freund Adi ging mit ihm, ertrug aber das Leben als „Fremder“ nicht und beging Selbstmord. Über 10 Jahre nach seinem Umzug nach Warschau plagt auch Talwar immer noch das Gefühl, trotz sprachlicher und kultureller Integration nicht dazuzugehören. Diesem Gefühl geht er mit seiner Kamera auf den Grund, führt Gespräche mit zugezogenen und „echten“ Polen und macht die Diversität in seiner Straße sichtbar – die sinnbildlich für das ganze Land steht.
Statt sich auf fremdbestimmte Definitionen zu verlassen, will Talwar für sich selbst ergründen, was es heißt, Pole zu sein und ob er auch einer sein kann und will. Seine filmische Reise ist auch eine Auseinandersetzung mit dem Tod seines Freundes, den die selben Fragen umtrieben, zu denen er nun eine Lösung sucht. Ein einfühlsamer Film, der seinem Zuschauer verdeutlicht, warum auch wir uns fragen sollten, wie wir Heimat definieren und warum dieser Begriff in den Händen nationalistischer Bewegungen schlecht aufgehoben ist.
20:30 Uhr
Regisseur Yigit dreht ein Filmdrama über einen Brandanschlag auf eine Aylunterkunft in den 90ern. Nach einer Szene, bei der ein Koran verbrannt wurde, entbrennt ein Streit mit den Bewohner:innen der Unterkunft, in der der Dreh stattfindet. Praktikantin Elif soll helfen, die Wogen zu glätten, doch findet sich nach einigen fragwürdigen Entscheidungen in einer Zwickmühle wieder. Die Lage scheint immer weiter zu eskalieren. Unverklemmt und hochspannend entkommt „Hysteria“ dem Dilemma deutscher Diskursfilme, bei denen zu oft komplexe Themen in Schwarz-Weiß-Schemata heruntergebrochen werden. Stattdessen kommen die Perspektiven unterschiedlicher Betroffener vor, die individuell unterschiedliche Erfahrungen mit Islamophobie und (Alltags-)Rassismus gemacht haben. So leistet dieser ambitionierte Film einen wertvollen und vielseitigen Beitrag zum Diskurs.
20:30 Uhr
Ein bekanntes Horrorfilm-Setting : Umzug in ein altes, knarzendes Haus auf dem Lande, nebeliger Herbstwald. Der Clou: wir begeben uns in die Perspektive des Titelhelden, dem Nova Scotia Duck Tolling Retriever Indy. Während Hundebesitzer Todd sich immer merkwürdiger verhält, erkundet Indy Haus und Umgebung und wird mit zunehmend gespenstischen Beobachtungen konfrontiert.
For three years director Ben Leonberg worked on his feature debut, starring his own beloved pet. With the unconventional protagonist comes the added question of the narrator's reliability, while exploring a classic horror scenario from a dog's point of view.
20:30 Uhr
20:30 Uhr
20:00 Uhr
In Oz brodelt es: Während Glinda als strahlende Ikone der Hoffnung verehrt wird, taucht Elphaba als gefürchtete „Böse Hexe“ im Schatten wieder auf und stellt alles infrage, was man über Gut und Böse zu wissen glaubte. Als ein Mädchen aus Kansas im Königreich landet und die Machtverhältnisse ins Wanken geraten, entscheidet eine letzte, gefährliche Allianz der beiden Frauen über das Schicksal von Oz – und darüber, wem die Geschichte Glauben schenken wird.
Die Filmfassung am Donnerstag ist die deutsche Fassung, die Songs sind aber im Orignal mit deutschen Untertiteln.
After the phenomenal critical and commercial success, “Wicked: For Good” tells the second half of the untold story of the two Witches of Oz. The creative team is unchanged from Part 1, making both films flow seamlessly into each other, yet the tone is more mature this time around.
20:30 Uhr
Jeffrey Manchester ist Veteran. Nach Ende seines Diensts gerät sein Leben aus den Fugen. Konfrontiert mit familiären und finanziellen Schwierigkeiten beginnt er, systematisch McDonald's-Restaurants auszurauben. Alles scheint gut zu laufen, bis er geschnappt wird und ins Gefängnis muss. Gewitzt wie er ist, schafft er es auszubrechen und versteckt sich sechs Monate in einer Toys „R“ Us-Filiale. Als er sich in Leigh verguckt, gerät seine Deckung in Gefahr und seine Vergangenheit droht ihn einzuholen.
The true crime story excellently balances back and forth between lighthearted caper and a meaningful look into the lives of those left behind by our competitive society. Amidst plastic toys and overpriced movie merchandise, the Roofman learns about the people around him even as they are unaware of his presence. As a romance begins to develop and Jeffrey seems to grow closer to finally living a legal existence, his criminal past is catching up with him.