Adventskalender 2018 der TU Chemnitz

Gartenbahnromantik in Thalheim

Herzlich willkommen zur 24. Ausgabe des Adventskalenders der TU Chemnitz

Machen Sie es sich gemütlich und begleiten Sie uns bei unseren Ausflügen ins „Weihnachtsland Erzgebirge“. Hinter Museumstüren, in verschneiten Wäldern, in heimeligen Stuben und urigen Werkstätten haben wir wieder große und kleine Entdeckungen gesammelt, um das Warten auf Heiligabend zur verkürzen.

Hier geht es los, rechts die kleine, links die große Bahn.

Nicht nur zu Fuß legen wir unsere Wege zurück. Solange die Skier noch ausharren müssen, zieht es uns immer wieder auch auf die Schienen. In Thalheim haben wir ganz besondere Gleise entdeckt. Sie schlängeln sich unweit vom Rathaus etwa 130 Meter an der Zwönitz entlang. Die 7 1/4 Zoll breite Spur mit Ausweichgleis und Weichen hat Wolfdietrich Knoth angelegt – für seine ebenfalls selbstgebaute Gartenbahn, die so manches Herz höher schlagen lässt. In seiner Werkstatt erzählt er uns am bullernden Kanonenofen von den Anfängen und weiht uns mit leuchtenden Augen in die technischen Details ein.


Wichtel Ralph kann es kaum erwarten, die Lok im Einsatz zu sehen.

Drei Loks, eine Draisine und vier Wagen hat der gelernte Zimmermann und Zerspanungs­techniker selbst gebaut. Dabei hat er sich an großen Vorbildern orientiert, vor allem aber den praktischen Einsatz im Sinn gehabt. Wir erfahren, dass es Wechselaufbauten – Rungen, Drehschemel, Schrägwand, Hochbord – für die Wagen gibt und dass der Motor eines Vertikutierers dafür sorgt, dass die Lok benzinelektrisch betrieben werden kann.


Das Vorbild – eine „Jung EL 105“ ist deutlich erkennbar.
130 Meter Gleis plus Ausweichstellen

Natürlich dürfen wir uns bei unserem Besuch persönlich davon überzeugen, dass die Gartenbahn fährt. An der Haltestelle „Wäscheplatz“ steigen wir zu. Auch eine Steigung von 1 zu 30 gehört zur Strecke und ist trotz zusätzlicher (Ge)Wichtel kein Problem.

Rund 90% der Gartenbahnfahrten dienen dem Gütertransport, sie bringen Baumaterial oder Brennholz vom Haus in den Garten und umgekehrt. Dabei wechseln sich die Lokführer ab, denn auch Knoths Frau, Tochter und Sohn teilen die Begeisterung für das außergewöhnliche Hobby. So kommt es vor, dass nach getaner Arbeit eine Abschlussfahrt mit dem Personenwagen den gemütlichen Grillabend einleitet. Hin und wieder sind auch interessierte Gäste herzlich willkommen. Die Gartenbahn wird beispielsweise jedes Jahr am 1. Mai zu einem beliebten Ausflugsziel.


Während wir die Fahrt nutzen, um „spaltbares Material und Brennstäbe“ (so lesen wir an einem der Holzstapel) vom hinteren Grundstück zu holen, erzählt uns unser Lokführer von seinen Plänen, eine Kipplore zu bauen und von der Idee einer Dampflok, die ebenfalls im Kopf des passionierten Eisenbahnfreundes reift.

Jetzt fährt die Bahn ohne uns weiter, aber wir kommen gern wieder.

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Übrigens: Für alle, die gern auf Weihnachtsmärkten bummeln und das „0-te Fenster zum 1. Advent “ verpasst haben, hier noch einmal der Link zu unserem Weihnachtsmarkt-Kalender.