Heute unternehmen wir einmal einen Abstecher ins östliche Erzgebirge, in die Silberstadt Freiberg. Die Stadt und ihre Geschichte haben wir schon vor drei Jahren kurz vorgestellt, das kulturhistorisch bedeutendste Gebäude - den Dom St. Marien - aber noch nicht. Dabei ist eine Besichtigung in der Vorweihnachtszeit, vielleicht verbunden mit einem Orgelkonzert oder einem Weihnachtsmarktbesuch, besonders stimmungsvoll.
|
|
Nach dem eher schlichten Äußeren des Doms ist man von der reichen
Innenausstattung überrascht. Als eines der bedeutendsten Kunstwerke soll hier noch der
Chor genannt werden, der von Mitte des 16. Jh. bis Ende des 17. Jh. als
Grabkirche der protestantischen Wettiner diente. Zu diesem Zweck wurde der
Chor durch italienische Künstler umgestaltet und gilt heute als bedeutendstes
Werk dieser Art nördlich der Alpen. Für Moritz von Sachsen, den Begründer
des albertinischen Kurstaates, wurde das prachtvolle
"Moritzmonument", ein Renaissance-Freigrab, geschaffen.
Natürlich sollte man bei der Besichtigung auch die anderen Kunstschätze des
Domes nicht vergessen. Sehr schön sind die zwei Kanzeln, die filigrane,
freistehende "Tulpenkanzel" aus Porphyrtuff und die benachbarte
"Bergmannskanzel", der die Trägerfiguren den Namen geben. Aber auch die
romanische Triumphkreuzgruppe, die ausdrucksstarken Holzskulpturen und die
prachtvollen Rippengewölbe sind sehenswert.
Domführungen werden im Winterhalbjahr (November - April) 11.00, 14.00 und 15.00 Uhr angeboten, im Sommer zusätzlich 10.00 und 16.00 Uhr. Führungen mit Orgelvorspiel kann man ganzjährig an Sonn- und kirchlichen Feiertagen gegen 11.00 Uhr erleben.