Microsoft® Dynamics™ AX


Einleitung
Der Produktionsprozess und die Produktionssteuerung
Was versteht man unter Produktion?
Als Produktion bezeichnet man in der Wirtschaft den betrieblichen Umwandlungs- bzw. Transformationsprozess zur Herstellung von Gütern oder Dienstleistungen unter Einsatz und Kombination der Produktionsfaktoren. Dabei können je nach Anzahl und Abhängigkeit der hergestellten Produkte unterschiedliche Produktionsverfahren verwendet werden. (siehe Abschnitt Vorkalkulation (Übersicht Kalkulationsschema)
Welche Daten werden im Produktionsprozess verwendet?
Für die Durchführung des Produktionsprozesses wird eine Reihe von Stammdaten benötigt.
Stücklisten enthalten die Zusammensetzung des herzustellenden Produktes. Sie geben an, welche Einzelteile und Baugruppen in welcher Menge in das fertige Produkt eingehen. Für die Darstellung gibt es bspw. Baukasten-, Mengenübersichts- oder Strukturstücklisten.
Ferner werden Arbeitspläne benötigt. Ein Arbeitsplan gibt Auskunft über die zur Herstellung des Produktes nötigen Arbeitsgänge. Dabei enthält er neben der Stückbearbeitungs- und Rüstzeit auch die Zuteilung der benötigten Ressourcen zu den entsprechenden Arbeitsgängen.
Kapazitätsdaten der verwendeten Ressourcen (Betriebsmittel) werden zur Bestimmung der Auslastung benötigt.
Anbindung externe Prgramme
attention
Besonders bei Stücklisten ist es heute üblich diese aus CAD-Programmen (Computer Aided Design) zu generieren. Um eine manuelle, fehleranfällige Neuanlage im ERP-System zu vermeiden, sind hierfür Schnittstellen und Importfunktionen in ERP-Systemen zu verwenden, welche häufig über Erweiterungen oder Branchenlösungen angeboten werden.
PPS als Ursprung von ERP-Systemen
PPS-Systeme bilden den Ursprung heutiger ERP-Systeme. In den Fünfziger Jahren wurden erste Produktionsplanungs- und –steuerungssysteme zur Stücklistenauflösung eingeführt. Die sinkenden Kosten für EDV führten zu einem breiteren Einsatz dieser Systeme.
Eine Weiterentwicklung dieser Systeme waren Material Requirements Planning Systeme (MRP-Systeme). Diese konnten unter Einbezug der Primärbedarfsplanung und der Lagerbestände ein Produktionsprogramm mit Planaufträgen erstellen. Durch Auflösung der Planaufträge in Sekundärbedarfe konnten dann Beschaffungs- und Produktionsaufträge generiert werden.
Durch einen zusätzlichen Kapazitätsbelastungsausgleich wurden aus MRP-Systemen MRP II –Systeme (Manufacturing Resources Planning Systeme, auch als Management Resources Planning Systeme bezeichnet). Diese arbeiten das Planungsproblem sukzessive und hierarchisch ab, wobei die Ergebnisse jeder Planungsstufe den Input für die nachgelagerte Stufe bilden. Im MRP II Konzept erfolgt eine rollierende Planung.
TU-ChemnitzWI-Medialab