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Eleonore Dießner- und Marie Pleißner-Preis 2019 verliehen

TU Chemnitz zeichnete Nachwuchswissenschaftlerinnen für hervorragende Abschlussarbeiten aus

Am 1. Juli 2019 fand zum siebenten Mal die Verleihung des Eleonore-Dießner- und Marie-Pleißner-Preises an der Technischen Universität Chemnitz statt. Jede der naturwissenschaftlich-technischen Fakultäten hatte eine Preisträgerin für die Ehrung mit dem Eleonore-Dießner-Preis vorgeschlagen. Die drei sozial-, geistes- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten haben Preisträgerinnen für den Marie-Pleißner-Preis benannt.

Der Prorektor für Lehre und Internationales der TU Chemnitz, Prof. Dr. Maximilian Eibl, begrüßte die Gäste und gratulierte den Preisträgerinnen herzlich. Er verwies auf die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre und Jahrzehnte, die auch ein geändertes Geschlechterverhältnis in der Wissenschaft zur Folge hätten, hob aber dennoch die Bedeutung der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen in der heutigen Zeit hervor. Den Preisträgerinnen gab er mit auf den Weg, nicht abzuwarten, sondern mit eigener Initiative an ihrer Karriere zu arbeiten.

In ihrem Vortrag zum zehnjährigen Bestehen des Zentrums für Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung der TU Chemnitz (Die Gründung erfolgte am 3. Juli 2009) gab die Gleichstellungsbeauftragte der TU, Karla Kebsch, Einblicke in die Historie des Zentrums und berichtete über Meilensteine der gemeinsamen Arbeit, wie der Verankerung von Gleichstellung auf allen Organisationsebenen der Wissenschaftseinrichtung, der erfolgreichen Teilnahme am „Professorinnenprogramm“ I und II des Bundes und der Länder, dem Ausbau familienfreundlicher Strukturen sowie der Frauen- und Geschlechterforschung und der gewachsenen Zusammenarbeit mit den Forschungsverbünden.

Die Veranstaltung wurde von der Leipziger Jazzband „Bella Acoustic Vibes“ künstlerisch umrahmt. Die Band setzt sich aus Künstlerinnen unterschiedlicher Nationalitäten zusammen. Dies zeigte sich auch in den ausgewählten Titeln.

Eleonore-Dießner-Preis: Preise spiegeln auch die Unterschiedlichkeit der Lebenswege wieder

Die von den Fakultäten vorgeschlagenen Preisträgerinnen blicken auf unterschiedliche Studien- und Berufserfahrungen zurück. Einige von Ihnen sehen ihre berufliche Weiterentwicklung in der Industrie, andere bleiben der TU Chemnitz oder anderen Wissenschaftseinrichtungen verbunden. So die Eleonore-Dießner-Preisträgerin Julia Mahrholdt (Fakultät für Naturwissenschaften), die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Anorganische Chemie (Prof. Dr. Heinrich Lang) eine wissenschaftliche Laufbahn eingeschlagen hat und promovieren möchte. Bereits während ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich erfolgreich mit der Synthese und Charakterisierung von zweikernigen Eisen-Verbindungen.

Der „Faszination Mathematik“ möchte Melanie Kircheis (Fakultät für Mathematik), die ein Promotionsstipendium erhält, weiterhin nachgehen und forschen. In ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich mit dem Thema „A frame-theoretical approach to the inversion of the NFFT“.

Mit Praxiserfahrungen als Lehrrettungsassistentin war Aline Püschel (Fakultät für Maschinenbau) der Medizin bereits einige Jahre beruflich verbunden, bevor sie ein Studium im Fach Medical Engineering aufnahm. Jetzt, als wissenschaftliche Mitarbeiterin, habe sie für sich die perfekte Kombination von medizinischen Aspekten und Technik gefunden. Ihren Schwerpunkt sehe sie aber in der Erforschung und Entwicklung neuer Materialien und Technologien. Dieses Thema hat sie bereits in ihrer Masterarbeit „Inkrementelle Blechwarmumformung (W-IBU) hybrider Laminate aus Leder und glasfaserverstärktem Thermoplast für die Medizintechnik“ aufgegriffen.

Als Entwicklungsingenieurin bei der Continental Engineering Services GmbH in Ingolstadt sieht Rynya Ramesh (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik) ihre berufliche Herausforderung. Schon für ihre Masterarbeit zum Thema „Steering Test Bench“ suchte sie die Zusammenarbeit mit einem Industriepartner, der Robert Bosch Automotive Steering GmbH.

Teresa Denefleh (Fakultät für Informatik) untersuchte in ihrer Arbeit die Auswirkungen digitaler Technologie auf zwischenmenschliche Kommunikation. Heute arbeitet und promoviert sie in der Forschungsgruppe „Miteinander, Mensch-Computer-Interaktion“.

Marie Pleißner-Preis: Akademische Lebensentwürfe unterstützen und zum beruflichen Erfolg beitragen

Den Marie Pleißner-Preis nahm Sabrina Schmidt (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften) entgegen, die sich für eine Tätigkeit am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin entschieden hat. In ihrer Forschungsarbeit möchte sie sich vor allem mit der Diffusion von zukunftsfähigen Unternehmensformen beschäftigen. Das war auch bereits Schwerpunkt ihrer Masterarbeit; sie beschäftigte sich mit dem Thema „Die Diffusion und Adoption sozial-ökologischer Unternehmenspraktiken im Branchenvergleich: Eine neoinstitutionalistische Analyse“.

Anders als die anderen Preisträgerinnen wählte Katharina Baumgärtel (Philosophische Fakultät) als freie Lektorin den Weg in die Selbstständigkeit und erfüllte sich damit ihren beruflichen Traum. Für die Arbeit über Mary Shelley's „Frankenstein“ erhielt sie den Marie-Pleißner-Preis.

Peggy Walde (Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften), die zunächst eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolvierte und danach Psychologie studierte, untersuchte in ihrer Masterarbeit Rückfallbegünstigende und rückfallprotektive Faktoren nach der Entlassung aus dem Maßregelvollzug. Mittlerweile forscht Sie an der Klinik für Forensische Psychiatrie der Universität Rostock.

Hintergrund: Frauenförderung an der TU Chemnitz

Die TU Chemnitz will den Anteil von Nachwuchswissenschaftlerinnen nachhaltig erhöhen. Obwohl rund die Hälfte der Studierenden und der Hochschulabsolventinnen und -absolventen Frauen sind, scheiden an den Schnittstellen vom Hochschulabschluss zur Promotion und von der Promotion zur Habilitation überproportional viele Frauen aus dem Wissenschaftssystem aus. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dieser Entwicklung möchte die Gleichstellungskommission mit unterschiedlichen Maßnahmen gezielt entgegenwirken.

Hintergrund: Eleonore-Dießner- und Marie-Pleißner-Preis

Die Verleihung des Eleonore-Dießner- und Marie-Pleißner-Preises ist ein Beitrag zur Sichtbarmachung und Würdigung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen. Seit 2013 loben Universitätsleitung und Gleichstellungskommission der TU Chemnitz den Eleonore Dießner- und Marie Pleißner-Preis aus und würdigen damit hervorragende Abschlussarbeiten in Master- oder Diplomstudiengängen von Absolventinnen aller acht Fakultäten. Der Preis ist mit 800 Euro dotiert

Die acht Fakultäten der TU Chemnitz gehören einerseits dem mathematisch-technisch-naturwissenschaftlichen Bereich und andererseits den Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften an. Da sich keine Kriterien finden lassen, anhand derer die Vergleichbarkeit der Abschlussarbeiten auf jedem der Gebiete gewährleistet wäre, rief die Gleichstellungskommission zwei verschiedene Preise ins Leben.

Eleonore Dießner war eine der ersten Studentinnen an der Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt, dem Vorläufer der heutigen TU Chemnitz. Nachdem sie 1969 als zweite Frau im MINT-Bereich in Chemnitz promovierte, arbeitete sie erfolgreich als Wissenschaftlerin und engagierte sich zudem als Vorstand des Arbeitskreises „Frauen im Ingenieurberuf“ des Vereins Deutscher Ingenieure in Sachsen. Für eine bessere Ausbildung von Frauen sowie deren Zulassung an Hochschulen setzte sich auch die Chemnitzer Deutsch- und Religionslehrerin Marie Pleißner ein.

Beide Namensgeberinnen zeichnen sich durch ihre wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Verdienste aus, womit sie als weibliche Rollenvorbilder fungieren. Die Ehrung, die mit einem Preisgeld von 800 Euro verbunden ist, soll die akademischen Lebensentwürfe der Absolventinnen unterstützen. Die Vergabekommission berücksichtigte zusätzlich zur fachlichen Qualität und interdisziplinären Ausrichtung der Abschlussarbeit auch das gesellschaftliche Engagement der Nominierten sowie die Erkennbarkeit von wissenschaftlichen Karrierebestrebungen.

(Hinweis: Aus organisatorischen Gründen konnten leider nicht alle Preisträgerinnen im Foto abgebildet werden.)

Matthias Fejes
03.07.2019

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