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Dem Strukturwandel in der Automobilwirtschaft gemeinsam begegnen

Besuch einer Thüringer Delegation an der TU Chemnitz markiert Auftakt für sächsisch-thüringische Kooperation zur automobilen Leichtbauforschung

Vom Verbrennungsmotor zum Elektro- und Wasserstoffantrieb, von schwerer Stahlkarosserie zur hybriden Leichtbau-Anwendung, vom „toten Winkel“ zum „sehenden Fahrzeug“ – die Gestaltung des automobilen Strukturwandels und damit einhergehender Entwicklungen gilt als Herausforderung für Politik, Gesellschaft, Industrie, Forschung und Wissenschaft. Dieser Aufgabe mit überregionalen Kooperationen zu begegnen, war am 26. März 2019 der Hintergrund des Besuchs einer rund 30-köpfigen Thüringer Delegation an der Technischen Universität Chemnitz, der neben Vertreterinnen und Vertretern des Thüringer Wirtschaftsministeriums und der Landesentwicklungsgesellschaft wichtige Akteure der Thüringer Automobillandschaft und der Zulieferindustrie angehörten. Vor allem der Austausch über Chemnitzer Kompetenzen und Thüringer Bedarfe hin zu innovativen Lösungen, neuen Wachstumsmärkten und ganzheitlichen Wertschöpfungsketten standen im Mittelpunkt des Treffens.

CATI-Studie und „Automotive Agenda Thüringen“ als Ausgangspunkt

Auslöser des als „Learning journey“ konzipierten Besuchs waren die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen einer „Tiefenanalyse der Thüringer Automobilzulieferindustrie“, die das Chemnitz Automotive Institute (CATI), Geschäftsbereich der TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH an der TU Chemnitz, im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk automotive thüringen erarbeitet hatte. Eine Studie, die dem Thüringer Wirtschaftsministerium als wichtiger Input für eine „Automotive Agenda“ diente und durch die der automobile Strukturwandel unterstützt werden soll. Zu den Maßnahmen dieser Agenda gehört auch das Ziel, in wichtigen Zukunftsfeldern überregionale Kooperationen auszuloten und zu intensivieren. Die CATI-Studie unter Regie von Prof. Dr. Werner Olle hatte hierbei insbesondere auf die Felder Strukturleichtbau und Brennstoffzelle verwiesen. Zu diesen Themen sprachen am vergangenen Dienstag Wissenschaftler der TU Chemnitz und des Fraunhofer Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU.

Strukturleichtbau im Fokus

Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator des Bundesexzellenzclusters MERGE an der TU Chemnitz, stellte den Thüringer Gästen die Entwicklung und weit gefächerte Kompetenz der Chemnitzer Leichtbauaktivitäten und bereits erfolgreiche Kooperationsbeispiele mit nationalen und internationalen Instituten und Forschungsverbünden vor. „Die Zukunft des automobilen Leichtbaus wird zwangsläufig durch eine Weiterentwicklung vom Material- zum Strukturleichtbau geprägt. Dem hybriden und funktions-integrativen Leichtbau gehört die Zukunft“, so Kroll im Fazit seiner Ausführungen. Dieser Trend wird durch neue Fahrzeugarchitekturen der nächsten Generation von Elektrofahrzeugen noch verstärkt.

Brennstoffzelle bleibt Bestandteil der Elektromobilität

„Ungeachtet der gegenwärtigen Fokussierung auf eine batterie-basierte Elektromobilität bleibt die Brennstoffzelle mittel- und langfristig eine technisch machbare, wirtschaftlich und ökologisch vorteilhafte Alternative“. Mit dieser Schlussfolgerung verwies Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Inhaber der Professur für alternative Fahrzeugantriebe (ALF) an der TU Chemnitz, auf die Notwendigkeit, sich im High-Tech-Land Deutschland diese Technologieoffenheit zu bewahren. Gemeinsam mit zahlreichen Industriepartnern arbeitet das Team der Professur ALF aktuell in einem Netzwerk daran, die gesamte Wertschöpfungskette technisch zu beschreiten und abbilden zu können.

Neben den Fachvorträgen bildeten die Rundgänge im gastgebenden Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, eingeleitet durch einen Vortrag von Hauptabteilungsleiter Dr. Philipp Klimant, und im MERGE Technologiezentrum die weiteren Höhepunkte des Programms. Grundlagenforschung und Industrialisierung von Forschungsergebnissen in zukunftsweisenden Fertigungsprozessen gehen hier Hand in Hand.

Die Thüringer Delegation, so Thomas Müller, Referatsleiter im Thüringer Wirtschaftsministerium, wird zunächst die gewonnenen Eindrücke des Besuchs auswerten und thematische Ansatzpunkte für eine vertiefte Zusammenarbeit der Akteure in Forschung und Wirtschaft identifizieren. Mögliche Kooperationsansätze sollen dann Gegenstand einer Folgeveranstaltung in Thüringen werden, in der u. a. auch gemeinsame Projektideen zu konkretisieren sind. Ziel sollte sein, noch in diesem Jahr den Grundstein für ein erstes gemeinsames Einstiegsprojekt von Akteuren aus Sachsen und Thüringen zu legen.

Stichwort: Chemnitz Automotive Institute CATI

Das 2015 gegründete Chemnitz Automotive Institute (CATI) ist ein Geschäftsbereich eines An-Instituts der Technischen Universität Chemnitz, der TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH. Der automobile Strukturwandel in seiner Gesamtheit ist ein Forschungsschwerpunkt von CATI. Im Fokus stehen insbesondere ganzheitliche Querschnitts- und Wirkungsanalysen. CATI kooperiert mit Automobil-Netzwerken sowie Praxispartnern aus Industrie, Forschung und Weiterbildung. Über die TUCed, die u. a. einer der Konsortialpartner des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Chemnitz ist, besteht zudem eine enge Verzahnung mit anderen Instituten der TU Chemnitz wie dem Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme.

Kontakt: TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH, CATI - Chemnitz Automotive Institute, Prof. Dr. Werner Olle, Telefon 0371 243512-512, E-Mail werner.olle@cati.institute, http://www.cati.institute

(Autoren: Prof. Werner Olle; Diana Schreiterer)

Mario Steinebach
01.04.2019

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