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„Man muss für sein Thema brennen“

Der Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses bündelte Fragen und Erfahrungen zu einem informativen Programm rund um die akademische Karriere

Zum bereits sechsten Mal hatte das Zentrum für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Technischen Universität Chemnitz alle Interessierten – von Masterstudierenden bis zu Betreuenden – eingeladen, sich zum akademischen Karriereweg zu informieren und auszutauschen. Über 85 Teilnehmende besuchten am 15. November 2018 informative Vorträge, Erfahrungsberichte oder suchten den direkten Kontakt mit Vertretern und Vertreterinnen der Fakultäten, die Fragen zur Promotion beantworteten. Prof. Dr. Jörn Ihlemann, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der TU Chemnitz, führte durch das Programm.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war für viele das moderierte Gespräch, bei dem Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Fakultäten zu Wort kamen und das von Dr. Michael Partmann, Referent im Büro des Rektors, moderiert wurde. Dabei wurden verschiedene Aspekte der akademischen Qualifikation in den Fokus gerückt. Darunter die Entscheidung für die Promotion, der Umgang mit Krisen aber auch die Freude am Forschen. Die Referierenden gaben dem Publikum zahlreiche Hinweise für die Promotion mit auf den Weg: So regte Dr. Ailyn Stötzner von der Fakultät für Mathematik an, dass man die Expertise der Betreuenden in allen Bereichen der wissenschaftlichen Qualifikation nutzen solle. Felix Petzke, Doktorand an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, empfahl, Impulse für die eigene Arbeit und den eigenen Weg von außen mitzunehmen – seien es die von Kollegen und Kolleginnen in der Kaffeepause, während Kolloquien oder auf Konferenzen. Dr. André Matthes von der Fakultät für Maschinenbau ermunterte die Teilnehmenden, sich für die Themensuche hinreichend Zeit zu nehmen und im Zweifelsfall etwas länger nach dem Thema zu suchen, für das man wirklich brenne. Außerdem berichtete Andrea Preuß von der Fakultät für Naturwissenschaften von ihren Erfahrungen mit Stipendien. Claas Pollmanns von der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften brachte unter anderem seine Sicht zur strukturierten Promotion in das Gespräch ein.

Dass Begeisterung für das Forschungsthema und das wissenschaftliche Arbeiten grundlegend für eine Promotion ist, bestätigten auch Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll von der Philosophischen Fakultät und Prof. Dr. Bernhard Wunderle von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Sie stellten den anwesenden Promotionsinteressierten die formellen Voraussetzungen für eine Promotion und deren Verlauf sowohl aus einer geistes- und sozialwissenschaftlichen als auch ingenieurswissenschaftlichen Perspektive vor. Prof. Dr. Wunderle betonte, dass die persönliche Motivation entscheidend sei und dass man, in jeder Hinsicht, mit Leidenschaft bei der Sache sein solle.

Parallel stellte Prof. Dr. Birgit Glorius von der Philosophischen Fakultät ihren akademischen Werdegang vor, der sie – wie sie selbst sagte – über Umwege ans Ziel geführt habe. Sie wies die Promovierenden und Promovierten darauf hin, dass es nicht den einen idealen Weg gebe; dass man sich auch mehrmals entscheiden könne und nach Lage der Dinge auch solle. Zu den Grundlagen der akademischen Karriere zähle sie: Publizieren, Drittmittel akquirieren, Lehren, Selbstvermarktung und Vernetzung. Dr. Martin Böhringer, der an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften promovierte, berichtete in seinem Vortrag: „Wie aus einem gescheiterten Forschungsprojekt aus Versehen das Startup ‚Staffbase‘ entstanden ist“. Mit seinem Vortrag ermutigte er die Teilnehmenden, sich eigene Fehler einzugestehen und verdeutlichte, dass auch scheinbar falsche Entscheidungen neue Perspektiven und Ziele bieten können.

Abschließend informierte Dr. Michael Melzer über seinen persönlichen Werdegang – von der Promotion bis hin zum Nachwuchsgruppenleiter am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden. Er gab den Teilnehmenden darüber hinaus Einblicke in die Nachwuchsförderung innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft.

In einem waren sich alle Referierenden des Tages einig: Man muss mit Leidenschaft an der Promotion arbeiten, Freude am wissenschaftlichen Arbeiten und Austausch haben – und für sein Thema brennen.

Prof. Dr. Jörn Ihlemann sagte nach der Veranstaltung: „Ich freue mich, dass so viele Masterstudierende Interesse an einer Promotion an der TU Chemnitz zeigen und so rege an der Veranstaltung teilnahmen.“ Die Teilnehmenden des diesjährigen Tages des wissenschaftlichen Nachwuchses schätzten die vielseitigen Blickwinkel auf das Thema „Promotion“ und die Bandbreite an Themen und ließen sich von der Begeisterung der Referierenden anstecken. Beste Voraussetzung für den Start in die wissenschaftliche Karriere.

(Autorin: Antje Pfeifer)

Matthias Fejes
22.11.2018

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