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Kinderchirurg Jörg Leibiger vom Klinikum Chemnitz erläuterte am 24. Okober 2010 in der Kinder-Uni der TU, wie der Kater in den Muskel kommt und wie lebensnotwendig unser Herz ist

  • Sportlicher Selbsttest in der Kinder-Uni: Kinderchirurg Jörg Leibiger verkabelte den Juniorstudenten Finn Meyer, um dessen Herzfrequenz messen zu können. Foto: Mario Steinebach
  • Besuchermagnet Kinder-Uni: Auch dieses Mal war der größte Hörsaal der Chemnitzer Uni bis zum letzten Platz besetzt. Foto: Mario Steinebach
  • Handstand im Hörsaal: Tim Leibiger belastete seine Armmuskeln durch Turnübungen und sein Vater erläuterte den Kindern, was gerade in den Muskeln des Sportlers abläuft. Foto: Mario Steinebach
  • Jeder Millimeter zählt: Jörg Leibiger hat vor den Augen der kritischen Kinder den Oberarmumfang seines Sohnes Tim vor und nach den Sportübungen vermessen. Foto: Mario Steinebach
  • Studieren kann so anstrengend sein: Die vermutlich jüngste Juniorstudentin war an diesem Tag ein kleines Mädchen, das sich neben den Hörsaalbankreihen sehr viel bewegte. Foto: Mario Steinebach
  • Referenten haben auch nach der Vorlesung viel zu tun: Jörg Leibiger quittierte den Juniorstudenten noch ihre Teilnahme an der Kinder-Uni und beantwortete Fragen von Eltern. Foto: Mario Steinebach

Auch im bis auf den letzten Platz besetzten größten Hörsaal der Technischen Universität Chemnitz kannte ihn fast jeder - den Muskelkater. Ob in den Armen, Beinen oder sogar im Rücken tritt er immer dann auf, wenn die Muskeln ungewohnt stark belastet werden. "Doch mit einer Katze hat er überhaupt nichts zu tun", erläuterte Kinderchirurg Jörg Leibiger von der Klinikum Chemnitz gGmbH am 24. Oktober 2010 seinen 700 Zuhörern. Der Begriff "Kater" ist eine eingedeutschte Ableitung des griechischen Wortes "Katarrh", das in der Medizin für "Entzündung" steht. Der Arzt erläuterte mit vielen Bildern, wie die Schmerzen im Muskel entstehen und dass dafür kleine Risse in den Muskelfasern verantwortlich sind, die man nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Nach etwa drei Tagen bis zu einer Woche sind die Fasern wieder geheilt, der Schmerz ist weg.

Vor einem Muskelkater kann man sich nicht schützen. "Auch Leistungssportler haben nach einem 50-Kilometer-Langlauf und anstrengenden Turnübungen mächtig viel Muskelkater im Schrank", versichert der Mediziner. Was beim Sport mit den Muskeln passiert, zeigte sein Sohn Tim Leibiger. Der 16-Jährige, der beim Kunstturnverein Chemnitz mehrmals in der Woche trainiert, beanspruchte vor den Augen der Juniorstudenten mit Liegestützen, Kopfstand und Hanteln seine Armmuskeln, deren Umfang im Verlauf der Demonstration zunahm, was mit einem Maßband auch bewiesen wurde. Auch wenn viele Kinder im Hörsaal mit diesem Ergebnis gerechnet hatten, lieferte Jörg Leibiger die Begründung dafür: "Die Muskeln werden mit Blut aufgepumpt, damit sie einer derartige anstrengende Arbeit leisten können und somit wird der Oberarmumfang größer." So wurde den Zuschauern auch klar, wie bei Sportlern Muskeln wachsen.

Wieso schlägt das Herz schneller, wenn man Sport treibt und wo kann man den Puls messen? Auch diesen Fragen ging der Kinderchirurg nach. Dafür hatte er sich einen kleinen Helfer aus dem Publikum geholt und mit einem modernen EKG-Gerät verkabelt, mit dem man auch die Herzfrequenz messen kann. Finn Meyer durfte dann vorführen, welchen Einfluss Sport auf den Organismus hat. Nach einigen Kniebeugen erhöhte sich die Herzfrequenz, die per Webcam auf eine große Leinwand übertragen wurde und so für alle im Hörsaal gut sichtbar war. Auch wenn einige Kinder im Auditorium maximum anfangs davon nicht ganz überzeugt waren, darf das Herz nie Pause machen. Die gewaltige Leistung, die es vollbringt, verdeutlichte Jörg Leibiger mit einem kleinen Rätsel: "Das Herz schlägt etwa 70 Mal pro Minute. Bei jedem Schlag pumpt es 80 Milliliter Blut weiter. Welche Menge wird innerhalb eines Tages durch das Herz transportiert - ein Eimer Wasser, eine Badewanne oder ein Tankwagen voll Blut? Antwort C ist richtig.

Wer noch keinen Muskelkater hatte, dem empfahl der Mediziner am Abend nach der Kinder-Uni-Vorlesung 100 Kniebeuge zu machen. Ob diese Hausaufgabe von vielen erledigt wurde und sich am Folgetag wirklich Schmerzen in den Beinen einstellen, ist nicht bekannt. Doch wie es im Wintersemester 2010/2011 weitergeht, das verriet Brita Stingl, Referentin für Weiterbildung im Büro des Rektors der TU Chemnitz, zu Beginn der Vorlesung. Im November wird es in der Kinder-Uni poetisch: Am 21. November 2010 tauchen die Juniorstudenten in der Veranstaltung "`Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage´ ... William Shakespeare für Kinder" ein in die Welt des Theaters des 16. Jahrhunderts, in die nebligen Straßen Londons als es noch keinen Strom gab. Dabei lernen sie von Prof. Dr. Cecile Sandten vom Institut für Anglistik/Amerikanistik viel zu Shakespeare und die Zeit um die Königin Elisabeth I.

Auch in diesem Semester haben die Juniorstudenten die Möglichkeit, aktiv an der Themenauswahl teilzunehmen. Auf gelben Wunschzetteln können sie zu jeder Veranstaltung drei Themen eintragen. Übrigens: Jeder Juniorstudent erhält wieder einen Kinder-Uni-Ausweis, in dem die Teilnahme an den Vorlesungen per Stempel bestätigt wird.

Alle weiteren Veranstaltungen im Überblick:

21. November 2010: "`Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage´... William Shakespeare für Kinder"

12. Dezember 2010: "Advent im Orchester"

16. Januar 2011: "Wie kommt der Strom in die Steckdose?"

Weitere Informationen erteilt Brita Stingl, Telefon 0371 531-13300, E-Mail kinderuni@tu-chemnitz.de.

Homepage der Kinder-Uni: http://www.tu-chemnitz.de/kinderuni

Mario Steinebach
24.10.2010

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