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Mit großer Zuversicht in die Exzellenzstrategie

TU Chemnitz will Bundesexzellenzcluster MERGE auf dem Gebiet des Leichtbaus mit neuen Ideen und Konzepten fortführen und einen weiteren Exzellenzcluster beantragen, der die Interaktion von Mensch und Technik in den Fokus nimmt

Die Technische Universität Chemnitz will sich in der nächsten Ausschreibungsrunde der Exzellenzinitiative, die nun Exzellenzstrategie heißt, mit zwei Clusteranträgen beteiligen. „Ich bin absolut begeistert und äußerst beeindruckt von den beiden Antragskizzen, die fristgemäß der Deutschen Forschungsgemeinschaft übermittelt wurden“, so Rektor Prof. Dr. Gerd Strohmeier. „Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Beteiligten, allen voran bei den Sprechern der Cluster, Professor Lothar Kroll und Professor Georg Jahn, für das herausragende Engagement bedanken.“

Bereits in der letzten Ausschreibungsrunde ist es der TU Chemnitz gelungen, den deutschlandweit ersten und einzigen Bundesexzellenzcluster auf dem Gebiet der Leichtbauforschung einzuwerben. Das Ziel der Forschung am Chemnitzer Bundesexzellenzcluster MERGE ist die Fusion großserientauglicher Basistechnologien aus den Bereichen Kunststoff, Metall, Textil und Smart Systems zur Entwicklung ressourceneffizienter Produkte und Produktionsprozesse. Über 100 Forscher und Forscherinnen sowie Techniker und Technikerinnen aus insgesamt sechs interagierenden Forschungsbereichen arbeiten derzeit an der Umsetzung dieses Projekts, das für den Zeitraum vom 1. November 2012 bis zum 31. Oktober 2017 mit 34 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Hinzu kommt eine Überbrückungsfinanzierung bis 31. Dezember 2018 in Höhe von etwa 6,5 Millionen Euro. Zudem werden vom Freistaat Sachsen in einen dreiteiligen Hallenneubau etwa 30 Millionen Euro investiert.

„Auf dem Campus der TU entsteht so Europas größtes Leichtbauforschungszentrum. Besondere Bedeutung erhält es angesichts der in Deutschland hochgesteckten Klimaziele. Mit jedem Kilogramm, das etwa am Auto eingespart werden kann, verringert sich der Kraftstoffbedarf und somit auch der CO2-Ausstoß“, erklärte der Sprecher des Bundesexzellenzclusters Prof. Dr. Lothar Kroll. „Im Rahmen der neuen Exzellenzstrategie wird die TU Chemnitz alles daran setzen, den sehr erfolgreichen, weltweit vernetzten und von der Wirtschaft stark nachgefragten Bundesexzellenzcluster MERGE mit neuen Konzepten und Ideen als Chemnitzer Bundesexzellenzcluster zu halten“, sagt Strohmeier. Im Fortsetzungsantrag von MERGE sollen Technologien und Bauteilstrukturen hinsichtlich ihrer ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit näher betrachtet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf nachwachsenden Rohstoffen und dem Thema Recycling.

Zudem plant die TU Chemnitz die Beantragung eines weiteren Exzellenzclusters in ihrer weiteren Kernkompetenz „Mensch und Technik“ zum Thema „Human Factors in Technology: Mind, Movement, Embodiment“, an dem Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus fünf Fakultäten der TU Chemnitz sowie von weiteren Universitäten und einer außeruniversitären Forschungseinrichtung beteiligt sind. Fachübergreifend wollen sie sich den Herausforderungen stellen, die künftig bei der Interaktion von Mensch und Technik bewältigt werden müssen. „Im Mittelpunkt der Forschungsansätze unseres Clusters stehen verkörperte digitale Technologien, die uns schon jetzt begegnen“, sagt der Sprecher des Clusters, Prof. Dr. Georg Jahn von der TU Chemnitz. Ob autonomes Fahren, die gestenbasierte Steuerung von Robotern oder die räumliche Orientierung in der virtuellen Realität – die damit einhergehenden wissenschaftlichen Fragestellungen sind hochkomplex und für deren Beantwortung ist eine fachübergreifende Expertise notwendig. „Diese Expertise ist an der TU Chemnitz in einem besonderen Schulterschluss von technischen und geistes- sowie human- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen vorhanden“, betont Jahn.

Mit der Exzellenzstrategie wollen Bund und Länder erreichen, dass deutsche Universitäten im internationalen Wettbewerb noch besser werden und wissenschaftliche Spitzenleistungen erbringen. Solche Leuchttürme in der Forschung strahlen auf die gesamte Universitätslandschaft ab. Deshalb stellen Bund und Länder ab 2018 jährlich 533 Millionen Euro dauerhaft zur Verfügung, um diese positive Entwicklung fortzuführen. „Wir gehen mit großer Zuversicht, neuen Ideen und eigenem Standortkonzept in die aktuelle Ausschreibungsrunde der Exzellenzstrategie“, so der Rektor. In diesem Zusammenhang sei auch „Chemnitz Cluster+“ als beratendes Gremium geschaffen worden, um die Antragstellungen im Rahmen der Exzellenzstrategie strukturell zu unterstützen und zu begleiten. Beteiligt sind neben Vertretern der TU Chemnitz unter anderem die Institutsleiter der beiden Chemnitzer Fraunhofer-Institute, die Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, Barbara Ludwig, der Präsident des Industrievereins Sachsen 1828 e.V., Prof. E. h. Dr.-Ing. E. h. Hans J. Naumann, sowie der ehemalige Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger. „In Zukunft werden die Vorhaben im Rahmen der Exzellenzstrategie auch durch namhafte internationale Expertise unterstützt“, so der Rektor.

Am 28. September 2017 wird entschieden, welche Antragskizzen für die Exzellenzstrategie in die engere Wahl kommen. Dafür können die Universitäten anschließend ausführliche Anträge einreichen. Die Förderentscheidung über die Anträge zu Exzellenzclustern fällt am 27. September 2018.

Weitere Informationen zur Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder: https://www.bmbf.de/de/die-exzellenzstrategie-3021.html

Lesen Sie auch "Neue Runde im Wettbewerb um Forschungsgeld eingeläutet", erschienen in der Freien Presse am 3. April 2017.

Mario Steinebach
03.04.2017

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